Zabrze [] (von 1915 bis 1945 Hindenburg O.S.) ist eine oberschlesische Großstadt in der Woiwodschaft Schlesien im südlichen Polen rund 150 km südöstlich von Breslau und etwa 90 km nordwestlich von Krakau und ein bedeutendes Zentrum des Oberschlesischen Industriegebietes (Bergbau, Maschinen- und Eisenindustrie).

Geographie Geographische Lage Zabrze grenzt an die Städte Gliwice (Gleiwitz), Bytom (Beuthen O.S.) und Ruda Śląska (Ruda) sowie an die Landkreise (Powiat) Gliwicki und Tarnogórski.

Stadtgliederung Die Stadt Zabrze umfasst eine Fläche von 80,4 km² mit 21 StadtteilenVgl. Statystyki. In: miastozabrze.pl, abgerufen am 14. Mai 2023 (polnisch).Vgl. Dzielnice. In: miastozabrze.pl, abgerufen am 14. Mai 2023 (polnisch).: Biskupice (Biskupitz-Borsigwerk) Centrum Północ (Zentrum Nord) Centrum Południe (Zentrum Süd) Grzybowice (Pilzendorf) Helenka (Helenenhof) Kończyce (Kunzendorf) Maciejów (Mathesdorf) Makoszowy (Makoschau) Mikulczyce (Mikultschütz; 1936–45: Klausberg O.S.) Osiedle Janek (übersetzt: Siedlung Janek, Neubau nach 1945) Osiedle Mikołaja Kopernika (übersetzt: Nikolaus-Kopernikus-Siedlung, Neubau nach 1945) Osiedle Młodego Górnika (übersetzt: Jungbergmann-Siedlung, Neubau nach 1945) Osiedle Tadeusza Kotarbińskiego (übersetzt: Thadeus Kotarbinski-Siedlung) Pawłów (Paulsdorf) Rokitnica (Rokittnitz; 1936–45: Martinau) Zaborze Północ (Zaborze-Poremba Nord) Zaborze Południe (Zaborze-Poremba Süd)

Geschichte mini|Postamt mini|Das „Teatr Nowy“ (Neues Theater) im Gebäude des ehemaligen Kasinos der Donnersmarckhütte mini|Karte von Hindenburg und Umland (1929) mini|Josefskirche Erstmals erwähnt wurde die eigenständige kleine Siedlung Zabrze (später Alt-Zabrze) in den Jahren 1295 bis 1305 als „Sadbre sive Cunczindorf“ (d. h. Sabre oder Cunczindorf = das Dorf des Cunzen bzw. des Conrads). Sie befand sich danach unter böhmischer, habsburgischer und preußischer Herrschaft. Die älteste Siedlung innerhalb des jetzigen Stadtgebietes ist Biskupitz (1243). 1774 wurde Dorotheendorf gegründet, 1775 Klein-Zabrze.

Im Jahre 1873 wurde in der Landgemeinde Alt-Zabrze das Landratsamt für den neuen Kreis Zabrze eingerichtet. Dieser war aus dem südwestlichen Teil des Kreises Beuthen im Regierungsbezirk Oppeln der preußischen Provinz Schlesien entstanden. Die Aufteilung des Kreises Beuthen war wegen der stark gestiegenen Einwohnerzahlen infolge der Industrialisierung notwendig geworden.

Am 1. April 1905 wurden die Gemeinden Alt-Zabrze, Klein-Zabrze und Dorotheendorf sowie der Gutsbezirk Zabrze zur neuen Gemeinde Zabrze zusammengefasst sowie die Kolonie C von Zaborze eingemeindet.

Die Landgemeinde Zabrze wurde am 21. Februar 1915 auf Beschluss des Landkreises und mit diesem zu Ehren des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg in „Hindenburg O.S.“ (O.S. = Oberschlesien) umbenannt. Nach Auflösung der Provinz Schlesien im November 1919 wurde aus dem Regierungsbezirk Oppeln die eigenständige Provinz Oberschlesien. Hindenburg O.S. gehörte fortan zur Provinz Oberschlesien.

Zum 1. Oktober 1922 wurde der Landgemeinde Hindenburg O.S. (dem damaligen „größten Dorf Europas“) das Stadtrecht gemäß der Städte-Ordnung für die sechs östlichen Provinzen der preußischen Monarchie vom 30. Mai 1853 verliehen. Am 1. Januar 1927 wurde der Kreis Hindenburg O.S. aufgelöst. Die Landgemeinde und der Gutsbezirk Sosnitza wurden nach Gleiwitz eingemeindet, während die Landgemeinden Biskupitz, Mathesdorf und Zaborze in die Stadt Hindenburg O.S. eingegliedert wurden, die seitdem einen eigenen Stadtkreis bildete. Erster Oberbürgermeister der Stadt Hindenburg O.S. wurde der Zentrums-Politiker Hans Lukaschek.

Am 1. April 1938 wurden die bisherigen preußischen Provinzen Niederschlesien und Oberschlesien wieder zur Provinz Schlesien zusammengefasst, danach am 18. Januar 1941 als Gaue wieder in Ober- und Niederschlesien aufgeteilt. Hindenburg O.S. wurde aus dem Regierungsbezirk Oppeln ausgegliedert und dem Regierungsbezirk Kattowitz unterstellt.

Die 1873 eingeweihte Synagoge wurde während der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 niedergebrannt. 350 jüdische Männer wurden festgenommen und in das KZ Buchenwald verschleppt.

Am 24. Januar 1945 wurde die Stadt durch die Rote Armee erobert, am 19. März 1945 unter polnische Verwaltung gestellt und danach der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Der Großteil der deutschen Bevölkerung wurde, soweit nicht geflohen, vertrieben bzw. in der Folgezeit ausgewiesen. 1946 erhielt die Stadt den polnischen Namen Zabrze zurück.

1950 kam die Stadt zur Woiwodschaft Katowice. 1951 erfolgte die Eingemeindung von Makoszowy (Makoschau), Kunzendorf, Paulsdorf, Mikultschütz, Rokittnitz, Pilzendorf und später auch Helenenhof.

1953 übernahm die Stadt Essen (Ruhrgebiet) die Patenschaft über Hindenburg O.S., was derzeit als eine Patenschaft für die vertriebenen und ausgesiedelten Hindenburger sowie deren Kulturgut verstanden wird. In Essen befindet sich auch die „Hindenburger Heimatsammlung“. Am 15. März 1991 trat der Zwei-plus-Vier-Vertrag in Kraft, womit die faktische Zugehörigkeit Zabrzes zu Polen auch völkerrechtlich bestätigt wurde. 1999 kam Zabrze zur Woiwodschaft Schlesien und erhielt den Status einer kreisfreien Stadt.

Einwohnerentwicklung

Bei der letzten Volkszählung von 2002 bekannten sich von den damals 195.293 Einwohnern 158.425 oder 81,1 % zur polnischen Nationalität, 3.835 Personen (1,96 %) bezeichneten sich als „Schlesier“, 2.592 (1,33 %) als Deutsche und 123 (0,06 %) als Roma. 30.113 Personen machten keine Angaben zu ihrer Nationalität. Damit lebte 2002 in Zabrze eine kleine, gleichwohl aber die zahlen- und anteilsmäßig größte deutsche Minderheit aller Städte in der Woiwodschaft Schlesien.Vgl.

