Mariasdorf () ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im südlichen Burgenland in Österreich. Überregional bekannt ist Mariasdorf durch die im 15. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche Mariasdorf Mariä Himmelfahrt, die auch das Gemeindewappen ziert.
Geographie Geografische Lage Die Gemeinde liegt im südlichen Burgenland im Bezirk Oberwart, etwa 15 km westlich der Staatsgrenze zu Ungarn.
Die nächstgelegenen Kleinstädte sind Pinkafeld (8 Kilometer westlich) und Oberwart (9 Kilometer südlich). Die nächste größere Stadt ist Steinamanger (Szombathely) in Ungarn, das etwa 30 Kilometer östlich von Mariasdorf liegt. Auch Graz (70 Kilometer südwestlich) und Wien (90 Kilometer nördlich) sind in kurzer Zeit erreichbar und wichtige Ziele für Berufspendler aus der Region.Statistik Austria: Volkszählung vom 15. Mai 2001 -- Erwerbspendler nach Pendelziel (PDF; 7 kB)
Gemeindegliederung Die Marktgemeinde Mariasdorf umfasst die Katastralgemeinden bzw. Ortschaften (außer Mariasdorf jeweils Dorf, in Klammern Einwohner Stand ):Burgenland – Jois – Markt Sankt Martin – 72. Mariasdorf. In: Österreichischer Amtskalender online. Verlag Österreich, Wien 2002–, .
Bergwerk () Grodnau () Mariasdorf () Neustift bei Schlaining () Tauchen ()
Tauchen liegt nördlich des Kernorts Mariasdorf, die übrigen drei Ortsteile östlich von ihm.
Das östliche Gemeindegebiet mit Bergwerk, Grodnau und Neustift gehört zum Bernsteiner Gebirge, die westlichen Orte Mariasdorf und Tauchen liegen in einer etwas flacheren, zum Flüsschen Pinka hin abfallenden Landschaft.
Deutscher OrtsnameUngarischer OrtsnameBergwerkŐribányaGrodnauGrodnóMariasdorfMáriafalvaNeustift bei SchlainingSzalónakújtelekTauchenFehérpatak
Nachbargemeinden
Geschichte mini|Gedenkstein zum 600-Jahre-Jubiläum der Markterhebung Der im Komitat Eisenburg gelegene Ort gehörte jahrhundertelang zum Königreich Ungarn (Deutsch-Westungarn) und kam nach dem Vertrag von Trianon seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Mariasdorf wurde 1388 erstmals urkundlich erwähnt. In einer auf den 4. Mai d. J. datierten Urkunde verpfändete der ungarische König und spätere deutsche Kaiser Sigismund die Herrschaft Bernstein einschließlich ihrer namentlich genannten Dörfer an die Gebrüder Kanizsai.. In: mariasdorf.at, abgerufen am 13. Dezember 2013.
Während des Mittelalters entwickelte sich das Gebiet zu einer Bergbauregion mit Eisen-, Kupfer- und Schwefelkiesabbau. Die Herrscherfamilie Kanizsai ließ für die hier arbeitenden Bergleute die bis heute erhaltene gotische Kirche errichten, eines der bekanntesten mittelalterlichen Bauwerke des Burgenlands.
1849 wurde Mariasdorf durch einen Großbrand weitgehend zerstört.
Um 1870 begann in Tauchen der Braunkohle-Abbau,Johann Schnablegger: Abbau eines vier Klafter mächtigen Braunkohlenflözes von sehr feuergefährlicher Beschaffenheit in Mariasdorf, Ungarn. In: Zeitschrift des Berg- und Hüttenmännischen Vereines für Kärnten, Heft Nr. 5/1871 (III. Jahrgang), , S. 100–108. der bis 31. März 1967 aufrecht bliebGunther Seel: „Es war ein harter Job, aber es war ein Job!“ Masterarbeit. Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Klagenfurt 2009, OBV und am 30. Dezember des Jahres endgültig Geschichte wurde.Tauchen endgültig stillgelegt. In: Burgenländische Freiheit. XXXVIII. Jahrgang, Nr. 1/1968, S. 3, unten links.
Zwischen 1899 und 1913 kam es durch Auswanderungen nach Nordamerika zu einem starken Bevölkerungsverlust.
Die bis dahin eigenständigen Gemeinden Bergwerk, Grodnau, Mariasdorf, Neustift bei Schlaining und Tauchen wurden im Rahmen des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1971 zur neuen „Gemeinde Mariasdorf“ vereinigt.Landesgesetzblatt für das Burgenland 44/1970: Gesetz vom 1. September 1970 über Gebietsänderungen von Gemeinden (Gemeindestrukturverbesserungsgesetz) (PDF-Dokument; abgerufen am 1. Jänner 2018)
Die Gemeinde Mariasdorf besitzt seit 1. Mai 1988 das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“.
Religionen mini|Evangelisches Schul- und Bethaus Mariasdorf Die Mehrheit der Einwohner ist evangelischen Glaubens. Circa 50 % waren 2016 Mitglied der Evangelischen Kirche A.B. Österreich. Weniger als 20 Einwohner bekannten sich zur Evangelischen Kirche H.B. Österreich (Reformierte Kirche). 35 % waren katholischen Glaubens und gehörten der Diözese Eisenstadt an. 15 % gehörten keiner Glaubensgemeinschaft an.
