mini|270px|Wohnstallhaus
Krettenbach (fränkisch: GreedabachW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 108. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „grēdəbax“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Oberscheinfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Krettenbach hat eine Fläche von 1,788 km². Sie ist in 154 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11602,27 m² haben.
Geografie Das Dorf liegt auf freier Flur am Postseebach, der am östlichen Ortsrand als rechter Zufluss in den Krettenbach mündet. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2421 (0,6 km nordöstlich) bzw. nach Stierhöfstetten (0,9 km nördlich). Am westlichen Ortsrand steht eine Rosskastanie, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist.
Geschichte
Im Kalender des Bamberger Domkapitels, der im Zeitraum von 1172 bis 1177 entstanden ist, wurde ein Ort namens „Krötenbach“ erwähnt, womit wahrscheinlich dieser Ort gemeint war. Der erste sicher zuordenbare Beleg stammt aus dem Jahr 1348. Laut dieser Urkunde hatte das Hochstift Bamberg drei Mansen und ein Lehen in „Chrotenbach“. Das dem Ortsnamen zugrunde liegende Hydronym bezeichnet einen krötenreichen Bach. 1597/98 tauschte das Hochstift mit den Herren von Castell seine Untertanen in „Krettenbach“ (4 Huben, 1 Dreiviertelhube, 2 Erbgütlein, 1 Erbgut) und erhielt im Gegenzug Untertanen in Oberscheinfeld.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 108.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 552.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Steuerdistrikt Krettenbach gebildet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Krettenbach der Ruralgemeinde Oberscheinfeld zugeordnet. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Krettenbach, zu der Schönaich und Schönaichermühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Bibart zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Iphofen. Nach 1829 erfolgte die Überweisung an das Herrschaftsgericht Rüdenhausen, 1852 die Überweisung an das Landgericht Scheinfeld. Ab 1862 war das Bezirksamt Scheinfeld für die Verwaltung der Gemeinde zuständig (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und ab 1879 das Rentamt Markt Bibart für die Finanzverwaltung (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, von 1929 bis 1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Bibart, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 2,926 km². Am 1. Januar 1972 wurde Krettenbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern wieder nach Oberscheinfeld eingemeindet.
Bau- und Bodendenkmäler Burgstall Krettenbach Haus Nr. 4: Wohnstallhaus
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 3: Gemeindehaus, 18./19. Jahrhundert. Erdgeschossiger Fachwerkbau, teilweise später massiv untermauert, eine zu vier Achsen, mit Satteldach. Glockentürmchen in Form eines Dachreiters auf zwei Pfosten; achtseitiges schiefergedecktes Zwiebeldach.G. Hojer: Landkreis Scheinfeld, S. 171. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 13: Zweigeschossiges Wohnhaus aus Sandsteinquadern, im Türsturz bezeichnet „J.A.M. 1860“. Traufseite vierachsig mit bandförmigen Gurtgesims und geknickten genuteten Eckpilastern. Einhüftiges Satteldach; Giebelwand Fachwerk. Haus Nr. 16: Ehemalige Mühle. Zweigeschossiger Massivbau von drei zu vier Achsen, mit Halbwalmdach und Fachwerkgiebel. Im Keilstein der Tür bezeichnet „I[ohann] M[ichael] B[eyer] / 1749“. Obergeschoss 1859 aufgesetzt, entsprechend der Bauinschrift im Giebel „Erbaut / von / G. M. Beyer / 1859“. Zweiflügelige Haustür um 1860. Im Flur des Wohnteils „1859“ datierte Treppe. Im Mühlenraum Treppenbrüstung Mitte des 18. Jahrhunderts; „1896“ datierte Schrotmühle.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Krettenbach Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 145 151 149 165 148 156 176 184 186 159 148 151 137 134 118 127 109 94 153 142 132 110 84 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1852 als Häuser und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 27 29 32 27 25 20 21 Quelle
Ort Krettenbach Jahr 1818 1852 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 89 97 107 92 104 91 83 101 72 48 52 Häuser 16 15 18 17 16 13 13 15 Quelle
Religion Krettenbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Sixtus (Stierhöfstetten) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Oberscheinfeld) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1172 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim