mini|Gemeindegebiet mit Gemeindeteilen von Weibersbrunn

Weibersbrunn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg mitten im Spessart.

Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Region Bayerischer Untermain im westlichen Franken auf halber Strecke zwischen Würzburg und Frankfurt am Main. Die nächstgelegenen Städte sind Aschaffenburg, Marktheidenfeld und Lohr am Main. Das Gemeindegebiet besteht aus dem Ort Weibersbrunn mit Umgebung und zwei Enklaven im gemeindefreien Gebiet Rohrbrunner Forst, in denen sich jeweils ein weiterer Gemeindeteil befindet. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde liegt mit südöstlich von Rohrbrunn, an den Hängen des Geiersberges, der niedrigste östlich von Weibersbrunn am Steinbach auf .

Gemeindegliederung Es gibt drei Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp): Echterspfahl (Einöde) Rohrbrunn (Dorf) Weibersbrunn (Pfarrdorf)

Die östlich gelegene Stampfmühle ist kein offizieller Gemeindeteil.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Rohrbrunner Forst (Gemarkungsteil 1) und Weibersbrunn. Die Gemarkung Weibersbrunn hat eine Fläche von 2,348 km². Sie ist in 2530 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 928,23 m² haben.

Nachbargemeinden

Geschichte Ortsname Der Name Weibersbrunn geht auf die Quelle des Weibersbaches zurück, an der der Ort gegründet wurde. 1713 war das Dorf als am Weibersbron in Landkarten eingetragen. Das mittelhochdeutsche Grundwort brunne bedeutet Quelle. Die Bedeutung des Bestimmungswortes geht vermutlich auf den Namen Wibert zurück.

Bis zur Gemeindegründung Der Ort Weibersbrunn wurde 1706 gegründet als Standort eines neuen Betriebes der Kurmainzischen Spiegelmanufaktur, die bereits Glashütten in Lohr und Rechtenbach unterhielt. 1717 entstand die „Weibersbrunner Spiegelhütte“. Im Jahre 1746 beantragten die Arbeiter der Hütte den Bau einer eigenen Pfarrkirche oder zumindest einer Kapelle.

Durch die Fertigung von Barockkelchen und Barockpokalen aus Glas wurde Weibersbrunn weithin bekannt, durch das später hier produzierte „Mondglas“, halbkreisförmiges Scheibenglas, wurde der Ort international berühmt.

Verwaltungsgeschichte Das kurmainzische Gebiet im Hochspessart wurde 1803 dem Fürstentum Aschaffenburg zugeschlagen und 1810 ein Teil des Großherzogtums Frankfurt. Dort lag Weibersbrunn im Jahr 1812 mit der Glashütte, der Steinmühle und den Post-, Jäger- und Försterhäusern des Weilers Rohrbrunn als eine Mairie mit insgesamt 96 Feuerstellen und 459 Einwohnern auf dem Gebiet der Districtsmairie Rothenbuch des Departements Aschaffenburg. Maire, Zöllner und Accisor war Georg Adam Rung. Seine Adjunkte hießen Balthasar und Jacob Roth. Schullehrer war Alois Stahl und der Hüttenmeister hieß Amrhein. 1814 kam Weibersbrunn mit der Districtsmairie Rothenbuch über Österreich an Bayern, wo es auf dem Gebiet des Landgerichts älterer Ordnung Rothenbuch lag. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Am 1. Juli 1862 wurde aus den Landgerichten älterer Ordnung Rothenbuch und Aschaffenburg das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Weibersbrunn lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Weibersbrunn war nun eine der 33 Gemeinden im Altkreis Aschaffenburg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Alzenau in Unterfranken zum neuen Landkreis Aschaffenburg zusammen.

20. und 21. Jahrhundert Vom 1. Mai 1978 bis 31. Dezember 1979 gehörte Weibersbrunn der Verwaltungsgemeinschaft Waldaschaff an.Art. 41 des Gesetzes über die Änderung der Zugehörigkeit von Gemeinden zu Verwaltungsgemeinschaften vom 10. August 1979 (GVBl S. 223) Die weiteren Mitgliedsgemeinden Waldaschaff und Rothenbuch waren noch bis 31. Dezember 1993 verbunden; zum 1. Januar 1994 wurde die Verwaltungsgemeinschaft aufgelöst.

