Der Kreis Höxter ist ein Kreis im Regierungsbezirk Detmold (Ostwestfalen-Lippe) im äußersten Osten Nordrhein-Westfalens und liegt mit seinen Grenzen am Dreiländereck zu Niedersachsen und Hessen.

Kreisstadt ist Höxter. Mit 116 Einwohnern je km² weist der Kreis die niedrigste Bevölkerungsdichte aller Kreise in Nordrhein-Westfalen und nach dem Kreis Olpe die zweitniedrigste Einwohnerzahl aller Kreise in Nordrhein-Westfalen auf.

Geografie Nachbarkreise Der Kreis Höxter grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Landkreise Holzminden und Northeim (beide in Niedersachsen), an die Landkreise Kassel und Waldeck-Frankenberg (beide in Hessen) sowie an die Kreise Hochsauerlandkreis, Paderborn und Lippe (alle in Nordrhein-Westfalen).

Bevölkerung und Kreisgliederung

Der Kreis Höxter gliedert sich in zehn Kommunen, von denen alle Städte sind. Die Kreisstadt Höxter gilt als Mittlere kreisangehörige Stadt. Die folgende Tabelle zeigt die Gemeinden des Kreises in alphabetischer Reihenfolge mit den Einwohnerzahlen am , der FlächeStatistische Ämter des Bundes und der Länder: und der Bevölkerungsdichte:

Name Einwohner Fläche Einw./km² Status AGS Bad Driburg  km² kreisangehörige Stadt 05 762 004 Beverungen  km² kreisangehörige Stadt 05 762 008 Borgentreich  km² kreisangehörige Stadt 05 762 012 Brakel  km² kreisangehörige Stadt 05 762 016 Höxter  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 762 020 Marienmünster  km² kreisangehörige Stadt 05 762 024 Nieheim  km² kreisangehörige Stadt 05 762 028 Steinheim  km² kreisangehörige Stadt 05 762 032 Warburg  km² kreisangehörige Stadt 05 762 036 Willebadessen  km² kreisangehörige Stadt 05 762 040 Kreis Höxter  km²   05 762 (Einwohnerzahlen vom )

Laut einer Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2011 wird der Kreis Höxter im Jahr 2030 die älteste Bevölkerung aller Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben. Rund 50 Prozent der Bevölkerung werden dann älter als 52 Jahre sein.nw-news.de

Das IT.NRW sagt in seiner Prognose aus 2015 einen weiteren Rückgang der Bevölkerung um 9.700 Einwohner bis zum Jahre 2025 voraus.

Hinsichtlich der Erwerbspersonen prognostiziert das IT.NRW in seiner Studie aus März 2016 einen Rückgang um 25,9 Prozent von 69.913 (2014) auf nur noch 51.800 (2040). Dieser Rückgang um insgesamt 18.113 Erwerbspersonen teilt sich auf bei den Männern um −9.622 (von 40.622 auf 31.000) und bei den Frauen um −8.491 (von 29.291 auf 20.800). Dieser überdurchschnittliche Verlust ist neben dem allgemein prognostizierten Bevölkerungsschwund u. a. bedingt durch den demographischen Wandel (Altenquote).

Geschichte links|mini|139x139px|Rathaus der Kreisstadt Höxter mini|216x216px|Eingescannte Kopie des Gebietsänderungsvertrages der Kreise Höxter und Warburg vom 24. Juli 1974

Der Kreis entstand im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform (Sauerland/Paderborn-Gesetz) am 1. Januar 1975 durch die Zusammenlegung des bisherigen Altkreises Höxter mit dem ehemaligen Kreis Warburg. Er deckt sich weitgehend mit dem Oberwaldischen Distrikt des historischen Hochstifts Paderborn und dem ehemaligen Hochstift Corvey.

links|mini|138x138px|Stadtpanorama der ehem. Kreisstadt Warburg Im gemeinsamen Gebietsänderungsvertrag der Kreise Warburg und Höxter vom 24. Juli 1974 zur Kreisneugliederung wurde in § 1 vereinbart, den gemeinsamen neuen Kreis als Kreis Brakel zu bezeichnen mit Sitz in Brakel. Dieser Vertrag wurde vom Kreistag Höxter in der Sitzung am 23. Juli 1974 bzgl. § 1 mit 24 Ja- gegen 18 Nein-Stimmen bei einer Stimmenthaltung sowie zu den §§ 2–19 bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen. Trotz der Zustimmung des Kreistages Warburg zu diesem Gebietsänderungsvertrag wurde bei der Landtagsentscheidung zum Sauerland/Paderborn-Gesetz dort mit knapper Mehrheit für den Kreisnamen Kreis Höxter und den Sitz in Höxter gestimmt und damit gegen den vorher vereinbarten Gebietsänderungsvertrag entschieden. Auch eine Benennung des neuen Kreises als Kreis Höxter-Warburg, vergleichbar mit dem ein Jahr zuvor neu gebildeten Kreis Minden-Lübbecke, fand im Landtag von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf keine Zustimmung.Gebietsänderungsvertrag, verabschiedet vom Kreistag Höxter am 24. Juli 1974

