Arizona (amerik. Aussprache ; kurz AZ; Beiname Grand Canyon State) ist ein Bundesstaat, der im Südwesten der Vereinigten Staaten liegt. Seine Hauptstadt ist Phoenix, eine der größten Städte in den Vereinigten Staaten. In Arizona liegt auch der Grand-Canyon-Nationalpark.

Arizona fiel durch den Sieg der USA über Mexiko 1848 größtenteils (1853 vollständig) an die USA, schloss sich diesen aber erst 1912 als Bundesstaat an, als 48. und somit letzter der Contiguous United States.

In Arizona leben mehr als 7 Millionen Menschen. Genauso wie die anderen drei Staaten entlang der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko weist Arizona einen überdurchschnittlich hohen Bevölkerungsanteil von Hispanics bzw. Latinos auf (mehr als 30 %) sowie von Menschen mit Spanisch als Muttersprache (etwa 20 %). Außerdem leben in Arizona mit mehr als 5 % überdurchschnittlich viele Indigene – ein Viertel der Landesfläche sind Indianerreservat.

Etymologie Der Namensursprung ist unklar. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts vertraten Historiker überwiegend die These, der Name stamme von der Bezeichnung alĭ ṣonak („kleine Quelle“) der O’odham-Sprache. Er bezeichnete ursprünglich ausschließlich eine Gegend um Planchas de Plata in der Nähe von Nogales (Sonora) in der heutigen Grenzregion zwischen Mexiko und den USA. Die Tohono O’Odham bezeichnen die Region noch heute mit diesem Namen, der ausgesprochen wie Arissona klingt.

Seit 1979 findet auch die These Unterstützung von Historikern, dass baskische Einwanderer die Benennung aritz ona (gute Eiche) aus ihrer Sprache vergeben hätten.Jim Turner:

Eine weitverbreitete volksetymologische Herleitung vom spanischen Wort für Aride Zone ist nicht haltbar, da aus der Bezeichnung zona árida der Name Zonarida folgen müsste.

Geographie mini|Four Corners, Arizona grenzt an Utah und New Mexico und berührt punktuell Colorado Im gesamten Süden grenzt Arizona an Mexiko, in die übrigen Richtungen grenzt Arizona an andere Bundesstaaten der USA: Im Südwesten grenzt Arizona an Kalifornien, nordwestlich an Nevada. Im Norden läuft die Grenze mit Utah auf den Four Corners’ Point zu, das einzige Vierländereck in den Vereinigten Staaten. Dort trifft Arizona im äußersten Nordosten an Colorado und teilt sich die Ostgrenze vollständig mit New Mexico.

Arizona ist flächenmäßig der sechstgrößte Bundesstaat der USA. Schätzungsweise 15 Prozent der Landfläche ist in Privatbesitz, der größte Teil des Landes stellt also öffentliche Wälder und Ländereien dar. Viele dieser Gebiete in öffentlicher Hand werden vom Arizona State Land Department und dem National Park Service verwaltet.

Arizona ist zwei Naturräumen zugehörig. Der Nordosten des Staates liegt auf dem Colorado-Plateau, alle weiteren Teile Arizonas gehören zur Basin-and-Range-Region. Die Grenze bildet der Gebirgszug Mogollon Rim. Der Bundesstaat ist von bergigen Landschaften und xerophytischer Flora geprägt. Arizona hat große steppen- und wüstenartige Landstriche mit großen Sandsteinvorkommen, gleichzeitig bilden Bergwälder rund ein Viertel des Staatsgebietes. Der Süden des Bundesstaates wird der Kulturregion Aridoamerika zugeordnet.

Der Colorado River und der von ihm gebildete Grand Canyon trennt im Nordwesten den Arizona Strip vom Rest des Bundesstaates. Er bildet auch fast die gesamte Westgrenze Arizonas zu Nevada und Kalifornien. Weitere bedeutende Flüsse in Arizona sind der Little Colorado River im Nordosten des Staates und der Gila River und seine Nebenflüsse in Zentral- und Südarizona.

Gliederung

Der US-Bundesstaat Arizona ist in 15 Countys gegliedert, die eine durchschnittliche Fläche von 19.683,6 km² haben.

Klima In Arizona herrscht ein trockenes Wüsten- und Halbwüstenklima, im Norden eher Steppenklima. Das führt dazu, dass es je nach Höhenlage relativ milde Winter und heiße Sommer gibt. Wegen der Nähe zu den Rocky Mountains gibt es meist große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen liegen etwa zwischen 100 und 500 mm pro Jahr, wobei der meiste Regen in der Zeit von Juli bis November fällt. Darüber hinaus gehört die Stadt Yuma mit rund 4000 Sonnenstunden jährlich zu den sonnigsten Orten der Welt. Andererseits ist die auf rund 2135 Metern gelegene Stadt Flagstaff im Norden des Staates einer der wichtigsten Wintersportorte der Vereinigten Staaten.