Im Jahr 2006 beging die Gemeinde die 300-Jahr-Feier mit einem großen Fest.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1826 721 1852 960 1859 817 1970 1817 1987 1934 1991 2060 1995 2137 2000 2146 2005 2109 2010 1994 2015 204120242047

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1963 auf 2030 um 67 Einwohner bzw. um 3,4 %. 1999 hatte die Gemeinde 2146 Einwohner. (Quelle: BayLfStat)

Bis 2024 nahm sie nach einem Tiefstand von 2010 wieder zu.Siehe Tabelle

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 14 Ratsmitgliedern. Das ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 2001 und 3000.Art. 31 Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 1998, abgerufen am 21. November 2019 Der Gemeinderat wird für jeweils sechs Jahre gewählt. Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der erste Bürgermeister.

Die letzte Kommunalwahl vom 8. März 2026 ergab das folgende Ergebnis:Ergebnis der Wahl des Gemeinderats am 15.03.2020, abgerufen am 20. Juni 2020 Partei Anzahl Sitze Veränderung CSU 4 0 SPD 4 −1 Weibersbrunner Liste 6 +1

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Paul Schäfer von der Weibersbrunner Liste. Er setzte sich bei der Bürgermeisterwahl am 8. März 2026 mit 77 % der Stimmen gegen Melissa Salg von der SPD. Er folgt auf Walther Schreck, der von 2014 bis 2026 Bürgermeister von Weibersbrunn war und nicht mehr zur Wahl antrat, von 2002 bis 2014 Herbert Rüppel (SPD) und davor Erich Noll (SPD). Als eine Besonderheit der Kommunalwahl wurde Paul Schäfer wurde mit 25 Jahren der jüngste Bürgermeister bei der Kommunalwahl 2026 im Freistaat Bayern. (Stand 9. März 2026) Der 2. Bürgermeister der Gemeinde Weibersbrunn ist Martin Noll von der Christlich Sozialen Union (CSU).

Wappen

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft mini|Die Glashütte Weibersbrunn, ein 1706 gegründeter Betrieb der Kurmainzischen Spiegelmanufaktur, bildete die Keimzelle der Gemeinde 2017 gab es in der Gemeinde 336 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 922 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 586 Personen größer als die der Einpendler. 40 Einwohner waren arbeitslos. 2016 erfasste die Statistik lediglich einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Gemeindesteuern 2017 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1749 T€, davon waren 401 T€ (netto) Gewerbesteuereinnahmen und 1112 T€ Einkommensteuerbeteiligung.

Bildung 2018 gab es folgende Einrichtungen: Eine Kindertageseinrichtung mit 124 genehmigten Plätzen und 97 Kindern, davon 15 unter drei Jahren Eine Grundschule mit vier Klassen, vier Lehrern und 71 Schülern

Verkehr Weibersbrunn ist auf Grund seiner guten Verkehrsanbindung an die Region Würzburg und das Rhein/Main-Gebiet zu einem attraktiven Wohnort im inneren Spessart geworden (Anschlussstelle Weibersbrunn an der Bundesautobahn 3 und Anbindung an die Bundesstraße 26). Durch den Ort führt die Staatsstraße 2308. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Hösbach, Heigenbrücken und Lohr am Main. Der nächste Hafen ist der Bayernhafen Aschaffenburg. Der öffentliche Personennahverkehr ist durch eine Buslinie nach Aschaffenburg sichergestellt.

Söhne und Töchter der Gemeinde Ignaz Roth (1894–1972), Politiker (SPD) Philipp Roth (1899–1971), Politiker (KPD)

Impressionen des Ortes

Literatur Johann Ludwig Klauprecht: Forstliche Statistik des Spessarts. Daniel Knode, Aschaffenburg 1826 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek) Rudolf Virchow: Die Noth im Spessart: eine medicinisch-geographisch-historische Skizze; vorgetragen in der Physicalisch-Medicinischen Gesellschaft in Würzburg am 6. und 13. März 1852. Separatdruck aus den Verhandlungen der Physicalisch-medizinischen Gesellschaft Dritter Band, Stahel’sche Buchhandlung, Würzburg 1852 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek) Kurt Jeßberger, Manfred Schneider: Rohrbrunn und der Hochspessart: wo die Eichen trotzig ragen ...; Erinnerungen an e. verlorene Einöde. Selbstverlag, Marktheidenfeld und Kreuzwertheim 1985 (Neuaufl. 1987) Julia Hecht, Klaus Reder: Die Landgerichte Aschaffenburg und Rothenbuch um 1860: Amtsärzte berichten. Universität, Würzburg 2002

Weblinks

Website der Gemeinde Weibersbrunn

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Aschaffenburg Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Aschaffenburg