Westdorf ist ein Ortsteil der Stadt Aschersleben am westlichen Rand des Salzlandkreises in Sachsen-Anhalt. Im Jahr 2013 hatte der Ortsteil 815 Einwohner.

Lage Der Ort liegt im Tal der Eine etwa drei Kilometer südlich der Stadt Aschersleben.

Geschichte Westdorf wurde urkundlich erstmals im Jahr 964 in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Häufig wurde früher die Schreibweise Westorf genutzt.Vgl. H. T. von Kohlhagen: Heraldisch-Genealogische Blätter für adelige und bürgerliche Geschlechter. Monatsschrift zur Pflege der Heraldik, Genealogie, Shpragistik, Epitaphik, Diplomatik, Numismatik und Kulturgeschichte. 1. Jahrgang, Nummer 4, mit: Die von Stammer.-Teil 1, Hrsg. L. Oelenheinz, Verlag der Handesdruckerei, Bamberg Juli 1904, S. 59–60. 1564 wurde das Dorf nachweislich visitiert.

Auf der Gemarkung der der Gemeinde entwickelte sich eine Gutsbesitz, der über zehn GenerationenAugust Wilhelm Bernhard von Uechtritz: Geschlechts-Erzählung derer in Sachsen florirenden adelichen Familien, als eine Continuation in verschiedenen Auctoren. Band (Theil) 1, mit: Derer v. Stammer. Georg Emanuel Beer, Leipzig 1787, Tab. XCII. dem Adelsgeschlecht von Stammer gehörte. Die Familie verzichtete aus Kenntnis des alten Adelsstandes zeitweise auf das Adelsprädikat von und kam von Ballenstedt aus nach Westdorf. Es wurde mit Heinrich der Alte (Henze) von Stammer vor 1518 hier ansässig. Er vererbte das Gut an als evangelisch bezeichnete Sohn Eckard von Stammer weiter, dieser wurde magdeburgisch-stift. Rat und geriet 1556 mit der Stadt Aschersleben in Streit.K. von Zittwitz: Chronik der Stadt Aschersleben. Verlag von Carl Lorleberg, Aschersleben 1835, S. 134. Fünf Generationen danach ist der Besitz immer noch in Familienhand, bei Hans Adam von Stammer (1677–1753), verheiratet mit Sophie Eleonore von Pflugk-Strehla (1691–1755). Auch dieser Stammer hatte eine Hoffunktion, er war Ober-Kammerjunker, und als Offizier Oberst der Leibgarde in braunschweigischen Diensten. Des Weiteren vergößerte er seinen Grundbesitz in Ballenstadt, Westdorf mit dem Erwerb des Gutes in Görlsdorf-Niederlausitz, in der Nähe von Luckau gelegen. Dieser genannten Güter wurden durch die Erben untereinander aufgeteilt. Für Gut Westdorf wurde später Hieronymus Friedrich von Stammer (1766–1823) bestimmt, der dieses an den Sohn Karl sen. von Stammer (1797–1858) und folgend an den Enkel Karl jun. von Stammer (1831–1898) weitergab. Die Nachfahren lebten lange in Dresden und Unterfranken.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. 1914. Jg. 15, Justus Perthes, Gotha 1913, S. 782–785.Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1916. Jahrgang 17, Justus Perthes, Gotha 1915, S. 793–794.

Ende der 1870er Jahre lebten im Dorf 443 Einwohner, auf dem Rittergut 16 Einwohner,Ober-Präsident (Hrsg.): Handbuch der Provinz Sachsen. 1877. E. Baensch jun., Magdeburg 1877, S. 87. gemeinsam gehörte man zum Amtsbezirk Wilsleben.

Am 30. September 1928 wurde der bis dato eigenstänige Gutsbezirk Westdorf, wie in allen preußischen Provinzen, mit der hiesigen Landgemeinde Westdorf vereinigt. Am privatrechtlichen, kirchlichen oder fiskalischen Besitz ergab diese keine Änderungen. Im Zeitraum Anfang der 1920er Jahre waren vier Eigentümer des Rittergutes eingetragen, Major a. D. Arthur von Stammer, Fräulein Margarete von Stammer zu Dresden, Fräulein Cl. von Stammer in Berlin (Charlottenburg) sowie der bürgerliche Major d. R. a. D. Erich Braune, der auch als Pächter auftrat.Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Hrsg. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band V, (Paul Niekammer), 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 70–71. Im Ort bestand hinzu ein Gut der Gemeinde, 25 ha groß. Westdorf war zu jener Zeit Teil des Landkreises Quedlinburg.

Bis zur Eingemeindung am 1. Januar 2009 nach AscherslebenStBA-Wiesbaden (Hrsg.): Gebietsänderungen am 01.01.2009. gehörte die Gemeinde der gleichzeitig aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Aschersleben/Land an.

Persönlichkeiten Johann Heinrich von Stammer (1603–1654), Offizier, Domherr und Rittergutbesitzer Caspar Abel (1676–1763), Historiker und niederdeutsche Dichter Joachim Gottwalt Abel (1723–1806), Historiker und Prediger mini|Sankt-Georg-Kirche Westdorf. Sehensdwürdigkeiten Sehenswert sind die Dorfkirche St. Georg und das westlich des Dorfes befindliche historische Steinkreuz Westdorf. Das Steinkreuz Westdorf ist auch als Adalbertkreuz bezeichnet.

Literatur Amt Westdorf/Dorf Westdorf, In: Gustav Nebe: Die Kirchenvisitationen des Bisthums Halberstadt in den Jahren 1564 und 1589. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 12, Hrsg. Historische Kommission der Provinz Sachsen, Verlag von Otto Hendel, Halle a. A. 1880, S. 92–93. Westdorf, adeliches Pfarrdorf und Rittergut, In: Carl von Seydlitz: Der Regierungs-Bezirk Magdeburg. Geographisches, statistisches und topographisches Handbuch. Ferdinand Rubach, Magdeburg 1820, S. 264.

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Einzelnachweise

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