Reporter des Satans (Originaltitel: Ace in the Hole) ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Billy Wilder aus dem Jahr 1951. Die Geschichte beruht auf einer Begebenheit aus dem Jahr 1925, bei der Floyd Collins bei dem Versuch, einen neuen Eingang zur Crystal Cave (Sand Cave), Kentucky, zu finden, in einer Höhle eingeschlossen wurde und nach wochenlangem Medienrummel starb.
Handlung Der Reporter Chuck Tatum ist talentiert und ehrgeizig. Seine Egozentrik stand ihm jedoch immer wieder im Weg. In New York wurde er von elf Redaktionen gefeuert, unter anderem wegen Beleidigung, Trunksucht und Ehebruch. Aus finanzieller Not muss er nun für den Albuquerque Sun-Bulletin schreiben, eine kleine Lokalzeitung, die unter ihrem Chefredakteur Jacob Boot für einen unspektakulären, aber ehrlichen Journalismus steht. Nach einem Jahr bei der Sun-Bulletin erhält Tatum gemeinsam mit dem jungen Fotografen Herbie Cook den Auftrag, über eine Klapperschlangenjagd zu berichten. Zufällig hört er von Leo Minosa, einem Einwohner, der auf der Suche nach indianischen Artefakten in einer Höhle eingeschlossen wurde. Tatum glaubt, eine Sensations-Reportage schreiben zu können, mit der er wieder zu einer der bedeutenden Zeitungen kommen kann.
Tatum behindert die Rettungsarbeiten und lässt sich dabei gleichzeitig zum heldenhaften Retter des Eingeschlossenen hochloben. Gemeinsam mit dem korrupten Sheriff Kretzer, der durch das Drama seine Popularität erhöhen will, übt der Reporter Druck auf die Ingenieure aus, damit sie eine langsamere Rettungsmethode benutzen. Tatum will damit erreichen, seine Reportage landesweit verkaufen zu können. Die Ehefrau des Verunglückten, Lorraine, verbündet sich ebenfalls mit Tatum. Da sie das Leben auf dem Land immer als langweilig empfand, wollte sie ihren Mann schon lange verlassen und flirtet mit Tatum, der sie in der Öffentlichkeit allerdings die liebende, besorgte Ehefrau spielen lässt. Lorraine führt das Geschäft ihres Mannes weiter, das durch die Schaulustigen, die nach und nach eintreffen, profitiert. Herbie Cook, der bislang idealistische Fotograf der Zeitung, malt sich seinen Gewinn aus, wenn er die Bilder an ein großes Magazin verkauft.
Tausende von Leuten kommen in die Stadt, die Rettungsaktion nimmt jahrmarktähnliche Ausmaße an. Tatum kündigt beim Sun-Bulletin und lässt sich von einer wichtigen New Yorker Zeitung unter Vertrag nehmen. Doch die Partyatmosphäre löst sich auf, als sich eine Tragödie abzeichnet. Der Verschüttete bekommt eine Lungenentzündung und wird immer schwächer. Tatum versucht nun, die Rettungsarbeiten anzutreiben, doch vergeblich: Minosa stirbt, Tatum ist schuldbeladen. Während die Schaulustigen schnell abziehen, wird Tatum von seiner New Yorker Zeitung gefeuert, da er keinen Bericht abgeliefert hatte. Er kehrt zum Sun-Bulletin zurück und bietet Chefredakteur Boot mit seinen letzten Worten an, auch kostenlos für ihn arbeiten zu wollen. Dann bricht Tatum tot zusammen – einige Stunden zuvor hatte ihn Lorraine mit einer Schere verletzt, als er sie einmal zu oft schlecht behandelt hatte.
Hintergrund Während das Drehbuch noch in Arbeit war, erhob der Schauspieler Victor Desny Klage gegen den Film. Desny behauptete, der Film sei eine nicht autorisierte Version der Geschichte von Floyd Collins. Da Desny die Rechte der Geschichte besaß, ging er von Urheberrechtsverletzung aus. Der Streit wurde außergerichtlich beigelegt.
Als der Film herauskam, gab es negative Beurteilungen und in Folge davon finanzielle Einbußen. Das Studio änderte daraufhin – ohne Billy Wilders Einverständnis – den Originaltitel in The Big Carnival, um das Einspielergebnis zu verbessern, was jedoch erfolglos blieb.
Das Studio baute für 30.000 US-Dollar die Kopie eines indianischen Pueblo an der Klippe in der Nähe des Aussichtspunktes Trading Post an der Route 66, westlich von Gallup, New Mexico. Nachdem die Filmarbeiten abgeschlossen waren, blieb der Bau bestehen, und der Eigentümer des Trading Post benutzte ihn, um Touristen in sein Geschäft zu locken.
Synchronisation Die deutsche Synchronfassung entstand im Jahr 1951 bei der Ultra-Film in München.Vgl. synchrondatenbank.de Später wurden einige fehlende Szenen nachsynchronisiert.
RolleDarstellerSynchronsprecherCharles „Chuck“ TatumKirk DouglasRené Deltgen (neue Szenen: Matti Klemm)Lorraine MinosaJan SterlingTina EilersHerbie CookRobert ArthurJohn Pauls-HardingLeo MinosaRichard BenedictCurt AckermannSheriff Gus KretzerRay TealWolfgang EichbergerAl Federber, TouristFrank CadyWolfgang BüttnerHilfssheriffGene EvansWolf AckvaDr. HiltonHarry Harvey Sr.Walter HoltenRadioreporterBob BumpasArnold MarquisMr. Nagel, New Yorker ChefredakteurRichard GainesWolfgang PreissSam SmollettFrank JaquetRudolf ReifVater DiegoLester DorrHans Hinrich
Kritiken
Auszeichnungen Oscarverleihung 1952 Nominierung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch
National Board of Review 1951: NBR Award für die beste Schauspielerin an Jan Sterling
Internationale Filmfestspiele von Venedig 1951: International Award für Billy Wilder 1951: Nominierung für den Goldenen Löwen
National Film Registry Aufnahme 2017
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1951 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Film noir Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Billy Wilder