Der Camaro ist ein Pony Car (ein Sportwagen) der US-amerikanischen Automobilmarke Chevrolet, die zum Automobilhersteller General-Motors (GM) gehört. Laut Chevrolet leitet sich der Name „Camaro“ aus dem französischen Wort camarade ab, was sich mit „Kamerad“ oder „Freund“ übersetzen lässt. Er wurde ab 1970 als 2. Generation gebaut. Bis zum Modellwechsel 1981 wurden über 1,7 Mio. Fahrzeuge verkauft.

Der Camaro basiert auf der F-Body-Plattform von General-Motors, die er sich, wie bereits in der 1. Generation, mit seinem Schwestermodell Pontiac Firebird teilt. Sie war eine Universal-Plattform und umfasste die Bodengruppe von Windschutzscheibe/Spritzwand bis zum Heck. Die Front wurde mit einem zusätzlichen Stahlhilfsrahmen realisiert, welcher identisch mit dem Camaro der ersten Generation war. Der Hilfsrahmen soll unter anderem für eine Entkopplung der Fahrgastzelle vom Antrieb sorgen, da der Motor-/Getriebeträger mittels Gummiblöcken (Silentblöcke) mit der Karosserie verschraubt war und Schwingungen oder Vibrationen verringerte. Die Coupé-Version wurde von GM als Sport Coupé bezeichnet.

Modellgeschichte Verfügbare Motoren und technische Daten Tabelle mit technischen Daten zum Chevrolet Camaro 2. Generation (Serienmodelle)Chevrolet Camaro229231250267305307350396BestellcodeLC3LD5L22L39LG4L14L65LM1LG3L48Z28L34L78LS3MotornameGeneral Motors 90° V6Buick FireballTurbo-ThriftTurbo-Fire (Small Block Chevrolet)Turbo-Jet (Big Block Chevrolet)MotorartOttomotorMotorarbeitsverfahrenViertaktMotorbauart6-Zylinder-V-Motor, längseingebaut6-Zylinder-Reihenmotor, längseingebaut8-Zylinder-V-Motor, längseingebautHubraum3759 cm3 (229 in3)3792 cm3 (231 in3)4093 cm3 (250 in3)4389 cm3 (267 in3)5002 cm3 (305 in3)5048 cm3 (307 in3)5733 cm3 (350 in3)6603 cm3 (402 in3)Bohrung × Hub94,9 mm × 88,4 mm (3,736 in × 3,48 in)96,5 mm × 86,4 mm (3,8 in × 3,4 in)98,4 mm × 89,7 mm (3,875 in × 3,531 in)88,9 mm × 88,4 mm (3,5 in × 3,48 in)94,9 mm × 88,4 mm (3,736 in × 3,48 in)98,5 mm × 82,8 mm (3,875 in × 3,25 in)101,6 mm × 88,4 mm (4 in × 3,48 in)104,9 mm × 95,5 mm (4,13 in × 3,76 in)Bankwinkel90°–90°VentilsteuerungOHV, zwei hängende Ventile mit zentraler Nockenwelle, Stößelstangen und KipphebelnOHV, zwei hängende Ventile mit seitlicher Nockenwelle, Stößelstangen und KipphebelnOHV, zwei hängende Ventile mit zentraler Nockenwelle, Stößelstangen und KipphebelnNockenwellenantriebKetteZahnräderKetteKühlungWasserkühlung, mit an der Wasserpumpe montiertem Lüfter, starr oder motorabhängig über Visco-Kupplung Quellen:

1970 Der gewachsene Camaro der zweiten Generation erschien am 26. Februar 1970 (sogenanntes Modelljahr 1970½)Die zeitliche Zuordnung von Automobilen erfolgt in den USA in erster Linie anhand von Modelljahren. Modelljahre weichen von Kalenderjahren in der Regel ab. Bei den meisten Herstellern beginnt bereits im Spätsommer eines Jahres nach den Werksferien, in denen Fertigungsstraßen den neuen Modellen angepasst werden, ein neues Modelljahr. Üblicherweise liegt dies im September oder Oktober. und damit später als üblich. Die Verzögerungen beim Produktionsstart der 2. Generation waren auf Probleme bei der Fertigung zurückzuführen. Die Konstruktion der Presswerkzeuge für die hinteren Seitenwände verzögerte sich, da es Fisher Body, als Hersteller der Fahrzeuge, nicht gelang, diese Formteile ohne Risse und Falten zu fertigen. Da die Neukonstruktion und Herstellung der Werkzeuge vier bis fünf Monate dauerte, verzögerte sich der Start. Die Produkteinführung erfolgte in der Regel im Oktober. Technisch war er der 1. Generation sehr ähnlich, so hatte er einen identischen Radstand und verwendete den gleichen Hilfsrahmen für Motor und Front. Das neue Modell erhielt ein neues Blechkleid und eine neue Innenausstattung.

