mini|Das Ostseestadion im Jahr 1957. mini|Stadionturm auf der Südseite des alten Ostseestadions. mini|Fußballspiel zwischen dem SC Empor Rostock und dem SC Dynamo Berlin im alten Ostseestadion am 6. Juli 1957. mini|Das Ostseestadion 1996 mit Blick auf die Anzeigetafel kurz vor Spielbeginn am 30. April gegen den SC Freiburg. mini|Ostseestadion mit Blick auf die Haupttribüne beim Spiel von Hansa Rostock gegen den SC Freiburg am 30. April 1996. mini|Alt und neu: Flutlichtmasten Ecke Nord-Ost im September 2025. mini|Das Marathontor am Ostseestadion (2023). Bis 2000 existierte dieses triumphbogenhafte Tor im Steinportal auf der Nordseite des alten Ovals. mini|Ostseestadion Rostock 2017. Zu sehen auch die alte Multifunktionsanzeigetafel auf der Südseite der Fußballarena. Sie zeigte Bilder im 4:3-Format an und wurde im März 2019 demontiert. mini|Luftblick auf das Ostseestadion und das Leichtathletikstadion. mini|Ehemaliges Arena-Logo vom Sponsor DKB. mini|Osttribüne des Ostseestadions 2019. mini|Westtribüne des Ostseestadions 2019. mini|Nordtribüne des Ostseestadions 2019. mini|Südtribüne des Ostseestadions 2019. mini|Flutlicht in Betrieb (Dez. 2023) mini|Gedenkstein vor der Nordtribüne der Arena (Juni 2023). Das Ostseestadion ist ein Fußballstadion in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, das als Veranstaltungsort insbesondere für Heimspiele des F.C. Hansa Rostock genutzt wird. Die Ostseestadion GmbH & Co. KG mit dem F.C. Hansa Rostock als einzigem Kommanditisten ist Betreiber des Ostseestadions und besitzt das Erbbaurecht am entsprechenden Grundstück. Für die Nutzung der Arena sowie auch für die Nutzung der auf demselben Grundstück liegenden Trainingsflächen (drei Rasen-, einen Kunstrasen- und einen Tennisplatz) zahlt der F.C. Hansa eine von der Spielklasse des Vereins abhängige Miete an die Ostseestadion GmbH & Co. KG.
Das Stadion verfügt formal über maximal 29.000 Plätze, die komplett überdacht sind. Darunter sind 20.000 Sitzplätze einschließlich 1.000 Business-Seats und 9.000 Stehplätze. Letztere sollen bei internationalen Spielen in 5.000 Sitzplätze umgewandelt werden können. Ferner bietet die Arena 26 V.I.P.-Logen. Da um den Gästeblock, der sich in unmittelbarer Nähe zu den Hansa-Ultras befindet, eine permanente Pufferzone errichtet werden musste, kann allerdings nicht mehr die volle Kapazität genutzt werden.Hansa gibt Sanierungspläne fürs Ostseestadion bekannt, kicker.de, 20. Juli 2023, abgerufen am 10. Dezember 2023.
Lage Das Ostseestadion befindet sich im Rostocker Stadtteil Hansaviertel in der Nähe der Innenstadt. Es ist umgeben von Kliniken der Universität Rostock, Schulen, dem Barnstorfer Wald, der Eishalle Rostock, Übungsplätzen, dem Volksstadion, einem Leichtathletikstadion und der Neptun-Schwimmhalle.
Mit dem öffentlichen Personennahverkehr ist es aus diversen Teilen Rostocks per Bus (Haltestelle Ostseestadion), S-Bahn (S-Bahnhöfe Holbeinplatz und Parkstraße) und Straßenbahn (Haltestelle Holbeinplatz) erreichbar.
Geschichte Die Geschichte des Ostseestadions gliedert sich in zwei Abschnitte: Zum einen ist dies der Bau und die anschließende Nutzung eines allgemein nutzbaren Stadions zu Beginn der 1950er Jahre kurz nach Gründung der DDR. Zum anderen die Zeit nach der politischen Wende 1989/90 und die zunehmende Konkurrenzsituation und Kommerzialisierung des Fußballs. Darauf wurde auch in Rostock reagiert und ab dem Jahr 2000 das alte und inzwischen marode gewordene Stadion durch ein zeitgemäßes reines Fußballstadion ersetzt.
