mini|Memmingerberg von Westen mini|Bauernhof in Memmingerberg Memmingerberg ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu.

Geografie Die Gemeinde liegt an der Stadtgrenze von Memmingen in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben. Die Höhenlage der Gemeinde beträgt 595 bis .

Das Gemeindegebiet besteht nur aus der Gemarkung Memmingerberg. Die Gemeinde hat zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Künersberg (Dorf) Memmingerberg (Pfarrdorf)

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Im Jahr 1121 wird Berg erstmals erwähnt, als das Kloster Ottobeuren von Kirchberger Ministerialen drei Höfe erhielt.Landkreis Unterallgäu, Band II, Seite 1138 ff. Der Name Memmingerberg taucht zwar schon 1628 auf, wird aber erst 1838 amtlich eingeführt. Das rote Tatzenkreuz stammt aus dem Wappen von Memmingen und stellt die enge Verbindung zur Reichsstadt dar. Das Patrozinium der Pfarrkirche St. Gordian und Epimachus in Memmingerberg lässt auf eine Gründung des Ortes im 9. bis 10. Jahrhundert schließen. Die beiden Heiligen wurden erst seit dem 9. Jahrhundert im Illergau verehrt und stellen auf eine Tätigkeit des Stiftes Kempten um diese Zeit auf dem heutigen Gemeindegebiet ab.Landkreis Unterallgäu, Band II, Seite 1138 Seit 1320 ist das Heilig-Geist-Spital von Memmingen im Gemeindegebiet begütert. Um 1500 war das Unterhospital von Memmingen größter Grundherr. Die Reichsstadt Memmingen übte seit 1548 die Hochgerichtsbarkeit im Ort aus, die 1749 bestätigt wurde. Der Engelshalskrug steht für den Ort Künersberg, der im Gemeindegebiet liegt. Der in Volkratshofen bei Memmingen geborene, in Wien lebende Bankier Jakob Küner (1697 bis 1764) erwarb 1741 den Ort, dem er seinen Namen gab. Beim Bau seines Herrenhauses entdeckte er dort Erde, die sich für die Herstellung von Porzellan eignete. Er gründete 1745 eine Fayencemanufaktur, die bis 1768 bestand. Künersberger Fayencen zählten zu den besten deutschen Keramiken des 18. Jahrhunderts. Küner erhielt 1746 für den gesamten Schwäbischen Kreis ein kaiserliches Privileg, damit verbunden Zollfreiheit für seine Keramik. Nach seinem Tod und mit dem Bankrott der Familie wurde die Fayencenherstellung in Künersberg eingestellt. Das Unterhospital erwarb 1799 den Ort, der bis zur Säkularisation 1803 in seinem Besitz blieb.

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

20. und 21. Jahrhundert In den Jahren 1935 und 1936 wurde der Flugplatz in Memmingerberg gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das zum Flugplatz gehörende Kasernengelände als Lager für Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten und der SBZ verwendet. Die Bundeswehr betrieb ab 1956 bis 2003 den Platz mit dem Jagdbombergeschwader 34 Allgäu. Zuletzt waren dort Tornados stationiert. Der Flughafen firmiert nun unter dem Namen Flughafen Memmingen. Seit dem 5. August 2004 ist dieser für den zivilen Flugbetrieb der allgemeinen Luftfahrt geöffnet.

Verwaltungsgemeinschaft Seit der Gemeindegebietsreform 1978 ist die Gemeinde Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Memmingerberg.

Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 Einwohner 2.740 2.535 2.023 2.108 2.551 2.545 2.582 Jahr 2010 2015 2020 2024 2025 Einwohner 2.603 2.825 3.156 2.957 2.951 Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2041 auf 3139 um 1098 Einwohner bzw. um 53,8 % – der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum.

Bevölkerung Mit 95,15 % bilden deutsche Staatsangehörige in Memmingerberg die Mehrheit der Bevölkerung. Eine ausländische Staatsangehörigkeit haben 4,85 % der Bewohner.

Religion Nach den Angaben des Zensus 2011 leben im Gemeindegebiet 40,43 % evangelische Christen und 37,74 % römisch-katholische Christen. Bis 2013 ist Mariä Himmelfahrt ein Feiertag gewesen, seit 2014 ist dies in Memmingerberg keiner mehr.

Politik

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2026 Alexander Linse (Bürgerblock). Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2026 gewann er am 8. März mit 82,9 % deutlich gegen seinen Mitbewerber Simon Bayer (17,1 %) von der CSU.

Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen: +Partei/Liste202620202014, abgerufen am 18. November 2017.%Sitze%Sitze%SitzeBürgerblock74,9 1258,22950,97CSU25,1441,78749,17

Flagge Die Flagge ist rot-weiß gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Wappen

Baudenkmäler mini|hochkant|Bildstockpfeiler und Zehentstadel in Memmingerberg

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft mini|hochkant|Ehemaliger Fliegerhorst Memmingerberg Es gab im Jahr 2020 nach der amtlichen Statistik 792 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, davon 314 im Bereich Handel und Verkehr. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 337 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1505. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 2016 neun landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 323 ha, davon waren 174 ha Ackerfläche und 149 ha Dauergrünfläche.

Verkehr Auf der Gemarkung von Memmingerberg befindet sich der Flughafen Memmingen.

Bildung Im Jahr 2021 gab es folgende Einrichtungen: eine Kindertageseinrichtung: 147 genehmigte Plätze mit 129 betreuten Kindern zwei Volksschulen: 32 Lehrkräfte und 482 Schülerinnen und Schüler

Söhne und Töchter des Ortes Daniel Elsner (* 1979), Tennisspieler

Literatur

Weblinks

Website der Gemeinde Memmingerberg (PDF-Datei; 1 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Ort im Landkreis Unterallgäu Kategorie:Ersterwähnung 1121 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)