Der ab Anfang 1993 gebaute Chevrolet Camaro ist die vierte Modellgeneration der zum US-amerikanischen Automobilhersteller General-Motors (GM) gehörenden Automobilmarke Chevrolet. In Europa wurde das Modell ab 1997 angeboten und war mit einem 3,8-Liter-V6-Motor mit einer maximalen Leistung von als Coupé und Cabrio verfügbar. Der 5,7-Liter-V8-Motor als Z28 mit einer maximalen Leistung von wurde in Deutschland ausschließlich als Coupé mit T-Tops (zwei herausnehmbaren Glasdachhälften) verkauft. Das neue Modell wurde nicht mehr in Norwood und Van Nuys produziert, wo die letzten 34 Jahre Camaros und Firebirds hergestellte wurden, sondern auf der neu gebauten Produktionslinie am Standort Sainte-Thérèse in der Provinz Québec/Kanada.

Die Einführung der vierten Generation erfolgte Anfang 1993 und war umstritten. Das markante eckige Äußere des Camaro wurde dem Zeitgeist angepasst und geglättet. Die neue Generation wurde von Grund auf neu entwickelt, er war etwas länger (plus 15 mm), höher (plus 22 mm) und breiter (plus 43 mm) als der Vorgänger. Die Windschutzscheibe war mit einem Winkel von 68 Grad (vorher 62 Grad) noch flacher. Der Kofferraum öffnete sich wie beim Vorgänger mit einer großen Klappe, welche mit der Heckscheibe hochschwenkte und einen integrierten Spoiler besaß. Unter der Oberfläche ging man nicht ganz so weit, beispielsweise wurde der Fahrzeugboden und die komplette Hinterachse – wenn auch leicht überarbeitet – von der dritten Generation übernommen. Viele Anbauteile bestanden aus einem Kompositverbundwerkstoff, lediglich die Motorhaube und die hinteren Seitenwände waren aus Stahlblech. Die Vorderradaufhängung bestand aus unterschiedlich langen Querlenkern, hinten wurde die bekannte Mehrlenker-Hinterachse verwendet. Airbags für Fahrer und Beifahrer waren Serie, ebenso ein Antiblockiersystem (ABS) sowie eine Diebstahlwarnanlage.

Im wurde die Produktion der vierten Generation auf Grund immer weiter sinkender Verkaufszahlen eingestellt. Ein weiterer Grund war in der veralteten F-Body-Plattform zu finden. Die Bodengruppe war nicht mehr zeitgemäß und hätte von Grund auf neu konstruiert werden müssen. Da GM keinen Markt sah, erfolgte die Einstellung des Camaros und des Schwestermodells Pontiac Firebird.

Erst nach knapp sieben Jahren Pause nahm GM im Frühjahr 2009 die Produktion der Baureihe mit der fünften Generation wieder auf.

Modellgeschichte mini|hochkant=0.3|Modelllogo der vierten Generation

Angebotene Motoren der 4. Camaro-Generation Tabelle mit technischen Daten zumChevrolet Camaro 4. Generation (Serienmodelle)Chevrolet Camaro207231350346MotorcodeL32L36LT1LS1MotornameGeneral Motors 60° V6 Gen IIBuick 3800 V6 SIISmall Block Chevrolet (LT1 350)General Motors LSMotorartOttomotorMotorarbeitsverfahrenViertaktMotorbauart6-Zylinder-V-Motor, längseingebaut8-Zylinder-V-Motor, längseingebautHubraum3350 cm3(207 in3)3813 cm3(231 in3)5733 cm3(350 in3)5665 cm3(346 in3)Bohrung × Hub92 mm × 84 mm(3,62 in × 3,31 in)97 mm × 86 mm(3,8 in × 3,4 in)101,6 mm × 88,4 mm(4 in × 3,48 in)99 mm × 92 mm(3,898 in × 3,622 in)Bankwinkel60°90°VentilsteuerungOHV, zwei hängende Ventile, zentrale Nockenwelle, Stößelstangen und KipphebelNockenwellenantriebKette Quelle:

Konzeptfahrzeug 1989 Im Jahr 1989 wurde auf der LA Auto Show ein Konzeptfahrzeug mit dem Namen Chevrolet California Camaro IROC gezeigt, das einige Gestaltungselemente mit dem späteren Serienfahrzeug teilte, jedoch Vorderradantrieb hatte. Die Studie zeigt ein Flügeltüren-Fahrzeug mit 2+2 Sitzkonfiguration und wurde in nur sechs Monaten aus einem Modell zu einem fahrbaren Prototyp entwickelt. Sie war 4,73 Meter lang und hatte einen Radstand von 2,64 Metern. Motorisiert war der Prototyp mit einem OHC-V6-Motor.

