mini|Rathaus (früher Abtei) und St.-Vitus-Münster mini|Kaiser-Friedrich-Halle
Mönchengladbach (Gladbacher Platt Jlabbach) ist eine kreisfreie deutsche Großstadt im Westen Nordrhein-Westfalens. Die als Oberzentrum eingestufte Stadt liegt im Regierungsbezirk Düsseldorf, sie ist außerdem Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr. Das Stadtgebiet von Mönchengladbach erstreckt sich nördlich der Niersquelle, das Mönchengladbacher Stadtzentrum befindet sich rund 25 Kilometer westlich der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.
Die Stadt Mönchengladbach besteht in ihren heutigen Grenzen seit der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, nachdem die bisherige kreisfreie Stadt Mönchengladbach mit der kreisfreien Stadt Rheydt und der Gemeinde Wickrath (Kreis Grevenbroich) zur neuen kreisfreien Stadt Mönchengladbach vereinigt worden war.
Die Einwohnerzahl stieg im Jahr 1921 erstmals auf über 100.000. Am betrug die Einwohnerzahl der Gesamtstadt laut dem Statistischen Landesamt des Landes Nordrhein-Westfalen .
Mit Mönchengladbach Hauptbahnhof und Rheydt Hauptbahnhof hat Mönchengladbach als einzige Stadt Deutschlands zwei Hauptbahnhöfe und erhielt damit einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde
Geographie Lage und Umgebung Mönchengladbach liegt etwa 16 Kilometer westlich des Rheins im Niederrheinischen Tiefland am Ostabfall der Schwalm-Nette-Platte gegen die lössbedeckte Kempen-Aldekerker-Platte und die Niersniederung. Obwohl Mönchengladbach größtenteils im Flachland liegt, sind der Süden (Stadtteil Odenkirchen) und das Stadtzentrum (um Bökelberg und Abteiberg) vergleichsweise hügelig. Diese Hügelketten beschränken sich aber auf das Innere der Stadt. Große Teile des Stadtgebietes sind von Wäldern und Parks bedeckt. Der Hardter Wald und Teile Rheindahlens im Westen gehören zum Naturpark Maas-Schwalm-Nette.
Der höchste Punkt ist die mit nach dem Zweiten Weltkrieg aus Trümmern aufgeschüttete Rheydter Höhe. Der niedrigste Punkt sind die Nierswiesen im Stadtteil Donk mit . Die Länge der Stadtgrenze beträgt 86 Kilometer. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 17; die größte West-Ost-Ausdehnung 18 Kilometer. Der Mittelpunkt des Stadtgebiets liegt im Stadtteil Pongs.
Naturräumliche Zuordnung Das Stadtgebiet ist Teil der naturräumlichen Großregionen Niederrheinisches Tiefland (57) und Niederrheinische Bucht (55).
Folgende Teil-Naturräume befinden sich im Stadtgebiet: 57 Niederrheinisches Tiefland 571 Schwalm-Nette-Platte 571.2 Mönchengladbach-Rheindahlener Lehmebene 573 Kempen-Aldekerker Platten (Niersplatten) 573.0 Straelen-Grefrath-Mönchengladbacher Terrassen 573.02 Mönchengladbacher Terrasse
55 Niederrheinische Bucht 554 Jülicher Börde 554.22 Bedburdycker Lößplatte 554.23 Erkelenzer Lößplatte
Gewässer mini|Der Gladbach im Osten der Stadt Alle in Mönchengladbach entspringenden Gewässer (und solche, die früher dort entsprungen sind) werden vom Tagebau Garzweiler II beeinflusst, der südlich von Mönchengladbach stattfindet.
Gladbach Der Gladbach, welcher der Stadt ursprünglich den Namen gab, hatte seine Quelle im Ortsteil Waldhausen in oder nahe der ehemaligen Brauerei Hensen. Heute ist diese versiegt. Der Gladbachkanal, der ursprünglich auch von der Gladbachquelle gespeist wurde, verläuft entlang des alten Bachbetts zum großen Teil unterirdisch und mündet im Osten der Stadt in die Niers. Zu sehen ist er in Lürrip bis zur Mündung in die Niers. Im Stadtgebiet wird der Verlauf des ehemaligen Gladbachs durch Schilder gekennzeichnet.
Niers Den Süden und Osten des Stadtgebietes durchfließt die Niers, die früher wenige hundert Meter südlich der Stadtgrenze zu Erkelenz bei Kuckum im Kreis Heinsberg entsprang. Infolge der Sümpfungsmaßnahmen im Zuge des Tagebaus Garzweiler II und des damit verbundenen Wegfalls des Ortes Kuckum wurde die Niersquelle im April 2006 auf die Mönchengladbacher Golfsportanlage verlegt. Seitdem entspringt die Niers im Wasserhindernis zwischen den Bahnen 12 und 17 und gelangt dann quer über die Fairways der Bahnen 18 und 1 wieder in ihr altes Flussbett. Die Niers verlässt das Stadtgebiet im Norden der Stadt an der Grenze zu Viersen unweit der Trabrennbahn und mündet weiter nördlich, bei Gennep in den Niederlanden, in die Maas.