Das alte Ostseestadion Bis in die 1950er Jahre war das zwischen 1923 und 1928 erbaute Volksstadion in unmittelbarer Nähe zum heutigen Ostseestadion das größte Stadion in der Hansestadt Rostock, das in den 1930er Jahren bis zu 20.000 Menschen Platz geboten haben soll. Das Gelände wurde in der Zeit des Nationalsozialismus mit Sportstätten beplant und nach dem Vorbild des Nürnberger Reichsparteitagsgeländes von Erich zu Putlitz entworfen. Das heutige Ostseestadion sowie der vorgelagerte Platz der Freiheit diente damals als NS-Aufmarschplatz und für politische Kundgebungen. Dieses Aufmarschgelände an der Adolf-Hitler-Straße, wie die Straße in der Nazizeit hieß, war eines der ersten Objekte dieser Art im sogenannten tausendjährigen Reich. Am letzten Tag des Mecklenburgischen Gautages vom 8. bis 11. Juli 1939 erhielt das Gelände an der heutigen Kopernikusstraße vor bis zu 72.000 NS-Partei- und Volksgenossen, welche nicht nur aus der Stadt Rostock kamen, seine Weihe.Ostseezeitung. S. 10: Weihe für ein Monsterprojekt-Auf ihrem Gautag 1939 feierten die Nazis den ersten Bauabschnitt. 14. Juli 2018, abgerufen am 29. Juli 2018.Andreas Hohn: Rostock: Hansestadt im sozialistischen Aufwind. In: Klaus von Beyme u. a. (Hrsg.): Neue Städte aus Ruinen. Deutscher Städtebau der Nachkriegszeit. Prestel-Verlag, München 1992, ISBN 3-7913-1164-6, S. 118, 119.F. C. Hansa Rostock (Hrsg.), Jubiläumszeitschrift: Vom Ostseestadion zur DKB-Arena. Seit 60 Jahren ein sicherer Hafen für die Kogge., S. 5, abgerufen am 8. November 2020 Die zu diesem Zweck aufgeschütteten Erdhügel wurden später beim Bau des Ovals als Stadionwall umfunktioniert, die Frontbauten aus Großblocksteinen blieben bestehen. Nach 1945 wurde auf dem Gelände zunächst jedoch eine Freilichtbühne für Filmveranstaltungen, Konzerte und Sportkämpfe errichtet.
Nach der Gründung der DDR sollte auch in Rostock eine Fußballmannschaft für die oberen Ligen etabliert werden, weshalb der Bau eines neuen Stadions geplant wurde, das dem erwarteten Zuschauerzuspruch entsprechen und als Teil des Sportforum mit Schwimmhalle und Eisstadion errichtet wurde. Es wurde als allgemeines Sportstadion konzipiert und verfügte daher über eine Leichtathletiklaufbahn mit sechs Bahnen. Wegen der geringen Geldmittel, die zur Umsetzung des Projektes zur Verfügung standen, rief das Nationale Aufbauwerk die Rostocker Bevölkerung zur Unterstützung in Form von freiwilliger Arbeit und zu Spenden auf. Anfang der 1950er Jahre arbeiteten daraufhin tausende Menschen am Bau des Ostseestadions mit. Die durch über 230.000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden ermöglichten Einsparungen in Höhe von 928.018,20 DDR-Mark und sind heute auf einem Gedenkstein verewigt.
Am 27. Juni 1954 war das anfänglich 18.000 Plätze bietende Ostseestadion mit dem Endspiel um die Jugendfußballmeisterschaft der DDR (Einheit Schwerin-Chemie Zeitz 1:3]Andreas Baingo: FC Hansa Rostock - Wir lieben dich total. Die Club-Chronik. Sportverlag, Berlin 1995, ISBN 3-328-00692-3, S. 20. und einer internationalen Fußballbegegnung des DDR-Nachwuchses gegen den ungarischem Erstligisten Vasas Győr (0:2), sowie einer Juniorenbegegnung zwischen Stahl Helbra und Wismut Neuwürschnitz (4:0) im noch unfertigen Zustand eröffnet worden.Neues Deutschland. vom Mi. 15. September 1954, Jahrgang 9, Ausgabe 216, S. 6. Es diente anschließend dem SC Empor Rostock und dem später ausgegründeten F.C. Hansa Rostock als Spielstätte. Am 14. November 1954 fand das Premierenspiel von Empor Rostock gegen Chemie Karl-Marx-Stadt (0:0) statt. Die Spielstätte befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Bau und die Tribüne konnte erst später fertiggestellt werden. Einen fußballerischen Vorgeschmack konnte sich das Rostocker Publikum bereits am 26. September beim ersten offiziellen Länderspiel gegen Polen holen. Später bekam die Tribüne (3.686 Plätze) ein Dach. Die Fertigstellung erfolgte schließlich im Jahr 1968.Robert Rosentreter: FC Hansa Rostock - Fußball an der Ostsee; im Zeichen der roten Kogge. Verlag Suum cuique, Reutlingen 1995, ISBN 3-927292-55-9, S. 11.
