Der Turn- und Sportverein Grün-Weiß Dankersen-Minden e. V. (kurz TSV GWD Minden, GWD Minden oder GWD) ist ein Sportverein aus der ostwestfälischen Stadt Minden in Nordrhein-Westfalen, der vor allem durch die Erfolge seiner Handballsparte bekannt ist. Der Spielbetrieb der Bundesligamannschaft, die unter dem damaligen Namen TSV Grün-Weiß Dankersen zu den Gründungsmitgliedern gehört und derzeit in der Handball-Bundesliga spielt, ist in die GWD Minden Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG ausgelagert. In der Ewigen Bundesliga-Tabelle belegt sie derzeit den achten Platz. Die Zahl der Mitglieder beläuft sich auf 746. Der Verein war in allen vom Deutschen Handballbund neu eingerichteten oder eingleisig gestalteten bundesweiten Spielklassen im Männerbereich Gründungsmitglied.

Vereinsgeschichte 1924 bis 1926 – Die Gründung des Vereins Am 31. Mai 1924 fand in der Gastwirtschaft Chr. Piepenbrink in Dankersen – einem Ort mit etwa 5000 Einwohnern (seit der Gebietsreform 1973 ein Stadtteil Mindens) – die Gründungsversammlung einer Deutschen Turnerschaft statt. Während der Versammlung traten 45 Mitglieder männlichen Geschlechts dem zunächst reinen Turnverein bei. Es wurde ein provisorischer Vorstand unter dem Vorsitz von Anton Buhrmester gewählt. Am 20. Juni bestimmten die Mitglieder die Vereinsfarben Grün-Weiß und den Vereinsnamen „Turnverein Deutsche Eiche Dankersen DT“. Offiziell anerkannt wurde der Verein am 26. November mit der Genehmigung der beschlossenen Satzung durch das Amtsgericht Minden.vgl. Koch, 2014, S. 33 f.

Geschichte der Handballabteilung 1926 bis 1945 – Die frühen Vereinsjahre, NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg Saisondaten 1926–1939 Saison Liga Pl. Tore Punkte 1926/27 nicht am Spielbetrieb teilgenommen 1927/28 nicht am Spielbetrieb teilgenommen 1928/29 Bezirksklasse Nord 1 ?:? ?:? 1929/30 Gauklasse Gruppe A 1 ?:? 18:2 1930/31 Gauklasse Gruppe A 2 ?:? 15:5 1931/32 Gauklasse Gruppe A 1 ?:? 15:1 1932/33 Meisterklasse ? ?:? ?:? 1933/34 Bezirksklasse ? ?:? ?:? 1934/35 Bezirksklasse 2 ?:? 18:6 1935/36 Bezirksklasse 2 112:85 20:8 1936/37 Bezirksklasse 1 106:78 20:8 1937/38 Bezirksklasse 1 130:75 24:4 1938/39 Bezirksklasse 4 99:103 12:12 grün unterlegt: Aufstiegrot unterlegt: Abstieg

Es ist bislang nicht endgültig geklärt, wann genau der Handballsport seinen Anfang beim TV Eiche hatte. Spätestens aber im Sommer 1927 nahm erstmals eine Jugendmannschaft am Spielbetrieb teil. Die Herren starteten in der Saison 1928/29 in der Bezirksliga und erreichten durch den ersten Tabellenplatz das Aufstiegsspiel zur Gauklasse, welches gegen den MTV Minden II jedoch mit 4:6 verloren wurde. Durch eine Neueinteilung der Spielklassen aufgrund steigender Meldezahlen wurde ein Entscheidungsspiel gegen TV Jahn Minden II notwendig. Durch einen 3:2-Erfolg gelang der Aufstieg. In der Gauklasse wurde erneut der Staffelsieg geholt. Die folgende Aufstiegsrunde zur Meisterklasse wurde nicht erfolgreich bestritten. Nach einem zweiten Platz in der Saison 1930/31, klappte der Aufstieg eine Saison später durch einen 5:3-Sieg gegen den TV Altenhagen und somit wurde die Saison 1932/33 in der Meisterklasse gespielt.

Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten und die damit verbundene Gründung von Fachverbänden verlor die Deutsche Turnerschaft die Austragung der Meisterschaftsspiele im Handball an die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik. Es kam zu einem Kompetenz-Streit, den beide Verbände erst Mitte September 1933 beendeten, indem sie sich auf die Austragung gemeinsamer Meisterschaften einigten. Obwohl der Minden-Ravensberger Turnbezirk in seiner Spielklasseneinteilung den TV Eiche weiterhin der Meisterklasse zugeordnet hatte, verlor man den Platz in der höchsten Spielklasse aufgrund einer Neuorganisation der Spielklassen und wurde in die Bezirksklasse eingeordnet. In der Saison 1933/34 konnte der Abstieg knapp verhindert werden.

Die folgenden vier Jahre verliefen besser. Auf zwei zweite Plätze, folgten zwei Staffelsiege. In den Saisons 1936/37 und 1937/38 erreichte man bei den ostwestfälischen Bezirksmeisterschaften jedoch nicht den benötigten zweiten Platz, um an den Aufstiegsspielen teilzunehmen. Die letzte Saison vor Kriegsausbruch beendete der TV Eiche auf Rang vier. Danach kam der Spielbetrieb fast komplett zum Erliegen. Einzelne Versuche eine Meisterschaft auszutragen, schlugen aufgrund der vielen Wehrmachts-Einberufungen junger Männer immer wieder fehl. Ende Oktober 1941 wurde das vermutlich letzte Meisterschaftsspiel vor 1946 gegen den TuS Minderheide mit 3:11 verloren.

1945 bis 1961 – TSV Grün-Weiß Dankersen Bilanz und Erfolge 1946–1961 Saison Feldhandball Hallenhandball 1946 Aufstieg in Gauklasse diverse Titel aufKreis- und Bezirksebene 1947 Aufstieg in Oberliga 1948 Oberliga 1949 Abstieg aus Oberliga 1950 3. Platz Gauklasse 1951 Pokalsieger Westfalen 1952 2. Platz Landesliga 1953 1. Platz Landesliga 1954 Aufstieg in Oberliga 1955 4. Platz Oberliga Ostwestfalenmeister 1956 2. Platz Oberliga Vize-West-DM 1957 Oberliga 3. Platz West-DM 1958 Westfalenmeister Vize-Westfalenmeister 1959 Oberliga Vize-Westfalenmeister 1960 Westfalenmeister Vize-Ostwestfalenmeister 1961 Zwischenrunde DM Vize-Westfalenmeister

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein am 21. Oktober 1945 neu gegründet. Da der Name „Eiche“ nicht mehr weitergeführt werden durfte, wurde am 6. April 1946 während einer Monatsversammlung der neue Vereinsname TSV Grün-Weiß Dankersen (GWD) gewählt.

1961 bis 1980 – Meisterschaften im Feld- und Hallenhandball, nationale und internationale Pokalsiege Feldhandball Saisondaten Feld 1961–1975 Saison nur Endrunde der deutschen Meisterschaft 1962 Finale 1963 Halbfinale 1964 Finale 1965 Finale 1966 nicht qualifiziert Saison Liga Platz Tore Punkte 1967 Bundesliga Nord 1 248:184 33:3 1968 Bundesliga Nord 2 212:193 23:13 1969 Bundesliga Nord 1 304:200 34:2 1970 Bundesliga Nord 2 212:151 20:8 1971 Bundesliga Nord 2 181:161 19:9 1972 offiziell nur eine Pokalrunde 1973 Bundesliga nicht teilgenommen Saison nur Endrunde der deutschen Meisterschaft 1974 nicht teilgenommen 1975 nicht teilgenommen gold unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft

Zwischen den Jahren 1921 und 1975 gab es in Deutschland Feldhandball-Meisterschaften. In den 1960er Jahren spielte Grün-Weiß Dankersen sehr erfolgreich um die Meisterschaft mit. Der 1967 eingeführten Feldhandball-Bundesliga gehörte der Verein in sechs der sieben Sommerspielzeiten ihrer Existenz an. In der Saison 1967 gelang es dem TSV nach drei Vizemeisterschaften erstmals auch das Finalspiel zu gewinnen und deutscher Feldhandballmeister zu werden, der erste deutsche Meistertitel der Vereinsgeschichte. 1970 und 1971 folgten zwei weitere Titel. Nach dem Ende der Saison 1972 zog Grün-Weiß sich allerdings aus dem Feldhandball zurück. In den Jahren 1968 bis 1970 gewann man als einzige Mannschaft den Feldhandball-Europapokal. Bei allen drei Austragungen blieb man ohne Punktverlust.

Hallenhandball Saisondaten Halle 1961–1980 Saison nur Endrunde der deutschen Meisterschaft 1962 Vorrunde 1963 nicht qualifiziert 1964 nicht qualifiziert 1965 Finale 1966 nicht qualifiziert Saison Liga Pl. Tore Punkte Pokal 1966/67 Bundesliga Nord 2 290:215 19:9 1967/68 Bundesliga Nord 2 237:176 21:7 1968/69 Bundesliga Nord 4 240:200 15:13 1969/70 Bundesliga Nord 2 220:188 20:8 1970/71 Bundesliga Nord 1 210:178 20:8 1971/72 Bundesliga Nord 3 201:181 18:10 1972/73 Bundesliga Nord 2 227:168 23:5 1973/74 Bundesliga Nord 3 314:251 24:12 1974/75 Bundesliga Nord 2 333:292 25:11 P 1975/76 Bundesliga Nord 2 302:259 24:12 P 1976/77 Bundesliga Nord 1 356:279 30:6 2R 1977/78 Bundesliga 3 448:401 38:14 1R 1978/79 Bundesliga 6 462:417 31:21 P 1979/80 Bundesliga 6 401:425 27:25 AF gold unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaftgelb unterlegt: DHB-Pokalsieger

