Haunsheim (schwäbisch Hausa) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau.
Geographie Die Gemeinde liegt am Tor zum Bachtal, einem Ostausläufer der Schwäbischen Alb. Nach Süden hin öffnet sich das Tal in die weite Donauebene.
Die Gemeinde hat drei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Haunsheim (Pfarrdorf) Unterbechingen (Pfarrdorf) Albhof (Einöde)
Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Haunsheim und Unterbechingen.
Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Gundelfingen an der Donau, die Stadt Lauingen, Medlingen, Wittislingen und Bachhagel.
Geschichte Frühgeschichte Um Haunsheim und Unterbechingen herum, sind zahlreiche archäologische Fundstätten zu finden, die in ihrer Geschichte nicht uninteressant sind. Sie umfassen insgesamt 17 Grabhügel aus vorgeschichtlicher Zeit (4 Stück: , 8 Stück: , 5 Stück: ), 2 Viereckschanzen (, ) und einen frühmittelalterlichen Ringwall ()
Herrschaftsgeschichte Im 16. und 17. Jahrhundert war Haunsheim unter der Herrschaft der schwäbischen Reichsritterschaft. Der Reichspfennigmeister Zacharias Geizkofler kaufte Haunsheim 1600 und nannte sich fortan Geizkofler auf Haunsheim und Reiffenegg. Er führte als Herrschaftsinhaber 1603 in Haunsheim die evangelisch-lutherische Konfession ein, die ohne Unterbrechungen bis heute erhalten blieb.
Im Jahre 1666 gelangte die Herrschaft Haunsheim durch die Heirat der Enkelin Zacharias Geizkoflers an die Freiherren von Racknitz. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Im Jahre 1823 erwarb Johann Gottlieb Freiherr von Süßkind aus Augsburg, der zuvor schon die benachbarte, ebenfalls evangelische Herrschaft Bächingen gekauft hatte, Schloss Haunsheim mit dem dazugehörigen Grund und ließ es seinem Geschmack entsprechend neugotisch umgestalten. 1849 erbte es seine Tochter Amalie Freifrau vom Holtz. Heute ist das Schloss im Besitz der Freiherren von Hauch.
Eingemeindungen Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1974 die Gemeinde Unterbechingen eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr1961197019871991199520002005201020152020Einwohner1433 1492 1482 1576 1602 1594 1611 1564 1591 1605 Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1502 auf 1592 um 90 Einwohner bzw. um 6 %.
Politik und Öffentliche Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gundelfingen an der Donau.
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit Mai 2014 Christoph Mettel (CSU), Zweiter Bürgermeister ist Georg Urban (Bürgerblock OT Unterbechingen). Mettel wurde am 15. März 2020 mit 87,2 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern. Die Gemeinderatswahl im Jahr 2026 lieferte folgendes Ergebnis: Parteien und Wählergemeinschaften20262020%Sitze % Sitze Bürgerblock37,9536,94 Freie Wählervereinigung Haunsheim 26,1326,03CSU25,7323,13Bündnis 90/Die Grünen Bayern10,3114,12Gesamt100,012100,012 Wahlbeteiligung in %76,761,5
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Evangelische Dreifaltigkeitskirche in Haunsheim. Sie wurde von 1606 bis 1609 im Stil der Renaissance erbaut, nach Plänen von Joseph Heintz d. Ä. unter Mitwirkung von Elias Holl in enger Anlehnung an den strengen klassizistischen Baustil des Kaiserhofes. Erwähnenswert ist darüber hinaus die 1878 erbaute und jüngst restaurierte Orgel, ein Werk des Ulmer Orgelbauers Heinrich Conrad Branmann. Friedhof in Haunsheim, planmäßig angelegt (Reihengräberanlage): Traditionsgemäß steht auf jedem Grab ein hölzernes, bunt bemaltes Grabkreuz (in den Farben schwarz, weiß und grün); damit wird die Vorstellung von der absoluten Gleichheit aller Menschen im Himmel symbolisch umgesetzt. Schloss Haunsheim der Freiherren von Hauch, regelmäßig Veranstaltungsort für Konzerte. Alte Schmiede aus dem 16. Jahrhundert in der Ortsmitte, originalgetreu restauriert. Restauriertes Kornlager (schwäbisch Korastadl), genutzt für verschiedene Veranstaltungen. Pfarrhaus, errichtet im 17. Jahrhundert.
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2021 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 31 und in sonstigen Bereichen 87 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 720. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine Betriebe, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 13 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 945 ha, davon waren 875 ha Ackerfläche.
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2021 umgerechnet 1.402.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 106.000 €.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2022): 1 Kindertageseinrichtung: 77 genehmigte Plätze, 63 betreute Kinder Zacharias-Geizkofler Grundschule: 4 Lehrkräfte, 68 Schülerinnen und Schüler
Weblinks
Homepage der Gemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Dillingen an der Donau Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)