Er besaß eine elegante, fast europäisch anmutende Karosserie, die einige ältere Ferrari Berlinetta Lusso-Modelle stilistisch zitierte. Charakteristisch hierbei waren vor allen Dingen die runden Heckleuchten, die von der Corvette C3 stammten. Als klassisches Coupe wurde der 70½ Camaro ohne B-Säule und mit sehr großen Türen gebaut. Hintere Seitenfenster waren nicht vorhanden, da die Türen bis an die C-Säule heranreichten.

Das Armaturenbrett enthielt sechs Rundinstrumente inklusive einer elektrischen Uhr und einer übergroßen Tankanzeige. Die Standardmodelle waren zunächst mit durchgehender Frontstoßstange und unterhalb der Hauptscheinwerfer angebrachten rechteckigen Blink-Standleuchten-Kombinationen ausgestattet. Der Tankeinfüllstutzen verbarg sich hinter dem klappbaren Nummernschild im Heck, wie es bei vielen GM-Modellen dieser Zeit üblich war. Die Ganganzeige der Automatik-Versionen war zwischen den beiden großen Rundinstrumenten im Armaturenbrett angebracht. Zum Standard gehörten Einzelsitze und die Astro-Ventilation (wenn keine Klimaanlage geordert wurde). Wie die ganze Karosserie wirkte auch das Interieur luftig, elegant und europäisch. Den neuen Camaro gab es ausschließlich in Coupé-Form; ein Cabriolet sollte es erst wieder Mitte der Achtziger-Jahre geben.

Die Antriebstechnik wurde größtenteils vom Vorgänger übernommen, mit Ausnahme des 3,8-Liter-Reihensechszylinder-Motors (230 in3 – Kubikinch); als Basismotor fungierte ein 4,1-Liter-Reihensechszylinder-Motor mit 155 brutto SAE-HP.brutto SAE-HP: Bis 1972 wurden alle Leistungsangaben als Bruttoangaben nach den Standards J245 und J1995 angegeben, das bedeutet sie sind prinzipiell nicht mit den technischen Daten der Motoren vergleichbar, die nach DIN 70020 oder ISO 1585 gemessen wurden, da zum Testen der Leistung für den Betrieb des Motors notwendige, aber leistungsmindernde Bauteile wie Wasserpumpe, Generator und Lüfter entfernt und eine leistungssteigernde Abgasanlage angebaut wurden. Der Einstiegs-V8 war der Anfang 1969 eingeführte 5-Liter-Motor (307 in3). Stärkste Maschine war der als „396“ angegebene Motor mit 375 brutto SAE-HP bei einer Verdichtung von 10,25 : 1. Dabei handelte es sich eigentlich um einen 6,6-Liter-V8-Motor, der real 402 in3 hatte. Chevrolet hielt an der schon klassischen und etablierten Bezeichnung „396“ für diese Variante fest. Auf frühen Datenblättern tauchte auch der 7,4-Liter-Motor (454 in3) in zwei Leistungsstufen auf, er wurde aber nur in sehr wenigen Einzelfällen über das COPO-BestellsystemDie Central Office Purchase Order kurz COPO war für Bestellung von Flottenfahrzeugen wie z. B. für Behörden, Polizei oder Taxiunternehmen gedacht. Der Besteller konnte hier eine große Fahrzeuganzahl ordern, diese wiederum mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen kombiniert waren, welche im normalen Bestellvorgang nicht wählbar waren. Beim COPO-System war die Kombination von stärkeren Federungen oder leistungsstärkeren Motoren oder besseren Bremssystemen möglich. Auch die Wahl von Sonder-Lackierungen für Polizeifahrzeuge und Taxis war möglich. Händler wie Don Yenko, Fred Gibb oder Baldwin-Motion nutzten diesen Weg für die Bestellung von Hochleitungs-Camaros. verbaut. Das Standard-Modell war vorne mit Scheibenbremsen und hinten mit Trommelbremsen ausgerüstet. Neben dem Basismodell bot Chevrolet die Modellvariante Rally Sport mit geändertem Kühlergrill und zweigeteilter vorderer Stoßstange, sowohl für den Z28 (Schreibweise RS/Z28) als auch den Super Sport (SS) (Schreibweise RS/SS) an. Für einen Aufpreis von 168,55 USD konnte das Paket mit dem Optionscode Z22 bestellt werden. Darüber hinaus saßen bei dieser Ausstattung die Blink-Standleuchten-Kombinationen nicht unter der Stoßstange, sondern auf jeder Seite zwischen Hauptscheinwerfer und Kühlergrill, das Kennzeichen rutschte unter den rechten Teil der Stoßstange. Die Änderung des Kühlergrill bestand aus einem Kunststoffaufsatz der mit einer „Endura“ genannten Beschichtung im Wagenfarbe versehen war und die Nase um ca. 100 mm verlängerte.

