Markt Allhau (, , ) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im südlichen Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich.
Geografie Die Gemeinde liegt im Südburgenland im Stögersbachtal. Die Grenze zur Steiermark im Westen bildet die Lafnitz.
Gemeindegliederung
Marktgemeinde ist Markt Allhau seit 1973 (durch VO 5 erfolgte die Weiterverleihung).
Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Buchschachen () Markt Allhau ()
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Allhau Markt und Buchschachen.
Deutscher OrtsnameUngarischer OrtsnameKroatischer OrtsnameRoman OrtsnameBuchschachenŐribükkösd-BujschochaMarkt AllhauAlhóOljhavaOjhava Eingemeindungen 1971 wurde Buchschachen mit Markt Allhau zusammengelegt.
Nachbargemeinden
Geschichte Der Ort wird im Jahre 1331 urkundlich erwähnt und wurde im 18. Jhdt. zum Markt erhoben.DEHIO-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Burgenland. Markt Allhau. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1976, ISBN 3-7031-0401-5, Seiten 186f. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Alhó verwendet werden.
Markt Allhau bei der Landnahme des Burgenlandes
Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Um jedoch die Übergabe der westungarischen Dörfer an Österreich zu verhindern, bildeten sich im ganzen Land Freischärlergruppen, bei denen aber Angehörige, die aus den betroffenen Gebieten selbst stammten, eher die Ausnahme darstellten. Im Gebiet von Markt Allhau operierte das I. Freischärlerkorps unter dem Kommando von Oberleutnant Arpad Taby, das seinen Kommandositz in Oberwart hatte.Gerald Schlag: Aus Trümmern geboren..., Burgenland 1918–1921 (= Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland (WAB). Band 106), ISBN 3-85405-144-1, S. 424 (). Als die österreichische Gendarmerie am 28. August 1921 versuchte mit 11 Kolonnen das Burgenland zu besetzen, wurde die für Markt Allhau vorgesehene Kolonne 8 bereits kurz nach dem Grenzübertritt von den Freischärlern angeschossen, sodass sie sich unverrichteter Dinge wieder auf ihren Ausgangspunkt Hartberg zurückziehen musste. Auch ein zweiter Versuch am nächsten Tag scheiterte am Widerstand der Freischärler.Gerald Schlag: Aus Trümmern geboren..., Burgenland 1918–1921 (= Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland (WAB). Band 106), ISBN 3-85405-144-1, S. 406 (). Diese beherrschten nun wieder das Gebiet bis zur steirischen Grenze und riefen unter ihrem Anführer Pál Prónay am 4. Oktober in Oberwart sogar einen Operettenstaat mit dem Namen Lajtabánság/Leitha-Banat aus. Durch das Protokoll von Venedig verpflichtete sich Ungarn schließlich endgültig das Burgenland zu übergeben. So konnte die Landnahme durch das Bundesheer in der Zeit vom 25. bis 30. November ohne Probleme erfolgen. Bereits am ersten Tag dieser Landnahme marschierten Einheiten der österreichischen 4. Brigade des Bundesheeres von Hartberg kommend in Markt Allhau ein, das nun offiziell Teil des neuen Bundeslandes Burgenland wurde.Gerald Schlag: Aus Trümmern geboren..., Burgenland 1918–1921 (= Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland (WAB). Band 106), ISBN 3-85405-144-1, S. 465 ().
