Regensberg (zürichdeutsch Rägischbèèrg [],Hans Kläui, Viktor Schobinger: Zürcher Ortsnamen. Entstehung und Bedeutung. Hrsg. von der Zürcher Kantonalbank. Zürich 1989. auch d Buurg []Sprachatlas der deutschen Schweiz. Band V, 1a.) ist eine politische Gemeinde im Kanton Zürich, Schweiz. Sie gehört zum Bezirk Dielsdorf.
Geografie Das mittelalterliche Landstädtchen und frühere Zentrum des westlichen Zürcher Unterlandes liegt auf einem Felssporn der Lägern hoch über Dielsdorf. Zu Regensberg gehört auch die Hirsmühle, eine direkt an Dielsdorf angrenzende Wohnsiedlung mit einer alten Mühle.
Wappen Blasonierung: In Rot über grünem Sechsberg ein in zwei Wolken endender silberner Regenbogen
Geschichte
Das Städtchen Regensberg (bzw. damals Neu-Regensberg) wurde 1244 vom Freiherren Lütold V. von Regensberg gegründet. Die Stammburg der Regensberger (Alt-Regensberg) liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Regensdorf, in der Nähe von Zürich-Affoltern und den Katzenseen. Ausschlaggebend für die Gründung von Regensberg war wohl die strategisch günstige Lage. 1302 war Lütold VII. gezwungen, das Städtchen den Habsburgern zu verkaufen, welche es 1409 an die Stadt Zürich verpfändeten.
1417 ging Regensberg endgültig in zürcherischen Besitz über und wurde Sitz eines Landvogts. 1443 wurde Regensberg im Verlaufe des Alten Zürichkriegs von den Eidgenossen belagert und erobert. Als 1798 die Helvetische Republik gegründet wurde, wurde es dem Distrikt Bülach angegliedert.
Nach dem Ende der Helvetischen Republik 1803 wurde es Bezirkshauptort; es verlor diese Funktion 1871 an Dielsdorf, welches durch den Eisenbahnbau an Bedeutung gewonnen hatte.
1972 wurde der Zweckverband Abwasserreinigung Fischbach-Glatt gegründet, welcher in Niederglatt eine Kläranlage für die angeschlossenen Gemeinden, darunter Regensberg, betreibt.
Bevölkerung + BevölkerungsentwicklungQuellen: 1764: HLS, 1850–1950: Eidgenössische Volkszählungen, danach: Gemeindeporträts. Regensberg. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2000–2022. Jahr 1764 1850 1900 1950 2000 2005 2010 2015 2020 2022 Einwohner 248 343 379 440 440 452 488 465 461 466
2022 waren 42,9 % der Bevölkerung evangelisch-reformiert, 11,2 % römisch-katholisch, und 45,9 % hatte eine andere oder keine Konfessionszugehörigkeit.Gemeindeporträts. Regensberg. Konfession. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2022.
Politik Der Gemeinderat (Exekutive) besteht aus fünf Personen. Er wird alle vier Jahre durch die Regensberger Stimmberechtigten neu gewählt. Seit 2021 ist Matthias Reetz (parteilos) Gemeindepräsident (Stand Dezember 2023). Er ist zugleich Vorstand des Ressorts Finanzen.Gemeinderat. Website der Gemeinde Regensberg.
Bei der Nationalratswahl 2019 erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: SVP 31,71 %, SP 15,73 %, FDP 14,65 %, glp 12,81 %, Grüne 12,38 %, CVP 4,80 %, EDU 3,26 %, EVP 2,33 %, BDP 1,30 % und andere (8) 1,03 %.
Die Wähleranteile bei der Nationalratswahl 2023: SVP 33,16 % (+1,45 %), SP 14,7 % (−1,02 %), FDP 13,62 % (−1,03 %), glp 13,21 % (+0,41 %), Grüne 10,03 % (−2,36 %), EDU 5,02 % (+1,76 %), Die Mitte 4,49 % (−1,61 %), EVP 3,2 % (+0,87 %), DLA 1,19 % (+1,13 %), andere (11) 1,37 %.Nationalratswahl 2023. Kanton Zürich. 25. Oktober 2023.
Sehenswürdigkeiten
Städtchen mit Schloss Regensberg (heute eine Sonderschule), Oberburg (befestigt) und Unterburg Schanze der Stadtbefestigung aus dem 17. Jahrhundert: Südöstliche Hälfte des Hornwerkes des ehemaligen Dielsdorfer Tores (Pro Castellis) Rundturm. Der Bergfried des Schlosses ist öffentlich zugänglich.
Bilder
Freizeit Der einzige Skilift des Zürcher Unterlandes befindet sich südöstlich des Dorfes im Gebiet bei der Linde und war 1970 betriebsbereit, wurde mangels Schnee jedoch nicht in Betrieb genommen. Im Jahr zuvor war ein mobiler Ponylift aufgestellt worden, dies auf Eigeninitiative der Grundeigentümerfamilie, welche auch den Bau des nun längeren Skilifts mit 280 Metern Länge und einer Höhendifferenz von 49 Metern schulterte und den Skilift bis 2020 jährlich betriebsbereit aufstellte, allerdings 2018–2020 ohne Schnee. 2021 war der Lift erstmals auch aus familiären Gründen nicht mehr aufgestellt worden, trotz vorhandenen Schnees. Daraufhin gründete sich der Verein Skilift Regensberg, welcher seither den Betrieb aufnimmt, sobald Schnee vorhanden ist, das war im Winter 2024/25 nur für einen einzigen Tag der Fall.Verein Skilift Regensberg, über unsEinziger Skilift im Unterland lief nur einen Tag, Tages-Anzeiger, 8. März 2025 Eine Schlittelbahn von der Lägern bis zum Skilift konnte früher bei genügend Schnee betrieben werden. Das von der Gemeinde erstellte Schwimmbad wird nicht beaufsichtigt und ist daher nur mit Schlüssel und somit nicht öffentlich zugänglich.
Persönlichkeiten Kaspar Schmuz (1624–1686), Theologe und Teleskopbauer, war zwischen 1658 und 1686 Pfarrer von Regensberg Heinrich Angst (1847–1922), erster Direktor des Schweizerischen Landesmuseums Lotti Latrous (* 1953), Entwicklungshelferin in Grand-Bassam (Elfenbeinküste), Schweizerin des Jahres 2004
Literatur Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Regensberg (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1943, , S. 115–123 (Digitalisat). Regula Crottet, Anika Kerstan, Philipp Zwyssig: Der Bezirk Dielsdorf (= Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe. Band VII). Bern 2023.Der Bezirk Dielsdorf (= Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe. Band VII). Bern 2023. Lucas Wüthrich: Regensberg (= Schweizerische Kunstführer. Nr. 297). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1981, ISBN 3-85782-297-X.
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Regensberg
Statistische Daten der Gemeinde Regensberg Illustration von Daniel Meisner von 1624: Regenspurg im Zürcher gebiet; Ventris Et Oris Onus ()
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Zürich