rahmenlos|rechts|alternativtext=Tag Banksy [] ist das Pseudonym eines britischen Streetart-Künstlers. Die mutmaßliche Identität des Künstlers ist Robin Gunningham (* 1973 in Bristol, England), inzwischen soll er den Namen David Jones angenommen haben. Banksys Schablonengraffiti wurden anfangs in Bristol und London bekannt. Seine Aktivitäten auch außerhalb des Vereinigten Königreichs machten ihn weltweit bekannt. Banksy bemühte sich, seinen bürgerlichen Namen und seine wahre Identität geheim zu halten, bis sie im März 2026 anhand eines alten Strafzettels von drei britischen Journalisten höchstwahrscheinlich aufgedeckt werden konnte. Gunningham hatte seinen Namen zwischenzeitlich geändert; sein aktueller Name bleibt unbestätigt. Banksys Anonymität ist gefährdet, aber von entscheidender Bedeutung.

Arbeitsweise Banksy bedient sich der Taktiken der Kommunikationsguerilla, insbesondere bei seinen Inspirationsquellen (wie der des französischen Pochoir-Künstlers Blek le Rat oder des Massive-Attack-Frontmanns Robert Del Naja, alias 3D) und der Adbusters, um eine alternative Sichtweise auf politische und wirtschaftliche Themen zu bieten. Er verändert und modifiziert dabei oft bekannte Motive und Bilder. Er nahm Auftragsarbeiten für wohltätige Zwecke an, etwa für Greenpeace, und gestaltete eine Reihe von CD-Covern, unter anderem für das Label Wall of Sound sowie 2003 für die Band Blur. Als Künstler wirkte er bisher in Australien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Israel, Italien, Jamaika, Japan, Kanada, Kuba, Mali, Mexiko, Österreich, den Palästinensischen Autonomiegebieten, Spanien, der Ukraine und den USA.Ulrich Blanché: Konsumkunst. Kultur und Kommerz bei Banksy und Damien Hirst. Siehe Kapitel: Banksys Kunstaktionen und Reisen.

Neben der Umsetzung von Schablonengraffiti installierte Banksy eigene Arbeiten auch unautorisiert in Museen. Auf diese Weise hingen Arbeiten von ihm im Londoner Tate Modern, New Yorker Museum of Modern Art, Metropolitan Museum of Art, Brooklyn Museum, American Museum of Natural History und im Louvre. Im Mai 2005 wurde Banksys Version einer Höhlenmalerei, die einen jagenden Menschen mit Einkaufswagen zeigte, im British Museum gefunden. Seit 1999 zeigte Banksy seine Werke mehrmals in selbstorganisierten Ausstellungen, da er Galerien sowie den traditionellen Kunstbetrieb dem Vernehmen nach ablehnt. Seine Abneigung gegen den heutigen Kunstbetrieb zeigte sich auch in einer Aktion in New York im Oktober 2013, bei der Bilder zu Schnäppchenpreisen an unwissende Laien verkauft wurden.

Werk

Einzelne Werke und Resonanz 2002 sprühte er im Osten Londons mit Schablonen ein Mädchen (in Schwarz), das einen roten Ballon in Herzform davonfliegen lässt. Balloon Girl wurde aus der Hauswand eines Geschäftslokals herausgetrennt und erzielte gerahmt bei einer Versteigerung 500.000 Pfund (rund 560.000 Euro). Bei einer Umfrage unter 2000 Teilnehmern für Samsung TV wurde das Bild im Juli 2017 zum Lieblingsbild der Briten gewählt. Banksy hat sein Graffito Girl with Balloon aus dem Jahr 2002 in mehreren Varianten als Wandmalerei kopiert oder variiert. Das Girl with Balloon ist in das kollektive Gedächtnis der Briten und der Kunstwelt eingegangen, und es hat auch in der Verfremdung einen hohen Wiedererkennungswert.