Politik mini|hochkant|Annakirche mini|hochkant|Wasserturm des Klinikums Oberbürgermeister

1923–1927: Kurt Jeenel

1927–1929: Hans Lukaschek (1885–1960), Zentrum 1930–1933: Julius Franz (1881–1938), SPD 1933–1945: Max Fillusch (1896–1965), NSDAP

Stadtpräsidenten (nach 1945) 1945 (Ende Februar-Mitte März): Sauer, Komitee Freies Deutschland 1945–1950: Paweł Dubiel 1950–1951: Grzegorz Sabuda 1951–1957: Rufin Suchoń 1957–1960: Jerzy Knapik 1960–1970: Tadeusz Bluszcz 1970–1973: Jerzy Skowronek 1974–1978: Bogusław Pałka 1978–1981: Hubert Niglus 1981–1987: Jan Janota 1987–1991: Gerard Hajda 1991–2002: Roman Urbańczyk 2002–2006: Jerzy Gołubowicz 2006–2024: Małgorzata Mańka-Szulik 2024–2025: Agnieszka Rupniewska seit 2025: Kamil Żbikowski

An der Spitze der Stadtverwaltung steht ein Stadtpräsident, der von der Bevölkerung direkt gewählt wird. Von 2006 bis 2024 war dies Małgorzata Mańka-Szulik, die bei den Selbstverwaltungswahlen 2024 Agnieszka Rupniewska unterlag.

Nach ihrem Amtsantritt im Mai 2025 gab Rupniewska bekannt, dass die Schulden der Stadt unter ihrer Amtsvorgängerin um knapp 819 Millionen Złoty (umgerechnet etwa 190 Millionen Euro) gestiegen waren.„Zabrze zaciska pasa. Plastrem na horrendalny dług błyskawiczny plan naprawczy“ auf www.slaskibiznes.pl, abgerufen am 23. Juli 2026. Um die Finanzen in den Griff zu bekommen, wurden fast 100 städtische Mitarbeiter entlassen.„Zabrze tonie w długach. Pracę straciło prawie 100 urzędników“ auf www.money.pl, abgerufen am 23. Juli 2026. Die geplante Einstellung von vier Buslinien führte zu Bürgerprotesten.„Likwidacja linii autobusowych w Zabrzu budzi protesty mieszkańców“ auf nowinyzabrzanskie.pl, abgerufen am 23. Juli 2026. Um die dringendsten Zahlungsverpflichtungen erfüllen, wurde mit Genehmigung des Finanzministers ein Notkredit von 350 Millionen Złoty (gut 80 Millionen Euro) aufgenommen.„Zabrze spłaci część długów. Dostanie 350 mln zł od państwa“ auf www.money.pl, abgerufen am 23. Juli 2026. Bei einem Referendum, das von den Gegnern der Sparmaßnahmen eingeleitet worden war, wurde sie am 11. Mai 2025 abgewählt.„Oficjalne wyniki referendum w Zabrzu: Prezydentka Agnieszka Rupniewska odwołana“ auf gliwice.wyborcza.pl, abgerufen am 23. Juli 2026.

Die daraufhin notwendige Neuwahl führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. Juli 2026. Ewa Weber (Wahlkomitee Ewa Weber) 39,3 % der Stimmen Kamil Żbikowski (Wahlkomitee „Besseres Zabrze – Kamil Żbikowski“) 16,1 % der Stimmen Borys Borówka (Wahlkomitee Borys Borówka) 15,3 % der Stimmen Sebastian Dziębowski (Wahlkomitee „Sebastian Dziębowski – Konfederacja“) 14,1 % der Stimmen Rafał Kobos (Wahlkomitee „Wirksam für Zabrze und Małgorzata Mańka-Szulik“) 9,9 % der Stimmen Łucja Chrzęstek-Bar (Wahlkomitee Łucja Chrzęstek-Bar) 5,3 % der Stimmen

In der daraufhin nötigen Stichwahl setzte sich der Zweitplatzierte Żbikowski mit 50,2 % der Stimmen knapp gegen Weber durch, die nach der Abwahl Rupniewskas kommissarische Stadtpräsidentin war.

