mini|Hegaublick: Engen von Norden mini|Engen und Hohenhewen (2007) Engen ist eine Stadt im Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg.

Geographische Lage und Stadtgliederung Engen liegt im Hegau. Die Stadt besteht aus den neun Stadtteilen Engen, Anselfingen, Zimmerholz, Bargen, Welschingen, Biesendorf, Stetten, Bittelbrunn und Neuhausen mit der Stadt Engen und 38 weiteren Dörfern, Weilern, Höfen und Häusern.

Die Stadtteile sind räumlich identisch mit den früher selbstständigen Gemeinden gleichen Namens, mit Ausnahme der Baugebiete Hugen I – III und Baumgarten, deren Gebiete früher Teil der Gemarkung Anselfingen waren und heute zum Stadtteil Engen gehören. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name des jeweiligen Stadtteils. Das Stadtgebiet ist in die drei Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung Wohnbezirk Engen, Wohnbezirk Anselfingen, Neuhausen und Welschingen und Wohnbezirk Stetten, Zimmerholz, Bargen, Bittelbrunn und Biesendorf gegliedert. Im Stadtteil Biesendorf ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. Im Stadtteil Anselfingen liegen die aufgegangene Ortschaft Hausen am Ballenberg und die Burgruine Hohenhewen. Im Stadtteil Bargen liegt die Wüstung Spitzach. Im Stadtteil Biesendorf liegen die abgegangenen Ortschaften und Burgen Burgstall, Griengen und Maggental. Im Stadtteil Bittelbrunn liegen die Wüstungen Wasserburg und Weildorf. Im Stadtteil Engen liegen die 1286 erstmals erwähnte und 1848 in Engen aufgegangene Ortschaft Altdorf und die abgegangenen Ortschaften Ernsthofen, Gottschalkshof, Krattenhofen und Pfaffwiesen, das jedoch nicht mit Sicherheit als Siedlung nachgewiesen ist. Im Stadtteil Neuhausen liegen die Wüstungen Hof zu Bybrugge und Glenderhof. Nördlich von Stetten befindet sich die Ruine der Burg Neuhewen. Im Stadtteil Welschingen liegen die abgegangenen Ortschaften Burgstall, Crasingen und Im Thurn. Im Stadtteil Zimmerholz liegt östlich des Dorfes die abgegangene Ortschaft Haginshof, auf die ein Flurname hindeutet. (PDF)Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 718–724

Wappen Ortsteil Einwohner(Stand: April 2022) Fläche(Stand: 27. Mai 1970Engen; abgerufen am 2. Januar 2012)30px|klasse=noviewer|Engen Engen (Kernstadt) 6586 1382 ha30px|klasse=noviewer|Anselfingen Anselfingen 1300 837 ha30px|klasse=noviewer|Bargen Bargen 261 700 ha30px|klasse=noviewer|Biesendorf Biesendorf 181 569 ha30px|klasse=noviewer|Bittelbrunn Bittelbrunn 271 825 ha30px|klasse=noviewer|Neuhausen Neuhausen 643 485 ha30px|klasse=noviewer|Stetten Stetten 253 533 ha30px|klasse=noviewer|Welschingen Welschingen 1591 981 ha30px|klasse=noviewer|Zimmerholz Zimmerholz 331 741 ha

Geschichte mini|150px|Poststempel von Engen um 1868 im Großherzogtum Baden mini|Engen mit Hohenhewen um 1900 Bis zum 18. Jahrhundert Engen wurde erstmals urkundlich 1086 erwähnt. Es gehörte damals den Freiherren von Höwen (bzw. Hewen). Auf dem Stadtgebiet von Engen gab es eine mittelalterliche Burg unbekannter Lage, die Burg Neuhausen. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand südlich des Dorfes Engen, für das später der Name Altdorf in Gebrauch kam, eine ummauerte Anlage, die auch das Stadtrecht verliehen bekam. 1398 verpfändeten sie ihr ursprüngliches Herrschaftsgebiet an Leopold von Habsburg, der Engen 1404 an den Grafen Hans von Lupfen verkaufte. Dieser Verkauf war strittig und die Freiherren von Hewen versuchten, die Herrschaft wieder in ihren Besitz zu bekommen. Bischof Heinrich von Hewen stritt sich vergeblich mit den Grafen von Lupfen um das Herrschaftsgebiet. Sein Versuch, die Herrschaft Hewen wieder in den Besitz seiner Familie zu bringen, scheiterte.