Als Westfalenmeister 1966 qualifizierte sich GWD erst über die Zwischenrunde der Westdeutschen Meisterschaft als einer von vier Vereinen aus dem Westdeutschen HV für die neu geschaffene Bundesliga. In der Nordstaffel der zweigleisigen Liga entwickelte sich sofort eine Rivalität mit dem VfL Gummersbach. In den elf Jahren der Zweigleisigkeit wurde GWD zwei Mal Erster und sechs Mal Zweiter (immer hinter Gummersbach) und landete immer unter den besten vier Mannschaften. 1971 gelang durch einen 14:10 (10:4)-Erfolg im Finale gegen den TV Großwallstadt der Gewinn der Deutschen Meisterschaft. 1975 und 1976 war GWD als Deutscher Vizemeister jeweils für das Endspiel um den 1975 neu geschaffenen DHB-Pokal gesetzt und qualifizierte sich beide Male für den Europapokal der Pokalsieger (erst seit der Saison 1976/77 wird eine 'richtige' Pokalrunde gespielt). 1977 wurde GWD abermals im Endspiel gegen den TV Großwallstadt (21:20) zum zweiten Mal Deutscher Meister im Hallenhandball und ging damit als Titelverteidiger in die erste eingleisige Bundesligaspielzeit.

1980 bis 1995 – Zwei Abstiege, zwei Wiederaufstiege, TSV GWD Minden Saisondaten 1980–1995 Saison Liga Pl. Tore Punkte Pokal 1980/81 Bundesliga 12 375:380 19:33 VF 1981/82 2. Bundesliga Nord 1 441:368 36:8 AF 1982/83 Bundesliga 7 434:445 22:26 1R 1983/84 Bundesliga 8 459:466 25:27 1R 1984/85 Bundesliga 8 488:501 23:29 AF 1985/86 Bundesliga 13 515:608 14:38 2R 1986/87 2. Bundesliga Nord 3 565:548 33:19 1R 1987/88 2. Bundesliga Nord 3 587:529 34:18 2R 1988/89 2. Bundesliga Nord 4 486:468 30:22 AF 1989/90 2. Bundesliga Nord 10 515:504 25:27 1R 1990/91 2. Bundesliga Nord 5 544:510 32:20 2R 1991/92 2. Bundesliga Nord 3 655:479 45:7 2R 1992/93 2. Bundesliga Nord 3 568:467 35:17 3R 1993/94 2. Bundesliga Nord 2 837:697 53:15 2R 1994/95 2. Bundesliga Nord 1 920:720 60:8 3R grün unterlegt: Aufstiegrot unterlegt: Abstieg

Erstmals musste GWD nach der Saison 1980/81 in die 2. Bundesliga absteigen. Doch bereits ein Jahr später war GWD wieder Erstligist. Ein erneuter Abstieg fand in der Saison 1985/86 statt. Nach neun Jahren gelang GWD Minden in der Saison 1994/95 dann der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga. Am 2. November 1985 gab es einen erneuten Namenswechsel zu TSV GWD MindenKnicker, Jürgen: Turbulente Generalversammlung bei GW Dankersen. Entlastung erst im zweiten Anlauf. Helmut Meisolle neuer Vorsitzender / Ab sofort Namensänderung in GWD Minden. In: Mindener Tageblatt, Nr. 255, 4. November 1985, S. 26., da man sich dadurch ein größeres Interesse der Sponsoren erhoffte.

1995 bis 2002 – Große Investitionen, Fast-Insolvenz und Enttäuschungen Saisondaten 1995–2002 Saison Liga Pl. Tore Punkte Pokal 1995/96 Bundesliga 14 688:735 22:38 AF 1996/97 Bundesliga 11 776:810 25:35 3R 1997/98 Bundesliga 10 705:703 25:31 3R 1998/99 Bundesliga 10 706:725 27:33 3R 1999/00 Bundesliga 7 872:818 42:26 HF 2000/01 Bundesliga 9 979:969 40:36 HF 2001/02 Bundesliga 9 935:945 36:32 VF

Das erste Jahr nach dem Wiederaufstieg unter dem neuen Trainer Jürgen Kloth verlief weitgehend ruhig. Mit einem guten Saisonstart und Siegen gegen die drei Top-Teams der Liga (zu Hause gegen den THW Kiel und den TBV Lemgo, auswärts bei der SG Flensburg-Handewitt) legte man früh den Grundstein für den Klassenerhalt. Dass die beiden Absteiger HSV Düsseldorf und VfL Bad Schwartau heißen würden, zeichnete sich bereits in der Hinrunde ab. GWD konnte früh für ein weiteres Jahr in der Bundesliga planen und Transferaktivitäten anschieben.

mini|links|Vlado Šola