Das „Super Sport“-Paket („SS“), als Optionscode RPO Z27,RPO steht für Regular Production Option, welches die Bestellcodes für die einzelnen Modellvarianten und aufpreispflichtige Extraausstattungen beschrieben. Auch Entfallpositionen konnten mit RPOs gewählt werden. war mit dem 5,7 Liter (350 in3) verfügbar und brachte es auf 360 brutto SAE-HP oder dem oben bereits erwähnten 6,6 Liter Big-Block mit 375 brutto SAE-HP. Der „Z28“, ebenfalls mit dem 360 brutto SAE-HP starkem 5,7-Liter-Motor (350 in3) anstelle des zuvor verwendeten Fünflitermotors (302 in3),Der Sports CarClub of America (SCCA) änderte das Reglement der der Trans-Am Rennserie zum Jahr 1970 ab. Danach durften nunmehr Motoren mit mehr als 305 in3 verwendet werden. bildete zusammen mit den SS-Varianten die leistungsstärksten Versionen. Der Z28-Motor stammte als LT1 aus der Corvette. Beim Spitzenmodell änderte sich die Schreibweise offiziell von Z/28 zu Z28, von dem im ersten kurzen Jahr 8733 Fahrzeuge verkauft wurden. Der neue Z28 konnte ab diesem Modelljahr mit 3-Gang-Automatik bestellt werden, eine Klimaanlage gab es jedoch immer noch nicht.

Besonderheiten waren die hinter der Motorhaubenkante versenkten Scheibenwischer, der an die Windschutzscheibe von innen angeklebte Innenspiegel (bisher am Dach befestigt) und eine im Glas eingelassene Radioantenne, sofern die Radio-Option gewählt wurde. Optional konnten neue Außenspiegel geordert werden. Diese hatten ein stromlinienförmiges, in Wagenfarbe lackiertes Kunststoffgehäuse und nannten sich „Sportspiegel“. Ein beifahrerseitiger Außenspiegel war noch nicht Serie.

Die Preise begannen bei 2749 USD (heute etwa USD) für das 6-Zylinder-Coupé und endeten bei einem Listenpreis von 3878 USD (heute etwa USD) für den Z28 mit Automatikgetriebe.

Chevrolet Camaro250307350396BestellcodeL22L14L65L48Z28L34L78VerfügbarkeitBasis-R6 oder V8 CoupéOptional in Coupénur SS-Modellenur Z/28nur SS-Modellenur SS-ModelleMotornameTurbo-ThriftTurbo-Fire (Small Block Chevrolet)Turbo-Jet (Big Block Chevrolet)Bremsleistung (brutto SAE-PS) bei Drehzahl in min−1Die Motorleistung wurde nach dem Standard SAE J245 gemessen. Dabei wird der Motor auf einem Motorenprüfstand an eine Wirbelstrombremse angeschlossen (daher der Name Bremsleistung) und auf seine Leistungsfähigkeit geprüft. Lichtmaschine, Luftfilter, Kühlmittelpumpe und weitere Nebenaggregate des Motors sind abgebaut, was die Leistung des Motors höher scheinen lässt, als sie tatsächlich ist. Darüber hinaus wurde zugunsten von niedrigen Versicherungsprämien die Leistung manchmal auch niedriger angegeben. Daher sind SAE-Leistungsangaben nicht mit DIN-Leistungsangaben vergleichbar und können nur als Anhaltspunkt für die ungefähre Einordnung dienen. Im Jahr 1971 erfolgte eine parallel Angabe von Brutto- und Netto-Wert. Ab 1972 wurden nur noch Nettowerte angegeben. Aus diesem Grund erfolgt für 1970 keine Angabe von Nettoleistungen und ab 1972 keine Angabe der Bruttoleistung.155 SAE-HP bei 4200200 SAE-HP bei 4600250 SAE-HP bei 4800300 SAE-HP bei 4800360 SAE-HP bei 6000350 SAE-HP bei 5200375 SAE-HP bei 5600max. brutto Drehmoment bei min−1318 Nm (235 lbf·ft) bei 1600407 Nm (300 lbf·ft) bei 2400516 Nm (381 lbf·ft) bei 2800515 Nm (380 lbf·ft) bei 3200515 Nm (380 lbf·ft) bei 4000563 Nm (415 lbf·ft) bei 3400393 Nm (290 lbf·ft) bei 4200Verdichtung8,5 : 19,0 : 18,5 : 110,25 : 111,0 : 110,25 : 111,0 : 1Gemischaufbereitungein Fallstrom-Einfachvergaserein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaser

Hinweis: Der 454er LS6 war zwar verfügbar, es wurden jedoch keine Fahrzeuge registriert, welche das Werk mit diesem Motor über die herkömmliche Bestellung durch einen Händler verlassen hätten.

1971