1414 verlieh König Sigismund die Herrschaft regulär als Reichslehen an Graf Hans von Lupfen. Doch der Streit war damit nicht beendet. 1445 versuchten die Freiherren von Hewen mithilfe der Habsburger die Herrschaft zurückzuerobern. Dabei nahmen sie die Grafen von Lupfen gefangen. Auch 1460 versuchten sie ihre alte Herrschaft zurückzuerobern, indem sie einen Aufstand anzettelten. Peter von Hewen vermählte sich 1472 mit der Gräfin Agnes von Lupfen. Damit war der Streit beendet und Engen ging endgültig an die Grafen von Lupfen. Peter von Hewen verzichtete am 13. Mai 1477 auf die Ansprüche an der Herrschaft. In der Engener Kirche befindet sich die Grablege der Grafen von Lupfen.

Ab 1639 gehörte die Stadt den Grafen von Fürstenberg und damit zum späteren Fürstentum Fürstenberg, das wiederum ab 1500 ein Teil des Schwäbischen Reichskreises war. Im Jahre 1640 wurde sie von den Schweden und Franzosen verheert.siehe auch: abgegangene Rappenburg, Burg Bürglen.

Bei seiner Durchreise am 17. September 1797 erlebte Goethe Engen folgendermaßen: „Von Morgen her gesehen giebt Engen ein artig topographisches Bild, wie es unter dem bedeutenden Berge auf einem Hügel sich ins Thal verliert.“zeno.org

19. und 20. Jahrhundert Die Schlacht bei Engen fand am 3. Mai 1800 während des Zweiten Koalitionskriegs zwischen den Österreichern unter Baron von Kray und den Franzosen unter General Moreau statt. Sie endete mit dem Rückzug der Österreicher.Roland Kessinger: . In: Singener Wochenblatt

1806 fiel Engen an das Großherzogtum Baden. 1807 wurde die Stadt Sitz eines standesherrlichen Amtes (ab 1849: Bezirksamt Engen). 1923 kam das Engener Notgeld in Gebrauch. 1936 kam die Stadt zum Bezirksamt Konstanz (ab 1939: Landkreis Konstanz).LEO-BW

1988 fanden in Engen die Heimattage Baden-Württemberg statt.

Eingemeindungen Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden die folgenden bis dahin selbstständigen Gemeinden nach Engen eingemeindet:

1. Juli 1971: Bargen 1. Dezember 1971: Biesendorf und Bittelbrunn 1. Januar 1975: Anselfingen, Neuhausen, Stetten, Welschingen, Zimmerholz

Einwohnerentwicklung +JahrBevölkerungJahrBevölkerung1970 7.9662000 9.9241975 8.3212005 10.2251980 8.7532010 10.2001985 8.6362015 10.4351990 9.1272020 10.9421995 9.552 Quelle

Nach der badischen Volkszählung für 1858 hatte Engen 1614 Einwohner.

Religionen Engen ist Sitz des Dekanats Hegau des Erzbistums Freiburg.

Politik Stadtrat In Engen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart Der Gemeinderat besteht aus den 19 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019UWVUnabhängige Wählervereinigung Engen38,87844,08CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands38,18740,58SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands22,95415,53gesamt100,019100,019Wahlbeteiligung61,90 %56,0 %

Bürgermeister Bürgermeister ist seit dem 1. Dezember 2023 Frank Harsch (CDU). Er wurde am 8. Oktober 2023 mit 56,7 Prozent der Stimmen gewählt. Harsch war zuvor Bürgermeister von Braunsbach. Harschs Vorgänger als Bürgermeister war von 1996 bis 2023 Johannes Moser. Er legte das Amt Ende Oktober 2023 vorzeitig nieder.

Haushalt Die Gemeinde Engen ist mit Stand vom 31. Dezember 2024 schuldenfrei.

Wappen

Städtepartnerschaften

Pannonhalma (Ungarn), seit 1998 Trilport (Département Seine-et-Marne in Frankreich), seit 2000 Moneglia (Ligurien, in der Nähe von Genua), seit 2009

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Engen Altstadt. Ansicht von Osten Engen liegt an der Römerstraße Neckar–Alb–Aare und an dem Schwarzwald-Querweg Freiburg-Bodensee, einer Fernwanderstrecke. Es gibt den alten Stadtgarten mit dem Kriegerdenkmal sowie den neuen Stadtgarten mit einem kleinen See. Ein modernes „Kriegerdenkmal“ in Form eines Friedenszeichens der Künstlerin Madeleine Diez befindet sich auf dem Friedhof.