Schwalm Südwestlich der Stadtgrenze (in Wegberg) entspringt die Schwalm. Sie mündet bei Swalmen in den Niederlanden in die Maas. Einer der Flüsse, der auf Mönchengladbacher Stadtgebiet entspringt und in die Schwalm mündet, ist der Knippertzbach.
Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Mönchengladbach. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten genannt:
Schwalmtal, Viersen und Willich (alle Kreis Viersen), Korschenbroich und Jüchen (Rhein-Kreis Neuss) sowie Erkelenz und Wegberg (Kreis Heinsberg).
Stadtgebiet und Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Mönchengladbachs besteht seit 2009 aus vier (vorher zehn) StadtbezirkenDie Reduzierung der Stadtbezirke war umstritten. Aus einer ehemaligen Bezirksvertretung heraus wurde dagegen geklagt, was zur „Mönchengladbach-Ost-Entscheidung“ des Verwaltungsgerichts Düsseldorf führte. , die in 44 Stadtteile unterteilt sind. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung unter Vorsitz eines Bezirksvorstehers. Die Bezirksvertretungen sind zu wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören und werden bei jeder Kommunalwahl neu gewählt.
Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen Stadtteilen Stadtbezirke und Stadtteile:
Nord: Am Wasserturm, Dahl, Eicken, Gladbach, Hardt-Mitte, Hardter Wald, Ohler, Venn, Waldhausen, Westend, Windberg Ost: Bettrath‑Hoven, Bungt, Flughafen, Giesenkirchen‑Mitte, Giesenkirchen‑Nord, Hardterbroich‑Pesch, Lürrip, Neuwerk‑Mitte, Schelsen, Uedding Süd: Bonnenbroich‑Geneicken, Geistenbeck, Grenzland‑Stadion, Heyden, Hockstein, Mülfort, Odenkirchen‑Mitte, Odenkirchen‑West, Pongs, Rheydt, Sasserath, Schloss Rheydt, Schmölderpark, Schrievers West: Hauptquartier, Hehn, Holt, Rheindahlen‑Land, Rheindahlen‑Mitte, Wanlo, Wickrath-Mitte, Wickrath‑West, Wickrathberg
Katasterflächen + Statistische Kennzahlen(Stand: 31. Dezember 2013) Siedlungsflächen 6.270 ha 36,8 % Verkehrsflächen 2.096 ha 12,3 % Freiraum 8.680 ha 50,9 % Gesamtfläche 17.045 ha 100,0 %
Stadtgeschichte Name Seit dem 10. Jahrhundert sind mehr als 20 unterschiedliche Schreibweisen des Stadtnamens bekannt, u. a. Gladebach, Monichgladebach, Moenchsgladbach, München-Gladbach,Ernst Seyfert, Hans Wehner: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Güter und größeren Höfe der Rheinprovinz. Leipzig 1928, S. 84. Monnike Gladbeeck und Munneke Glebbek. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hieß die Stadt in wechselnden Schreibweisen Gladbach. Als Gladbach am 1. Januar 1888 kreisfrei wurde, erhielt es den Namen München-Gladbach, abgekürzt M.Gladbach, um es besser von Bergisch Gladbach unterscheiden zu können. Der Name leitet sich von den seit 974 in Gladbach siedelnden Mönchen ab. In: moenchengladbach.de. Abgerufen am 25. Juni 2025.
Vom 1. August 1929 bis zum 31. Juli 1933 war München-Gladbach zusammen mit Rheydt und anderen Gemeinden ein Teil der kreisfreien Stadt Gladbach-Rheydt mit etwa 200.000 Einwohnern. Nach deren Auflösung hieß es München Gladbach (ohne Bindestrich), abgekürzt wiederum M.Gladbach.
Am 20. Dezember 1950 wurde die Vollform des Namens in Mönchen Gladbach geändert, um Verwechslungen mit München zu vermeiden. Am 11. Oktober 1960 wurde die heute gebräuchliche Zusammenschreibung Mönchengladbach eingeführt, die auch bei der erneuten Zusammenlegung mit Rheydt und Wickrath aufgrund des Düsseldorf-Gesetzes am 1. Januar 1975 gewählt wurde; diese Schreibweise war in der Bevölkerung umstritten.
