mini|hochkant=1.3|Luftaufnahme der Innenstadt von Frechen Frechen ist eine Mittelstadt des Rheinischen Braunkohlereviers im Rhein-Erft-Kreis und grenzt westlich an die Stadt Köln in Nordrhein-Westfalen.
Geographie Lage Der ursprüngliche Siedlungskern Frechens liegt als langgestrecktes Straßendorf am Nordostabhang der Ville beiderseits des ehemals in Benzelrath entspringenden Frechener Baches, der entlang der Hauptstraße floss und früher im Schotter der Kölner Bucht versickerte. Er ist heute nur noch als Abfluss aus der Kläranlage erkennbar und mündet jetzt in den Kölner Randkanal. Der Ort gliederte sich früher in ein Oberdorf und ein hangabwärts gelegenes Unterdorf. Die Grenze war bei der Frechener Burg (Burgstraße), deren Gräben auch vom Bach gespeist wurden.Rudolf Niemann: Einzelbilder aus der Geschichte der Stadt Frechen, Frechener Burg im Online-Auftritt des Frechener Geschichtsvereins, abgerufen im Februar 2009 Nach dem Auslaufen des Braunkohleabbaus und der Rekultivierung der Flächen hat Frechen Teil am Naturpark Rheinland, wozu auch der vom Abbau nicht betroffene Königsdorfer Wald gehört.
Stadtteile Frechen besteht aus den folgenden Stadtteilen:Stadtverwaltung Frechen Abteilung 1.10 – Steuerungsunterstützung
Ortsteil Einwohner Frechen Innenstadt 23.413 Königsdorf (mit Neufreimersdorf und Neubuschbell) 11.941 Bachem (mit Neuhemmerich) 5.391 Habbelrath 3.564 Buschbell 2.960 Grube Carl 2.024 Hücheln 1.491 Grefrath 1.373 Benzelrath 1.173 Gesamt 53.330
Die Stadtteile Buschbell und Hücheln sind weitgehend zu einem Doppelort zusammengewachsen.
In Frechen entstand eine eigene Form des im westlichen Umland von Köln gesprochenen Dialekts, der bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die Umgangssprache der Bewohner Frechens war, jedoch seitdem stark an Boden verlor.
Geschichte mini|Haus Bitz in Bachem mini|Blick auf das benachbarte Köln Antike und Mittelalter Schon in der Spätantike wurde in Frechen Quarzsand abgebaut, der zur Glasherstellung genutzt wurde.
Der Ortsname, in der mündlichen Überlieferung Freichem, lässt sich als ein Ort mit der verschliffenen -heim-Endung deuten, die typisch ist für die Fränkische Landnahme. Die bestimmende Vorsilbe Frei- lässt sich nicht deuten. Eine Möglichkeit ist die Bedeutung von Frei (altdeutsch fri) als FriedMackensen Deutsche Etymologie, 1977 S. 308, vielleicht sogar in der Bedeutung umfriedet = umzäunt. Zwischen 726 und 800 ist die erste Kirche in Frechen anzunehmen. Eine Urkunde darüber existiert nicht. Im Jahr 877 findet sich die erste urkundliche Erwähnung mit dem latinisierten Namen Frekena in einer Urkunde Kaiser Karls des Kahlen, zu dieser Zeit wurde die Ansiedlung als dem Kölngau zugehörig bezeichnet. Am 9. September 941 verlieh Erzbischof Wichfrid dem Cäcilienkloster in Köln Grundbesitz in Frechen (Cäcilienhof, später auch Weierhof genannt). Im Jahr 955 erhielt die römisch-katholische Pfarrkirche St. Audomar Reliquien des Heiligen Audomar.
In dem von König Otto IV. an Erzbischof Adolph erteilten Privilegium wurde im Jahr 1204 der Zoll zu Frechen, der einige Zeit vorher zu Unrecht dorthin verlegt worden war, zum Vorteil der kölnischen Kirche wieder aufgehoben. 1217 bestätigte der Erzbischof Engelbert I. von Köln die Übertragung von Gütern zu Frechen durch Gerberga, die Äbtissin zu St. Maria im Kapitol, an die Zisterzienser im Kloster Kamp. 1230 wurde die Vogtei zu Frechen Graf Wilhelm von Jülich als Lehen übergeben.
Bei einer Auseinandersetzung zwischen Erzbischof Konrad I. und der Stadt Köln im Jahr 1256 legten Kölner das Dorf Frechen in Asche. 1435 war Heynrich Huyn von Merckelbach Schultheiß und Amtmann der Herrlichkeit Frechen. 1461 übernahm Leenhart von Merckelbach beide Ämter nach dem Tod des Vaters.
Neuzeit In den Jahren 1500 bis 1650 erschufen Frechener Töpfermeister den Bartmannskrug aus Frechener Steinzeug. Die Krüge aus Frechen wurden weltbekannt und stehen heute auch in Museen in Amsterdam, Paris, London, Cambridge, New York City und Florida. Im Jahr 1540 gab es in Frechen die erste evangelisch-reformierte Kirchengemeinde.
Im Jahr 1700 wurde mit dem Braunkohleabbau begonnen. 1750 lebten 1300 Einwohner in Frechen sowie 320 in Bachem und 450 in Buschbell. Am 6. Oktober 1794 wurde Frechen von französischen Revolutionstruppen der Division Hatry der Armée de Sambre-et-Meuse besetzt. Anschließend wurde Frechen eine Mairie (Bürgermeisterei) des Kantons Weiden. Während der napoleonischen Zeit befand sich in Frechen die größte jüdische Gemeinde zwischen Köln und Aachen. 1800 lebten 74 Juden in 16 Familien, davon waren sieben Familien im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts zugezogen. Zu der nach 1853 konstituierten Synagogengemeinde gehörten auch die Juden in Grefrath und Großkönigsdorf. Im Jahr 1803 wurde eine Synagoge errichtet.
Im Jahr 1815 wurde Frechen zusammen mit Bachem und Buschbell eine preußische Bürgermeisterei, die bis März 1927 bestand. 1857 wurde die Pfarrkirche St. Audomar nach einem Entwurf des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner neu errichtet.
Im Jahr 1862 gründete Albert Meier in der Breiten Straße die erste Frechener Steinzeugröhrenfabrik. Ab 1864 wurden weitere Steinzeugröhrenfabriken gegründet, darunter Adolph Bauer, ebenfalls in der Breiten Straße 24, die 1901 stillgelegt wurde, 1867 die Simon Lövenich & Co. in der Hauptstraße 17/19, 1874 die Johann Schaaf an der Ecke Klosterstraße und Alte Straße, 1879 die Lövenich & Hendrickx in der Josefstraße und Alten Straße, 1883 die Weiden & Schaaf an der Kölner Straße, 1885 die H. & J. Geusgen an der Kölner Straße, 1886 die Gerhard Dorn in der Blindgasse und Alten Straße, 1887 die Conzen & Co. an der Kölner Straße, 1889 die Jacob Kalscheuer & Co. an der Kölner Straße und 1895 die von Andreas Lövenich in der Josefstraße.
1884 wurde mit dem industriellen Quarzsandabbau begonnen. Am 18. August 1891 gründeten sich das erste Braunkohlewerk und die erste Brikettfabrik (Sibylla). Im Jahr 1893 existierte die erste elektrische Straßenbeleuchtung. Im Jahr 1894 wurden die Kleinbahn Cöln-Frechen eröffnet und das erste Wasserwerk in Betrieb genommen. Auf dem Gelände der abgebrochenen Fabrik des Johann Schaaf erfolgte 1898 die erneute Gründung der Steinzeugröhrenfabrik Kleinsorg & Lövenich.
Seit 1900 gibt es Straßennamen in der Stadt. Am 1. Dezember des gleichen Jahres lebten in Frechen nach der Volkszählung 6028 Einwohner, in Bachem 1320 Einwohner und in Buschbell 686 Einwohner. Am 18. August 1901 wurden die Wachtberg I Braunkohlenwerke u. Brikettfabrik, Frechen G.m.b.H. gegründet. Im Jahr 1903 folgten die Gründungen der Steinzeugröhrenfabrik Balkhausen & Co. an der Hubert-Prott-Straße und der Steinzeugröhrenfabrik Tillmann Vogt an der Dürener Straße. 1904 gründeten sich die Cöln-Frechener Christallsandwerke G.m.b.H. durch August Lindemann. 1905 erfolgte die Gründung der Steinzeugröhrenfabrik Cremer & Breuer an der Kölner Straße und 1906 der Rhenania an der Dürener Straße. 1907 wurden das Braunkohlewerk und die Brikettfabrik Grube Carl (Beller Hammer) gegründet. Am 21. September 1913 erfolgte die Einweihung der Kirche St. Severin.
Im Ersten Weltkrieg zwischen 1914 und 1918 fielen 314 Soldaten aus der Bürgermeisterei Frechen. Frechen war zwischen 1921 und 1933 eine Hochburg der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) im Kölner Land. Bei der Reichstagswahl 1924 sank die Zahl der SPD-Stimmen von zuvor 33,8 % (1920) auf 12 % (1924). Die KPD erhielt erstmals 29 %; nach der Gemeinderatswahl im Mai 1924 gehörten von 18 Ratsmitgliedern zehn der Deutschen Zentrumspartei, drei der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und fünf der KPD an.Günter Bers: Eine Regionalgliederung der KPD: Der Bezirk Mittelrhein und seine Parteitage in den Jahren 1927/1929. Einhorn Presse Verlag, 1981, ISBN 3-88756-021-3, S. 136–137. Folgende Personen vertraten 1926 die KPD im Gemeinderat: Jakob Schlösser, Johann Bürger,Franz-Joseph Kiegelmann: Tatort Steinzeugofen: die Frechener Kommunisten ; Widerstand, Verfolgung und Justizwege ; Dokumente und Analysen. Frechener Geschichtsverein, 2008, ISBN 978-3-00-025291-4. Elisabeth Schiefer, Christian Utzerath und Fritz Heidbüchel. 1924 wurde das Unternehmen Quarzmahlwerk Frechen G.m.b.H. mit dem Geschäftsführer Otto Lindemann gegründet. 1925 wurde durch Toni Ooms und Franz Albermann mit der Frechener Kunst-, Bau- und Serienkeramik begonnen. Von Mai 1925 bis Januar 1936 erschien im Verlag O. B. Dennert dreimal in der Woche das Frechener Tageblatt. 1926 wurde mit dem sozialen Wohnungsbau begonnen.
Am 2. März 1927 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinden Bachem und Buschbell mit Genehmigung des Preußischen Staatsministeriums vom 14. Februar 1927. Am 22. August erhielt die neue Gemeinde ein Wappen. Im Jahr 1931 existierte die erste selbstständige neuapostolische Gemeinde in Frechen.
Die Frechener Synagoge wurde in der Zeit des Nationalsozialismus im Zuge der Novemberpogrome 1938 verwüstet. Durch Emigration und Deportationen endete die jüdische Gemeinde. Das Synagogengebäude wurde nach 1945 umgebaut und im Jahr 1967 abgerissen.
Am 1. April 1940 wurde eine Mittelschule eröffnet, die später in eine Realschule umgewandelt wurde. Am 4. März 1945 besetzten US-amerikanische Truppen nach kurzem Kampf mit einer deutschen Nachhut den Ort und setzten Josef Kleinsorg als Oberbürgermeister von Frechen ein. Während des Zweiten Weltkriegs starben über 500 Wehrmachtsangehörige aus der Gemeinde Frechen.
Am 25. Februar 1948 explodierte in den Grünanlagen des Pausenhofes der damaligen Lindenschule (evangelische Volksschule, heutige Musikschule) eine Artillerie-Granate aus dem Zweiten Weltkrieg. Bei dem Unglück starben drei Schüler; 14 weitere wurden – zum Teil schwer – verletzt.Archiv der evangelischen Kirchengemeinde Frechen Nach der Volkszählung am 13. September 1950 stieg die Einwohnerzahl auf 20.490 Bürger. Im Jahr 1951 erhielt Frechen mit 21.417 Einwohnern die Stadtrechte. 1954 wurden 404 Einwohner aus Benzelrath wegen des Braunkohleabbaus an den Rand Frechens umgesiedelt: Der Ort wurde 1956 zusammen mit der Burg Benzelrath abgebaggert. 1958 wurde eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Kapfenberg im österreichischen Bundesland Steiermark eingegangen. Nach der Volkszählung am 6. Juni 1961 betrug die Einwohnerzahl 26.613. Bei der Wahl zur Stadtvertretung am 19. März gab es 18.237 Wahlberechtigte und eine Wahlbeteiligung von 81,93 %. Von den 30 Sitzen erlangte die SPD 15, die CDU 13 und die FDP zwei Sitze. Bei der Wahl zur Stadtvertretung am 27. September 1964 mit 18.953 Wahlberechtigten und einer Wahlbeteiligung von 80,99 % erhielt die SPD 19 Sitze und die CDU zwölf Sitze. 1966 betrug die Einwohnerzahl nach der Fortschreibung 30.409 Einwohner.
Im Jahr 1969 wurde Frechen zum regelmäßigen Start- und Zielort des Radsportklassikers Köln-Schuld-Frechen. Am 1. Januar 1975 ging der Kreis Köln im Erftkreis auf. Teile der bisherigen Gemeinden Türnich (Grefrath und Habbelrath), Lövenich (Königsdorf) und Brauweiler (Neufreimersdorf) wurden eingegliedert. 1998 gründete sich die Stadtmarketing-Gesellschaft. Im Mai 2011 überschritt die Stadt Frechen die 50.000-Einwohner-Marke; die Zahl wurde seit der Volkszählung 2011 auf knapp unter 50.000 korrigiert.
Politik
Stadtrat Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Frechen. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre, zuletzt am 14. September 2025.
Bürgermeister Seit 2025 Kai Uwe Tietz (SPD) 2015–2025: Susanne Stupp (CDU) 1999–2015: Hans-Willi Meier (CDU) 1988–1999: Jürgen Schaufuß (SPD) (ab 1996 hauptamtlich) 1972–1988: Kurt Bornhoff (SPD) 1961–1972: Johann Schmitz (SPD) 1958–1961: Kurt Bornhoff (SPD) 5. November 1948 bis 1958: Johann Schmitz (SPD) 25. September 1946 bis 4. November 1948: Bernhard Kohlbecher Juni 1945 bis 24. September 1946: Josef Kleinsorg (als Oberbürgermeister) 28. März 1943 bis 3. März 1945: Konrad Volm (NSDAP) 1. Juni 1942 bis 28. März 1943: Stelle des Bürgermeisters nicht besetzt