Einwohnerentwicklung 400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Höxter (Datenquelle: Zensus 2011)

Jahr EinwohnerLandesdatenbank Nordrhein-Westfalen 1975 143.338 1980 143.952 1985 140.723 1990 146.238 1995 154.401 2000 155.808 Jahr Einwohner 2005 153.550 2010 147.140 2015 144.010 2016 141.855 2017 141.565 2018 140.667 Jahr Einwohner 2020 139.729 2021 139.994 2022 141.819 2023 139.042 2024 139.252

Politik

Kreistag Die Sitzverteilung im Kreistag nach Fraktionen und Gruppen ist seit der Kommunalwahl 2025 wie folgt:

Die Wahlbeteiligung lag bei 64,4 %.

Landrat Im Zuge der Kommunalwahlen 2025 wurde Michael Stickeln (CDU) als Landrat mit 64,5 % im ersten Wahlgang wiedergewählt.

Frühere Landräte 1973–1989 Alex Brunnberg (CDU) 1989–1994 Karl Schneider (CDU) 1994–1996 Franz-Josef Thöne (CDU) 1996–2009 Hubertus Backhaus (CDU) 2009–2020 Friedhelm Spieker (CDU) seit 2020 Michael Stickeln (CDU)

Frühere Oberkreisdirektoren 1968–1996 Paul Sellmann (CDU)

mini|100px|Wappen des Landkreises Höxter vor 1975 mini|162x162px|Wappen des ehemaligen Landkreises Warburg vor 1975

Wappen Der Kreis Höxter hat, wie viele neugebildete Kreise, ein altes und ein neues Wappen, mit dem hier dem alten Kreis Warburg Tribut gezollt werden soll. Die Blasonierung des heutigen Wappens lautet: „In Silber (weiß) eine blaue Lilie; darüber in einem durch einen blauen Wellenbalken begrenzten, goldenen (gelben) Schildhaupt ein rotes durchgehendes Kreuz.“

Verkehr Straße Der Landkreis Höxter wird von den Bundesstraßen B 7, B 64, B 68, B 83, B 239, B 241 und B 252 und im äußersten Süden von der Bundesautobahn A 44 erschlossen.

Schienenverkehr Die staatliche Westfälische Eisenbahn verband 1851 bei Warburg die Strecke aus Kassel mit der heutigen Bahnstrecke Hamm–Warburg über Altenbeken. Hier zweigte 1864/65 die Eggebahn nach Höxter ab, die bei Holzminden mit der Braunschweigischen Eisenbahn verbunden wurde. In Ottbergen nahm ab 1878 die Sollingbahn nach Göttingen und Northeim ihren Anfang.

Den Westrand des Kreises durchfährt seit 1872 die Hannover-Altenbekener Eisenbahn. Im Süden dehnte sich das Netz der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft aus: In die 1873 von Warburg in Richtung Brilon Wald–Hagen eröffnete Obere Ruhrtalbahn mündete 1876 in Scherfede eine Querverbindung von Holzminden über Wehrden ein.

Der Preußischen Staatsbahn blieb es dann überlassen, noch zwei Ergänzungen in Betrieb zu nehmen: 1890 von Warburg nach Volkmarsen als Teilstück, sogenannte „Twistetalbahn“ der Bahnstrecke Warburg–Sarnau in der Provinz Hessen-Nassau und 1895 von Himmighausen bei Altenbeken nach Detmold im Fürstentum Lippe.

Von 172 km Strecken wurden 54 km im Personenverkehr stillgelegt und später abgebaut: 1967: Warburg–Wormeln–Welda–Volkmarsen, (12 km lange „Twistetalbahn“) für Personenzüge und ab 1977 für Güterverkehr, sowie 1984: Holzminden–Lüchtringen-Steinkrug–Fürstenberg–Wehrden–Beverungen–Dalhausen–Scherfede (42 km)

In Warburg halten ICE und ICs der Verbindung Kassel-Wilhelmshöhe – Dortmund. Im Personenverkehr in Betrieb sind die Bahnhöfe oder Haltepunkte Bad Driburg, Brakel, Höxter, Lauenförde-Beverungen, Ottbergen, Wehrden, die werktags im Stundentakt von Zügen der NordWestBahn von Paderborn nach Northeim bzw. Göttingen sowie Warburg und Willebadessen, die im Stundentakt von der Eurobahn zwischen Münster über Hamm, Paderborn und Warburg bedient werden. Hinzu kommen Warburg und Scherferde mit stündlichen Regionalexpress Zügen zwischen Hagen und Warburg sowie Steinheim mit stündlichen Zügen der S-Bahn Hannover zwischen Hannover und Paderborn.Angaben nach bahn.de, für Fahrplan 2016

Flughäfen und Flugplätze Der Flugplatz Höxter-Holzminden ist der einzige Verkehrslandeplatz im Kreis Höxter. Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind der Flughafen Paderborn/Lippstadt, der Flughafen Kassel-Calden und der Flughafen Hannover.

Einrichtungen Zentral im Kreis in Brakel befindet sich die Kreisfeuerwehrzentrale. Dort stationiert sind Sonderfahrzeuge für Großschadensfälle. Außerdem befinden sich dort die Atemschutzwerkstatt, Atemschutzübungsanlage, Brandsimulationsanlage, Schlauchwerkstatt, Funkwerkstatt, sowie die Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst. Das Gelände und die Räumlichkeiten werden für Fortbildungen und Übungen verwendet. Die zwei ABC-Züge sind in Steinheim (ABC-Zug Nord) und in Warburg (ABC-Zug Süd), sowie der ABC-Dekon und Erkundungszug in Beverungen stationiert.

Der Verband der Feuerwehren im Kreis Höxter e. V. (VdF Kreis Höxter) ist ein Zusammenschluss der zehn Freiwilligen Feuerwehren im Kreis, der zur Förderung des Brand- und Umweltschutzes sowie des Krankentransportes- und Rettungsdienstes existiert.

Der kommunale Rettungsdienst Kreis Höxter betreibt im Kreisgebiet sechs Rettungswachen in Bad Driburg, Beverungen, Brakel, Peckelsheim, Steinheim und Warburg. Sonder- und Reservefahrzeuge sind in der Kreisfeuerwehrzentrale stationiert. Die Stadt Höxter unterhält als Mittlere kreisangehörige Stadt seit 1981 eine Rettungswache in eigener Trägerschaft. Das Notarzteinsatzfahrzeug wird seit 2011 vom Rettungsdienst Kreis Höxter betrieben.

In den Städten sind vereinzelt Einheiten von DRK, DLRG, Malteser, Johanniter und THW, welche in die Gefahrenabwehr des Kreises eingebunden sind.

Die Bundeswehr betreibt die General-Weber-Kaserne sowie einen Wasserübungsplatz an der Weser. Dort ist das ABC-Abwehrbataillon 7 stationiert.

Sehenswürdigkeiten Museen Im Kreis Höxter existieren 20 Museen (siehe Liste der Museen im Kreis Höxter): in Bad Driburg: Burg Dringenberg, Friedrich-Wilhelm-Weber-Museum, Glasmuseum, Wasserschloss Heerse in Beverungen: Korbmacher-Museum in Borgentreich: Dorfmuseum, Orgelmuseum in Brakel: Dorfmuseum und Urdorf-Museum, FSB Franz Schneider Ausstellung, Husarenmuseum Rheder, Stadtmuseum in Höxter: Von der Villa zur Stadt – Ausstellung zur Stadtgeschichte (untergebracht im Schloss Corvey), Forum Jacob Pins (Museum im Adelshof Heisterman von Ziehlberg) in Nieheim: Sackmuseum, Deutsches Käsemuseum, Nieheimer Biermuseum in Steinheim: Feuerwehrmuseum, Heimatmuseum Ottenhausen, Möbelmuseum in Warburg: Museum im Stern in Willebadessen: Stiftung Europäischer Skulpturenpark e. V. (Ausstellung im Park des ehemaligen Benediktinerinnenklosters)

Jüdische Friedhöfe Im Kreis Höxter gibt es 18 jüdische Friedhöfe, auf denen sich noch Grabsteine befinden:

(siehe :Kategorie:Judentum im Kreis Höxter). Es sind Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines oft regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Gesundheitswesen + Aufgestellte Krankenhausbetten im Kreis Höxter Krankenhaus Sitz Betten St. Ansgar Krankenhaus (Standort des Klinikums Weser-Egge, das zur Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge gehört) Höxter 396 St. Vincenz Hospital (Standort des Klinikums Weser-Egge, das zur Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge gehört) Brakel 100 St. Josef Hospital (Standort des Klinikums Weser-Egge, das zur Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge gehört) Bad Driburg 263 St. Rochus Krankenhaus (Standort des Klinikums Weser-Egge, das zur Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge gehört) Steinheim 100Helios Klinikum Warburg bis April 2014 St.-Petri-Hospital WarburgWarburg 153 Gesamt 1012

Beteiligungen des Kreises Höxter 73,91 % Sparkassenzweckverband Höxter 60,00 % Krankenhauszweckverband Warburg, siehe auch St.-Petri-Hospital Warburg, das im Mai 2008 an die Rhön-Klinikum verkauft wurde 51,00 % Abfallwirtschaftsgesellschaft Höxter mbH (AWG), u. a. auch Betreiber der Deponie Wehrden in Beverungen-Wehrden, 49,0 % hält E.ON Westfalen Weser 44,56 % Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter mbH (GfW)