UNIX System V, kurz System V ( , Aussprache meist ; übersetzt: „System Fünf“), mitunter auch SysV, von AT&T ist eine Ausgabe des UNIX-Betriebssystems und wurde erstmals 1983 als Nachfolger von System III veröffentlicht. Seit 1992 liegt es in der Version System V Release 4.2 vor.

Mit UNIX System V wurde ein neues init-System eingeführt, das den Namen SysVinit trägt und in vielen weiteren Unix-artigen Betriebssystemen genutzt wird oder wurde.

Überblick Obwohl System V auch ein bestimmtes Unix-Derivat bezeichnet, wird es heute üblicherweise als Bezeichnung für eine ganze Klasse von Unix-Derivaten benutzt, die von der AT&T-UNIX-Linie abstammen (im Gegensatz zur BSD-Linie). Die eigentlichen technischen Unterschiede zwischen System V und BSD verschwimmen zusehends, zum einen, da jede Linie viele Neuerungen aus der Konkurrenzlinie übernimmt, zum anderen auch aufgrund des immer höheren Verbreitungsgrades der grundlegenderen GNU-Hilfsprogramme (insbesondere der GNU coreutils) anstelle der BSD-/System-V-Programme.

Neuerungen Zu den größten Unterschieden zählten ursprünglich (im Vergleich zur Situation im Jahr 2005): Netzwerkkommunikation: System V favorisierte das Transport Layer Interface, BSD setzt auf Netzwerk-Sockets. Situation heute: Sockets sind vorherrschend System V kannte Runlevel, BSD nicht; damit ist auch die Art und Weise verbunden, wie beispielsweise Daemons gestartet werden. Situation 2005: Unentschieden, es gibt immer noch zwei Lager die Interprozesskommunikations-Schnittstellen waren völlig unterschiedlich definiert und folgten ganz anderen Philosophien. Situation 2005: Die einfacher zu benutzenden System-V-Schnittstellen sind praktisch überall vorhanden. die Verwaltung von Prozess-Signalen war leicht unterschiedlich; die kleineren Unterschiede hatten jedoch große Wirkungen Situation 2005: Einigung auf die beste Synthese einige Funktionen der C-Bibliothek waren unterschiedlich implementiert oder folgten anderen Traditionen Situation 2005: Tendenz zu System V, wenngleich das mittlerweile durch andere Gremien (POSIX, ANSI, ISO) erfolgt. einige wichtige Programme verhielten sich unterschiedlich bei gleicher Optionsangabe. ps: Noch heute hat dieses Programm in der GNU-Version unterschiedliche Eigenschaften, je nachdem auf welche Art die Optionen angegeben werden. Situation 2005: Unentschieden, es bleibt den Vorlieben des jeweiligen Entwicklers überlassen. Programmnamen und die Pfade zu ihnen unterschieden sich, zum Teil auf heute nicht mehr nachvollziehbare Art. Situation 2005: System V hat hier den stärkeren Vorbildcharakter gehabt. das BSD-Dateisystem verhält sich bei der Vererbung von Besitzereigenschaften übergeordneter Verzeichnisse anders als System-V-artige Dateisysteme es tun, bei BSD werden Eigenschaften automatisch vererbt, bei System V erhalten neu erzeugte Objekte die eingestellten Default-Eigenschaften des Benutzers

Releases und Derivate 1983 – System V 1984 – SVR2 (System V Release 2, in der Bedeutung 2. Hauptversion) 1987 – SVR3 (SGI IRIX) 1988 – SVR3.2 (SCO OpenServer) 1989 – SVR4: integrierte einige BSD-Bestandteile; durch Angabe eines entsprechenden Pfades können die Programme der jeweiligen Variante ausgeführt werden 1992 – SVR4.2 1993 – SVR4.2MP (UnixWare 2, Sun Solaris) 1997 – SVR5 (SCO UnixWare 7)

Siehe auch Geschichte von Unix Single UNIX Specification

Weblinks Peter Salus: 20 Years Ago in UNIX.

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