Markt Allhau im Zweiten Weltkrieg Am 7. April 1941 musste eine Bristol Blenheim der jugoslawischen Luftwaffe auf einem Feld in der Nähe von Markt Allhau notlanden. Die Maschine hatte zuvor einen Angriff als Vergeltung für den am Vortag von der Wehrmacht begonnenen Balkanfeldzug auf den Flugplatz Wiener Neustadt geflogen. Dabei wurde sie von der deutschen Flugabwehr derart beschädigt, dass die dreiköpfige Besatzung den Bomber landen musste. Die Männer kamen in deutsche Kriegsgefangenschaft, das Flugzeug war in dieser Phase des Krieges ein seltener Anblick und wurde von vielen Schaulustigen besichtigt, bevor es zerlegt und mit der Bahn mit unbekanntem Ziel abtransportiert wurde.Regiowiki.at: Notlandung einer Bristol Blenheim bei Markt Allhau 1941 (abgerufen am 22. November 2014)
Am 10. Mai 1944 stürzte ein amerikanischer Boeing B-17 Bomber nach einem Luftkampf mit deutschen Jagdflugzeugen im Gemeindegebiet von Markt Allhau ab. Zwei Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, während sich acht andere mit dem Fallschirm retten konnten.Regiowiki.at: Abschuss einer B-17 über Riedlingsdorf 1944 (abgerufen am 22. November 2014)
Am 6. April 1945 erreichte auch der Bodenkrieg Markt Allhau. Die Rote Armee hatte den Bezirk Oberwart problemlos erobert und nur bei Markt Allhau und Buchschachen versteifte sich entlang der Lafnitz der deutsche Widerstand. Bis zu Kriegsende fielen fast fünfzig deutsche Soldaten bei diesen Kämpfen. Auch die Ortschaft zahlte mit fünf Ziviltoten und vielen zerstörten Häusern einen hohen Preis.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Katholische Filialkirche Markt Allhau mini|Alte Mühle in Markt Allhau
Evangelische Pfarrkirche Markt Allhau Katholische Filialkirche Markt Allhau hl. Lucia
Vereine 1948 erfolgte die Gründung des UFC Markt Allhau, der aktuell in der Burgenlandliga spielt. Sportclub Buchschachen Verschönerungsverein Buchschachen Verschönerungsverein Markt Allhau Luftgrobmchor Buchschachen Tennisverein Buchschachen Trachtenmusikkapelle Markt Allhau
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 138 auf 109 ab. Im Haupterwerb geführt werden 29 nach 10. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)1091383160Produktion3731306342Dienstleistung11068485308 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Bildung In der Gemeinde befinden sich zwei Kindergärten, einer in Markt Allhau und einer in Buchschachen. Außerdem gibt es zwei Volksschulen, eine Neue Mittelschule und eine Musikschule.
Infrastruktur
Straße: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Süd Autobahn A2. Eisenbahn: Der näheste Bahnhof befindet sich in Hartberg, rund zehn Kilometer westlich von Markt Allhau.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002 hatte der Gemeinderat mit 19 Mitgliedern folgende Verteilung: 9 SPÖ, 9 ÖVP 9, und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, und 10 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 8 SPÖ, und 2 LAG. Mit den Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 7 SPÖ, und 3 LAG. Mit den Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 9 SPÖU und 2 LAG.
Bürgermeister
Quelle: Atlas BurgenlandAtlas Burgenland: Markt Allhau (abgerufen am 11. Jänner 2018) 1945: Viktor Bartos (von Sowjets eingesetzt) ab August 1945: Josef Höltl (ÖVP) 1950–1954: Samuel Hagenauer (ÖVP) 1954–1961: Alois Krutzler (ÖVP) 1961–1966: Emmerich Holl (ÖVP) 1966–1977: Josef Ziermann (ÖVP) 1977–1982: Erich Gall (SPÖ) 1982–1985: Johann Koch (ÖVP) 1985–2007: Engelbert Raser (ÖVP) 2007–20??: Hermann Pferschy (ÖVP) seit 20??: Joachim Raser (ÖVP)
Wappen 50px Blasonierung: „Am oberen Rand eines grünen Schildes quer drei gold durchflutete weiße Arkadenbögen. In den mittleren Bogen ragt der Zwiebelturm einer weißen Kirche, die in der Mitte des Wappens zwischen zwei in einfacher Wellenform quer verlaufenden blauen Flüssen steht. Links und rechts der Kirche steht je ein grüner Baum. Im Schildfluss als Symbol für Handwerk und Gewerbe ein goldener Amboss, der von einem ebenfalls goldenen achtspeichigen Rad umgeben wird. Den Schild umgibt eine einfache blaue Linie.“Marktgemeinde Markt Allhau: (abgerufen am 11. Jänner 2018)
Partnergemeinde Markt Allhau pflegt eine Partnerschaft zur Gemeinde Unlingen in Baden-Württemberg.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Ewald Ritter (* 1953), Politiker und Lehrer Anita Keiper (* 1961), Verlegerin Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Helmut Pechlaner (* 1946), Direktor des Tiergartens Schönbrunn in Wien Igor Skalé (1948–2011), MalerIgor Skalé, Webpräsenz von Regiowiki.at
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1331