mini|Motten von Südosten mini|Blick zur Mottener Haube

Motten ist eine Gemeinde und ein staatlich anerkannter Erholungsort im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen im Nordwesten von Bayern.

Geographie Geographische Lage Motten liegt in der Region Main-Rhön am Südwestrand des Mittelgebirges Rhön. Es wird vom Fliede-Zufluss Döllbach (hier Döllau genannt) durchflossen. Umrahmt ist das im Naturpark Bayerische Rhön gelegene Motten von den Bergen Hohe Kammer () im Nordosten, Ehrenberg (ca. ) im Südosten (Standort der Wallfahrtskirche Maria Ehrenberg) und Große Haube (auch Mottener Haube genannt; ; Standort eines Aussichtsturms) im Südwesten; die beiden zuerst genannten Berge befinden sich innerhalb des Truppenübungsplatzes Wildflecken.

Nachbargemeinden Die Gemeinde liegt zwischen den Gemeinden Ebersburg (Hessen) im Norden, Wildflecken (Bayern) im Osten, Sinntal (Hessen) im Südwesten, und Kalbach (Hessen) im Westen sowie den gemeindefreien Gebieten Mottener Forst-Süd (Bayern) im Südsüdosten und Römershager Forst-Nord (Bayern) im Süden.

Gemeindegliederung Motten hat zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Kothen, Motten, Mottener Forst-Nord, Mottener Forst-Süd (Gemarkungsteil 0) und Speicherz (Gemarkungsteil 0). Die Gemarkung Motten hat eine Fläche von 7,694 km². Sie ist in 1280 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6221,71 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Eckenwiesenhof. Fuchsenhof, Haubenhof, Kretzenhof, Oberziegelhütte und Thomashof.

Geschichte Im Jahr 837 wurde Motten bereits in der heutigen Schreibform erstmals urkundlich erwähnt. Dem Namen liegt der Genitiv des erschlossenen Personennamens Moto zugrunde.

Als Amt Motten des Hochstiftes Fulda wurde Motten 1802 zugunsten Wilhelm Friedrichs von Oranien-Nassau säkularisiert und fiel 1806 als Teil der „province de Fulde“ an Frankreich (ab 1810 ein Departement des Großherzogtums Frankfurt des Fürstprimas von Dalberg). Es wurde 1815 auf dem Wiener Kongress Österreich zugesprochen. Seit dem Münchner Vertrag 1816 gehört der Ort zu Bayern. Im Jahr 1871 bestand die Gemeinde Motten aus folgenden Ortsteilen: Eckenwiesenhof Fuchsenhof Haubenhof I Haubenhof II Haubenhof III Kretzenhof Motten Oberziegelhütte Streitenbergsmühle Wiesenhof

Sie gehörte zum Bezirksamt Brückenau, das später zum Landkreis Brückenau wurde. Die Orte Haubenhof I und II, Oberziegelhütte und Streitenbergsmühle gingen im wachsende Ortsgebiet von Motten auf. Der Wiesenhof wurde Anfang der 1990er Jahre in Thomashof umbenannt.

Am 1. Mai 1978 wurden im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinden Kothen und Speicherz eingegliedert.

Am Abend des 22. Oktober 2005 richtete ein Tornado im Industriegebiet sowie in nahe gelegenen Wäldern große Schäden an.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1961 1491 1970 1617 1987 1641 1991 1741 1995 1961 2000 1946 2005 1935 2010 1794 2015 1771 2025 1715

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1675 auf 1697 um 22 Einwohner bzw. um 1,3 %. 1995 hatte die Gemeinde 1961 Einwohner. (Quelle: BayLfStat)

Politik Gemeinderat Der Mottener Gemeinderat hat zwölf Mitglieder. Die jüngste Kommunalwahl am 16. März 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 70,33 % folgendes Ergebnis:   Wählergemeinschaft Motten    7 Sitze (55,27 %)  Freie Wähler Kothen-Motten-Speicherz 4 Sitze (33,97 %)  Wählergruppe Speicherz 1 Sitz (10,76 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister Erste Bürgermeisterin ist Katja Habersack (Wählergemeinschaft). Diese wurde im Jahr 2020 Nachfolgerin von Jochen Vogel (Wählergemeinschaft).

