Die German Football League (GFL), offizielle Sponsorenbezeichnung seit der Saison 2026 effect® Energy German Football League, zuvor ab 15. Juli 2022 Erima GFL, davor ab der Saison 2021 Sharkwater German Football League, ist die erste Bundesliga für American Football der Herren in Deutschland. Die Amateurliga wird vom American Football Verband Deutschland (AFVD) ausgerichtet.

Geschichte Gegründet wurde die GFL als Bundesliga im Jahre 1979 unter dem Dach des American Football Bundes Deutschland (AFBD). Gründungsmitglieder der Bundesliga waren folgende Teams: Frankfurter Löwen, Düsseldorf Panther, Munich Cowboys, Ansbach Grizzlies, Bremerhaven Seahawks und Berlin Adler.

Bereits nach dem ersten Jahr der Football-Bundesliga kam es zu Streitigkeiten zwischen einzelnen Teams und dem Verband. Daraus resultierte unter Federführung der Düsseldorf Panther die Gründung eines zweiten Footballverbandes, des „American-Football-Verbandes“ (AFV) sowie mit der Nordwestdeutschen Football-Liga (NFL) einer zweiten deutschen Football-Liga.

Nach zwei Jahren des Parallelbetriebes wurden beide Ligen unter dem Dach des am 16. Oktober 1982 neu gegründeten American Football Verband Deutschland (AFVD) vereinigt und die Endspiele des AFBD als offiziell gewertet, während die Endspiele des AFV als nicht offiziell gelten.

Zur Saison 1999 wurde die 1. Bundesliga in German Football League umbenannt. Seit der Saison 2001 gibt es ein Lizenzierungsverfahren, bei dem die sportlich qualifizierten Vereine ihre wirtschaftlichen Eckdaten dem AFVD offenlegen müssen.

Am 10. Juni 2021 gab der AFVD bekannt, dass der Getränkehersteller SharkWater für die Saison 2021 Namenssponsor der GFL und des German Bowl sei. Von Sommer 2022 bis einschließlich der Saison 2025 war der Sportartikelhersteller Erima Namenssponsor der GFL und des GFL Bowls. Zur Saison 2026 übernimmt die Energydrink-Marke Effect Energy diese Namensrechte. Erima bleibt weiterhin der Ausrüster der Teams der GFL und GFL2.

Konkurrenz durch andere Ligen In der Geschichte der GFL gab es – wie im „Mutterland“ des Sports auch – mehrfach andere Ligen, die explizit oder implizit den Anspruch der GFL, die „höchste deutsche Spielklasse“ zu sein, infrage gestellt haben. Hierzu zählten die Nordwestdeutsche Football Liga (NFL, 1980/81), die Football League of Europe (1994/95), in gewisser Weise die NFL Europe (1991–2007, wobei angesichts der fast ausschließlich aus Nordamerikanern bestehenden Kader der NFLE kaum Vergleichbarkeit der Ligen bestand) und seit 2021 die European League of Football (ELF) bzw. deren zur Saison 2026 neuen Konkurrenzligen European Football Alliance und American Football League Europe.

Im Zuge all dieser Abspaltungen und Konkurrenzligen kam es in unterschiedlichen Ausmaß zur Abwerbung von Spielern, Sponsoren und sogar ganzen Mannschaften. Andererseits wurde nach Beendigung des Streits oder Aufgabe der Konkurrenzliga oft ein Teil ihrer ehemaligen Teams oder Fans in GFL und AFVD eingegliedert, so die Düsseldorf Panther aus der NFL, die Hamburg Blue Devils aus der FLE und die von Fans der Frankfurt Galaxy nach Ende der NFL Europe gegründete Frankfurt Universe.

Spielmodus Die GFL ist in eine Nord- und eine Südgruppe unterteilt. Bis zur Saison 2010 spielten sechs Mannschaften in jeder Gruppe. Zur Saison 2011 wurde jede Gruppe um ein Team erweitert, sodass danach insgesamt 14 Teams in der GFL spielten. Jede Mannschaft spielte gegen jede andere Mannschaft der eigenen Gruppe sowie gegen die in der letzten Saison gleich platzierte Mannschaft der anderen Gruppe jeweils ein Hin- und ein Rückspiel (Interconference Games), so dass die reguläre Saison 2011 14 Spiele pro Team umfasste. Diese Interconference-Regelung wurde erstmals in der Saison 1998 eingeführt und blieb bis einschließlich zur Saison 2011 bestehen. Im Oktober 2022 gab die GFL bekannt, dass in der Saison 2023 die Interconference-Spiele mit der bereits bestandenen Umsetzung wieder zum Spielplan dazugehören werden. 2025 entschied der Ligaverbund GFL e. V. eine schrittweise Verkleinerung, so dass die Liga ab 2028 nur noch zwölf Mannschaften umfasst. Die starre Aufteilung der regionalen Gruppen nach Bundesländern wird dabei erstmals aufgehoben.

Nach Ende der regulären Saison spielen die jeweils vier Bestplatzierten der beiden GFL-Gruppen in den Play-offs im K.-o.-System den deutschen Meister aus. Dabei spielt der Sieger einer Gruppe gegen den Viertplatzierten der anderen Gruppe und der Zweite der einen Gruppe gegen den Dritten der anderen Gruppe. Das Finale, und damit das Spiel um die deutsche Meisterschaft, ist der German Bowl.

Im Rahmen der Relegation spielt der Letztplatzierte einer jeden GFL-Gruppe gegen den Sieger der entsprechenden Gruppe der niederklassigen 2. Bundesliga (GFL2) um einen Platz in der GFL. Im Jahr 2010 fanden die Relegationsspiele aufgrund der Erweiterung der GFL zwischen dem Letztplatzierten einer GFL-Gruppe und dem Zweitplatzierten der entsprechenden GFL2-Gruppe statt. Das jeweils erstplatzierte Team der GFL2 stieg in diesem Jahr automatisch auf. Dieses Verfahren wurde am Ende der Saison 2011 wiederholt, da ein weiteres Mal jede Gruppe um ein Team erweitert wurde, sodass die Zahl der Teams in der Saison 2012 auf insgesamt 16 stieg.

Gespielt wird nach den deutschen Regeln des AFVD, die auf den Regeln des College Footballs der NCAA basieren.

Teams

GFL-Saison 2026

GFL Nord Staffel 1 Berlin Rebels Braunschweig Lions Hildesheim Invaders Potsdam Royals Staffel 2 Dresden Monarchs Düsseldorf Panther Kiel Baltic Hurricanes

GFL Süd Staffel 1 Allgäu Comets Pforzheim Wilddogs Ravensburg Razorbacks Saarland Hurricanes Staffel 2 Munich Cowboys Regensburg Phoenix Schwäbisch Hall Unicorns Straubing Spiders

Zeitleiste

Deutscher Meister

Amtierender Meister sind die Potsdam Royals nach einem 33:23-Sieg gegen die Dresden Monarchs im GFL Bowl 2025 am 11. Oktober 2025, welcher im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden ausgetragen wurde. Das Abschlussspiel der Saison 2025 reiht sich in die Top-Five der meistbesuchten GFL-Endspiele ein und ist eins von lediglich 8 Endspielen, die über 20.000 Besucher verzeichnen konnten. Die Royals verteidigten damit ihre Titel von 2023 und 2024. Rekordmeister sind die Braunschweig Lions (derzeit unter dem Sponsorennamen „New Yorker Lions“) mit insgesamt 12 Titeln (Stand 2022). Die Meisterschaft wurde seit 1979 jedes Jahr mit Ausnahme der Covid-bedingt ausgefallenen Saison 2020 gespielt.

Die zwölf bisherigen Titelträger kommen aus elf verschiedenen Städten. Köln ist die einzige Stadt mit zwei Meisterteams (Red Barons und Crocodiles). Der Stadt des ersten Titelträgers, Frankfurt am Main, gelang es immerhin 2018 wieder einen Vertreter im Endspiel zu haben, jedoch misslang Frankfurt Universe in ihrem bisher einzigen Finale um die deutsche Meisterschaft der Sieg.

Ins Verhältnis gesetzt sind Braunschweigs 18 Endspielteilnahmen mit 12 Siegen etwas mehr als ein Viertel aller Meisterschaften und eine Teilnahme an 2/5 aller Endspiele. Diese Dominanz wird allerdings in anderen Sportarten vom THW Kiel im Handball übertroffen (22 von 71 Meisterschaften seit 1950) sowie vom FC Bayern München im Fußball (31 von 109 Meisterschaften seit 1903). Die Werte von etwa 30 % der Meisterschaften für eine Mannschaft sind jedoch bemerkenswert ähnlich.

Gruppensieger Die Braunschweig Lions sind nicht nur Rekordmeister, sondern auch das Team, das seine Gruppe mit 15 Siegen am häufigsten gewinnen konnte. Die Schwäbisch Hall Unicorns zogen in der aktuellen Saison mit den Lions gleich und holten im Süden ihren 15. Sieg. Die Unicorns halten mit 13 Gruppensiegen in Folge (2011–2024) die längste Serie. Sowohl Braunschweig als auch Schwäbisch Hall gelang dabei mehrfach eine Perfect Season teilweise gekrönt vom Gewinn aller folgenden Play-off-Spiele und damit der Meisterschaft.

Saison Nord Süd 1980 Frankfurter Löwen Ansbach Grizzlies 1981 Frankfurter Löwen Ansbach Grizzlies 1982 Cologne Crocodiles Ansbach Grizzlies 1983 Düsseldorf Panther Ansbach Grizzlies 1984 Düsseldorf Panther Ansbach Grizzlies 1985 Düsseldorf Panther Ansbach Grizzlies Nord A Nord B Mitte Süd 1986 Düsseldorf Panther Berlin Adler Badener Greifs Ansbach Grizzlies 19871987 American Football Verband Deutschland auf enciclopediadelfootball.it, abgerufen am 20. September 2026 Düsseldorf Panther Berlin Adler Badener Greifs Nürnberg Rams Nord A Nord B Süd A Süd B 1988 Düsseldorf Panther Berlin Adler Bad Homburg Falken Ansbach Grizzlies 1989 Red Barons Cologne Berlin Adler Badener Greifs Noris Rams 1990 Düsseldorf Panther Berlin Adler Badener Greifs Munich Cowboys Nord Süd 1991 Berlin Adler Noris Rams 1992 Berlin Adler Munich Cowboys 1993 Cologne Crocodiles Munich Cowboys 1994 Berlin Adler Munich Cowboys 1995 Düsseldorf Panther Hanau Hawks 1996 Düsseldorf Panther Noris Rams 1997 Hamburg Blue Devils Hanau Hornets 1998 Braunschweig Lions Stuttgart Scorpions 1999 Braunschweig Lions Rüsselsheim Razorbacks 2000 Cologne Crocodiles Munich Cowboys 2001 Hamburg Blue Devils Munich Cowboys 2002 Braunschweig Lions Rhein-Main Razorbacks 2003 Braunschweig Lions Rhein-Main Razorbacks 2004 Braunschweig Lions Marburg Mercenaries 2005 Braunschweig Lions Marburg Mercenaries 2006 Braunschweig Lions Marburg Mercenaries 2007 Braunschweig Lions Stuttgart Scorpions 2008 Kiel Baltic Hurricanes Marburg Mercenaries 2009 Berlin Adler Schwäbisch Hall Unicorns 2010 Kiel Baltic Hurricanes Marburg Mercenaries 2011 Kiel Baltic Hurricanes Schwäbisch Hall Unicorns 2012 Kiel Baltic Hurricanes Schwäbisch Hall Unicorns 2013 New Yorker Lions Schwäbisch Hall Unicorns 2014 New Yorker Lions Schwäbisch Hall Unicorns 2015 New Yorker Lions Schwäbisch Hall Unicorns 2016 New Yorker Lions Schwäbisch Hall Unicorns 2017 New Yorker Lions Schwäbisch Hall Unicorns 2018 New Yorker Lions Schwäbisch Hall Unicorns 2019 New Yorker Lions Schwäbisch Hall Unicorns 2021 Dresden Monarchs Schwäbisch Hall Unicorns 2022 Potsdam Royals Schwäbisch Hall Unicorns 2023 Potsdam Royals Schwäbisch Hall Unicorns 2024 Potsdam Royals Schwäbisch Hall Unicorns 2025 Potsdam Royals Ravensburg Razorbacks 2026 Dresden Monarchs Schwäbisch Hall Unicorns

Regionale Verteilung

Nord-Süd-Gefälle