Lichterfeld-Schacksdorf () ist eine Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Sie gehört dem Amt Kleine Elster (Niederlausitz) mit Sitz in der Gemeinde Massen-Niederlausitz an.
Geografie Die Gemeinde liegt südöstlich der Kernstadt von Finsterwalde. Sie grenzt im Norden an die Gemeinde Massen-Niederlausitz, im Osten an die Gemeinde Sallgast, im Süden auf kurze Distanz an die amtsfreie Gemeinde Schipkau und die Stadt Lauchhammer und im Westen an die Stadt Finsterwalde. Fast vollständig auf dem südlichen Teil der Gemarkung von Lichterfeld befindet sich der im Entstehen begriffene Bergheider See.
Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich in die drei Ortsteile Lichterfeld ()Swětłe, Liste zu devastierten und teildevastierten Orten in der Lausitz, siehe auch (→ hier) Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911–1928; Sorbisches Institut, Lieskau ()Liškow, Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911–1928; Sorbisches Institut und Schacksdorf ().Šachlejce, Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911–1928; Sorbisches Institut
Geschichte Lichterfeld, Lieskau und Schacksdorf gehörten ab 1816 zum Kreis Luckau in der Provinz Brandenburg und seit 1952 zum Kreis Finsterwalde im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Das Gebiet der Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf wurde erst im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert deutschsprachig. Um 1789 war in Lieskau und Lichterfeld die Umgangssprache noch das Niedersorbische, in Schacksdorf sprachen zu diesem Zeitpunkt überwiegend nur noch die älteren Bewohner Sorbisch.Jan Brankačk/Frido Mětšk: Geschichte der Sorben - Band 1, Von den Anfängen bis 1789. Domowina-Verlag Bautzen 1977, S. 315 und Karte 5.
Die Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf entstand am 31. Dezember 1997 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Lichterfeld und Schacksdorf. Zum 31. Dezember 1998 wurde die Gemeinde Lieskau eingegliedert.
Bevölkerungsentwicklung Jahr LichterfeldSchacksdorf1875 386 2661910 588 3141939 515 4251946 660 3931950 665 3881971 574 3611990 442 2941995 463 6531996 475 687
Jahr Lichterfeld-Schacksdorf1997 1 1412000 1 3672005 1 2142010 1 1012015 1 1212020 9512021 9432022 9102023 9062024 880
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 18–21.Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Lichterfeld-Schacksdorf besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 77,4 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Wählergruppe Lichterfeld-Schacksdorf-Lieskau 73,0 % 7 AfD 15,8 % 2 SPD 11,1 % 1
Von den Sitzen der AfD bleibt einer unbesetzt, da die Partei nur einen Kandidaten aufgestellt hatte.
Bürgermeister 1998–2003: Walter Kirchhof. 2003–2020: Ditmar Gurk (Wählergruppe Lichterfeld-Schacksdorf-Lieskau)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 24 seit 2020: Christoph Drangosch (Wählergruppe Lichterfeld-Schacksdorf-Lieskau)
Drangosch wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 89,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024
Sehenswürdigkeiten miniatur|rechts|Besucherbergwerk F60 In der Liste der Baudenkmale in Lichterfeld-Schacksdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.
Das Besucherbergwerk Abraumförderbrücke F60, eine stillgelegte Förderbrücke am Bergheider See im Ortsteil Lichterfeld, ist heute ein Freilichtmuseum mit überregionalem Ruf. Durch Konzertveranstaltungen sowie verschiedene Klang- und Lichtinstallationen ist die Anlage ein touristischer Anziehungspunkt.
Verkehr Die Landesstraße 60 führt durch die Ortsteile Schacksdorf und Lichterfeld. Die Bundesstraße 96 durchquert den Ortsteil Lieskau.
mini|Lausitzflugplatz Finsterwalde/Schacksdorf Der Lausitzflugplatz Finsterwalde/Schacksdorf befindet sich zum Teil auf dem Gebiet der Gemeinde.
Persönlichkeiten Wilfried Kürschner (* 1945), Sprachwissenschaftler, in Lichterfeld geboren Ronny Kirchhof (* 1969), Radrennfahrer, in Lichterfeld geboren
Weblinks
Einzelnachweise Zusammenschluß der Gemeinden Lichterfeld und Schacksdorf (Amt Kleine Elster (Niederlausitz)) zu einer neuen Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 18. Dezember 1997. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 2, 22. Januar 1998, S. 24. Eingliederung der Gemeinde Lieskau in die Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 21. Dezember 1998. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 10. Jahrgang, Nummer 5, 9. Februar 1999, S. 70.
Kategorie:Ort in der Niederlausitz Kategorie:Gemeindegründung 1997