Hemmersheim (fränkisch: Hämmaschi und HammaschiE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 85. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „hęməšii“ und „hąməšii“.) ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geographie Das gesamte Gemeindegebiet liegt in der Ebene des Gollachgaus und besteht größtenteils aus Acker- und Grünflächen. Durch den Hauptort und Lipprichhausen fließt die Gollach. Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Gülchsheim (Pfarrdorf) Hemmersheim (Pfarrdorf) Lipprichhausen (Pfarrdorf) Obere Mühle (Einöde) Pfahlenheim (Kirchdorf) Untere Mühle (Einöde)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Gülchsheim, Hemmersheim, Lipprichhausen und Pfahlenheim. Die Gemarkung Hemmersheim hat eine Fläche von 8,729 km². Sie ist in 799 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10925,18 m² haben.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Oberickelsheim, Gollhofen, Simmershofen, Creglingen, Aub, Gelchsheim, Ochsenfurt.

Geschichte Der Ort wurde im Jahre 914 als „Hamersheim“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Hamheri.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 99. Laut dieser Urkunde tauschte das Kloster Fulda mit einem Adeligen namens Guntherius Güter. Dabei erhielt dieser u. a. eine Hube in Hemmersheim. Lehensherr war das Hochstift Würzburg.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 85f. Das Hochgericht übte das würzburgische Amt Aub aus.G. P. Hönn: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises, S. 111. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Hemmersheim aus 48 Anwesen. Grundherren waren das Hochstift Würzburg ( der Anwesen), die Deutschordenskommende Mergentheim (ein knappes ) und Brandenburg-Ansbach (einige Anwesen).J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 570. Brandenburg-Ansbach nahm mit der Reformation evangelischen Glauben an. Seitdem gab es im Ort zwei Kirchen, zwei Schulen und zwei Friedhöfe.R. Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim, S. 60.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Hemmersheim dem Steuerdistrikt Lipprichhausen zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Hemmersheim. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Ab 1862 war das Bezirksamt Uffenheim für die Verwaltung der Gemeinde zuständig (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,737 km².

Eingemeindungen Am 1. Januar 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinden Gülchsheim, Lipprichhausen und Pfahlenheim eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Teile einiger alteingesessener Familien aus Lipprichhausen und Gülchsheim sind nachweislich vor Jahrhunderten in den heutigen Landkreis Würzburg abgewandert und haben sich dort in Geroldshausen, Herchsheim und Uengershausen dauerhaft niedergelassen.Fritz Mägerlein: Rund um Uffenheim (Uffenheimer Land). S. 175. Ihre Nachfahren leben bis heute in diesen Ortschaften.

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl der Gemeinde Hemmersheim von 698 auf 646 um 52 Einwohner bzw. um 7,5 %. Gemeinde Hemmersheim Jahr 1987 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022Einwohner 710 689 672 676 679 702 686 685 675 648 647 652 646 641 629 637 631Häuser 198 215 216 216 218 219 219 220 221 221 229Quelle

Ort Hemmersheim (= Gemeinde Hemmersheim bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 378 366 370 362 332 345 343 354 364 315 314 322 339 354 368 341 327 324 331 636 577 476 293 296 220 224HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2022 als Wohngebäude. 64 66 61 61 63 61 65 62 61 65 Quelle Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt 364 Einwohner.

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim. Gemeinderat Die Kommunalwahlen seit 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat +Liste202020142008%SitzeSitzeSitzeFreie Wählergemeinschaft Hemmersheim32,5333Freie Wählergemeinschaft Gülchsheim32,8323Liste Lipprichhausen17,9111Freie Wählergemeinschaft Pfahlenheim16,8121

Bürgermeister Karl Ballmann (Freie Wählergemeinschaft Hemmersheim) ist Bürgermeister von Hemmersheim. Er wurde am 15. März 2020 mit 92,3 % der Stimmen gewählt.

Wappen und Flagge

Die gleichzeitig genehmigte schwarz-gelb-rote Gemeindeflagge wird nicht verwendet.

Bau- und Bodendenkmäler

Evangelische Kirche (Gülchsheim) St. Kilian (Hemmersheim) St. Maria (Lipprichhausen) St. Ursula und Wendelin (Pfahlenheim)

Verkehr Die Kreisstraße NEA 41/WÜ 44 führt nach Aub zur Staatsstraße 1003 (2,6 km südwestlich) bzw. nach Gollachostheim (3,5 km östlich). Die Kreisstraße NEA 47 führt nach Gülchsheim (2,1 km nördlich) bzw. zur Staatsstraße 2256 bei Auernhofen (4 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Oellingen zur Staatsstraße 2269 (§ km nordwestlich).

Söhne und Töchter der Gemeinde Peter Neckermann (1842–1902), Reichstagsabgeordneter (Zentrum) Georg Ries (1872–1947), Volkskundler, Liedersammler und Politiker (DDP)

Literatur

Fritz Mägerlein: Rund um Uffenheim (Uffenheimer Land). Uffenheim 1977.

Weblinks

Website der Gemeinde Hemmersheim

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ersterwähnung 914