Rösrath (ripuarisch Rösrod) ist eine Stadt im Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Am 1. Januar 2001 erhielt Rösrath die Stadtrechte und ist damit die jüngste unter den bergischen Städten.

Im amtlichen Bildzeichen findet sich die Silhouette des Torhauses von Schloss Eulenbroich. Das Logo soll Rösrath als ein „Tor zum Bergischen Land“ symbolisieren.Geschichtsverein Rösrath (Hrsg.): Rösrath – ein Tor zum Bergischen Land, mit Fotos von Heinz Wedewardt, erschienen zum Jahreswechsel 2000/2001 – Rösrath wird Stadt, ISBN 3-922413-48-X.

Geografie Lage mini|Ortsansicht Rösrath grenzt unmittelbar an das Kölner Stadtgebiet. Durch den Ort fließt die Sülz, ein Nebenfluss der Agger. Der Waldanteil am Stadtgebiet beträgt 50 %. Die Stadt erstreckt sich teilweise auf die Naturschutzgebiete Königsforst und Wahner Heide. In der Wahner Heide liegt auch der niedrigste Punkt mit . Der Lüderich ist mit die höchste Erhebung. Bis 1978 wurde am Lüderich ein Bleizinkerzbergwerk betrieben. Schon zur Römerzeit wurden hier nachweislich Bleierze abgebaut und verhüttet.

Nachbarstädte An Rösrath grenzen (vom Norden im Uhrzeigersinn) der Stadtteil Bensberg der Kreisstadt Bergisch Gladbach, im Nordosten die Stadt Overath (beide Rheinisch-Bergischer Kreis), im Südosten die Stadt Lohmar, im Südwesten die Stadt Troisdorf (beide Rhein-Sieg-Kreis) sowie im Westen der Stadtteil Rath/Heumar der Stadt Köln.

Stadtteile mini|Stadtteile Stadtteil Flächein km² Flächen­anteil Rösrath (Kernstadt) 15,43 40 % Hoffnungsthal 12,94 33 % Forsbach 7,50 19 % Kleineichen 2,95 8 %

Besondere Ortslagen Bleifeld liegt im Stadtteil Hoffnungsthal in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Bergwerkgeländes der Grube Lüderich. Früher hatten die meisten Bewohner des Dorfes eine Beschäftigung im nahe gelegenen Bergbau. Mit dem Bau der Bahnstrecke Köln-Mülheim–Lindlar zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden viele Bleifelder Arbeit in Köln. Brand ist im zentralen Stadtteil Rösrath westlich der A 3 zu finden. Das Kinderdorf Stephansheide liegt unmittelbar am Rande der Wahner Heide. In der Stephanuskapelle ist eine Ausstellung zum Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“ untergebracht. Kupfersiefer Mühle ist ein Ortsteil von Rösrath südöstlich von Lüghausen Lehmbach ist ein Ortsteil im Stadtteil Hoffnungsthal. Es hatte seit 1943 einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Köln-Mülheim–Lindlar. Lüghausen ist ein Ortsteil von Rösrath Menzlingen ist eine der ältesten Siedlungen von Rösrath und gilt als „geradezu klassisches Beispiel“ für eine dorfmäßig abgeschlossene Siedlungsweise, denn wie „in einem kleinen mittelalterlichen Städtchen kleben dort heute noch – wie schon zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges – die Häuser dicht an dicht.“ Zur Zeit der Bergischen Kurfürsten war Menzlingen noch eine eigene Gemeinde und bis 1850 gehörte sie zum Kirchenbezirk Altenrath. Rambrücken ist ein Ortsteil im Zentrum von Rösrath. Scharrenbroich ist ebenfalls im zentralen Stadtteil von Rösrath gelegen. In Scharrenbroich ist ein etwa 60 ha großes Gewerbegebiet mit Autobahnanschluss an die A 3 angesiedelt. Stöcken liegt oberhalb von Hoffnungsthal. Von hier reicht der Ausblick bei guter Sicht vom Siebengebirge, Bonn, Eifel über die Rheinebene nach Köln (mit Kölnarena und Dom) bis nach Leverkusen. Stümpen liegt im Stadtteil Rösrath. Neben den Bahnhöfen in Rösrath und Hoffnungsthal gibt es im Ortsteil Stümpen eine dritte Haltestelle der Regionalbahn RB 25 auf Rösrather Stadtgebiet. Schwiegelshohn war jahrhundertelang ein Hofgut an der Grenze zwischen den heutigen Städten Rösrath und Bergisch Gladbach.