+ Monatliche Durchschnittstemperaturen (max/min) für ausgewählte Orte in Arizona Ort Juli (°C) Dezember (°C) Phoenix 41/28 19/7 Tucson 38/23 18/4 Yuma 41/28 20/8 Flagstaff 27/11 5/−8 Prescott 31/15 11/−4 Kingman 36/19 13/0

Flora und Fauna Wegen der Trockenheit wachsen in Arizona viele Kakteen, Palmlilien und Mesquite-Bäume. Zu den größten Wildtierarten gehören Weißwedel- und Maultierhirsche sowie Wapiti, Gabelböcke und Dickhornschafe. In abgelegenen Gebieten leben noch vereinzelt Bären. In den Bergregionen leben Raubtiere wie Pumas, Jaguare, Dachse und andere marderartige Tiere. In der Sonora-Wüste gibt es viele Arten von Echsen, Spinnen und Schlangen.

Bevölkerung

In Arizona leben 7.151.502 Menschen (Stand: Zensus 2020), davon 76,9 % Weiße, 4,5 % Indianer, 3,4 % Afroamerikaner und 2,3 % Asiatische Amerikaner. 29,2 % bezeichnen sich als Hispanics oder Latinos unabhängig von der Angabe der “Race”.

Abstammung Die häufigsten Abstammungen der Bevölkerung Arizonas waren im Jahr 2009 mexikanisch (27,4 %), deutsch (16 %), irisch (10,8 %), englisch (10,1 %) und italienisch (4,6 %). Vor allem die südlichen und zentralen Bezirke sind hauptsächlich mexikanisch geprägt, während die nördlichen Bezirke größtenteils von Nachfahren britischer Einwanderer bevölkert sind und der Nordosten den größten Anteil indianischer Einwohner aufweist.

Seit 2003 bringt die hispanische (lateinamerikanische) Bevölkerung mehr Kinder zur Welt als die nicht-hispanische Bevölkerung, und es ist davon auszugehen, dass Lateinamerikaner im Jahr 2035 die Mehrheit der Bevölkerung stellen werden.

Sprachen 2000 hatten 74,1 % der Bevölkerung Englisch als Muttersprache, 19,5 % Spanisch, 1,9 % Navajo, 0,6 % andere Indianersprachen und 0,5 % Deutsch. Englisch ist seit 2006 die offizielle Sprache des Staates.https://www.azica.gov/english-our-official-language

Weltanschauungen Die mitgliederstärksten Religionsgemeinschaften im Jahre 2000 waren die Katholische Kirche mit 974.883, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mit 251.974 und die Southern Baptist Convention mit 138.516 Anhängern. (zuletzt abgerufen am 1. November 2012)

Vier Fünftel der Bevölkerung Arizonas beschreiben sich selbst als christlich, wobei Katholiken und Protestanten stark vertreten sind und auch Mormonen einen nicht zu vernachlässigenden Anteil haben.

Christen: 80 % alle protestantischen Kirchen zusammen: 42 % Katholiken: 31 % Mormonen: 6 % andere christliche Richtungen: 1 % andere Religionen: 2 % nicht religiös: 18 %

Größte Städte mini|Bevölkerungsdichte

Die Städte Phoenix, Mesa, Glendale, Gilbert, Chandler, Scottsdale und Tempe gehen fast nahtlos ineinander über, so dass häufig der Ballungsraum Phoenix (engl. Phoenix-Mesa Metropolitan Area) als Einheit wahrgenommen wird, wenn sie auch verwaltungstechnisch getrennt sind.

Liste der Städte in Arizona

Geschichte mini|Das Gemälde La conquista del Colorado von Augusto Ferrer-Dalmau zeigt spanische Entdecker um Francisco Vásquez de Coronado bei einer Expedition in Arizona, 1540–1542

In der Zeit von 300 bis etwa 1200 befand sich in Südarizona die Hohokam-Kultur.

