Großpetersdorf (; , ) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Der Anteil der Burgenlandungarn und der Burgenlandkroaten beträgt jeweils etwa 2,0 %.
Geographie Geografische Lage Das Gemeindegebiet liegt im Südburgenland und erstreckt sich nördlich der Pinka über die Niederungen und Anhöhen des Zickenbach- und des Tauchenbachtales. Der Hauptort Großpetersdorf befindet sich am flachen Kamm dieser Anhöhe.
Gemeindegliederung + Ortschaften der Marktgemeinde Großpetersdorf DeutscherOrtsname UngarischerOrtsname KroatischerOrtsname Romani-OrtsnameFlächeGemeinde Großpetersdorf: (abgerufen am 11. Jänner 2011)haEinwohner(Stand ) Großpetersdorf Nagyszentmihály Veliki Petrštof Simeha 1769,71 Kleinpetersdorf Kisszentmihály Mali Petrštof - 250,61 Kleinzicken Kisciklény Mali Cikljin - 141,53 Miedlingsdorf Mérem Milištrof - 415,48 Welgersdorf Velege Velegaj Velegaja 558,33
Geschichte Die erste sichere Erwähnung des Ortes Großpetersdorf stammt aus einer Urkunde des ungarischen Königs Ladislaus IV. aus dem Jahre 1273. Aus dem Jahre 1539 stammt ein Urbar, in dem der Ort als „Pettersdorf“ erwähnt wird. Die Markterhebung muss nach Urkunden vor dem Jahr 1565 erfolgt sein. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts findet eine von den Grafen Batthyány durchgeführte Ansiedelung von Kroaten in „Kleinpetersdorf“ statt. Bei der in den Jahren 1782 bis 1785 erfolgten josephinischen Landaufnahme wurde die Gemeinde als „Markt Gros Petersdorf oder Nemet Sz. Mihaly“ benannt. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein.
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Nagyszentmihály verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen.
Am 26. März 1921 wurde der inkognito reisende Kaiser Karl I. bei einem kurzen Aufenthalt in Großpetersdorf erkannt und von der Bevölkerung freudig begrüßt.Paul Szemere, Erich Czech: Habsburgs Weg von Wilhelm zu Briand. Vom Kurier der Sixtus-Briefe zum Königsputschisten. Die Memoiren des Grafen Tamas von Erdödy. Seite 229 bis 230, Zürich – Leipzig – Wien, Amalthea, 1931 Karl war in Begleitung des Rotenturmer Grafen Thomas Erdődy auf dem Weg nach Szombathely, bei seinem letztendlich erfolglosen Bemühen, im Zuge des ersten Restaurationsversuches seine Königswürde in Ungarn wiederherzustellen.Aufenthalt von Kaiser Karl in Westungarn im März 1921, Webseite regiowiki.at, abgerufen am 22. Jänner
Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Großpetersdorf und seine Umgebung zum Kampfgebiet. 1971 wurde die Gemeinde Jabing infolge des Inkrafttretens des Burgenländischen GemeindestrukturverbesserungsgesetzesLandesgesetzblatt für das Burgenland 44/1970: Gesetz vom 1. September 1970 über Gebietsänderungen von Gemeinden (Gemeindestrukturverbesserungsgesetz) (PDF-Dokument; abgerufen am 1. Jänner 2018) an Großpetersdorf angeschlossen. 1992 trennten sich Großpetersdorf und Jabing per Gemeinderatsbeschluss wieder. Marktgemeinde ist Großpetersdorf seit 2000 (durch LGBl.Nr. 18/2000).
