mini|270px|Blick aufs Dorf mini|270px|Evangelische Kirche St. Sixtus
Stierhöfstetten (fränkisch: HöschdiW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 193. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „höšdi“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Oberscheinfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Stierhöfstetten hat eine Fläche von 5,259 km². Sie ist in 403 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 13050,34 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Mannhof.
Geografie Im Kirchdorf fließen der Buchbach und der Schwarzbach zum Krettenbach zusammen, einem rechten Oberlauf der Scheine. Im Westen schließen Acker- und Grünflächen an; das Gelände ist flachhügelig. Im Osten steigt das Gelände zum Rote Hörnle an (), einer Erhebung des Steigerwaldes. Die Staatsstraße 2421 führt nach Oberscheinfeld (2,2 km südöstlich) bzw. nach Greuth (4,4 km nordwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Krettenbach (0,9 km südlich) und nach Herper (1,1 nördlich).
Geschichte
Der Ort wurde 1258 als „Hoestetten“ erstmals erwähnt. 1711 wurde der Ort erstmals „Stirnhöchstatt“ genannt. Der Zusatz ist der Familienname Sti(e)r, eine einflussreiche Bauernfamilie des Ortes.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 193f. Das Hochgericht übte das bambergische Amt Oberscheinfeld aus.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 447. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Stierhöfstetten 26 Anwesen. Grundherren waren das brandenburg-ansbachische Kastenamt Castell- oder Kleinlangheim (18 Anwesen) und das Amt Oberscheinfeld (8 Anwesen).
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem preußischen Justizamt Markt Steft und Kammeramt Mainbernheim. Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) entstand die Ruralgemeinde Stierhöfstetten mit den Orten Herper und Mannhof. Mannhof und Stierhöfstetten unterstanden in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Marktsteft, Herper dem Herrschaftsgericht Rüdenhausen.A. Rottmayer: Statistisch-topographisches Handbuch für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern, S. 275. Ab 1852 gehörte Stierhöfstetten ohne Herper zum neu gebildeten Landgericht Scheinfeld und zum Rentamt Iphofen. Für die Verwaltung war ab 1862 das Bezirksamt Scheinfeld zuständig (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, von 1929 bis 1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Scheinfeld, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Herper kam spätestens 1888 von der Gemeinde Wüstenfelden hinzu. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,959 km². Am 1. Januar 1972 wurde Stierhöfstetten im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Oberscheinfeld eingemeindet.
Baudenkmäler In Stierhöfstetten gibt es acht Baudenkmäler: Dorfstraße 1: Wohnstallhaus Dorfstraße 4: Wohnhaus Greuther Straße 4: Wohnstallhaus Greuther Straße 6: Ehemaliges Gasthaus Kirchberg 2: Ehemaliges Wohnstallhaus Kirchberg 4: St. Sixtus, evangelische Kirche Wiesenweg 3: Wohnstallhaus, Nebengebäude und Einfriedung Grenzstein
Ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 12: Erdgeschossiges verputztes Wohnstallhaus mit Satteldach auf profiliertem Traufgesims. Im Wohnteil drei zu zwei Achsen, mit Fachwerkgiebel. Im Keilstein des steinernen Türrahmens auf der Traufseite bezeichnet „Herzog / 1838“. Die doppelten Klappläden der Fenster sind mit je einer Raute in Weiß und Braun bemalt und stammen aus der Erbauungszeit, ebenso wie die gefelderte zweiteilige Tür.G. Hojer: Landkreis Scheinfeld, S. 311f. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 23: Gasthaus zur Linde. Giebelseitiges verputztes Wohnstallhaus, zweigeschossig, mit Halbwalmdach über zart profiliertem hölzernem Traufgesims. Erbaut im 18. Jahrhundert, Erdgeschoss massiv, modern verändert, Obergeschoss Fachwerk, mit drei Rechteckfenstern an der Giebel-, sechs an der Traufseite. Im Giebel zwei Mauerhaken als Monogramm „L J“. An der Giebelseite neuere Anbauten. Haus Nr. 24: Zweigeschossiges Wohnhaus mit Halbwalmdach, wohl zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Fenster im Erdgeschoss mit profilierten doppelt geohrten Hausteinrahmen. Über der traufseitigen Tür (Rahmen neu), Wappen der Grafen Castell, ebenso im Keilstein des mittleren Erdgeschossfensters der Giebelseite. Erdgeschoss verputztes Massivmauerwerk mit aufgemalter Quaderung in Analogie zum Quadermauerwerk des Obergeschosses, das wohl zusammen mit der Scheune 1837 erbaut wurde. Am Westende der Traufseite segmentbogiger Kellereingang, im Bogen bezeichnet „17 MH 1(?)8“. Das Geschoss darüber Fachwerk, 19. Jahrhunderts. Im Dach Schleppgaupe mit profiliertem Holzrahmen. Scheune aus Quadern, im Keilstein der segmentbogigen Tordurchfahrt bezeichnet „Louis / Schaezler / 1837“. Haus Nr. 32: Ursprünglich erdgeschossiges verputztes Wohnstallhaus mit hohem Kellersockel aus Quadern. Die beiden ersten Fenster der Traufseite zum Gehöft hin mit geohrten und profilierten Hausteinrahmen und Sohlbank; der Keilstein des ersten mit Wappen der Grafen Castell, der des anderen bezeichnet „GMK / 1761“. Im Satteldach langer und kürzerer Hopfenladen übereinander. Die steinernen Torpfeiler zum Hof bezeichnet „Konrad Kolm / 1856“.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Stierhöfstetten gibt es ein Bodendenkmal.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Stierhöfstetten Jahr 1829 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 256 201 217 227 239 235 222 223 211 251 247 249 247 232 230 233 207 191 190 351 348 312 236 178HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1829 wurden diese als Wohnhäuser bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 38 36 40 40 38 37 43 44 Quelle
Ort Stierhöfstetten Jahr 1829 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 208 198 220 212 206 203 156 290 187 146 162Häuser 30 35 30 29 36 36 36 46Quelle
Religion Stierhöfstetten ist Sitz der Pfarrei St. Sixtus, die seit der Reformation evangelisch-lutherisch ist.
Persönlichkeiten Bartholomäus Dietwar (1592–1670), evangelisch-lutherischer Pfarrer und Autor einer Chronik über den Dreißigjährigen Krieg, Dietwar wirkte zwischen 1630 und 1632 als Pfarrer in Stierhöfstetten
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Geographie (Oberscheinfeld) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ersterwähnung 1231 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim