Der Camaro ist ein als zweitüriges Coupé oder Cabriolet gebauter Sportwagen der zum US-amerikanischen Automobilhersteller General Motors (GM) gehörenden Automobilmarke Chevrolet. Der für amerikanische Verhältnisse kompakte Wagen entstand als Konkurrenz zum Ford Mustang und wurde als typischer Vertreter der Pony Cars zu einem beliebten 2+2-Sitzer. GM bezeichnete die Hardtop-Coupé-Version, bei der die B-Säule fehlte, als „Sport Coupé“. Der Verkauf begann am 29. September 1966 mit dem ´67er Modelljahr.Die zeitliche Zuordnung von Automobilen erfolgt in den USA in erster Linie anhand von Modelljahren. Modelljahre weichen von Kalenderjahren in der Regel ab. Bei den meisten Herstellern beginnt bereits im Spätsommer eines Jahres nach den Werksferien, in denen Fertigungsstraßen den neuen Modellen angepasst werden, ein neues Modelljahr. Üblicherweise liegt dies im September oder Oktober. Im Kalenderjahr 1966 wurden noch rund 90.000 Camaros produziert. Damit war der Wagen ein Verkaufserfolg.

Der Camaro wurde mit Reihen-Sechszylinder- und V8-Motoren angeboten. Die leistungsstarken Super-Sport-Modelle und die Z/28-Variante zählen zu den Muscle-Cars.

In den drei Produktionsjahren der 1. Generation liefen rund 700.000 Fahrzeuge vom Band. Er wurde ohne Unterbrechung bis zum Jahr 2002 in vier Generationen produziert. Nach siebenjähriger Pause kam 2009 die fünfte Generation auf den Markt, die 2015 von der sechsten Generation abgelöst wurde. Der Pontiac Firebird basiert auf der gleichen Plattform mit Frontmotor und Hinterradantrieb.

Entstehungsgeschichte GM hatte für das große Marktsegment der sportlichen Kompaktmodelle zum Ende der 1960er Jahre den Corvair Monza zu bieten. Nachdem klar war, dass der Ford Mustang in Produktion gehen würde, beauftragte das General-Motors-Management den Chefdesigner Henry C. Haga vom Chevrolet-Styling-Studio 2, einen weiteren Sportwagen zu entwerfen, wobei für das Styling des Innenraums George Angersbach verantwortlich war. General Motors hoffte, dass Corvair und Camaro gemeinsam den Markt führen und dem Ford Mustang Marktanteile rauben würden.

Neben dem Viersitzer wurde 1964 erwogen, einen zweisitzigen Roadster, einen Kombi und ein Fließheck ähnlich dem Chevy II zu konstruieren. Zu den frühen Entwürfen aus dem Jahr 1964 gehören der XP-196X „Super Shark“, der bis zum Tonmodell entwickelt wurde, und der weiterentwickelte Prototyp XP-386. Letztlich entschied General Motors, ein Coupé und ein Cabriolet mit einem größeren Innenraum auf einer vorhandenen Plattform zu bauen. Der Wagen trug während der Entwicklung und der vorgelagerten Werbekampagne verschiedene Namen wie „Panther“, „Wildcat“ und „Chaparral“.

Schließlich wurde das Projekt unter dem Codenamen „Panther“ fertigentwickelt und am 28. Juni 1966 dem Fachpublikum und Journalisten vorgestellt. Dieser Name wurde jedoch verworfen, weil zu diesem Zeitpunkt neue Chevrolet-Modelle mit „C“ im Namen (wie Corvette, Chevelle, Chevy II, Chevette, Caprice und Corvair) starten sollten. Letztlich erhielt er den Namen Camaro. Laut Chevrolet leitet sich der Name aus dem französischen Wort camarade ab, was sich mit „Kamerad“ oder „Freund“ übersetzen lässt. Während der Pressekonferenz wurde der Chevrolet Generalmanager Elliot M. „Pete“ Estes von einem Journalisten gefragt: „Was ist ein Camaro?“. Seine kurze und knappe Antwort lautete:

Herstellung Alle Camaros der ersten Generation von 1966 bis 1969 wurden in den US-amerikanischen Werken der Fisher Body Co., welche eine GM Division war, in Norwood, Ohio und Van Nuys/Los Angeles, Kalifornien gebaut oder außerhalb der USA in Werken wie GM Continental in Antwerpen in Belgien, der Schweiz bei General Motors Suisse in Biel/Bienne, GM de Venezolana in Caracas in Venezuela und GM del Peru in Lima in Peru sowie in der Yutivo Fabrik in Manila auf den Philippinen montiert. Dabei wurden die Fahrzeugteile in einer Holzkiste in die Montagewerke geliefert und dort zusammengebaut. Die Kisten wurden in Bloomfield (New Jersey) bestückt und von GM Overseas Operations gemanagt. Es wurden komplette Karosserien, die Motoren und Getriebe sowie ein Großteil der Innenausstattung verpackt.Ein ähnliches Verfahren praktizierten die USA bereits mit dem Versand und Transport der Jeeps in Kriegsregionen des 2. Weltkriegs und des Koreakriegs, welches ebenfalls fast komplett montiert in Holzkisten verpackt waren. Starterbatterie, Reifen, Teile der Innenausstattung und ähnliches wurde erst in den Montageländern beschafft. Die Fahrzeuge erhielten eine eigene Codierung für die Fahrgestellnummern, welche nicht mit der Codierung der US-Fahrzeuge vergleichbar war. So wurden im Jahr 1967 rund 1200 und 1968 gut 1248 Fahrzeuge ins Ausland verschickt. Für Europa sind die in der Schweiz und Belgien montierten Fahrzeuge am interessantesten.