Erste menschliche Spuren mini|hochkant|1563: Gladbach (Clabbeck) mit Rheindahlen (Dalen) und Hardt (Haert) mini|1573: Gladbach (Gelabeeck) auf dem Abteiberg mini|1732: Gladbach in einer der wenigen Quellen mit dem lateinischen Namen „Gladbacum“ Die ersten Siedlungen auf dem Gebiet Mönchengladbachs sind etwa 300.000 bis 400.000 Jahre alt und zeigen Nachweise des späten Homo erectus (= Homo heidelbergensis) und des Neandertalers. Fundstellen sind vor allem im südlichen Teil des heutigen Stadtgebietes im Umfeld der NiersWolfgang Löhr: Loca Desiderata: Mönchengladbacher Stadtgeschichte. Band 1. Rheinland-Verlag- und Betriebsgesellschaft des Landschaftsverbandes Rheinland, Abtei Brauweiler, Pulheim 1994, ISBN 3-7927-1375-6, S. 139. und südöstlich von Schloss Rheydt entdeckt worden.
Frühgeschichte Im Jahr 2013 haben Forscher südlich von Schloss Rheydt, auf der ehemaligen rechten Seite der Niers, eine Siedlung aus der Altsteinzeit gefunden, die zeigt, dass vor 13.500 Jahren Menschen im Umfeld der Niers von der Jagd lebten.
Aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit sind zahlreiche Hügelgräber im Hardterwald erhalten, die bereits einer bäuerlichen Kultur angehörten. Weitere Funde wurden vor allem in der Umgebung von Mülfort, Wickrathberg, Giesenkirchen-Nord, Giesenkirchen-Mitte, Wanlo und Rheindahlen gemacht.Wolfgang Löhr: Loca Desiderata: Mönchengladbacher Stadtgeschichte. Band 1. Rheinland-Verlag- und Betriebsgesellschaft des Landschaftsverbandes Rheinland, Abtei Brauweiler, Pulheim 1994, ISBN 3-7927-1375-6, S. 157. Um 50 v. Chr., beim Eintreffen der ersten römischen Truppen unter Cäsar, war das keltische Gebiet, vermutlich zu den Eburonen gehörig, auf einmal unbesiedelt, vermutlich war die Bevölkerung durch die Römer ermordet worden.
Römische Besiedlung Zur Römerzeit gehörte das heutige Stadtgebiet zur Provinz Germania inferior. Es existierte vom 1. bis 3. Jahrhundert mit dem Vicus Mülfort ein römisches Straßendorf. Über die sumpfige Niers führte eine Furt und es gab Straßenverbindungen ins römische Neuss und an die Maas. Nach der Zerstörung des römischen Dorfes durch die Franken 352 n. Chr. war das Gebiet unbesiedelt.
Mittelalter und frühe Neuzeit Um etwa 800 n. Chr. siedelten sich Franken im Gebiet des heutigen Odenkirchen-Sasserath, Wickrath und auf dem Abteiberg an. Im Jahr 974 kam es zum Bau des Gladbacher Münsters und der Gründung einer Abtei durch den Kölner Erzbischof Gero und seinen Begleiter, den Trierer Mönch Sandrad. Der Bau der ersten Klosterkirche fand neben dem Ort statt, an dem 954 die Ungarn die von Balderich, einem Vornehmen des Reiches, kurz vor 800 erbaute Kirche zerstört hatten. mini|Burg und Herrlichkeit Odenkirchen von Nordwesten um 1680, Gemälde von Gebhard Schwermer (1874) Die Mönche trieben eine Besiedlung voran und legten dazu im 12. Jahrhundert nördlich der Kirche einen Markt an. Handwerker und Gewerbetreibende ließen sich in der Folgezeit hier nieder. Stadtrechte wurden in den Jahren 1364 bis 1366 erteilt. Die Stadt erhielt eine steinerne Stadtmauer, die von den Bürgern zu unterhalten war (Reste davon sind noch am Geroweiher erhalten, ebenso der Dicke Turm, ein Wehrturm am Waldhausener Berg und an der Rückseite des Kapuzinerplatzes). Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Stadt zum Amt Grevenbroich im Herzogtum Jülich.
Franzosenzeit mini|hochkant|Portal des ehemaligen Königlichen Bezirkskommandos Rheydt mini|Gladbach, Rheydt und Wickrath (~ 1760) mini|Blick auf die Stadt in den 1850er Jahren Am 4. Oktober 1794 marschierten, während der Franzosenzeit, französische Revolutionstruppen in das Stadtgebiet ein. Einen Tag zuvor war die Festung Jülich übergeben worden. Als im Jahr 1801 der deutsche Kaiser Franz II. im Frieden von Lunéville das linke Rheinufer an Frankreich abtrat, wurde Gladbach den französischen Religionsgesetzen unterworfen. Die Abtei wurde aufgelöst; die letzten 31 Mönche verließen das Kloster am 31. Oktober 1802. Die bedeutende, über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannte Bibliothek der Abtei wurde zu großen Teilen geraubt oder vernichtet. Von 1798 bis 1814 gehörte die Mairie Gladbach zum Kanton Neersen im Arrondissement de Crévelt im französischen Département de la Roer.
Preußische Zeit