Westerngrund ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen.
Geografie mini|links|Gemeindegebiet von Westerngrund mini|Gemeindeteile und Gemarkungen von Westerngrund Lage Westerngrund befindet sich in der Region Bayerischer Untermain im Landkreis Aschaffenburg direkt an der Landesgrenze zu Hessen. Die Gemeinde liegt im namensgebenden Westerngrund am Westerbach und gehört zur Landschaft Kahlgrund.
Nach dem Beitritt von Kroatien zur Europäischen Union lag vom 1. Juli 2013 bis zum Brexit am 31. Januar 2020 der geographische Mittelpunkt der Europäischen Union auf dem Gebiet der Gemeinde Westerngrund im Gemeindeteil Oberwestern .Westerngrund ist Mittelpunkt der Europäischen UnionDer Mittelpunkt ist eine feuchte Wiese in Oberwestern Weiterhin ist dieser Punkt ein geodätischer Referenzpunkt.
Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich am Franzosenkopf , der niedrigste liegt am Westerbach an der Klotzenmühle auf .
Gemeindegliederung Es gibt vier Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahl angegeben): Huckelheim (Dorf, 821) Oberwestern (Pfarrdorf, 775) Polsterhof (Weiler) Unterwestern (Dorf, 390)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Geiselbacher Forst (Gemarkungsteil 2), Huckelheim (Gemarkungsteil 1), Oberwestern und Unterwestern.
Nachbargemeinden
Name Namensherkunft Ihren Namen hat die Gemeinde Westerngrund von ihrer Lage im gleichnamigen Seitental des Kahlgrundes. Der Name des Westerngrundes leitet sich vom Westerbach (Ursprünglich Westernkahl oder nur Western) ab, der ihn durchfließt und in Schöllkrippen in die Kahl mündet. Im Volksmund wird die Gemeinde „Weestern“ genannt.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen aus diversen historischen Karten und Urkunden. Diese Namensformen beziehen sich auf das Dorf Oberwestern.
Jahr Schreibweise 1282 Weysluthera 1310 Wesluther 1377 Wensluchtern 1400 Wechsluchten 1412 Wachslichtern 1468 Weßlichter 1498 Wegeßluchter 1536 Wegeslichtern 1564 Wegeschluchter 1625 Weistern 1820 Western 1832 Oberwestern
Geschichte Verwaltungsgeschichte Die heutige Gemeinde Westerngrund umfasst größtenteils Gebiete, die zum gräflich Schönbornschen Amt Krombach gehörten. Die reichsunmittelbare Herrschaft der Grafen von Schönborn, die zum Fränkischen Ritterkreis gehörte, wurde 1806 zugunsten des Fürstentums Aschaffenburg mediatisiert, das 1810 im Großherzogtum Frankfurt aufging.
1812 gehörten die Gemarkungen Unterwestern, Oberwestern und Huckelheim zum Verwaltungsgebiet der Districtsmairie Krombach im Departement Aschaffenburg des Großherzogtums Frankfurt.
Infolge des Pariser Vertrages vom 3. Juni 1814 kamen diese Orte am 26. Juni 1814 mit der Districtsmairie Krombach zum Königreich Bayern. Mit Verfügung vom 1. Oktober 1814 wurden sie dem Verwaltungsgebiet des aus der Districtsmairie Krombach entstandenen Landgerichtes Krombach zugeteilt, das 1816 in ein Herrschaftsgericht und 1820 in ein Patrimonialgericht umgewandelt wurde, das bis 1848 bestand und danach im Landgericht Alzenau aufging. Als ehemals selbständige Gemeinden entstanden Huckelheim, Oberwestern und Unterwestern im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern mit dem Gemeindeedikt von 1818. 1858 wurden die drei Gemeinden dem Landgericht Schöllkrippen zugeteilt, das am 1. Juli 1862 dem Verwaltungsgebiet des damals neu gebildeten Bezirksamtes Alzenau zugeschlagen wurde. Dieses wurde am 1. Januar 1939 zum Landkreis Alzenau in Unterfranken.
Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Alzenau gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet die drei Gemeinden lagen. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Huckelheim, Oberwestern und Unterwestern gehörten nun zu den Gemeinden im Landkreis Alzenau in Unterfranken.
Fusion und Eingliederungen Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern schlossen sich am 1. Januar 1972 die drei Gemeinden zur neuen Gemeinde Westerngrund zusammen. und mit Auflösung des Landkreises Alzenau kam diese am 1. Juli des Jahres in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg.
Am 1. Januar 2015 kam der östliche Teil des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Geiselbacher Forst, als gleichnamige Gemarkung, zum Gemeindegebiet hinzu.
Am 1. Januar 2019 kam der westliche Teil des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Huckelheimer Wald mit einer Fläche von 4,37 km² zum Gemeindegebiet hinzu.Regierung von Unterfranken: Nr. 12-1406-1-4: Verordnung zur Eingliederung des gemeindefreien Gebietes „Huckelheimer Wald“ in die Gemeinden Westerngrund und Kleinkahl, Landkreis Aschaffenburg (Amtsblatt der Regierung von Unterfranken, S. 2. Wikimedia Commons, PDF) Er wurde der Gemarkung Huckelheim zugewiesen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1812 946 1961 1378 1970 1454 1987 1584 1991 1071 1995 1835 2000 1918 2005 1888 2010 1920 2015 1936
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1624 auf 1934 um 310 Einwohner bzw. um 19,1 %. Quelle: BayLfStat
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat der Gemeinde Westerngrund besteht aus zwölf Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1001 und 2000.Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Gemeindeordnung – GO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 1998; Art. 31 – Zusammensetzung des Gemeinderats, abgerufen am 11. Juli 2014. Der Gemeinderat wird für jeweils sechs Jahre gewählt. Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der Erste Bürgermeister.
Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Sitzverteilungen: Partei/ListeSitze202020142008 CSU/BWV5 6 6 Freie Wähler4 3 3 WIR 3 3 3
Bürgermeister Erste Bürgermeisterin ist Brigitte Heim (Wählergemeinschaft WIR). Diese setzte sich bei der letzten Bürgermeisterwahl am 16. März 2014 mit 51,9 % der Stimmen knapp gegen Ingrid Simon von der CSU mit 48,1 % durch. Die Wahlbeteiligung betrug 63,1 %.Knapper Sieg für Brigitte Heim in Westerngrund, abgerufen am 12. Juli 2014. Am 15. März 2020 wurde sie mit 86,4 % der Stimmen für weitere sechs Jahre bestätigt.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Die Kirche St. Wendelin in Oberwestern, einem Ortsteil der Gemeinde Westerngrund mini|Auf dem Sandsteinpfosten ist der geodätische Referenzpunkt angegeben, der bis 2020 den Mittelpunkt der Europäischen Union markierte. Der geographische Mittelpunkt der Europäischen Union befand sich vom 10. Mai 2014 bis zum 31. Januar 2020 auf dem Gebiet der Gemeinde.
Bau- und Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 74 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 715. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 30 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 722 ha, davon waren 408 ha Ackerfläche und 313 ha Dauergrünfläche.
Bildung In Westerngrund gibt es einen katholischen Kindergarten.
Außerdem gibt es die Grundschule Westerngrund, sowie die Volkshochschule Kahlgrund/Spessart e. V.
(über den Stand und die Anzahl der Kinder gibt es keine Angaben):
Weblinks
Unser Kahlgrund Heimatjahrbuch für den ehemaligen Landkreis Alzenau
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 1972