Bei der Wahl 2024 traten die vier bestplatzierten Kandidaten der vorherigen Wahl erneut an. Hinzu kamen drei neue Kandidaten. Die Abstimmung brachte folgendes Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. Mai 2024. Agnieszka Rupniewska (Koalicja Obywatelska) 27,4 % der Stimmen Małgorzata Mańka-Szulik (Wahlkomitee Małgorzata Mańka-Szulik) 21,7 % der Stimmen Kamil Żbikowski (Wahlkomitee „Besseres Zabrze“) 21,4 % der Stimmen Borys Borówka (Prawo i Sprawiedliwość) 11,3 % der Stimmen Alina Nowak (Wahlkomitee „Gemeinsam für Zabrze“) 11,3 % der Stimmen Sebastian Dziębowski (Wahlkomitee „Vereinigte soziale Initiativen Zabrze“) 5,2 % der Stimmen Rafał Mosiołek (Konfederacja und unabhängige lokale Verwaltungen) 1,7 % der Stimmen

Wie 2018 erreichten Amtsinhaberin Mańka-Szulik und Agnieszka Rupniewska die Stichwahl, in der sich diesmal die Herausforderin mit 57,9 % der Stimmen durchsetzen konnte.

Auch bei der Wahl 2018 trat Mańka-Szulik mit ihrem eigenen Wahlkomitee an. Die Abstimmung brachte folgendes Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. Juli 2020. Małgorzata Mańka-Szulik (Wahlkomitee Małgorzata Mańka-Szulik) 31,5 % der Stimmen Agnieszka Rupniewska (Koalicja Obywatelska) 22,4 % der Stimmen Kamil Żbikowski (Wahlkomitee „Besseres Zabrze“) 15,5 % der Stimmen Borys Borówka (Prawo i Sprawiedliwość) 15,4 % der Stimmen Adam Kudzia (Wahlkomitee „Zabrze für alle“) 5,3 % der Stimmen Lukas Kowalkowski (Kukiz’15) 4,5 % der Stimmen Mirosław Dynak (Wolni i Solidarni) 4,1 % der Stimmen Übrige 1,4 % der Stimmen

In der daraufhin nötigen Stichwahl setzte sich die Amtsinhaberin Mańka-Szulik mit 51,6 % der Stimmen knapp gegen ihre stärkste Herausforderin Rupniewska durch.

Stadtrat Der Stadtrat besteht aus 25 Mitgliedern und wird direkt gewählt. Die Stadtratswahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. Mai 2024. Koalicja Obywatelska (KO) 31,8 % der Stimmen, 11 Sitze Wahlkomitee „Besseres Zabrze“ 17,4 % der Stimmen, 5 Sitze Wahlkomitee Małgorzata Mańka-Szulik 16,8 % der Stimmen, 4 Sitze Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 16,6 % der Stimmen, 4 Sitze Wahlkomitee „Gemeinsam für Zabrze“ 8,1 % der Stimmen, kein Sitz Wahlkomitee „Vereinigte soziale Initiativen Zabrze“ 5,8 % der Stimmen, 1 Sitz Konfederacja und unabhängige lokale Verwaltungen 3,5 % der Stimmen, kein Sitz

Die Stadtratswahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. Juli 2020. Koalicja Obywatelska (KO) 27,0 % der Stimmen, 9 Sitze Wahlkomitee Małgorzata Mańka-Szulik 21,4 % der Stimmen, 7 Sitze Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 19,3 % der Stimmen, 5 Sitze Wahlkomitee „Besseres Zabrze“ 12,2 % der Stimmen, 3 Sitze Kukiz’15 7,8 % der Stimmen, 1 Sitz Wahlkomitee „Zabrze für alle“ 4,1 % der Stimmen, kein Sitz Sojusz Lewicy Demokratycznej (SLD) / Lewica Razem (Razem) 3,7 % der Stimmen, kein Sitz Wolni i Solidarni (WiS) 2,7 % der Stimmen, kein Sitz Übrige 2,0 % der Stimmen, kein Sitz

Wappen