Bruno Hermann Geier (* 8. Februar 1902 in Pforzheim; † 30. November 1987) war ein deutscher Bergbauingenieur und Mineraloge.
Leben Der am 8. Februar 1902 in Pforzheim in Baden geborene Bruno Hermann Geier widmete sich nach dem am 15. Juli 1920 angelegten Abitur einer sechsmonatigen praktischen Tätigkeit in verschiedenen Bergbaubetrieben. Im April 1921 begann er ein Bergbaustudium an der Bergakademie Clausthal im Harz, an der er fünf Semester studierte und im April 1923 das Diplom-Vorexamen ablegte. Die Semester bis zum Abschluss des Studiums verbrachte Geier an der Bergbauabteilung der Technischen Hochschule Berlin, an der er am 15. Juli 1926 die Diplom-Hauptprüfung bestand.
Der frisch gebackene Diplom-Ingenieur begann bei Erich Harbort am Institut für Lagerstättenforschung der Technischen Hochschule Berlin mit der Untersuchung von Erzen aus Corocoro in Bolivien, die der Geheime Bergrat Professor Robert Scheibe im Sommer 1916 gesammelt hatte. Geier, dem ein Besuch der Lagerstätte selber nicht möglich war, konnte seine Untersuchungen an den mit ausführlichen und genauen Bezeichnungen versehenen Proben mit Material aus der Sammlung der geologischen Landesanstalt in Freiburg im Breisgau vergleichen, das aus Aufsammlungen von Gustav Steinmann in den Jahren 1903–04 in Corocoro und Cobrizos bestand. Weiteres Untersuchungsmaterial stammte aus Corocoro, Yarvicoya, Cobrizos und Na-Ukat und wurde von Friedrich Schumacher, dem Leiter des geologischen Instituts der Bergakademie Freiberg in Sachsen, zur Verfügung gestellt. Im Jahre 1927 wurde Geier bei Erich Harbort mit einer Arbeit über „Beiträge zur Frage der Entstehung der bolivianischen Kupfererzlagerstätten vom Typus Corocoro“ zum Doktoringenieur promoviert.
In der Folge trat Geier eine Tätigkeit als Chefingenieur der „Sociedad Estañifera Morococola“ in Bolivien an. Ende der 1920er Jahre publizierte er eine umfangreiche geologisch-lagerstättenkundliche Arbeit über die stockförmige „Zinnerzlagerstätte Morococala-Bolivia“. Anfang August 1931 übernahm Geier im Auftrag der „Comp. Restauradora del Chivato“ in Talca die Untersuchung der 1730 entdeckten chilenischen Goldlagerstätte „El Chivato“. Anfang 1933 war er an der Untersuchung verschiedener Schwarzwälder Lagerstätten beteiligt, wobei er sich insbesondere mit der durch ihre mächtigen Haldenzüge ausgezeichneten Kupfer-Bismut-Lagerstätte Neubulach beschäftigte und „Chalkographische Studien unter besonderer Berücksichtigung ihres Edelmetallgehaltes“ anfertigte.
Einem breiteren Fachpublikum wurde Bruno Geier aber als Chef-Mineraloge (Chief Mineralogist oder Senior Mineralogist) der Tsumeb Corporation Ltd., in Tsumeb, Südwestafrika, bekannt. Diese Tätigkeit übte er seit 1951 aus. In dieser Position verblieb er bis 1972; sie wurde von John Innes übernommen. Geier bearbeitete vor allem die Erzminerale im Bereich der zweiten Oxidationszone, wobei er lediglich auf erzmikroskopische und nasschemische Analysenverfahren zurückgreifen konnte. Trotzdem wurden von ihm zahlreiche ungewöhnliche Erzmineralparagenesen sowie bislang unbekannte Varietäten von Erzmineralen beschrieben. Nach dem Ausscheiden von Geier aus der Tsumeb Corporation im Jahre 1972 sind diese Arbeiten nicht mehr fortgeführt worden.
Bruno Hermann Geier starb am 30. November 1987.
Mineralerstbeschreibungen
Aus der Tsumeb Mine beschrieb Geier zusammen mit Fachkollegen fünf neue Minerale. Zu ihnen gehören: 1958 der Gallit, zusammen mit Hugo Strunz und Erich Seeliger 1958 der Stottit, zusammen mit Hugo Strunz und Gerhard Söhnge 1958 der Reinerit, zusammen mit Kurt Weber 1971 der Tsumcorit, zusammen mit K. Kautz und G. Müller 1973 der Schneiderhöhnit, zusammen mit Joachim Ottemann und Bernhard Nuber
In von Geier genommenen Proben und Aufsammlungen in der Tsumeb Mine wurden seit den 1980er Jahren eine Reihe weiterer neue Minerale – z. B. Otjisumeit, O’Danielit, Tsumgallit und Hermannroseit – entdeckt, was nachdrücklich auf sein Gespür für die Entdeckung ungewöhnlich ausgebildeter und offensichtlich neuer Minerale deutet. Hätte Geier das heutige apparative Inventar zur stofflichen Untersuchung von Mineralen zur Verfügung gestanden, wäre die Zahl der von ihm entdeckten Minerale deutlich größer. Dies beweist auch das folgende Zitat:
Ehrungen und Mitgliedschaften Im Jahre 1972 beschrieben Joachim Ottemann und Bernhard Nuber ein neues, in der Tsumeb Mine in Tsumeb, Südwestafrika (Namibia), gefundenes Mineral zu Ehren von Bruno Hermann Geier und in Anerkennung seiner „Verdienste um die Erforschung der Mineralparagenesen von Tsumeb“ als Brunogeierit.
Geier war Mitglied der Society for Geology Applied to Mineral Deposits.
Schriften
Weblinks
Einzelnachweise
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