Flächen Nutzung Flächein km²Wirtschafts-Kompass Rösrath Flächen­anteil Bauflächen 7,2 19 % Verkehrsflächen 2,4 6 % Grünflächen 0,5 1 % Landwirtschaft 8,5 22 % Wald 18,4 47 % Sonstige Flächen 1,8 5 % Stadtgebiet, Gesamtfläche38,8 100 %

Geschichte mini|Stadtansicht um 1800, links die ehemaligen Klostergebäude Der älteste Siedlungsplatz von Rösrath liegt im Stadtteil Forsbach. Bei Ausgrabungen in der Gemarkung „Im Brendgen“ (heute: „Im Brändchen“) wurden 1937 neben zahlreichen mesolithischen Steinwerkzeugen (Mikrolithen) auch Pfostenlöcher gefunden, die auf eine mittelsteinzeitliche Besiedlung schließen lassen. Die ersten Siedlungsspuren finden sich also auf den Forsbacher Höhen. Erst später wurden die sumpfigen Sülzniederungen Volberg und Rösrath trockengelegt und besiedelt. Der Name Forsbach geht nicht auf einen Bach zurück, sondern ist vermutlich der missglückte Versuch, die alte Ortsbezeichnung Forsbich (Vo’eschbich) ins Hochdeutsche zu übersetzen. Die Silbe „bich“ bedeutet „Berg“. Forsbach wäre demnach der „vorderste Berg“.

Das heutige Hoffnungsthal wurde früher Volberg genannt. Die erste urkundliche Dokumentation von Vogelberhc (Volberg) findet sich im Prümer Urbar von 893, einem Güterverzeichnis der Abtei Prüm in der Eifel. Volberg gehörte politisch zum Herzogtum Berg und wurde nach Amtseinteilung der Bergischen Ämter ab 1460 von der Vogtei Lülsdorf verwaltet.

Der Name Hoffnungsthal geht zurück auf ein Hammerwerk mit der Bezeichnung Hoffnungsthaler Hammer. Aufgrund der hoffnungsvollen industriellen Entwicklung, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts einsetzte und die der bitterarmen Sülztalbevölkerung Brot und Arbeit vermittelte, wurde Volberg in Hoffnungsthal umbenannt.

Ein Bunker in Hoffnungsthal kann als Relikt aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges besichtigt werden. Im Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“ (heute: Rösrath-Stephansheide) waren 1940 zunächst französische und ab 1941 etwa 1200 polnische Kriegsgefangene untergebracht. Ein kleiner Friedhof am nahegelegenen Kalmusweiher erinnert an diese Zeit. Heutzutage findet sich auf dem ehemaligen Lagergelände das „Kinder- und Jugenddorf Stephansheide“ der Diakonie Michaelshoven. Kleineichen ist eine Waldsiedlung, die erst in den 1930er Jahren entstanden ist.

Rösrath wurde zum ersten Mal im Jahr 1356 erwähnt und umfasste zu dieser Zeit nur ein paar Höfe. Volberg ist also wesentlich älter als der für die Stadt namengebende Ortsteil Rösrath. Der Name Rösrath spiegelt die Entstehungsgeschichte des Ortes wider. Die Silbe „ros“ steht für ein feuchtes, sumpfiges Gelände. Die Endung „-rath“ deutet auf eine Rodung hin. So ist Rösrath wahrscheinlich eine durch Rodung entstandene Siedlung im ehemals sumpfigen Sülztal.

Rösrath gehörte zum Botenamt Volberg im Herzogtum Berg. Am 21. Dezember 1808 wurde die Munizipalität Rösrath eingerichtet, diese Verwaltungsstruktur nach französischem Vorbild ersetzte das bisherige Botenamt Volberg. Munizipaldirektor (Maire) wurde Franz Wilhelm Gammersbach. Sein Amtssitz war Haus Steeg in Rambrücken. Er verlegte seinen Amtssitz 1830 in das Haus Venauen und blieb als Bürgermeister noch bis Februar 1833 im Amt.

+ Zugehörigkeit von Rösrath Jahr   1099 Grafschaft Berg Heiliges Römisches Reich 1380 Herzogtum Berg 1423 Herzogtum Jülich-Berg 1460 Botenamt Volberg/Vogtei Lülsdorf 1500 Niederrheinisch-Westfälischer Reichskreis 1795 Herzogtum Berg 1806 Großherzogtum Berg Rheinbund Französisches Kaiserreich 1808 Arrondissement Mülheim am Rhein Département Rhein 1813 Generalgouvernement Berg Zentralverwaltungsdepartement 1814 Kreis Mülheim am Rhein 1816 Regierungsbezirk Köln Provinz Jülich-Kleve-Berg Königreich Preußen 1822 Rheinprovinz 1918 Freistaat Preußen 1932 Rheinisch-Bergischer Kreis 1945 Nordrhein Britische Besatzungszone 1946 Nordrhein-Westfalen 1949 Bundesrepublik Deutschland

Von 1808 bis 1813 gehörte die Mairie Rösrath zum Kanton Bensberg im Arrondissement Mülheim am Rhein im Département Rhein im Großherzogtum Berg. 1813 bis 1815 gehörte Rösrath zum Generalgouvernement Berg und aus der Mairie Rösrath wurde die preußische Bürgermeisterei Rösrath. Seit 1816 gehört Rösrath zum Regierungsbezirk Köln und zum Kreis Mülheim am Rhein, seit 1932 zum Rheinisch-Bergischen Kreis.