Álvar Núñez Cabeza de Vaca bereiste als erster Europäer den heutigen Südwesten der Vereinigten Staaten um 1535.Álvar Núñez Cabeza de Vaca: Die Schiffbrüche des Álvar Núñez Cabeza de Vaca, Verlag: Klaus Renner S. 112 Aufgrund seiner Beschreibungen der Städte der Pueblo-Indianer sandte der Vizekönig von Mexiko, Antonio de Mendoza, im Jahre 1539 den spanischen Franziskaner Marcos de Niza in diese Region. Aufgrund der verfälschten Berichte von Álvar Núñez Cabeza de Vaca und Marcos de Niza entstand die Legende der Sieben Goldenen Städte von Cibola. Francisco Vásquez de Coronado, ein spanischer Conquistador, suchte diese Städte 1540–1542, fand und beschrieb die Pueblo-Kultur. Die eigentliche Kolonialisierung begann im Laufe der nächsten 200 Jahre durch katholisch-spanische Missionare. Sie begannen, die Indianer zum katholischen Glauben zu bekehren. Ab 1750 gründeten die Spanier die ersten befestigten Städte (1752 Tubac, 1775 Tucson). Arizona gehörte schließlich nach dem Erlangen der mexikanischen Unabhängigkeit im Jahr 1821 vollständig zu Mexiko.

1848 musste Mexiko nach seiner Niederlage im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg durch den Vertrag von Guadalupe Hidalgo alle Gebiete nördlich des Gila River gegen eine Zahlung von 15 Mio. Dollar an die USA abtreten. Dieses Gebiet erstreckte sich über die heutigen Bundesstaaten Arizona, New Mexico, Kalifornien, Nevada, Utah, den westlichen Teil Colorados und den südwestlichen Teil Wyomings. 1850 wurde das New-Mexico-Territorium aus dem heutigen Arizona, dem westlichen Teil New Mexicos und dem Süden Nevadas gebildet. 1853 wurde mit dem Gadsden-Kauf von Mexiko für 10 Mio. US-Dollar ein weiteres Gebiet von 77.700 km² südlich des Gila River erworben. Es wurde dem New-Mexico-Territorium angeschlossen und liegt heute nach dessen Aufteilung in die Territorien Arizona und New Mexico am 24. Februar 1863 großteils in Arizona.

Am 28. Februar 1859 wurde im Arizona-Territorium das erste Indianerreservat, die Gila River Indian Reservation, für die Pima- und Maricopa-Indianer gegründet. Am 1. Juni 1868 wurde durch einen Vertrag der Vereinigten Staaten mit den Navajo (Diné) die größte Reservation der Vereinigten Staaten, die Navajo Nation Reservation, begründet, die in der damaligen Abgrenzung nur zur Hälfte in Arizona lag, heute aber den gesamten Nordosten des Bundesstaates einnimmt.

Am 14. Februar 1912 wurde Arizona als 48. Staat als selbstverwalteter Bundesstaat etabliert. Die Aufwertung ist nicht zuletzt den Arizona Rangers zu verdanken, die Arizona durch tatkräftigen Einsatz (1901 bis 1909) von der ausgeuferten Gesetzlosigkeit befreiten.

Politik mini|hochkant|Sheriff und späterer Senator Carl Hayden

Arizona war nach dem Zweiten Weltkrieg für lange Zeit eine Hochburg des nicht-evangelikalen Flügels der Republikaner, der mit Barry Goldwater und später John McCain prominente Politiker hervorbrachte. Bei Präsidentschaftswahlen haben die Republikaner Arizona von 1952 bis 2016 mit Ausnahme der Wahl 1996 (die Bill Clinton gewann) stets gewonnen. Bei der Präsidentschaftswahl 2020 gewann der Demokrat Joe Biden den Staat mit einem Vorsprung von weniger als 11.000 Stimmen. Die stetige Einwanderung aus Mexiko macht die republikanische Vormacht in Arizona unsicher, da die Einwanderer ganz überwiegend die Demokratische Partei unterstützen. Im Vergleich zu den aktiveren hispanischen Gemeinschaften in Kalifornien oder Nevada sind diejenigen Arizonas in ihrer Mehrheit deutlich später ins Land gekommen (siehe Operation Gatekeeper) und politisch weit stärker abstinent, sodass die seit den 1990er Jahren erwartete strukturelle Mehrheitsfähigkeit der Demokraten bis 2018 nicht eingetreten ist. Während die Zahl der Latinos von 1990 bis 2015 von 700.000 auf 2,2 Millionen und ihr Bevölkerungsanteil 2018 auf etwa 30 Prozent gestiegen war (und von ihnen 90 Prozent eine mexikanische Herkunft hatten), machten sie nur etwa 18 Prozent der Wählerschaft aus. Zuletzt wurde ein Hispanic 1974 in ein staatsweites Amt gewählt, nämlich Raul Hector Castro zum Gouverneur.Ethan Epstein: Is THIS the Year Arizona Finally Turns Blue? In: Politico, 16. Juli 2018.