Die Tausendkornmasse (TKM) (oder Tausendkorngewicht (TKG)) ist die Masse von 1000 Körnern. Die Tausendkornmasse ist eine Kenngröße bei der Saat, im Saatguthandel, in der Pflanzenzüchtung, bei der Saatgutlagerung im Nutzpflanzenbau sowie in Getreidemühlen.
Anwendung In der Saatgutindustrie Die weltweit geltenden Regeln der Saatgutuntersuchung werden von der International Seed Testing Association herausgegeben.
In Saatgutbibliotheken finden sich Angaben zur TKM von Industriepflanzen für die technische Nutzung wie die Färberpflanzen Nahrungspflanzen, z. B. Getreide, Nutzpflanzen als nachwachsende Rohstoffe wie Ölpflanzen, Pharmapflanzen, z. B. Johanniskraut und Wildpflanzen aus Biotopen.
In der Müllerei Zur Bestimmung der Tausendkornmasse einer Körnerpartie werden Stichproben gezogen und Zählgeräte eingesetzt. Samenkörner erreichen die Lagerfähigkeit bei einem Wassergehalt von weniger als 14 %. Werden Körner mit einer höheren Feuchtigkeit geerntet, werden spezielle Körnertrocknungsverfahren eingesetzt, dabei spielt die Trocknungstemperatur eine besondere Rolle, um die Keimfähigkeit der Körner nicht zu beeinträchtigen.Bestimmung der Feuchtigkeit von Saatgut nach LTZ Augustenberg
Die TKM ist ein Sortenmerkmal, das starken Schwankungen durch die jeweiligen Anbau- und Witterungsbedingungen im Erzeugungsjahr unterliegt. Je höher die TKM ist, desto besser ist das Verhältnis von Kornmasse und Schalenanteilen – bei einer höheren TKM von Getreide kann der Müller eine höhere Mehlausbeute erzielen.
Durchschnittliche Tausendkornmasse 1000 lagerfähige Körner wiegen bei: TabakManfred G. Raupp: Zum früheren Tabakanbau der Hardt und seiner historischen Einordnung, Lörrach 2016 Seite 21 0,1 g Gemeiner WindhalmWeberseeds Samenhandel Niederlande 0,12 g Teff 0,3–0,5 g Amarant 0,5–2 g Klee 1–2 g Quinoa 1–3 g Tomate 2–3 g Gras 2–5 g Raps 2–7 g Buchweizen 15–30 g Reis 15–45 g Flug-HaferWeberseeds Samenhandel Niederlande 20 g Hafer 27–48 g Roggen 28–50 g Gerste 35–50 g Triticale 40–58 g Weizen 40–65 gSonnenblumen 50–70 g Mais 200–450 g Erbsen 150–500 g Bohnen 150–550 g Berg-AhornAndreas Roloff: Bäume Mitteleuropas: Von Aspe bis Zirbelkiefer. 1. Auflage. WILEY-VCH Verlag, 2010, ISBN 978-3-527-32825-3. 800 g
Berechnung der Aussaatstärke auf Basis der Tausendkornmasse Die TKM wird auch zur Mengenberechnung des auszusäenden Saatguts benötigt.
Beispiel Aussaat Winterweizen: Angestrebte Pflanzenzahl pro m² = 300 TKM = Tausendkornmasse in Gramm = 60 M = Minderkeimfähigkeit in Prozent = 6 Aussaatstärke (benötigte Saatgutmenge) ≈ 191 kg/ha
Berechnung der Aussaatstärke unter Berücksichtigung von geschätztem Feldaufgangverlust und erwarteter Ährenzahl pro Saatkorn:Saatzeiten und Saatstärken (Ratgeber der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) (PDF; 85 kB).
Angestrebte Pflanzenzahl pro m² = Zielbestandsdichte: Wie viele ährentragende Halme je m² sind zur Ernte bei hoher Ertragserwartung standortüblich und daher anzustreben? Beährungskoeffizient = Wie viele ährentragende Halme je überwinterter Keimpflanze sind durchschnittlich zur Ernte vorhanden? (M + F + U) = (Minderkeimfähigkeit + Feldaufgangverluste + Überwinterungsverlust)
Berechnungsbeispiel Aussaat Winterweizen: Angestrebte Ährenzahl pro m² = 580 Beährungskoeffizient = 2,2 TKM = Tausendkornmasse in Gramm = 60 M = Minderkeimfähigkeit in Prozent = 6 F = Feldaufgangsverluste in Prozent = 5 U = Überwinterungsverluste in Prozent = 3
Siehe auch Saatbett Saatgut Internationale Vereinigung für Saatgutprüfung
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Saat Kategorie:Pflanzenvermehrung Kategorie:Getreidemühlenwesen Kategorie:Maßeinheit (Landwirtschaft)