Ehemaliger Bergbau In Rösrath wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Bergbau auf Buntmetallerze betrieben. Bei der Grube Hermannsfreude handelt es sich um ein höffiges Vorkommen. Bei den Bergwerken Grube Hermannsfreude I, Grube Mirabeau und Grube Theodore sind Betriebstätigkeiten nicht bekannt. Bei der Grube Rudolphus sollen 369 Zentner Kupfererze gefördert worden sein. Der größte und letzte Bergbau in Rösrath war die Grube Lüderich, die erst 1978 stillgelegt wurde.

Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerEinwohnerzahlen für den Regierungsbezirk Köln gemäß Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik auf www.lds.nrw.de1939 6.1941950 11.1541961 14.9801970 18.8861980 21.340 Jahr Einwohner1990 22.8492000 26.3302010 27.2882017 28.666 mini|400px|Einwohnerentwicklung von Rösrath von 1939 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle

Religion mini|hochkant|Evangelische Kirche Volberg Augustiner-Eremiten begannen 1677 mit der Errichtung eines Klostergebäudes im Ortsteil Rösrath. Es folgten der Bau der Kirche St. Nikolaus von Tolentino, einer Schule und die Anlage eines Friedhofs. Während im Ortsteil Rösrath erst ab 1853 eine eigenständige katholische Pfarre dokumentiert ist, gab es in Volberg (im heutigen Hoffnungsthal) bereits 893 eine Eigenkirche mit 11 Hufen, deren Abgaben an die Benediktinerabtei in Prüm im Prümer Urbar überliefert sind. Im 16. Jahrhundert wurde Volberg lutherisch, so wie auch die Nachbargemeinden Honrath, Seelscheid und Wahlscheid. Von dem romanischen Vorgängerbau der Evangelischen Kirche Volberg ist lediglich der Unterbau des Turmes und die Apsis erhalten geblieben. Die heutige Kirche mit einer Innenausstattung im „bergischem Aufbau“ als Kanzel-Orgel-Altar (Kanzel, Altar und Orgel übereinander arrangiert) geht zurück auf einen Neubau aus dem Jahre 1788.

Das Kloster der Augustiner-Eremiten wurde zum 1. Juli 1804 säkularisiert. Da es im Anschluss nahtlos zu einem der vier bergischen Zentral- und Sammelklöster wurde, blieb faktisch eine mönchische Gemeinschaft im Kloster bestehen, die hauptsächlich aus Augustinern und zwei Karmelitern aus dem aufgehobenen Kloster Pützchen bestand. Damit war Rösrath das einzige bergische Sammelkloster, das bis ins Jahr 1831, als der letzte Mönch verstorben war, bestand.

Lange Zeit bestand eine konfessionelle Trennung zwischen dem katholischen Rösrath und dem protestantischen Volberg. 1956 wurde in Hoffnungsthal eine katholische Sankt-Servatius-Kirche eingeweiht. Durch den starken Bevölkerungszuwachs während und nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele Kriegsflüchtlinge in Hoffnungsthal eine neue Heimat. Dies führte schließlich zu der heutigen Mischung der Konfessionen. Erst 1967 wurde in Rösrath-Mitte die evangelische Versöhnungskirche eingeweiht. Die 1992 gegründete Christliche Gemeinde Hoffnungsthal ist ein Zweig der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland.

Im Ortsteil Forsbach war vor dem Zweiten Weltkrieg keine einheitliche Religionszugehörigkeit festzustellen. Die protestantischen Forsbacher besuchten die Volberger Kirche in Hoffnungsthal. Sie nutzten dabei den Kirchweg, eine Forsbacher Straßenbezeichnung, die sich bis heute erhalten hat. Auf der anderen Seite waren die katholischen Familien – eher eine Minderheit – der Rösrather Kirche St. Nikolaus von Tolentino zugewandt. 1956 wurde in Forsbach die evangelische Christuskirche errichtet. Die Katholiken feierten derweil ihre Gottesdienste in einer Not-Kapelle, die eine umgebaute Hühnerfarm war und deshalb im Volksmund auch „St. Kikeriki“ genannt wurde. Schließlich erhielten auch die Katholiken 1968 mit der Heilig-Geist-Kirche ein würdiges Gotteshaus. Aufgrund der ökumenischen Öffnung der katholischen Kirche (Dekret über den Ökumenismus) beim Zweiten Vatikanischen Konzil verzichtete man auf die Bezeichnung „St. Marien Kirche“. Um der ökumenischen Unterstützung in der Namengebung Ausdruck zu verleihen, benannte man die Kirche neben der evangelischen Christuskirche, nach der dritten Person Gottes (Trinität), dem Heiligen Geist.