Der Camaro ist ein Pony Car (ein Sportwagen) der US-amerikanischen Automobilmarke Chevrolet, die zum Automobilhersteller General Motors (GM) gehört. Laut Chevrolet leitet sich der Name „Camaro“ aus dem französischen Wort camarade ab, was sich mit „Kamerad“ oder „Freund“ übersetzen lässt. Der Camaro basiert auf der F-Body-Plattform von General-Motors, die er sich, wie bereits in den beiden vorangegangenen Generationen, mit seinem Schwestermodell Pontiac Firebird teilte. Sie war eine Universal-Plattform und umfasste die Bodengruppe von Windschutzscheibe/Spritzwand bis zum Heck.
Am 14. Januar 1982 kam die dritte Generation des in Van Nuys (Los Angeles) und Norwood gebauten Camaro auf den Markt. Das Design unterschied sich vollständig von dem der vorangegangenen Generationen. Die große und komplexe Heckscheibe spiegelte die jüngsten Fortschritte in der Autoglasverarbeitung wider. Die Windschutzscheibe war nun um 62 Grad geneigt und brach damit eine interne GM-Regel, die diesen Winkel auf 60 Grad beschränkte. Der Rücksitz war umklappbar, um den Gepäckraum zu vergrößern, der durch die große Heckklappe zugänglich war. Der Camaro hatte nach allgemeinem Konsens ein besseres und kurvenfreudigeres Fahrwerk mit MacPherson-Federbeinen vorn und Schraubenfedern an der von Lenkern geführten starren Hinterachse. Bei dieser Generation wurden erste Modelle mit Kraftstoffeinspritzung, Vierstufen-Automatikgetriebe (anstelle des bisherigen Dreistufen-Automatikgetriebe), Fünfgang-Schaltgetriebe (das Viergang-Schaltgetriebe blieb 1982 und bei einigen Modellen der Jahre 1983/1984 Serie) ausgestattet. Die Wagen gab es mit einem Vierzylindermotor (infolge der zweiten Ölkrise des Jahres 1979) und 14- und 15-Zoll-Rädern. Die Fahrzeuglänge schrumpfte um ca. 250 mm, der Wagen wurde ca. 240 kg leichter, der Radstand verkürzte sich um knapp 180 mm. Die Tankklappe, sonst im Heckblech des Kofferraums, wurde auf die hintere Seitenwand der Fahrerseite verlegt.
Die häufig vom Käufer gewählte Motorisierung des Camaro waren großvolumige V8-Motoren mit mehr als 5 Liter Hubraum und bis zu 245 SAE-HP. Anfang der 1980er-Jahre gab es aber auch Reihen-Vierzylinder- und Sechszylinder-V-Motoren.
Modellgeschichte
Verfügbare Motoren und technische Daten Tabelle mit technischen Daten zum Chevrolet Camaro 3. Generation (Serienmodelle)Chevrolet Camaro151173191305350BestellcodeLQ9LC1LB8LH0LG4LU5L69 H.O.LO3LB9L98B2LMotornameIron DukeGeneral Motors 60° V6 Gen IITurbo-Fire (Small Block Chevrolet)MotorartOttomotorMotorarbeitsverfahrenViertaktMotorbauart4-Zylinder Reihenmotor, längs eingebaut6-Zylinder-V-Motor, längs eingebaut8-Zylinder-V-Motor, längs eingebautHubraum2471 cm3(151 in3)2829 cm3(173 in3)3128 cm3(191 in3)5002 cm3(305 in3)5733 cm3(350 in3)Bohrung × Hub101,6 mm × 76,2 mm(4 in × 3 in)88,9 mm × 75,95 mm(3,5 in × 2,99 in)88,9 mm × 84 mm(3,5 in × 3,31 in)94,9 mm × 88,4 mm(3,736 in × 3,48 in)101,6 mm × 88,4 mm(4 in × 3,48 in)Bankwinkel -60°90°Ventilsteuerungzwei hängende Ventile, seitliche Nockenwelle, Stößel, Stoßstangen und KipphebelOHV, zwei hängende Ventile, zentrale Nockenwelle, Stößel, Stoßstangen und KipphebelNockenwellenantriebZahnriemenKetteKühlungWasserkühlung, mit an der Wasserpumpe montiertem Lüfter, starr oder motorabhängig über Visco-Kupplung Quellen:
1982 Das Basis-Sportcoupé hatte serienmäßig den 2,5 Liter (151 in3) großen Vierzylindermotor „Iron Duke“ mit elektronischer Benzineinspritzung von Pontiac, der mit einer Verdichtung von 9 : 1 bei 4000 min−1 90 SAE-HP leistete. Der 2,8-Liter-V6-Motor (173 in3) mit 102 SAE-HP und der 5-Liter-V8-Motor (305 in3) mit 145 SAE-HP waren auf Wunsch lieferbar. Zur Serienausstattung zählten tiefgeschüsselte Radkappen und Räder der Dimension P195/75R14. In Wagenfarbe lackierte Aluminiumräder der Größe 7J×14 gab es gegen Mehrpreis. Die Preisliste begann für den Reihenvierzylinder bei 7631 USD, der V6 begann bei 7755 USD und der V8 bei 7925 USD.