Bevölkerungsentwicklung mini|Evangelisches Pfarrhaus Großpetersdorf mini|Straßenmeisterei in Großpetersdorf
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Ehemaliger Bahnhof in Großpetersdorf mini|hochkant|Katholische Pfarrkirche Großpetersdorf mini|hochkant|Evangelische Pfarrkirche Großpetersdorf
Katholische Pfarrkirche Großpetersdorf hl. Michael Evangelische Pfarrkirche Großpetersdorf Evangelisches Pfarrhaus Filialkirche Kleinpetersdorf
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Pinkatalbahn: Momentan ist Großpetersdorf Endbahnhof. Bis Rechnitz gab es Nostalgiezüge. In Überlegung war die Wiedererrichtung der ursprünglichen Strecke bis ins ungarische Szombathely (dt. Steinamanger). Nachdem von ungarischer Seite kein Interesse bekundet wurde, wurden die Bahngleise von Rechnitz bis Großpetersdorf abgebaut und stattdessen ein Radweg errichtet, der Bahntrassenradweg. Von 1920 bis ca. 1933 gab es eine schmalspurige Waldbahn nach Rumpersdorf, die hauptsächlich dem Holztransport diente.
Politik Gemeinderat
mini|Rathaus Großpetersdorf
Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 25 Mitglieder. + Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997 Partei2022 2017Land Burgenland: Wahlergebnis Großpetersdorf 2017 (abgerufen am 6. Jänner 2018) 2012Land Burgenland: Wahlergebnis Großpetersdorf 2012 (abgerufen am 6. Jänner 2018) 2007Land Burgenland: Wahlergebnis Großpetersdorf 2007 (abgerufen am 6. Jänner 2018) 2002Land Burgenland: Wahlergebnis Großpetersdorf 2002 (abgerufen am 6. Jänner 2018) 1997Sti.%M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. SPÖ118352,1614 1117 50,84 13 1129 49,37 13 1416 59,12 15 1353 58,04 15 1.389 60,29 16 ÖVP87938,7610 860 39,14 10 905 39,57 10 979 40,88 10 978 41,96 10 771 33,46 8 FPÖ1225,381 127 5,78 1 131 5,73 1 nicht kandidiert nicht kandidiert 144 6,25 1 Grüne843,700 93 4,23 1 122 5,33 1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert Wahlberechtigte3494 3283 3289 3334 3267 3050 Wahlbeteiligung69,18 % 73,99 % 75,31 % 77,77 % 80,93 % 83,90 %
Bürgermeister Bürgermeister ist Harald Kahr (SPÖ). Bei der Wahl 2022 erhielt er 50,53 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang und wurde damit zum Bürgermeister von Großpetersdorf gewählt.
Ehemalige Bürgermeister
Josef Baliko (SDAP) 1935–1938 Franz Wallner (CS) 1954–1982 Hans Krutzler (SPÖ) 1982–1993 Josef Tauber (SPÖ) bis 2011 Winfried Kasper (SPÖ) 2012–2022 Wolfgang Tauss (SPÖ)
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Franz Wallner (1883–1956), Landwirt und Politiker Alois Striny (1888–1955), Kaufmann und Politiker Alois Wessely (1895–1970), Politiker, Landeshauptmann-Stellvertreter des Burgenlands Hans Unger (1897–1981), Maurer und Politiker Hilde Pleyer (1923–2003), Politikerin (SPÖ) Alfred Kranich (1930–1998), Landesbeamter und Politiker Frederick Lowy (* 1933), kanadischer Psychiater, Präsident der Concordia University Josef Tauber (* 1940), Politiker (SPÖ) und Gewerkschaftssekretär Walter Reicher (* 1958), Kulturmanager und Festivalintendant
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Josef Baliko (1876–1930), Holzarbeiter und Politiker, Bürgermeister von Großpetersdorf Olivier Dantine (* 1973), Superintendent der Evangelischen Superintendentur A. B. Salzburg und Tirol seit 2012 Karl Halaunbrenner (1881–1938), Gendarmeriebeamter Hans Krutzler (1913–1991), Politiker (SPÖ) und Hauptschuldirektor Doris Prohaska (* 1966), Politikerin (SPÖ) und Lehrerin Gustav Reingrabner (1936–2025), Superintendent der Evangelischen Superintendentur A. B. Burgenland 1975–1994
Literatur Gustav Reingrabner: Prolegomena zu einer Ortsgeschichte von Großpetersdorf. In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 35, Eisenstadt 1973, S. 31–41,
Weblinks
Einzelnachweise
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