Es gibt eine römisch-katholische Pfarrkirche sowie Evangelische Filialgemeinden A.B. in allen Orten.
Bevölkerungsentwicklung
2025 lebten nur 1136 Menschen in Mariasdorf und 2026 waren es gar nur 1122.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariasdorf Mariae Himmelfahrt zählt zu den schönsten Kirchen des Burgenlands mini|Innenansicht der Kirche
Pfarrkirche Mariasdorf Mariae Himmelfahrt: Die spätgotische Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt zählt zu den schönsten des Burgenlandes. Der Bau wurde, nachdem die Brüder Kanizsay das Herrschaftsgut Bernstein erhalten hatten auf der Homepage von Mariasdorf, um 1400 am Standort einer bereits existierenden Kirche begonnen, aber wohl im frühen 15. Jahrhundert eingestellt. Bis dahin bestand wohl nur der Chorraum. Am Ende des Jahrhunderts wurden die Arbeiten mit dem Bau des Kirchenschiffs fortgesetzt. Das Westportal wurde 1490 vollendet. Das Sakramentshaus an der Nordwand trägt die Jahreszahl 1483. Auch Sakristei, Beinhaus und die beiden Treppentürme stammen wohl aus dieser Bauphase.Diözese Eisenstadt: Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Kirche umgebaut, um sie an den damaligen Zeitgeschmack des Barock anzupassen. 1882–1899 wurden diese Umbauten unter der Leitung von Imre Steindl, des Architekten des Budapester Parlaments, weitgehend rückgängig gemacht und das Bauwerk wieder in gotischer Formensprache gestaltet. Zeugen dieses zweiten, neugotischen Umbaus sind der Hochaltar, die Kanzel, das Taufbecken und die Buntglasfenster. Die Kirche Mariae Himmelfahrt dient heute als römisch-katholische Pfarrkirche im Pfarrverband Mariasdorf-Bernstein im Bistum Eisenstadt. Sport Es gibt Sportplätze in allen Orten und einen Radrundweg. Wirtschaft und Infrastruktur In Mariasdorf gibt es keine Straßennamen. Postadressen setzen sich aus dem Namen des Ortsteils und der Hausnummer zusammen.
Wirtschaft Von den 89 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden elf als Haupterwerbsbetriebe geführt. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)891083134Produktion91298111Dienstleistung4431101103 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Verkehr Straße: Die wichtigste Verkehrsader im Gemeindegebiet ist die Burgenland-Bundesstraße (B 50), die das Bundesland in Nord-Süd-Richtung durchzieht und am östlichen Ortsrand von Mariasdorf als Umgehungsstraße trassiert ist. Bahn: Seit der Einstellung der Pinkatalbahn ist die nächstgelegene Bahnstrecke ist die Wechsel- und Thermenbahn mit Haltepunkt in Friedberg.
Bildung Die Gemeinde verfügt über eine Volksschule. Die zweite Volksschule in Grodnau wurde im Jahr 2016 geschlossen. Das nächste Gymnasium befindet sich im drei Kilometer entfernten Nachbarort Oberschützen.
Politik Gemeinderat
Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 19 Mitglieder. + Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997 Partei 2022 2017Land Burgenland: Wahlergebnis Mariasdorf 2017 (abgerufen am 10. Jänner 2018) 2012Land Burgenland: Wahlergebnis Mariasdorf 2012 (abgerufen am 10. Jänner 2018) 2007Land Burgenland: Wahlergebnis Mariasdorf 2007 (abgerufen am 10. Jänner 2018) 2002Land Burgenland: Wahlergebnis Mariasdorf 2002 (abgerufen am 10. Jänner 2018) 1997Sti.%M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. SPÖ40050,7610 438 56,66 11 475 58,21 12 496 58,28 12 496 58,15 11 392 49,94 10 ÖVP28436,047 207 26,78 5 236 28,92 5 234 27,50 5 270 31,65 6 317 40,38 8 FPÖ8510,792 128 16,56 3 105 12,87 2 121 14,22 2 87 10,20 2 76 9,68 1KLART192,410nicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiert Wahlberechtigte1067 1039 1072 1048 1036 1009 Wahlbeteiligung80,51 % 80,65 % 83,58 % 85,50 % 87,74 % 84,54 %
Bürgermeister
bis 2002: Karl Kreimer 2002–2022: Reinhard Berger seit 2022: Wolfgang Nothnagel
Wappen 60px Das Wappen wurde am 16. April 1988 verliehen. Blasonierung: „In Rot über einem mit einem goldenen Bergwerksstollen belegten grünen Dreiberg eine goldene, schwarzbedachte Kirche, begleitet von natürlichen Pappelbäumen.“Marktgemeinde Mariasdorf: Wappen (abgerufen am 10. Jänner 2018)
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Reinhold Benedek (1929–2020), Politiker (SPÖ)
Weblinks
Pfarrkirche Mariasdorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1388 Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Oberwart