mini|hochkant|Evangelische Kirche Prühl

Prühl (fränkisch: Brühl bzw. BrielW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 148. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „brǖl“ bzw. „brīl“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Oberscheinfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Prühl hat eine Fläche von 6,374 km². Sie ist in 667 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9555,95 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Prühlermühle.

Geografie Im Kirchdorf fließen vier Bäche zum Prühlbach zusammen, einem linken Oberlauf der Scheine. Der Ort ist von allen Seiten außer dem Westen von Erhebungen des Steigerwaldes umgeben. Die Staatsstraße 2257 führt nach Haag (2,6 km nordöstlich) bzw. an der Ziegelhütte vorbei nach Oberscheinfeld (2,8 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Appenfelden zur Kreisstraße NEA 4 (2,4 km östlich).

Geschichte

Der Ort wurde 1258 als „Brüel“ erstmals erwähnt. Der ursprüngliche Flurname bezeichnet eine feuchte Wiese (s. Brühl (Toponym)). Die Herren von Castell waren schon zu dieser Zeit im Ort begütert.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 148f. Das Hochgericht übte das bambergische Amt Oberscheinfeld aus. Neben den Herren von Castell war das schwarzenbergische Amt Geiselwind begütert.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 452.

1803 kam Prühl infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Steuerdistrikt Prühl gebildet, zu dem Prühlermühle gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Prühl, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Burghaslach zugeordnet und in der Finanzverwaltung zunächst dem Rentamt Scheinfeld, nach dessen Auflösung im Jahr 1818 dem Rentamt Iphofen. Spätestens 1837 erfolgte die Umgliederung ins Herrschaftsgericht Schwarzenberg, das 1852 zum Landgericht Scheinfeld umgebildet wurde. Für die Verwaltung war ab 1862 das Bezirksamt Scheinfeld zuständig (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, von 1929 bis 1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Scheinfeld, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 6,385 km². Am 1. Januar 1972 wurde Prühl im Zuge der Gebietsreform in Bayern wieder nach Oberscheinfeld eingemeindet.

Baudenkmäler In Prühl gibt es sieben Baudenkmäler: Hauptstraße 11: Bauerngut Hauptstraße 16: Wohnhaus mit Nebengebäude Hauptstraße 19: Gasthaus Hauptstraße 35: Ehemalige Schule Hauptstraße 37: Ehemaliges Wohnstallhaus Kirchstraße 1: Evangelische Kirche Prühl Kirchstraße 6: Wohnstallhaus

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 6: Erdgeschossiges Wohnstallhaus aus Quadermauerwerk, von zwei zu fünf Achsen über hohem Kellergeschoss, dessen rundbogig schließender Eingang an der Giebelseite zur Straße liegt; er ist im Keilstein bezeichnet „1830 / IFE“.G. Hojer: Landkreis Scheinfeld, S. 242f. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 13: Kellerhaus mit darüber erbauter Scheune. Der flachbogige Türsturz des Kellereingangs auf der Giebelseite bezeichnet „1702“. Im 19. Jahrhundert in Quadermauerwerk erbaut, gleichzeitig mit Aufführung der Giebelwand mit Fachwerk. Ihr ist ein über eine giebelseitige Treppe zugänglicher Balkon vorgelegt, von dem aus man durch zwei Eingänge in den Scheunenteil gelangt. Über dem Balkon kragt das Satteldach der Scheune auf zwei Schrägstützen vor; im Bretterboden dieser Vorkragung ist eine Aufzugsluke. Haus Nr. 15: Zweigeschossiges verputztes Walmdachhaus von vier zu zwei Achsen, wohl Anfang des 19. Jahrhunderts. Geknickte genutete Eckvorlagen; Fenster- und Türrahmen aus Haustein, doppelt geohrt und profiliert, mit profilierter Sohlbank.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Prühl gibt es ein Bodendenkmal.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Prühl Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 271 255 298 309 318 299 306 315 341 307 304 295 288 293 286 270 249 240 246 385 354 309 241 234 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1836 und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 56 47 50 62 52 53 51 51 51 Quelle Im Historischem Gemeindeverzeichnis werden abweichend 286 Einwohner angegeben.

Ort Prühl Jahr 1818 1836 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014 Einwohner 271 249 249 310 297 295 282 244 348 237 227 76 199 Häuser 56 46 46 60 51 50 50 50 22 Quelle

Religion Prühl ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Sixtus (Stierhöfstetten) gepfarrt. Seit 1389 gibt es in Prühl eine Filialkirche.G. Hojer: Landkreis Scheinfeld, S. 243.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Oberscheinfeld) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ersterwähnung 1258 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim