mini|Logo von Minolta mini|Analoge Minolta Spiegelreflexkamera mit Rokkor-Objektiven mini|Minolta Autofokus Telezoom mini|Minolta-Sucherkamera Minoltina S (1964)cjs-classic-cameras.co.uk, Minoltina S, abgerufen am 15. November 2020. Minolta war einer der ältesten Kamerahersteller Japans und bis 2003, nach Canon und Nikon, der drittgrößte der Welt. Die Firma existierte von 1928 bis 2006. Ein Teil der AV-DSLR-Systeme inkl. einiger Wechselobjektive wurde von Sony übernommen. Der als A-Mount bezeichnete Objektivanschluss von Sony entspricht weitestgehend dem Minolta AF-Bajonett von 1985.

Geschichte Die Unternehmensgeschichte reicht zurück bis ins Jahr 1928, als Kazuo Tashima am 11. November in Osaka das Nichi-Doku Shashinki Shōten (, „japanisch-deutsches Kamerageschäft“) gründete.

Im Juli 1931 wurde das Unternehmen in Molta KG („Mechanismus, Optik und Linsen von Tashima“) umbenannt und der Markenname Minolta („Mechanismus, Instrumente, Optik und Linsen von Tashima“) registriert. 1937 erfolgte eine weitere Umbenennung in Chiyoko (Chiyoda Kogaku Seiko Kabushiki Kaisha) beziehungsweise Chiyoda Kogaku. Erst seit Juli 1962 wurde die Bezeichnung Minolta Camera Company (Minolta Kabushiki Kaisha) auch als Firma genutzt.

1961 hatte Minolta den Nasskopierer Copymaster, 1977 das erste Pulsoxymeter für Messung am Finger OXIMET MET-1471 vorgestellt.konicaminolta.com, Since 1928: MINOLTA (englisch), abgerufen am 15. November 2020 (englisch). Von den sechziger Jahren bis zur Mitte der siebziger Jahre gab es hohe Zuwachsraten im Kamerabau. Nach dem Konjunkturtief Mitte der Siebziger hatte Minolta 1985 den Kameraanteil am Umsatz schon fast auf die Hälfte zurückgedrängt.spiegel.de, 25. März 1985, Drei bleiben, abgerufen am 15. November 2020. mini|Logo von Minolta-QMS Im Jahr 2000 wurde der Druckerhersteller QMS von Minolta übernommen; es entstand die Firma Minolta-QMS.

Im August 2003 erfolgte die Fusion der Minolta Co., Ltd. mit der Konica Corporation zur Konica Minolta Holdings, Inc. (jap. コニカミノルタホールディングス, Konika Minoruta Hōrudingusu). Die Fusion wurde im Januar 2004 abgeschlossen. Eine Kooperation der beiden Firmen in der Erforschung und Entwicklung bestimmter neuer Produkte bestand aber bereits seit dem April 2000.http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showtopic=24065&view=findpost&p=253387 Mitteilung von Fumio Iwai und Joshikatsu Ota an die Konica Minolta-Aktionäre vom August 2003, erwähnt in einem Artikel im Minolta-Forum Das Unternehmen operierte seitdem unter der Bezeichnung Konica Minolta, die gleichzeitig auch der neue Markenname wurde.

Unter dem Dach der neuen Holdinggesellschaft wurden auch die europäischen Hauptquartiere Konica Minolta Business Solutions Europe GmbH (Langenhagen) und Konica Minolta Photo Imaging Europe GmbH (Hohenbrunn) zusammengefasst; die neuen Unternehmen bilden die Rechtsnachfolge der früheren Konica Business Machines Deutschland GmbH, Konica Europe GmbH und der Minolta Europe GmbH. Die Unternehmen besitzen 26 europäische Niederlassungen mit rund 6.000 Angestellten.

Im Sommer 2005 kündigte Konica-Minolta eine strategische Partnerschaft mit Sony an, zusammen wollten die beiden Unternehmen hochwertige Digitalkameras entwickeln. Am 19. Januar 2006 gab das Unternehmen dann den Rückzug aus dem Kamerageschäft mit Endkunden zum 31. März 2006 bekannt.digitalkamera.de vom 13. April 2006, Sony macht Service-Übernahme für Konica-Minolta-Kameras offiziell, abgerufen am 15. Oktober 2020.faz.net vom 20. Januar 2006, Traditionsmarke Konica-Minolta: Der schleichende Tod der analogen Fotografie, abgerufen am 15. Oktober 2020. Das Foto-Filmgeschäft wurde endgültig eingestellt. Sony übernahm das Autofokus-Spiegelreflex-System und führt es digital bis heute als Teil des Alpha-Systems weiter.objektive.net, Sony Objektive, abgerufen am 15. Oktober 2020. Konica Minolta stützt sich auf andere Marktsegmente.

Kooperationen in der Optik Minolta ist auch wegen ihrer Zusammenarbeit mit den traditionellen europäischen Manufakturen Leitz (Leica) und Hasselblad bekannt geworden. mini|Minolta CLE ohne Objektiv, dadurch ist der Verschlussvorhang sichtbar mini|Minolta und entsprechende Leica (etwa 1980) In den 1970er Jahren gab es eine enge Kooperation zwischen Leitz und Minolta, die offiziell 1972 begann. 1973 wurde die legendäre Leica CL als Leitz-Minolta CL vorgestellt, eine hochwertige Messsucherkamera mit Wechselobjektiven. Die CL ist bis heute die kleinste und leichteste Leica (ausgenommen Digitalkameras); sie wurde so populär, dass Leitz sich dem Hörensagen nach gezwungen sah, die Notbremse zu ziehen. Minolta brachte dann 1981 die stark verbesserte Minolta CLE in Eigenregie heraus. Weiterhin arbeitete Minolta mit Leitz an der Leica R3, diese wurde die erste Leica Spiegelreflexkamera mit elektronischer Steuerung und entsprach in weiten Teilen der Minolta XE-Serie (ab 1974). Diese Gehäuse verwenden den von Leitz entwickelten, von Copal gefertigten und von Minolta angepassten, besonders weich laufenden, elektronisch gesteuerten CLS-Metalllamellenverschluss. Die Leica R4 (ca. 1980) beruhte technisch teilweise auf der Minolta XD7 (1977). Auch bei einigen Objektiven gab es eine Kooperation in beiden Richtungen, so basieren einige Leica-Objektive dieser Zeit auf Minolta-Rechnungen und wurden von Minolta produziert (z. B. das Fish-Eye 2,8/16 mm oder das Spiegeltele RF 8/800 mm), und umgekehrt gab es z. B. das Leitz 6,3/800 mm Telyt-S-Fernobjektiv auch mit Minolta SR-Bajonett, und für die Leitz Photare 12,5 mm und 25 mm wurden passende Adapter angeboten. Die Minolta MD und AF 4/70–210 mm Objektive sollen hingegen auf dem Leica-R-Gegenstück basieren. Eine lose Zusammenarbeit gab es jedoch noch lange über die 1970er Jahre hinaus, so entspricht z. B. der Leica Winkelsucher-R (14300) für die Leica SL2 und die Leica R3 bis R9 bis auf den Okularanschluss dem Minolta Winkelsucher Vn. mini|Die erste Leica-Kompaktkamera, bauähnlich mit und produziert von Minolta (1989–1991)l-camera-forum.com vom 27. Februar 2009, Kategorie:Leica Kompaktkamera, abgerufen am 15. November 2020. Auch die Leica AF-C1 (1989–1991), die erste Leica-Kompaktkamera, entstand in Zusammenarbeit mit Minolta. Sie verfügte über eine Belichtungsautomatik, eingebaute Motoren für Filmaufzug und Rückspulung, einen eingebauten Blitz sowie einen Autofokus.

Für die Hasselblad Mittelformatkameras entwickelte Minolta ihre proprietäre Mattscheibentechnik Acute-Matte weiter, die Minolta mit der XD7 ab 1977 in den Markt eingeführt hatte, in Prototypen aber bereits seit 1973 erprobte. Durch den Einsatz dieser modernen Einstellscheiben mit Mikrowabenlinsen wurde das Sucherbild der Hasselblad-Kameras der V- und H-Serien ab 1989 insgesamt wesentlich heller und zum ersten Mal gleichmäßig ausgeleuchtet. Das erleichtert die Scharfeinstellung, vor allem bei wenig Umgebungslicht. Ab 1996/1997 bot Hasselblad die verbesserten Acute-Matte Typ D-Einstellscheiben an. In einem anderen belegten Fall der Zusammenarbeit kam später der AF-Kreuzsensor der Minolta Dynax 9 auch in der Hasselblad H1 (2002) zum Einsatz, die in Japan auch als Fujifilm GX645AF Professional vermarktet wurde.http://www.popphoto.com/Reviews/Cameras/Hasselblad-H1-Hyper-Blad%21 Jason Schneiders Bericht zur Hasselblad H1 mit Hinweisen auf Zusammenarbeit mit Minolta und Fujifilm in Popular Photography vom 1. September 2003

Auch mit Agfa gab es verschiedentlich Kooperationen, so entsprach etwa die Agfa Microflex-300 Sensor-Filmkamera der Minolta Pocket Z-8 / Pocket-8 400 von 1973, und hinter der Agfa ActionCam von 1995 verbirgt sich die Minolta RD-175, eine frühe DSLR für das Minolta-A-Bajonett.

Umgekehrt entsprang die Sofortbildkamera Minolta Instant Pro von 1990 entwicklungstechnisch einer Seitenlinie der Polaroid Spectra Pro, und kleine Minolta-Videorekorder wurden schon zuvor (zumindest zum Teil) von Hitachi produziert.Minolta-Pressesprecher in der New York Times vom 29. Juni 1990 Forenbeitrag mit Informationen bezüglich der Herkunft der kleinen Minolta-Videorekorder und der Minolta Instant Pro

Zum Zwecke der Adaption des Minolta Telezooms 8/100–500 mm und des Spiegelteles RF 8/500 mm an Arriflex-Filmkameras kooperierte Minolta um 1980 auch mit der japanischen Fernsehgesellschaft NHK.

Seagull, China Die genaue Art der Zusammenarbeit mit dem chinesischen Kamerahersteller (Shanghai) Seagull ist noch nicht endgültig geklärt. Fest steht jedoch, dass Seagull bereits in den 1960er Jahren unter eigenem Namen Gehäuse mit SR-Bajonett hergestellte, die Original-Minolta-Gehäusen (u. a. der SR-1) nachempfunden waren und ab ca. 1971 auch in Deutschland auftauchten, und dass Minolta Anfang der 1990er Jahre die Produktion von Gehäusen der damals schon nicht mehr aktuellen Minolta X-300-Serie nach China an Seagull ausgelagert und später dann ganz abgegeben hat, woraufhin Seagull unter eigenem und fremden Namen diverse Derivate und Weiterentwicklungen auf Basis dieses Minolta-Chassis herausgebracht hat.digicammuseum.de, 2018: 90 Jahre Minolta, 1984 (und früher): Seagull DF-300 alias Minolta X-300 oder Centon DF-300, abgerufen am 16. November 2020. Die Tatsache, dass Seagull einige Zeit nach der Aufgabe des Kamerageschäfts durch Konica Minolta auch begonnen hat, verschiedene Zubehörteile anzubieten, die Teilen aus dem ehemaligen Minolta-Lieferprogramm täuschend ähnlich sehen, nährt die Vermutung, dass diese Teile auch schon vorher bei Seagull für Minolta produziert wurden. So entspricht z. B. der Seagull Magnifier der Minolta Sucherlupe Vn und der Blitzschuhadapter Seagull SC-5 erscheint als Weiterentwicklung des Minolta FS-1100 mit zusätzlicher PC-Buchse.

Bei Digitalkameras

Einige Minolta-Digitalkameras stammen vom taiwanesischen ODM-Hersteller Skanhex, darunter auch die Dimage 2300 und 2330 Zoom. Letztere Kamera entspricht der Skanhex SX-230Z und war mit leicht anderem Gehäuse auch unter anderen Namen wie Jenoptik JD 2300 z3, Rollei d23 com, Soligor SX-230z und Maginon SX230z auf dem Markt.Forenbeitrag von Matthias Paul mit Informationen zur ODM-Fertigung einiger Minolta-Digitalkameras durch Skanhex Herkunft der Minolta Dimage 2300 und 2330 Zoom Digitalkameras

Als Konica Minolta

Konica Minolta fertigt auch nach dem Rückzug aus der Fotosparte noch optische Baugruppen für andere Hersteller, so beispielsweise Objektive für JVC-Videokameras wie die HD Everio GZ-HD3 von 2007.Objektivbeschriftung an JVC-Videokamera mit Konica-Minolta-Objektiv Forenbeitrag mit Informationen bezüglich der Herkunft des Objektivs der JVC HD Everio GZ-HD3 Deutliche Hinweise auf eine (möglicherweise aber nur übergangsweise) bestehende Zusammenarbeit von Konica Minolta als Zulieferer für Komponenten des Sony-α-Systems gibt es ebenfalls. So geht etwa die erste DSLR in diesem System, die 2006 vorgestellte Sony Alpha DSLR-A100 praktisch komplett auf ein Konica Minolta-Design zurück, wie eine Analyse der Firmware als auch die Konica-Minolta-Codenummern „2187“ im Service-Manual der Kamera zeigen.Forenbeitrag vom 8. September 2006 von Matthias Paul, Administrator im Minolta-Forum Firmware-Analyse der Sony Alpha DSLR-A100 Auch die zweite Kamera dieser Reihe, die 2007 vorgestellte Sony Alpha DSLR-A700, basiert Hinweisen im „Service Manual“ zufolge auf einem Entwurf, der von Konica Minolta unter der Codenummer „2179“ zumindest noch begonnen wurde.Forenbeitrag vom 19. Dezember 2007 von Matthias Paul, Administrator im Minolta-Forum Übersicht über einige Konica-Minolta-Codenummern für Kameragehäuse

Produktspektrum mini|Minikamera Minolta 16 MG-S für 16-mm-Film in Minoltaeigener Kassette (etwa 1970digicammuseum.de, 2018: 90 Jahre Minolta, 1966 Minolta 16 MG, 1972 Minolta 16 QT, abgerufen am 16. November 2020.kamerasammlung.ch, Minolta 16 MG-S, abgerufen am 16. November 2020.)