Schweizer Camaros Bei den 1967 in der Schweiz montierten Autos handelte es sich allesamt um Coupés mit dem 4,6 Liter (283 in3) großen V8-Motor, der 198 brutto SAE-HP (ca. 146 kW) bei 4800 Umdrehungen pro Minute und 386 Nm (285 lb-ft) bei 2400 Umdrehungen pro Minute leistete. Dieser kleinste GM-V8-Motor war bei den in den USA gebauten Camaros nicht verfügbar. Im Jahr 1968 wurde der 5,4-Liter-Motor (327 in3) mit 210 brutto SAE-HP (157 kW) verwendet, der SS350 mit dem L48-Motor war ebenfalls erhältlich. Als Getriebe fanden entweder die Powerglide-Automatik oder ein manuelles 4-Gang-Getriebe Verwendung. Die meisten Autos hatten Optionen wie elektrische Fensterheber, Heckscheibenheizung, Mittelkonsole, Scheibenbremsen mit Bremskraftverstärker, Servolenkung und das Deluxe-Interieur. Alle Fahrzeuge besaßen einen Tachometer mit km/h-Skale. Die in der Schweiz gebauten Camaros waren nicht mit dem Dreigang-Schaltgetriebe erhältlich und hatten serienmäßig eine Differentialsperre. Einige sonst zusätzlichen Sicherheitsausrüstungen waren ebenfalls serienmäßig. 1967 wurden 211 Fahrzeuge produziert, für die Folgejahre kann die Anzahl nicht bestimmt werden, es waren 1968 aber mindestens 80 Fahrzeuge.

Belgische Camaros Die in Antwerpen gebauten Autos hatten entweder den L26 Sechszylinder-Reihenmotor mit 140 brutto SAE-HP oder einen 5,4-Liter-Motor (327 in3) – offenbar verwendeten die 1967er Autos den LF7 5,4 Liter (327 in3) mit 210 brutto SAE-HP (157 kW) starken Motor und die 68er Autos den L30 mit ebenfalls 5,4 Liter (327 in3), allerdings mit 275 brutto SAE-HP (205 kW). Die Getriebe waren entweder die Powerglide-Automatik oder ein 4-Gang-Schaltgetriebe. Sie waren gut ausgestattet und verfügten häufig über Scheibenbremsen, Servolenkung, Mittelkonsole, Heckscheibenenteisung, einen umklappbaren Rücksitz und das Deluxe-Interieur. Alle Fahrzeuge besaßen einen Tacho mit km/h-Skale.

Das belgische Werk hat die in den USA produzierten 1967er bis 1969er Camaros für den europäischen Markt homologiert, indem es Markierungsleuchten und Sicherheitsgurte nach europäischer Spezifikation sowie weitere europäische Anforderungen hinzugefügte. 1967 homologierte Fahrzeuge erhielten eine Antwerpener Fahrgestellnummer. Bei den 1968er und 1969er Fahrzeugen, die homologiert wurden, wurden Antwerpener Typenschilder zusätzlich zur US-Fahrgestellnummer montiert. Wenn der Wagen für den Verkauf in Deutschland bestimmt war, wurde in Antwerpen ein deutsches Homologationsschild an der Spritzwand angebracht. Am Ende des Modelljahrs 1968 endete die Produktion von Chevrolet in Antwerpen, die 1969er Fahrzeuge wurden direkt aus den USA importiert.

Eines der einzigartigen Merkmale, das vom Antwerpener Werk installiert wurde, waren Schiebedächer. Die Schiebedächer wurden von einem deutschen Lieferanten hergestellt und optional sowohl in Antwerpen montierten Fahrzeugen als auch in importierten Fahrzeugen eingebaut. Wenn Schiebedächer eingebaut wurden, wurde ein Vinyldachbezug installiert (um Verzerrungen in der Dachfläche zu verbergen).

Technik

Motoren Chevrolet bot verschiedene Sechszylinderreihen- und V8-Ottomotoren für den Camaro an.

Die V8-Chevrolet-Motoren sind entweder Small Block oder Big Block Motoren. Die Unterscheidung erfolgt durch die Länge des Motorblockes und der Bohrung des Zylinders, der in der Regel weniger als 4 Zoll bzw. 101,6 mm beträgt. Lediglich eine von 1970 bis 1980 gebaute Variante des Small Blocks mit 6,6 Liter (400 in3) hat eine Bohrung von 4,126 Zoll bzw. 104,9 mm. Die Baulänge des Small Blocks ist kürzer als die des Big Blocks. Die Entwicklung des „Small Block Chevrolet“ (SBC) geht auf das Jahr 1954 zurück. Der Entwicklungsauftrag an den Chevrolet-Ingenieur Edward „Ed“ Cole lautete, einen kleinen preiswerten V8-Motor zu entwickeln, eben einen Small Block.

Die Motoren, unabhängig davon, ob mit sechs oder acht Zylindern, sind längs eingebaut. Sie haben eine OHV-Ventilsteuerung mit je zwei hängenden Ventilen pro Zylinder. Klassischerweise werden die Motoren und deren weiterentwickelte Generationen von amerikanischen Automobilmarken mit Namen versehen. So haben auch die im Camaro verwendeten Motoren von Chevrolet Namen. Die 6-Zylinder-Reihenmotoren werden „Turbo-Thrift“ genannt, die V8-Small Block-Motoren „Turbo-Fire“ und die Big Blocks „'Turbo-Jet“.

Die Bezeichnung entspricht meist dem Hubraum in Kubikzoll. Alle Leistungsangaben sind Bruttoangaben nach den Standards J245 und J1995, das heißt prinzipiell nicht mit den technischen Daten der Motoren vergleichbar, die nach DIN 70020 oder ISO 1585 gemessen wurden. Für die SAE-Test wurden für den Betrieb des Motors notwendige, aber leistungsmindernde Bauteile wie Wasserpumpe, Generator und Lüfter entfernt und eine leistungssteigernde Abgasanlage montiert.Camaro History 1967–1969 +Übersicht der MotorenMotorartHubraumLeistungBestellcodeAnzahl in StückBemerkung1967196819696-Zylinder-ReihenmotorenTurbo-Thrift3,8-Liter-R6(230 in3)ca. 104 kW(140 brutto SAE-HP)L2620.64322.32217.5884,0-Liter-R6(250 in3)ca. 116 kW(155 brutto SAE-HP)L2238.16528.64718.6608-Zylinder-V-MotorenSmall-Block-MotorenTurbo-Fire4,9-Liter-V8(302 in3)ca. 216 kW(290 brutto SAE-HP)Z286027.19920.3025,0-Liter-V8(307 in3)ca. 149 kW(200 brutto SAE-HP)L14 - -68.487ab Januar 19695,4-Liter-V8(327 in3)ca. 157 kW(210 brutto SAE-HP)LF7102.409124.87044.746bis Januar 1969ca. 205 kW(275 brutto SAE-HP)L3025.28721.586 -bis Januar 19695,7-Liter-V8(350 in3)ca. 190 kW(255 brutto SAE-HP)LM1 - -10.406ab Januar 1969ca. 186 kW(250 brutto SAE-HP)L65 - -26.898ab Januar 1969ca. 220 kW(295 brutto SAE-HP)L4829.27012.49622.339nur SS3508-Zylinder-V-MotorenBig-Block-MotorenTurbo-Jet6,5-Liter-V8(396 in3)ca. 242 kW(325 brutto SAE-HP)L354.00310.7736.752nur SS396ca. 261 kW(350 brutto SAE-HP)L34 -2.5792.018ca. 280 kW(375 brutto SAE-HP)L781.1384.5753.823ca. 280 kW(375 brutto SAE-HP)L78/L89 -272311Aluminium-Zylinderkopf7,0-Liter-V8(427 in3)ca. 317 kW (425 brutto SAE-HP)L72 - -997COPO 9561ca. 321 kW(430 brutto SAE-HP)ZL1 - -69

Getriebe

Der Camaro war mit verschiedenen handgeschalteten und automatischen Getrieben lieferbar, entweder mit Lenkstockschaltung oder Wählhebel oder Schalthebel auf dem Mitteltunnel, je nach gewählten Optionen.

Handgeschaltgetriebe

Für den Camaro waren Dreigang-Synchrongetriebe mit Schrägverzahnung verfügbar. Das Dreiganggetriebe des Zulieferers Saginaw, einer GM-Tochtergesellschaft, war das Basisgetriebe des Camaro. Es hat die Bezeichnung M15 und wurde serienmäßig mit einem Schalthebel an der Lenksäule bedient, ein Schalthebel auf dem Mitteltunnel war auf Wunsch erhältlich (M11). Für die SS-Modelle konnte ein Getriebe bestellt werden, das für höhere Drehmomente ausgelegt war. Anfangs war der Zulieferer dieses als M13 bezeichneten Getriebes BorgWarner, ab 1969 lieferte es Muncie (GM) zu, womit sich die Bezeichnung zu MC1 änderte.