1993 Das erste ModelljahrDie zeitliche Zuordnung von Automobilen erfolgt in den USA in erster Linie anhand von Modelljahren. Modelljahre weichen von Kalenderjahren in der Regel ab. Bei den meisten Herstellern beginnt bereits im Spätsommer eines Jahres nach den Werksferien, in denen Fertigungsstraßen den neuen Modellen angepasst werden, ein neues Modelljahr. Üblicherweise liegt dies im September oder Oktober. gab es als Coupé, von dem 68.773 Fahrzeuge gebaut wurden, das Cabriolet wurde erst ab 1994 angeboten. Der neue Basis-Camaro erhielt an der Vorderachse Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen, beim Z28 hingegen gab es an allen vier Rädern Scheibenbremsen.

Mit der Vorstellung des neuen Camaro wurden zwei Varianten des Autos angeboten: Die Basis-Version mit einem 3,4-Liter-V6-Motor (L32) mit 60° Gabelwinkel und einer maximalen Leistung von 160 SAE-HP / . In Deutschland wurde der Motor mit angegeben, da es zu diesem Zeitpunkt eine auf Begrenzung bei den Kfz-Versicherungen gab. Die Basisversion wurde in den USA für 13.339 USD angeboten, hatte bereits Sonnenschutzglas und war mit P215/60R16 Reifen auf Stahlrädern mit Radzierblenden bestückt. Der Z28 mit dem 5,7-Liter-V8-Motor der Corvette (Small Block, LT1) und einer maximalen Leistung von 275 SAE-HP / . Für den Z28 musste der Käufer mindestens 17.269 USD über die Theke reichen. Der Z28 erhielt P235/55R16 Räder. Beide Modelle gab es als Coupé mit 4-Stufen-Automatikgetriebe, hier wurde das Turbo-Hydra-Matic-Getriebe 4L60 verwendet oder 5-Gang- (V6-Modelle) bzw. das T-56 6-Gang-Schaltgetriebe von Borg-Warner (V8-Modelle). Kreuzte der Käufer den Z28 in der Bestellliste an, so erhielt er außerdem Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterachse sowie ein Antiblockiersystem, 16x8 Aluminiumräder mit Goodyear GA P235/55R16 Reifen. Goodyear-Reifen GS-C mit einem Geschwindigkeitsindex „Z“ kosteten dann nochmal 144 USD extra. Behielt der Kunde die Standardbereifung, so war die Höchstgeschwindigkeit auf 108 mph (174 km/h) begrenzt. Die herausnehmbaren Dachhälften (T-Tops) kosteten 895 USD zusätzlich. Die Klimaanlage, für ebenfalls 895 USD, war als erstes GM-Modell mit dem Kältemittel R-134a gefüllt. Chevrolet verfolgte weiterhin den Weg, Extras als Ausstattungspakete anzubieten.

Chevrolet bot für den Z28 ein Indy 500 Pace Car Optionspaket an, von dem 663 Fahrzeuge verkauft wurden. Der Serien-Z28 musste dafür nicht wesentlich modifiziert werden, da er bereits in der Serie sehr gut mit den Rennwagen mithalten konnte.

Bei Tests des Z28 durch die Magazine Car & Driver und Motor Trend schaffte der Wagen eine Beschleunigung von 0 auf ca. 100 km/h in 5,3 Sekunden und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 151 mph (243 km/h). Als Testabschluss wurde vermerkt: „biggest bang for the bucks“ (dt. „Größter Schlag für das Geld“). Motorenauswahl Modelljahr 1993Chevrolet Camaro207350MotorcodeL32LT1VIN-CodeSPVerfügbarkeitStandard beim CoupéStandard bei Z28MotornameGeneral Motors 60° V6 Gen IISmall Block ChevroletBremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−1160 SAE-HP bei 4600275 SAE-HP bei 5000max. netto Drehmoment bei min−1271 Nm (200 lbf·ft) bei 3600441 Nm (325lbf·ft) bei 2400Verdichtung9,0 : 110,5 : 1GemischaufbereitungSequential Fuel Injection„Tuned Port“ Mehrpunkt-Saugrohr-Einspritzung (TPI),Elektronische Zündung

1994 Zum Coupé kam das Cabrio hinzu und das Automatikgetriebe 4L60E (vorher 4L60 bzw. TH700) erhielt eine elektronische Steuerung. Für das manuelle T56 6-Gang-Getriebe wurde eine elektronische Schaltempfehlung ergänzt. Weitere Änderungen des Modelljahres betrafen den LT1-Motor, welcher eine sequenzielle Benzineinspritzung erhielt. Der Z28 beschleunigte von 0 auf 60 mph (ca. 98 km/h) in 6,3 Sekunden. Alle Camaros erhielten ein höhenverstellbares Lenkrad, eine Pass Key II genannte Diebstahlwarnanlage und in den USA ganz wichtig: Becherhalter. Chevrolet baute 112.539 Coupés und 7.260 Cabriolets. Motorenauswahl Modelljahr 1994Chevrolet Camaro207350MotorcodeL32LT1VIN-CodeSPVerfügbarkeitStandard beim Coupé, nicht für Z28Standard bei Z28, nicht für BasisMotornameGeneral Motors 60° V6 Gen IISmall Block ChevroletBremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−1160 SAE-HP bei 4600275 SAE-HP bei 5000max. netto Drehmoment bei min−1271 Nm (200 lbf·ft) bei 3600441 Nm (325lbf·ft) bei 2400Verdichtung9,0 : 110,5 : 1GemischaufbereitungSequential Fuel Injection„Tuned Port“ Mehrpunkt-Saugrohr-Einspritzung (TPI),Elektronische Zündung