Die Ausstattungsversion „Berlinetta“ gab es mit dem Sechszylindermotor ab 9266 USD oder ab 9436 USD mit dem 5-Liter-V8-Motor. Serienmäßig waren spezielle 7J×14-Aluspeichenräder in Goldtönung und mit „Berlinetta“-Naben auf denen P205/70R14-Reifen montiert waren, spezielle Zierstreifen, goldfarbene „Berlinetta“-Embleme, Scheinwerferhöhlen mit kontrastierender Farbgebung und Heckleuchten mit waagerechtem Zierstreifen in Gold/Schwarz. Innen zählten bei der Berlinetta spezielle Stoffbezüge und Teppichboden an der hinteren Gepäckablage und den hinteren Radausschnitten zur Serie, ebenso zusätzliche Dämmmatten, Zusatzinstrumente und ein spezielles Lenkrad mit „Berlinetta“-Emblem.
Im Z28 waren der 5-Liter-V8-Motor zu einem Preis von 9700 USD oder auf Wunsch der Fünfliter-Motor mit zentraler „Cross-Fire“-Saugrohreinspritzung ab 10.150 USD lieferbar. Die Vergasermaschine gab es mit Viergang-Schaltgetriebe oder Dreistufen-Automatikgetriebe; sie leistete 145 netto SAE-HP (147 DIN-PS), der Cross-Fire-V8-Motor kam auf 165 SAE-HP, war nur mit Automatikgetriebe im Programm. Die zeitgenössischen Sportcoupé-Freunde gaben dem Z28 gute Noten in Sachen Design und Straßenlage, bemängelten aber die geringe Leistung, insbesondere im Vergleich zum damaligen Ford Mustang GT mit High-Output-Fünfliter-V8-Motor; Chevrolet wollte später mit stärkeren Versionen des Camaro-Fünfliter-Motors gleichziehen und ersetzte die Viergang-Schaltgetriebe und Dreistufen-Automatikgetriebe durch modernere Fünfgang-Schaltgetriebe und Automatikgetriebe mit vier Schaltstufen, allerdings führte Ford am Mustang-Fünfliter-Motor ähnliche Neuerungen ein, der trotz der älteren Karosserie gegenüber dem Camaro zahlreiche Vorteile aufwies, darunter höhere Motorleistung, geringeres Gewicht und niedrigere Preise.
Alle Z28 mit dem Motor mit Zentraleinspritzung hatten Leichtbau-Motorhauben mit funktionellen Lufteinlässen. Allgemeine Merkmale des Z28 waren eine geänderte Front mit drei Lufteinlassschlitzen in der Motorhaube, ein dreiteiliger Heckspoiler und Frontspoiler sowie Schweller- und Heckschürzen in Gold oder Silber. Darüber befand sich ein zweifarbiger umlaufender Zierstreifen. Serienmäßig waren ferner Fünfspeichen-Aluminiumräder in der Größe 7J×15 mit silbernen oder goldenen Akzenten. Bereift war der Z28 mit P215/65R15 „White-Letter“-Reifen. Hinten rechts am Stoßfänger und auf den Schwellerschürzen befanden sich Z28-Embleme.
Der Camaro Z28 wurde von der Zeitschrift Motor Trend zum Auto des Jahres 1982 erkoren.
Der Camaro diente 1982 als Pace Car in Indianapolis; die Chevrolet-Händler verkauften 6360 Pace-Car-Repliken. Das Sondermodell war Silber und Blau lackiert, hatte Zierstreifen, 15-Zoll-Räder vom Z28 und ein Interieur in Silber/Blau mit sechsfach verstellbaren Sportsitzen von Lear-Seigler. In der Pace Car-Replika waren die regulären Motoren des Z28 lieferbar. Allerdings wurde das tatsächlich eingesetzte Pace Car von einem speziellen, stark überarbeiteten 5,7-Liter-V8-Motor angetrieben.
Im Jahr 1982 wurde 189.735 Fahrzeuge produziert, davon waren 64.882 Fahrzeuge ein Z28, 802 Wagen hatten den 4-Zylinder-Motor. Motorenauswahl Modelljahr 1982Chevrolet Camaro151173305BestellcodeLQ9LC1LG4LU5VIN-Code21H7VerfügbarkeitStandardStandard im Berlinetta,optional in anderen ModellenStandard bei Z28,optional in anderen ModellenOptional beim Z28MotornameIron DukeGeneral Motors 90° V6Turbo-Fire (Small Block Chevrolet)Bremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−190 SAE-HP bei 4000102 SAE-HP bei 5100145 SAE-HP bei 4000165 SAE-HP bei 4200max. netto Drehmoment bei min−1230 Nm (132 lbf·ft) bei 2800192 Nm (142 lbf·ft) bei 2400325 Nm (240 lbf·ft) bei 2000325 Nm (240 lbf·ft) bei 2400Verdichtung9,0 : 18,5 : 18,6 : 1GemischaufbereitungDrosselklappeneinspritzung (Pontiac)ein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaser„Cross-Fire“-Saugrohreinspritzung
1983 Als eben eingeführtes komplett neues Modell blieb der Camaro im Modelljahr 1983Die zeitliche Zuordnung von Automobilen erfolgt in den USA in erster Linie anhand von Modelljahren. Modelljahre weichen von Kalenderjahren in der Regel ab. Bei den meisten Herstellern beginnt bereits im Spätsommer eines Jahres nach den Werksferien, in denen Fertigungsstraßen den neuen Modellen angepasst werden, ein neues Modelljahr. Üblicherweise liegt dies im September oder Oktober. weitgehend unverändert, es gab allerdings eine wichtige Neuerung bei den Motoren: der als anfällig geltende LU5 165-SAE-HP-Fünfliter-V8-Motor (305 in3) wich kurz nach Beginn des Modelljahres dem neuen L69 H.O.-Fünfliter-Motor mit Doppel-Registervergaser und 190 SAE-HP (193 DIN-PS), wodurch der Camaro dem Erzrivalen Mustang besser Paroli bieten konnte.