Ende der 1960er Jahre begann der Bau einer 750-Lux-Flutlichtanlage, die pünktlich zum 21. Jahrestag der DDR durch die Firma BCC Halle fertiggestellt und installiert wurde.Uwe Pönig, Wolfgang Liebenthron: FC Hansa ...und wieder: Hansa vor, noch ein Tor! So war es 1971. Ostsee-Druck, Rostock 1971. Die Einweihung der vier steil aufragenden, 56 Meter hohen und 34 Tonnen schweren Lichtmasten erfolgte am Freitag, dem 23. Oktober 1970 beim Oberligapunktspiel gegen den 1. FC Magdeburg. Seither markieren sie die Silhouette der Hansestadt Rostock und sind weithin sichtbar. Baugleiche Flutlichter wurden in den 1970er-Jahren ebenso am Ernst-Grube-Stadion und dem Georgij-Dimitroff-Stadion errichtet. Im Jahr 1991 wurde eine leistungsstärkere Flutlichtanlage, jetzt 1380-Lux, installiert, die damals neben dem Flutlicht des Düsseldorfer Rheinstadions hellste Stadionbeleuchtung in Deutschland.
Der Stadionturm auf der Südseite des Ostseestadions erhielt 1973 eine Anzeigetafel.
Die letzten Umbaumaßnahmen des alten Stadions, das schließlich eine Kapazität von 25.577 Plätzen aufwies, betrafen die Erneuerung der Vortribüne (1991), die Installation einer computergesteuerten Anzeigetafel nach Abriss des alten Anzeigeturms (1992) und der Einbau einer Rasenheizung (1996).
Das neue Ostseestadion Ab Februar 2000 wurde das Ostseestadion innerhalb von 16 Monaten Bauzeit schrittweise neu errichtet, wodurch es zu einer reinen Fußballarena wurde. Zunächst wurde die alte Nordkurve inklusive des zirka zehn Meter hohen triumphbogenhaften Steinportals, dem einstigen „Tunnel“ oder der „Pforte“ zur Spielstätte, sowie des „Herz des Stadions“, dem etwa fünf Meter breiten und vier Meter hohen Marathontors, zurückgebaut, um dort die erste Hintertortribüne fertigzustellen. Dieses Tor wurde nicht verschrottet, sondern restauriert. Nach und nach wichen die alten Wälle im Oval bei laufenden Spielbetrieb und im Sommer 2000 wurde schließlich auch die ehemalige Haupttribüne abgerissen. In dieser Phase des Baus fasste das Ostseestadion zum Teil nur 15.000 Plätze.
Die Flutlichtmasten des alten Stadions, längst zum Wahrzeichen avanciert, blieben erhalten. Schon in der Vorbereitung auf den Neubau wurden 1999 neue Scheinwerfer in die Masten installiert. Jede einzelne Einheit enthält hierbei 51 Leuchten. Hinzu kommen weitere 13 Scheinwerfer unterhalb der Tribünen. Die somit insgesamt 256 Lampen erhellen die Arena mit bis zu 1700 Lux, was dem Standard der UEFA Champions League entspricht. Eine geeignete Leuchtkraft lässt sich in drei unterschiedlichen Schaltstufen regeln und bei einem eventuellen Stromausfall werden die Flutlichter durch einen Notdiesel betrieben.
Beim Bau erhielt die neue Arena eine LCD-Anzeigetafel, die von der den Gästeblock umfassenden Südtribüne aus allerdings nicht einsehbar ist. Außerdem wurde eine Rasenheizung installiert. Des Weiteren erhielt das neue Stadion 60 von der Warnemünder Elektronikfirma Meißner in bis zu 22 Meter Höhe errichtete Hochleistungslautsprecher. Generalunternehmer war die niederländische Firma HBM. An der Finanzierung des 55 Millionen D-Mark teuren Projekts beteiligte sich die Hansestadt Rostock mit 9,2 und das Land Mecklenburg-Vorpommern mit 10 Millionen D-Mark.
Das nun 29.000 Plätze fassende Fußballstadion wurde am verregneten 4. August 2001 mit dem Bundesligaspiel Hansas gegen Bayer Leverkusen (0:3) vor 25.100 Zuschauern eingeweiht. Stargast zur Weihe am damaligen Tag war die Pop-Sängerin Melanie Thornton. Aus sportlicher Sicht dauert es eine gewisse Zeit, ehe die Hausherren heimisch wurden. Während der gesamten Hinrunde der Saison 2001/02 bekamen die Zuschauer Rostocks nur zwei Heimsiege geboten. Am 20. Oktober 2001 gelang ein 3:0 gegen den 1. FC Köln und am 15. Dezember 2001 ein 1:0 gegen den Rekordmeister FC Bayern München.
Um- und Rückbenennung