mini|Geografische Einteilung der Oberligen zur Saison 2012/13. Als Oberliga werden unterschiedlich hohe derzeitige und ehemalige Spielklassen im Fußball der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. Außerdem trugen die höchste Spielklasse in der DDR (siehe: DDR-Oberliga) sowie zeitweise die höchsten Spielklassen bis 1933 (z. B. die Oberliga Berlin-Brandenburg von 1923 bis 1933, die Oberliga Schleswig-Holstein von 1929 bis 1933) diesen Namen.
1945–1963: Oberliga als höchste Spielklasse in der Bundesrepublik Einführung Die Oberliga war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 bis zur Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 die höchste Spielklasse im westdeutschen Fußball inklusive West-Berlin. 1945 gründete sich zunächst in der amerikanischen Besatzungszone die Oberliga Süd, die nach dem von ihr umfassten Gebiet bis dahin weitreichendste Spielklasse in Deutschland. Nach ihrem Vorbild entstanden 1946 in der französischen Besatzungszone die (erst später so genannte) Oberliga Südwest sowie 1947 in der britischen Besatzungszone die Oberliga Nord und die Oberliga West. Hinzu kam die Berliner Stadtliga im Rang einer Oberliga. Die Meister und teilweise auch die Vizemeister der vier westdeutschen Oberligen sowie der Berliner Stadtliga spielten ab 1948 den Deutschen Meister aus.
Sämtliche Oberligen hatten anfangs noch den Status von Amateurligen. 1949 erließ der soeben wiedergegründete DFB erstmals ein Vertragsspieler-Statut für die Oberligen im Gebiet der Bundesrepublik, nachdem der Süden bereits in der Vorsaison damit experimentiert hatte. Der VBB führte den Vertragsspieler 1950 ein, woraufhin die Vereine aus Ostberlin ausschieden und in das Ligasystem des DDR-Fußballs übernommen wurden.
Unterbau Der Unterbau der Oberliga bestand ursprünglich aus den höchsten Amateurligen der westdeutschen Landesverbände, zumeist Landesligen genannt, deren Meister in Aufstiegsrunden die Aufsteiger zur jeweiligen Oberliga ermittelten. Zwischen 1949 und 1951 wurde in den Bereichen der zwischenzeitlich gegründeten Regionalverbände West, Süd und Südwest jeweils eine II. Division – auch 2. Oberliga oder 2. Liga genannt – eingeführt. Dieses waren ebenfalls Vertragsligen. Fortan wurden die jeweiligen Oberliga-Absteiger durch die besten Vereine der jeweiligen II. Division ersetzt. Lediglich im Bereich des Regionalverbandes Nord wurden die Aufsteiger weiterhin durch eine Aufstiegsrunde der bestplatzierten Vereine der vier Landesligen ermittelt. Dort kam, ebenso wie in Berlin, keine 2. Liga zu Stande.
Auflösung 1963 wurden die Oberliga und die II. Division zugunsten der neu gegründeten Bundesliga, für die sich je fünf Vereine aus dem Süden und Westen, drei aus dem Norden, zwei aus dem Südwesten und ein Verein aus Berlin qualifiziert hatten, aufgelöst. Die Oberliga-Vereine, die sich nicht für die Bundesliga qualifizieren konnten, sowie die besserplatzierten Vereine der II. Division wurden in die neu gegründete Regionalliga übernommen, die weiterhin von den fünf Regionalverbänden Nord, West, Süd, Südwest und Berlin als nunmehr zweithöchste Spielklasse ausgetragen wurde.Einige Vorletzte und Letzte mussten sich über Relegationsrunden qualifizieren; hieran scheiterten Eintracht Kreuznach und die Berliner Klubs Viktoria 89 und SC Tegel, die daher drittklassig wurden. Ein Entscheidungskriterium, das über die Aufnahme in die neugeschaffene Bundesliga mitbestimmen sollte, war die im Oktober 1962 vom DFB-Beirat beschlossene Zwölfjahreswertung.
Die Meister Jahr Nord West Südwest Süd Berlin 1946 – – 1. FC Saarbrücken VfB Stuttgart SG Wilmersdorf 1947 – – 1. FC Kaiserslautern 1. FC Nürnberg SG Charlottenburg 1948 Hamburger SV Borussia Dortmund 1. FC Kaiserslautern 1. FC Nürnberg Union Oberschöneweide 1949 Hamburger SV Borussia Dortmund 1. FC Kaiserslautern Kickers Offenbach Berliner SV 1892 1950 Hamburger SV Borussia Dortmund 1. FC Kaiserslautern SpVgg Fürth Tennis Borussia Berlin 1951 Hamburger SV FC Schalke 04 1. FC Kaiserslautern 1. FC Nürnberg Tennis Borussia Berlin 1952 Hamburger SV Rot-Weiss Essen 1. FC Saarbrücken VfB Stuttgart Tennis Borussia Berlin 1953 Hamburger SV Borussia Dortmund 1. FC Kaiserslautern Eintracht Frankfurt SC Union 06 Berlin 1954 Hannover 96 1. FC Köln 1. FC Kaiserslautern VfB Stuttgart Berliner SV 92 1955 Hamburger SV Rot-Weiss Essen 1. FC Kaiserslautern Kickers Offenbach BFC Viktoria 1889 1956 Hamburger SV Borussia Dortmund 1. FC Kaiserslautern Karlsruher SC BFC Viktoria 1889 1957 Hamburger SV Borussia Dortmund 1. FC Kaiserslautern 1. FC Nürnberg Hertha BSC 1958 Hamburger SV FC Schalke 04 FK Pirmasens Karlsruher SC Tennis Borussia Berlin 1959 Hamburger SV Westfalia Herne FK Pirmasens Eintracht Frankfurt Tasmania Berlin 1960 Hamburger SV 1. FC Köln FK Pirmasens Karlsruher SC Tasmania Berlin 1961 Hamburger SV 1. FC Köln 1. FC Saarbrücken 1. FC Nürnberg Hertha BSC 1962 Hamburger SV 1. FC Köln Borussia Neunkirchen 1. FC Nürnberg Tasmania Berlin 1963 Hamburger SV 1. FC Köln 1. FC Kaiserslautern TSV 1860 München Hertha BSC
die späteren Deutschen Meister sind fett gedruckt
zur Situation im Norden und im Westen 1945–1947 siehe Bezirksmeisterschaftsliga
1974–1994: Amateur-Oberliga als dritthöchste Spielklasse Wiedereinführung Elf Jahre nach Gründung der Bundesliga und der damit verbundenen Auflösung (eigentlich: Umbenennung) der Oberliga wurde eine Spielklasse dieses Namens 1974 im Bereich des Regionalverbandes Nord unter der Bezeichnung Amateur-Oberliga wieder eingeführt. Dort bildete fortan die Amateur-Oberliga Nord unterhalb der Bundesliga und der 1974 gleichzeitig anstelle der Regionalliga eingeführten 2. Bundesliga die dritte Spielklassenebene. In Bayern bestand bereits seit 1963 die Bayernliga, ebenso in Hessen seit 1965 die Hessenliga.fupa.net: Gründung der Bayernliga In den übrigen Regionen Westdeutschlands stellte hingegen noch weitere vier Jahre die mit der heutigen Verbandsliga vergleichbare Amateurliga der einzelnen Landesverbände die höchste Amateurspielklasse dar. Erst 1978 wurde auch in den übrigen Regionalverbänden sowie in West-Berlin die Amateur-Oberliga eingeführt. Neben der Amateur-Oberliga Nord und der Amateur-Oberliga Berlin bestanden somit die Amateur-Oberliga Nordrhein und die Amateur-Oberliga Westfalen für den Bereich des Regionalverbandes West, die Amateur-Oberliga Hessen, die Amateur-Oberliga Bayern und die Amateur-Oberliga Baden-Württemberg für den Bereich des Regionalverbandes Süd sowie im Bereich des Regionalverbandes Südwest die Amateur-Oberliga Südwest.
Eingliederung des Fußball-Verbands der DDR Im Zuge der Eingliederung des ostdeutschen DFV in den nun gesamtdeutschen DFB als Regionalverband Nordost wurde 1991 die Amateur-Oberliga Berlin aufgelöst und die NOFV-Oberliga Nordost mit den drei Staffeln Nord, Mitte und Süd eingeführt. Dabei ergab sich das Kuriosum, dass Stahl Eisenhüttenstadt als Verlierer des ostdeutschen FDGB-Pokal-Finals im nun gesamtdeutschen Ligensystem nur in die drittklassige Oberliga eingegliedert wurde, wegen der Teilnahme des Pokalsiegers Hansa Rostock am Landesmeisterpokal aber gleichzeitig für den internationalen Europapokal der Pokalsieger qualifiziert war. In der ersten Runde unterlag der Drittligist jedoch Galatasaray Istanbul. 1994 wurde die inzwischen zehngleisige Oberliga durch die wiedereingeführte Regionalliga mit vier Staffeln als höchste Spielklasse im Amateurbereich abgelöst.
Die Meister