Museen Das Städtische Museum Engen + Galerie beheimatet eine archäologische Sammlung, sakrale und moderne Kunst, sowie kulturhistorische Ausstellungen. Der Eiszeitpark Engen ist eine im Frühjahr 2003 fertiggestellte Rekonstruktion eines Steinzeitlagers am Petersfels im „Brudertal“. Ein 1,5-stündiger Rundweg führt durch das rund drei Hektar große Gelände. Das Oldtimer- und Fahrzeugmuseum Engen stellt alte Autos und Motorräder aus.

Bauwerke mini|Kirche Mariä Himmelfahrt mini|hochkant|Das Krenkinger Schlössle mini|Stadt-Apotheke mini|hochkant|Lupfenstrasse 5, 6 ff. Engen besitzt eine renovierte Altstadt. Sehenswert sind insbesondere die Stadtkirche Mariä Himmelfahrt (13. Jahrhundert; ursprünglich spätromanisch, später gotisiert und barockisiert) mit den Grabdenkmälern der Grafen von Lupfen und Pappenheim, das Krenkinger Schloss und das Städtische Museum mit Galerie im ehemaligen Kloster St. Wolfgang (1333–1803), in dem unter anderen Funde aus der Alt- und Mittelsteinzeit aus dem Brudertal zu sehen sind (z. B. die „Venus von Engen“). Hier finden regelmäßig Kunstausstellungen statt, die nicht selten überregionale Wirkung haben. Im Bereich des Marktplatzes fallen vor allem großflächige Fassaden im Trompe-l’œil-Stil auf. Über die gesamte Altstadt verteilt finden sich zeitgenössische Brunnen, die von Künstlern in den unterschiedlichsten Stilrichtungen und mit verschiedenen künstlerischen Aussagen gestaltet wurden. Entlang eines markierten und ausgeschilderten Rundwegs können Besucher diese Brunnenstationen zu Fuß besuchen und dabei gleichzeitig die reizvolle Altstadt besichtigen.

Das Krenkinger Schlössle ist im Ursprung vermutlich eine stauferzeitliche Anlage und wurde um 1200 errichtet. Nach dem Brand von 1640 und Umbauten 1892/1893 zum badischen Bezirksamt wurde die Anlage stark verändert. Im Kern stellt es eine zweiflüglige Anlage mit rundem Treppenturm dar. Als weiterer Sitz des Stadtherren nach dem Brand des Schlosses diente das 1533 vom Konstanzer Bischof Johann von Lupfen errichtete „Schloss an der Straße“. Seit 1811 wird es als Pfarrhaus genutzt.

Das Gebäude der Stadtapotheke in der Engener Vorstadt wurde als herrschaftliches Beamtenwohnhaus erbaut. Es ist dreigeschossig mit vier Achsen angelegt und beherbergt seit 1827 die Stadtapotheke. Beachtung findet der Gewölbekeller.

Der Bürgersaal im Rathaus von Engen ist seit Jahrhunderten Tagungsort der Engener Bürgervertretung. Der Saal wurde hochwertig ausgestattet mit einer Holzdecke (1500/1520), einem aufwändigen Ofen aus graphitiertem Ton und Gusseisenplatten von Lorenz Stapf aus Steckborn im Thurgau sowie religiösen Gemälden von Joseph Ignaz Wegschneider aus Riedlingen und Conrad Zoll aus Möhringen. Der Künstler Hans Sauerbruch aus Konstanz hat das Trauzimmer mit Szenen aus dem Engener Stadtleben skizziert.

Das ehemalige Kloster Sankt Wolfgang der Dominikanerinnen erhielt erst im 18. Jahrhundert seine heutige bauliche Ausprägung. 1802 wurde das Kloster der Ordensgemeinschaft in Engen aufgegeben. Das Kapuzinerkloster Engen war von 1618 bis 1820 ein Kloster des Kapuzinerordens südwestlich der Altstadt.

Die Wendelinkapelle ist ursprünglich ein spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert. 1725 erfolgte eine Restaurierung im Stil des Barock. Der Altar zeigt im Zentrum eine Darstellung der Fatima-Madonna. Die Wendelinkapelle zeigt im Kirchenraum mehrere Votivtafeln.

Die Autobahnkapelle im Hegau ist eine ökumenische Kapelle an der Raststätte Im Hegau West der Bundesautobahn 81 für Reisende auf der Autobahn.

Südwestlich am Rande des Jura findet sich der Basaltkegel des Berges Hohenhewen (oder Hohenhöwen, 846 m) mit der Ruine Hohenhewen.

Bargen