Gemeindepartnerschaften Partnergemeinde ist Ranville in Frankreich.

Wappen

Baudenkmäler mini|St.-Bartholomäus-Kirche in Motten

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Motten ist seit dem frühen 16. Jahrhundert Standort einer Brauerei. Die fürstbischöflich-fuldische Amtsbrauerei wurde am 12. Dezember 1791 an den Bauern Johann Georg Will verkauft. Die Brauerei bestand bis 1987 als Will-Bräu. Heute heißt sie Hochstiftliches Brauhaus in Bayern und gehört zum Hochstiftlichen Brauhaus Fulda. In Motten bestanden auch Ziegelbrennereien, so die obere Ziegelhütte. Einige Exemplare von besonders gestalteten Firstziegeln (so mit Einritzungen von Figuren, Sprüchen und Namen), die sogenannten „Feierabendziegel“, haben sich von der oberen Ziegelhütte erhalten, so Objekte vom Ziegler Caspar Hardt im Jahr 1775 und Ziegler Matthäus Bös in den Jahren 1867 und 1870.

Erstes Unternehmen, im 1991 erschlossenen Gewerbegebiet, war die Firma Paltian Treppenbau. Deren Firmengründer ist Karl Schuhmann im Jahr 1917.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 840.000 Euro, davon waren 200.000 Euro netto Gewerbesteuereinnahmen.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahre 2020 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 276 und im Bereich Handel und Verkehr 100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen lag dieser Wert bei 23 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 749. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe ebenfalls einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 2016 26 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 716 Hektar, davon waren 147 Hektar Ackerfläche und 613 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr Es ist die einzige Gemeinde der Region Main-Rhön, die zum Einzugsgebiet der Weser und zum Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gehört.

Bildung Im Jahre 1999 gab es folgende Einrichtungen: Kindergarten: 117 Plätze mit 95 Kindern Grundschule: vier Lehrer und 100 Schüler

Persönlichkeiten Peter Blum (* 1964), Maler, lebt in Motten

Literatur Michael Mott: Alte Firstziegel aus Motten (anno 1775). In "Buchenblätter" Fuldaer Zeitung, 57. Jahrg., Nr. 4, 9. Februar 1984, S. 16 Michael Mott: Ein Schulausflug auf die Hohe Kammer/Schulische Veranstaltung im Jahre 1878 bei Motten. In: "Buchenblätter" Fuldaer Zeitung, 58. Jahrg., Nr. 20, 5. Sept. 1985, S. 78 Michael Mott: Firstziegel mit Kreuzigungsszene aus Motten. In: "Buchenblätter" Fuldaer Zeitung, 59. Jahrg., Nr. 15, 6. Juni 1986, S. 60 Michael Mott: Die Nepomukstatue in Motten/Standbild des "Brückenheiligen" mit rätselhafter Inschrift (anno 1755). In: "Buchenblätter" Fuldaer Zeitung, 62. Jahrg., Nr. 11, 25. April 1989, S. 41, 42; Nr. 15, 5. Juni 1989, S. 59 Michael Mott: Mottener Mühle ein Bild des Jammers/Vom traurigen Schicksal einer Wassermühle in Motten (Streitenbergsmühle)/Das unter Denkmalschutz stehende Haus zerfällt/Bröckelndes Gemäuer. In: Fuldaer Zeitung, 17. Oktober 1991, S. 17 (Serie: DENK-mal!) Michael Mott: Wo die Badewanne der Lola Montez steht/Das fürstbischöfliche fuldische Jagdhäuschen auf der Hohen Kammer bei Motten/Berühmt durch den Bayernkönig Ludwig I./Heute eine Schutzhütte. In: Fuldaer Zeitung, 13. August 1992, S. 12 (Serie DENK-mal!)

Weblinks

Gemeinde Motten

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bad Kissingen Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Bayern Kategorie:Ersterwähnung 837 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bad Kissingen