Mitte 2002 sprühte er erstmals in Deutschland, und zwar in Hamburg, sowohl im StadtgebietFrank Keil: Street-Art unter Plexiglas. KUNSTBEGRIFF In der Hamburger City hängt ein echter Banksy an einer Straßenecke. In: TAZ (die Tageszeitung) Nord. 29./30. Juni 2013, S. 45 (Zitat: „2002 soll der britische Street-Artist Banksy (sein Vorname wird mal als Rob, als Robin oder Robert gehandelt) beim damaligen Urban-Discipline-Festival in Hamburg geweilt und hier auf einen grauen, funktionalen Betonpfeiler seine Schablone angesetzt haben.“).STREET ART Hamburgs letzter Banksy hinter Acrylglas. In: Hamburger Abendblatt. 6. August 2011 (Zitat: „Das letzte in Hamburg noch sichtbare Kunstwerk des Street-art-Künstlers Banksy, ‚Bomb-Hugger‘ in der Steinwegpassage (Neustadt), ist neuerdings durch eine Acrylglasscheibe vor unsachgemäßem Umgang geschützt.“). als auch im Rahmen der dritten und zugleich letzten Ausgabe Urban Discipline-Ausstellung. Dazu eingeladen hatte ihn der Schweizer Graffitikünstler DARE alias Sigi von Koeding, als man sich knapp ein Jahr zuvor im September 2001 in der eidgenössischen Botschaft in London traf. Dort waren beide an der Ausstellung Concrete or wallpaper? beteiligt, wo gleich zur Vernissage in der Lecture Hall kräftig über die Unterscheidbarkeit von Kunst und Vandalismus diskutiert wurde.Press release-Operational note Swiss Embassy London 3.9.2001Basler Zeitung: Kai Schlusche: Als DARE und Bansky sich trafen, 27. Oktober 2021 2003 kehrte er nach Deutschland zurück, um im Rahmen der Ausstellung Backjumps – The Live Issues sowohl legal als auch unautorisiert zu sprühen.Ulrich Blanché: Konsumkunst. Kultur und Kommerz bei Banksy und Damien Hirst. Detaillierte Biografie mit allen Quellen im Anhang. S. 356 f. Sein legales Werk im Künstlerhaus Bethanien mit dem Titel „Every Picture Tells a Lie“ zeigt Polizisten mit Flügeln im Kampfanzug und Smiley-Gesichtern. Im Jahr 2011 wurde es, als Teil einer künstlerischen Aktion des US-amerikanischen Streetartist Brad Downey, unter verschiedenen Farbschichten wieder freigelegt.

2004 schuf Banksy ein Bild, das zu diesem Zeitpunkt von vielen als eines seiner eindringlichsten angesehen wurde. Dieses Werk mit dem Namen „Napalm“ oder „Can't beat that Feeling“ basiert auf dem berühmten Foto „The Terror of War“. Laut Interpretationen richtet es sich gegen die amerikanische Konsumgesellschaft.

Im September 2006 bearbeitete er zusammen mit DJ Danger Mouse das Debütalbum Paris von Paris Hilton und verteilte 500 Exemplare dieser Fälschung in diversen britischen Plattenläden. Danger Mouse veränderte die Musik mit Eigenkompositionen und Banksy veränderte das Artwork. Unter anderem zeigte er Hiltons Körper mit einem Hundekopf. Die Stücke bestehen aus schlichten Rhythmen mit Ausrufen Hiltons („That’s hot!“). Ebenfalls im September 2006 installierte Banksy eine einem Guantanamo-Häftling nachempfundene Puppe im Disneyland Resort.

Banksys Werk Sklavenarbeit (2012), das einen Jungen zeigt, der an einer Nähmaschine mehrere Union Jacks zu einer Fahnen-Kette zusammennäht, war im Februar 2013 Gegenstand der Berichterstattungen. Es wurde von seinem ursprünglichen Platz, einer Poundland-Supermarktwand im britischen Haringey, entfernt und sollte in Miami versteigert werden. Einwohner Haringeys demonstrierten für eine Rückgabe des Werks. Die Auktion wurde abgesagt. In den Medien fand eine Diskussion über die Eigentumsrechte von Streetart statt.

Banksys im öffentlichen Raum entstandene Sprüh-Arbeiten werden teilweise unter Plexiglas vor Zerstörung geschützt, wie zum Beispiel in Hamburg. Dennoch verhinderte die Plexiglasscheibe nicht, dass im Februar 2015 das Werk Bomb Hugger in Hamburg schwer beschädigt wurde. In Bristol wurde aus Versehen ein Frühwerk zerstört – man hatte es für ein wertloses Graffito gehalten. Die Süddeutsche Zeitung sah sich dadurch 2011 zu der Schlagzeile inspiriert „Ist das Kunst oder kann das weg?“

Im Oktober 2013 hielt sich Banksy einen Monat lang in New York auf:Wenn die Sphinx von Gizeh in Queens gestohlen wird in FAZ vom 25. Oktober 2013, Seite 37. Während der Aktion Better Out Than In erschien jeden Tag ein neues Werk. Aufsehen erregte unter anderem eine Aktion am 13. Oktober, bei der ein älterer Herr echte Banksy-Arbeiten, die einen Marktwert von schätzungsweise 32.000 US-Dollar hatten, vor dem Metropolitan Museum für nur 60 US-Dollar verkaufte.