1995 Eine erste kleine Erweiterung mit der optionalen Traktionskontrolle und Ganzjahresreifen für den Z28. Für die Basisversion gab es zusätzlich einen V6-Motor mit 3,8 Liter Hubraum und einer maximalen Leistung von 200 SAE-HP bzw. als Option. Die V6-Zylinder hatten ein manuelles 5-Gang-Getriebe als Basis, die V8 ein manuelles Getriebe mit 6-Gängen. Ein elektronisches 4-Gang-Automatikgetriebe war als Extra bestellbar. Motorenauswahl Modelljahr 1995Chevrolet Camaro207231350MotorcodeL32L36LT1VIN-CodeSKPVerfügbarkeitStandard beim CoupéOption im CoupéStandard bei Z28MotornameGeneral Motors 60° V6 Gen IIBuick 3800 V6 SIISmall Block ChevroletBremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−1160 SAE-HP bei 4600200 SAE-HP bei 5300275 SAE-HP bei 5000max. netto Drehmoment bei min−1271 Nm (200 lbf·ft) bei 3600313 Nm (230 lbf·ft) bei 4000441 Nm (325lbf·ft) bei 2400Verdichtung9,0 : 19,4 : 110,5 : 1GemischaufbereitungSequenzielle Mehrpunkt-Einspritzung

1996 Es brachte das Ende des kleinen 3,4-Liter-Motors, der 3,8-Liter-Motor wurde Standard. Die maximale Leistung des großen V8-Motor wurde auf 280 SAE-HP bzw. angehoben.

Das ausschließlich in den USA angebotene Top-Modell trug wieder die Bezeichnung SS, abgeleitet von Super-Sport, und war als Coupé und Cabrio ab Jahresmitte erhältlich. Diese Modelle wurden, anders als in den vorangegangenen Modelljahren nicht von General Motors gefertigt, sondern von Street Legal Performance (kurz SLP), einem eigenständigen Tuner und Veredler, vergleichbar mit der M-GmbH bei BMW oder AMG bei Mercedes-Benz. Das Modell, das neben optischen Aufwertungen eine veränderte Abgasanlage und Ram-Air hatte, kam damit auf eine maximale Leistung von bei 5000 min−1 mit einer Verdichtung von 10,4:1. Es war ausgerüstet mit Aluminium-Rädern im Format 17×9 im Corvette ZR1-Stil und Reifen im Format P245/40ZR17. Die Motorhaube bestand aus Kunststoff und hatte eine funktionstüchtige Lufthutze. Motorenauswahl Modelljahr 1996Chevrolet Camaro231350MotorcodeL36LT1VIN-CodeKPVerfügbarkeitStandard beim CoupéStandard bei Z28Standard bei SS-ModellOptional bei SS-ModellMotornameBuick 3800 V6 SIISmall Block ChevroletBremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−1200 SAE-HP bei 5300285 SAE-HP bei 5000305 SAE-HP bei 5500310 SAE-HP bei 5500max. netto Drehmoment bei min−1305 Nm (225 lbf·ft) bei 4000441 Nm (325lbf·ft) bei 2400441 Nm (325lbf·ft) bei 2400441 Nm (325lbf·ft) bei 2400Verdichtung9,4 : 110,5 : 110,5 : 110,5 : 1GemischaufbereitungSequenzielle Mehrpunkt-Einspritzung

1997 Chevrolet feierte den 30. Geburtstag des Camaro mit einem Sondermodell, welches ausschließlich für den Z28 verfügbar war. Mit weißer Lackierung und orangen Streifen, erinnerte es an das 1969er Indy Pace Car. Es besaß ebenfalls weiße Fünf-Speichen-Aluminiumräder. Als Motor kam der bekannte 5,7 Liter V8 zum Einsatz. Dieser leistete bei 5200 min−1. Weiterhin war ein besonderer Camaro SS Z28 verfügbar, der den starken LT1 der Corvette besaß. Der Wagen war ausschließlich bei ausgewählten Händlern bestellbar. Er hatte darüber hinaus einen speziellen Sportauspuff, ein Hurst-Schaltgestänge und ein spezielles Sportfahrwerk mit Bilstein-Stoßdämpfern.

SLP brachte ein auf 106 Fahrzeuge limitiertes Sondermodell des SS auf den Markt, welches mit dem LT4-Motor der 1996 Corvette C4 ausgestattet war und über eine maximale Leistung von verfügte.

Für das Modelljahr wurde lediglich das Aussehen der Rücklichter verändert, und es fand eine Überarbeitung des Armaturenbretts statt. In Deutschland startete der offizielle Verkauf des Camaro von GM über das Opel-Händlernetz – er löste damit den bis dahin zum Verkauf stehenden Pontiac Firebird ab.