Nur 3223 Exemplare des L69 entstanden im Modelljahr 1983, was ihn heute recht selten macht. Der Basis-Camaro und der Berlinetta wurden, mit Ausnahme neuer Lackfarben, unverändert fortgeführt. Der 2,5 Liter (173 in3) hatte 92 SAE-HP, die Leistung der 2,8 Liter-Motors (173 in3) erreichte 107 SAE-HP bei 4800 min−1, der kleinste 5 Liter-V8 (305 in3) leistete 150 SAE-HP und die mittlere Leistungsstufe 175 SAE-HP beide ebenfalls bei 4800 min−1. Insgesamt wurden 154.381 Fahrzeuge hergestellt. Motorenauswahl Modelljahr 1983Chevrolet Camaro151173305BestellcodeLQ9LC1LG4LU5L69 H.O.VIN-Code21H7SVerfügbarkeitStandardStandard im Berlinetta,optional in anderen ModellenStandard bei Z28,optional in anderen ModellenOptional beim Z28MotornameIron DukeGeneral Motors 90° V6Turbo-Fire (Small Block Chevrolet)Bremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−192 SAE-HP bei 4000107 SAE-HP bei 4800150 SAE-HP bei 4000175 SAE-HP bei 4800190 SAE-HP bei 4800max. netto Drehmoment bei min−1182 Nm (134 lbf·ft) bei 2800197 Nm (145 lbf·ft) bei 2400325 Nm (240 lbf·ft) bei 2400319 Nm (235 lbf·ft) bei 3200338 Nm (249 lbf·ft) bei 3200Verdichtung9,0 : 18,5 : 18,6 : 18,2 : 1GemischaufbereitungDrosselklappeneinspritzung (Pontiac)ein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaser„Cross-Fire“-Saugrohreinspritzungein Fallstrom-Doppel-Registervergaser
1984 mini|Chevrolet Camaro (1982–1992) Der am 22. September 1983 eingeführte Camaro stieg in der Popularität, so dass im Modelljahr 261.591 Fahrzeuge produziert wurden, darunter waren 100.416 Z28. Das auf Grund seiner Verarbeitungsqualität und seines Aussehens kritisierte Armaturenbrett wurde überarbeitet. Beim Berlinetta waren digitale Anzeigeinstrumente serienmäßig, dazu eine Dachkonsole und Bedienungssatelliten mit Schaltern für Blinker, Tempomat, Klimaanlage, Scheibenwischer und Scheinwerfer.
Antriebsseitig entfiel der Cross-Fire-Fünfliter-Motor, Versionen mit Schaltgetriebe erhielten eine hydraulisch betätigte Kupplung und anstelle des Dreistufen-Automatikgetriebe kam das neue Overdrive-Automatikgetriebe Typ 700R4 ins Programm.
Den H.O.-Motor (L69) im Z28 gab es nun auch mit 4-Gang-Automatikgetriebe oder dem manuellen 5-Gang-Getriebe, der mit seinen 5 Litern 190 SAE-HP leistete. Motorenauswahl Modelljahr 1984Chevrolet Camaro151173305BestellcodeLQ9LB8LG4L69 H.O.VIN-Code21HGVerfügbarkeitStandardStandard im Berlinetta,optional in anderen ModellenStandard bei Z28,optional in anderen ModellenOptional beim Z28MotornameIron DukeGeneral Motors 90° V6Turbo-Fire (Small Block Chevrolet)Bremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−192 SAE-HP bei 4000107 SAE-HP bei 4800150 SAE-HP bei 4000190 SAE-HP bei 4800max. netto Drehmoment bei min−1182 Nm (134 lbf·ft) bei 2800197 Nm (145 lbf·ft) bei 2100325 Nm (240 lbf·ft) bei 2400338 Nm (249 lbf·ft) bei 3200Verdichtung9,0 : 18,5 : 18,8 : 19,5 : 1GemischaufbereitungDrosselklappeneinspritzung (Pontiac)ein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaser
1985 mini|Chevrolet Camaro IROC-Z 5.0 Liter TPI, 5-Gang-Schaltgetriebe