2015 veröffentlichte Banksy das Video aus dem Gazastreifen „In diesem Jahr können Sie ein neues Ziel entdecken“ („Make this the year YOU discover a new destination.“), in dem er satirisch auf die Zerstörung in dem Gebiet hinweist.Peter München: Banksy in Gaza. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 49, 28. Februar / 1. März 2015, , S. 18. Im März 2017 eröffnete erSofia Glasl: Mann mit Maske. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 99 vom 29./30. April/1. Mai 2017, S. 65. das The Walled Off Hotel in Bethlehem, das unmittelbar an der Grenzmauer zwischen Israel und Westjordanland gelegen ist. Banksy gestaltete dessen Inneneinrichtung mit zahlreichen Bezügen auf den Nahostkonflikt und den Alltag der Sperranlage. Letztere trägt zur „schlechtesten Aussicht der Welt“ bei, mit der das Hotel wirbt.

Im Mai 2017 brachte er in Dover an einer Hauswand ein Brexit-Kunstwerk an. Darauf war eine mehrere Meter hohe quadratische EU-Flagge abgebildet, aus der ein auf einer Leiter stehender Handwerker einen Stern herausmeißelt. Im August 2019 vermeldeten Medien das Verschwinden des Kunstwerkes. Die Wand sei weiß übertüncht worden. Im Juni 2018 tauchten in Paris kritische Werke über den Umgang mit Flüchtlingen auf.

Im Oktober 2018 „zerstörte“ sich die untere Hälfte seines Bildes Girl With Balloon durch sauberen Streifenschnitt unmittelbar nach dem Verkauf für gut eine Million Pfund (1,18 Millionen Euro) im Rahmen einer Sotheby’s-Auktion in London von selbst, indem der untere Bildteil durch einen im Rahmen versteckten Schredder gezogen wurde. Banksy hatte verlauten lassen, dass es sich um Kritik am Kunstmarkt handle. Ein Video dazu gab an, dass ursprünglich das gesamte Bild zerstört werden sollte, dies wurde allerdings durch eine Fehlkonstruktion des Schredders verhindert. Die Käuferin übernahm das Bild trotzdem zum gebotenen Preis. Es erhielt den neuen Namen Love is in the Bin. Von März 2019 bis Februar 2020 wurde das Bild als Leihgabe in der Staatsgalerie Stuttgart ausgestellt. Im Oktober 2021 wurde es – wiederum bei Sotheby’s in London – für einen Zuschlagspreis von 16 Millionen Pfund (einschließlich Gebühren ca. 18,5 Millionen Pfund, umgerechnet ca. 21,9 Millionen Euro) versteigert.

Kurz vor Weihnachten 2018 sprühte Banksy in Port Talbot, Wales, ein Graffito an zwei Seiten einer Garage eines Stahlarbeiters. Eine Seite zeigt einen winterlich gekleideten Jungen mit einem Schlitten und ausgebreiteten Armen, der mit herausgestreckter Zunge Schneeflocken auffängt. Die andere Garagenseite zeigt eine aus einem brennenden Behälter aufsteigende dunkle Rauchwolke mit weißen Aschepartikeln. Erst beim Betrachten beider Gebäudeseiten offenbart sich der vermeintliche Schnee als Ascheregen. Das winterlich erscheinende Motiv wird als gesellschaftskritische Aussage gewertet, da sich in dem Ort das größte Stahlwerk Großbritanniens befindet und es Beschwerden von Anwohnern über einen anhaltenden Ascheregen gibt. Nach der Entdeckung wurde das Kunstwerk zum Schutz vor Vandalismus mit einer vorläufigen Abdeckung versehen und von Sicherheitsdiensten beaufsichtigt. Etwa 20.000 Menschen seien zur Garage gepilgert, um es zu betrachten.

Anfang 2019 wurde bekannt, dass der Garagenbesitzer das Kunstwerk an einen Galeristen aus der südostenglischen Grafschaft Essex für eine sechsstellige Summe veräußert hat. Um den Tourismus in der strukturschwachen Industriestadt zu beleben, will der Galerist das Kunstwerk für zwei Jahre in Port Talbot belassen, aber an anderer Stelle zeigen.

Anfang 2019 wurde das Bild einer verschleierten, traurig zu Boden blickenden Frau, lebensgroß weiß auf schwarz gemalt auf einer Feuerschutztür im Pariser Club Bataclan, gestohlen. Vermutlich waren die Türbänder mit einem Winkelschleifer aufgetrennt worden. Im Juni 2020 wurde das Bild auf einem Bauernhof in Italien sichergestellt und sechs Verdächtige festgenommen.