mini|St. Leonhard in Gottenau

Markt Rettenbach ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu.

Geografie Lage Markt Rettenbach liegt jeweils 20 Kilometer von Memmingen und Mindelheim entfernt in der Region Donau-Iller in Oberschwaben. Die am niedrigsten gelegenen Punkte des Gemeindegebietes liegen mit jeweils ca. an der nördlichen Gemeindegrenze nach Sontheim, wo die Schwelk bzw. die Östliche Günz das Gemeindegebiet verlassen. Der höchstgelegene Punkt liegt auf ca. bei Flohkraut an der Gemeindegrenze nach Ronsberg.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat 35 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Flohkraut hat abweichend zur Gemeinde die PLZ 87671, Krautenberg die PLZ 87724.

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Markt Rettenbach, Engetried, Eutenhausen (Vorwahl 08269), Frechenrieden, Gottenau, Holzerwald, Lannenberg, Mussenhausen (Vorwahl 08269) und Wineden.

Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Der Raum um Rettenbach ist seit dem 6. und 7. Jahrhundert besiedelt. Urkundlich wird erst 1152 ein „Rotinbach“ in den Ottobeurer Klosterbüchern erwähnt. Ein Ortsadel wird noch 1315 mit Berthold von Rettenbach genannt. 1367 war die Familie von Hohentann Besitzer der Herrschaft Rettenbach. 1404 erwarb die Familie Leutkircher die Herrschaft, bis diese schließlich 1544 von Junker Eitel Leutkircher um 17.500 fl. an die Reichsstadt Memmingen verkauft wird.

Rettenbach war seit 1547 Herrschaft der späteren Fürsten Fugger-Babenhausen. 1790 erhielt Rettenbach Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. Bei der Bildung des Fürstentums Babenhausen im Jahr 1803 wurde Rettenbach nicht einbezogen. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern, die Fürsten Fugger hatten aber bis zur Revolution 1848 bedeutende Reservatrechte.

Namensänderung Am 18. Dezember 1901 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde in Markt Rettenbach.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1971 die Gemeinde Lannenberg eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Wineden hinzu. Am 1. Mai 1978 folgten Engetried, Eutenhausen, Frechenrieden, Gottenau und Mussenhausen.

Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2010 2015 2020 20242025 Einwohner 3279 3226 3282 3636 3652 3701 3644 3777 3876 4019 4037 Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3348 auf 3884 um 536 Einwohner bzw. um 16 %.

Politik

Gemeinderat Von den 16 Sitzen im Gemeinderat entfallen nach der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 auf die CSU/ÜWG und auf die Bunte Liste jeweils acht Sitze. Gegenüber der vorhergehenden Amtszeit 2014 bis 2020 verlor CSU/ÜWG ein Mandat an die Bunte Liste.

Bürgermeister Seit 1. Mai 2020 ist Martin Hatzelmann (CSU/ÜWG) Bürgermeister; er hatte keinen Mitbewerber und erhielt 92,6 % der Stimmen. Sein Vorgänger mit einer Amtszeit von 36 Jahren – 1. Mai 1984 bis 30. April 2020 – war der 1955 geborene Alfons Weber (ebenfalls CSU/ÜWG). Zuletzt wurde er im Jahr 2014 mit 85,6 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

Wappen

Sehenswürdigkeiten Fugger-Amtshaus; im Volksmund „Fuggerschloss“ Zehentstadel (Lagerhaus) Kirche St. Jakobus der Ältere, eine Station auf dem Bayerisch-Schwäbischen Jakobusweg Steinfelsen Schlössle in Gottenau Ehemalige Burgmühle zu Rettenbach mit Fachwerkgiebel mini|links|Pfarrkirche St. Jakob

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Es gab 2016 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 18, im produzierenden Gewerbe 211 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 80 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 201 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1522. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 111 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 2898 ha, davon waren 2407 ha Dauergrünfläche.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen: Drei Kindergärten mit insgesamt 173 Kindergartenplätze und 164 betreuten Kindern, davon 27 unter drei Jahren (Stand: 1. März 2019) Grundschule Rettenbach mit 169 Schülern und zehn Lehrkräften (Schuljahr 2020/21) Mittelschule Rettenbach mit 90 Schülern und sieben Lehrkräften (Schuljahr 2020/21)

Bilder

Persönlichkeiten Georg Stibi (1901–1982), deutscher Politiker, Publizist und Diplomat, Botschafter der DDR in Rumänien (1957–1958) und der Tschechoslowakei (1958–1961) sowie stellvertretender Außenminister der DDR (1961–1974), geboren in Markt Rettenbach

Weblinks

Markt Rettenbach (PDF-Datei; 1 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Unterallgäu Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Ersterwähnung 1152 Kategorie:Markt in Schwaben

Kategorie:Ort am Jakobsweg (Bayerisch-Schwäbischer Jakobusweg)