Ergersheim (fränkisch: ArgeschiE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 49. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „argɘši“.) ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern).

Geografie Geografische Lage Das südwestliche Gemeindegebiet besteht aus Acker- und Grünflächen und wird vom Seenheimer Mühlbach, einem linken Zufluss der Rannach, durchflossen. Das nordöstliche Gemeindegebiet besteht aus Waldflächen mit Erhebungen, die zu den Ausläufern des Steigerwaldes zählen. Es ist größtenteils ein Naturschutzgebiet.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Ergersheim (Pfarrdorf) Ermetzhofen (Pfarrdorf) Kellermühle (Einöde) Neuherberg (Kirchdorf) Obermühle (Einöde) Seenheim (Pfarrdorf)

Ermetzhofen Bahnhof zählt zum Gemeindeteil Neuherberg und Rummelsmühle zum Gemeindeteil Ergersheim.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Ergersheim, Ermetzhofen, Neuherberg und Seenheim. Die Gemarkung Ergersheim hat eine Fläche von 14,303 km². Sie ist in 1374 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10410,10 m² haben.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Markt Nordheim, Bad Windsheim, Burgbernheim, Gallmersgarten, Uffenheim.

Geschichte Archäologische Spuren früher Siedlungstätigkeit wurden an zahlreichen Stellen auf dem Gemeindegebiet gefunden, unter anderem bedeutende jungneolithische Siedlungsspuren auf dem Dachsberg und dem Dolinenfeld Am Hahnenbuck.

Der Ort wurde in einer Urkunde, die im Zeitraum von 780 bis 802 entstand, als „Argisesheim“ erstmals erwähnt. Am 25. Dezember 822 wurde er in einer Urkunde des Kaisers Ludwig des Frommen als „Angaranheim“ erwähnt. Die heutige Form findet sich erstmals in einer Urkunde aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Harigēr, der Personenname des Siedlungsgründers.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 49 ff.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 65.

Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit hatte der Deutschorden das Patronat in Ergersheim. Unter Pfarrer Eucharius Lützmann wurde dennoch die Reformation nach der markgräflichen Kirchenordnung eingerichtet. Lützmann heiratete danach.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ergersheim 129 Anwesen. Das Hochgericht übte das ansbachische Oberamt Uffenheim aus. Das Kasten- und Stadtvogteiamt Uffenheim war Grundherr von 36 Anwesen.

Von 1791 bis 1806 waren die fränkischen Markgrafschaften und damit auch Ergersheim preußisches Territorium. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Uffenheim. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Ergersheim gebildet. Zu diesem gehörten Rummelsmühle, Seemühle und Wiebelsheim. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Ergersheim, zu der Rummelsmühle und Seemühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Ab 1862 war das Bezirksamt Uffenheim für die Verwaltung der Gemeinde zuständig (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 14,357 km².

Eingemeindungen Anlässlich der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1974 die Gemeinde Ermetzhofen eingegliedert. Diese hatte am 1. Januar 1972 die Orte Neuherberg und Seenheim aufgenommen.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1025 auf 1071 um 46 Einwohner bzw. um 4,5 %. Gemeinde Ergersheim Jahr 1987 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018Einwohner 1047 1138 1136 1105 1093 1127 1113 1121 1077 1086 1111 1079 1071Häuser 276 345 346 346 345 345 345Quelle

Ort Ergersheim (= Gemeinde Ergersheim bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 637 746 808 822 763 729 718 716 722 769 740 709 688 699 668 646 622 613 587 842 840 750 579 554 555 653HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2018 als Wohngebäude. 150 143 155 158 146 146 143 140 142 142 Quelle Für die Gemeinde Ergersheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Rummelsmühle (S. 24) und Seemühle (S. 85). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt 748 Einwohner.

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist weiß-schwarz-gelb.

Gemeindepartnerschaften Ergersheim (Bas-Rhin) in Frankreich

Bau- und Bodendenkmäler

Sport Der Sportverein Ergersheim bietet in verschiedenen Sparten Möglichkeiten der sportlichen Betätigung an. Bisweilen werden 328 Mitglieder (Stand: 2007) geführt, die sich in den Tischtennis-, Aerobic- und Fußballabteilungen engagieren.

Wirtschaft und Infrastruktur Weinbau Ergersheim ist ein fränkischer Weinort, der an der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße liegt. Am Ergersheimer Altenberg werden auf einer Fläche von etwa 15 Hektar folgende Rebsorten angebaut: Müller-Thurgau, Silvaner, Bacchus, Blauer Silvaner, Rieslaner und Ortega als weiße Rebsorten und Domina, Spätburgunder, Frühburgunder, Dornfelder und Cabernet Dorsa als rote Rebsorten. Alljährlich findet am dritten Wochenende im Juni ein Straßenweinfest mitten im Ort statt. Ein Tag rund um die Ergersheimer Weinberge („Ergersheimer Weinberge erleben und genießen“) lädt ein, die abwechslungsreiche Natur um Ergersheim näher kennenzulernen und dabei die Weine des Ergersheimer Altenbergs zu genießen.

Verkehr Die Staatsstraße 2252 führt nach Neuherberg zur Bundesstraße 13 (3,3 km westlich) bzw. an Wiebelsheim vorbei zur Bundesstraße 470 bei Bad Windsheim (5,1 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Pfaffenhofen (1,7 km südwestlich), nach Buchheim (1,7 km südlich) und nach Seenheim (2,5 km nordwestlich).

Sonstiges mini|Fällversuch mit einem Dechsel beim Ergersheimer Experiment im März 2011

Seit 2011Anm.: Wegen der COVID-19-Pandemie in Deutschland nicht 2020 und 2021. finden jährlich im März die „Ergersheimer Experimente“ im gemeindeeigenen Rechtlerwald statt. Es handelt sich um eine fortlaufende Reihe archäologischer Experimente erprobt praktisch neolithische Baumfäll- und Holzbearbeitungstechniken mit nach archäologischen Befunden rekonstruierten steinzeitlichen Werkzeugen. Die aufeinander aufbauenden Experimente werden von Wissenschaftlern verschiedener Institutionen, zusammen mit Archäotechnikern und interessierten Laien durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Versuche werden in internationalen Fachpublikationen veröffentlicht.TV-Beitrag: auf der Mediathek des Bayerischen Fernsehens vom 25. April 2014Ergersheimer Experimente Website der Veranstaltung, 2011–2021, abgerufen am 9. Juni 2021.

Siehe auch Ponor am Hahnenbuck

Literatur

Weblinks

Gemeinde Ergersheim

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Weinort in Franken Kategorie:Ersterwähnung im 8. Jahrhundert

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim