Valerian – Die Stadt der tausend Planeten (Originaltitel: Valerian and the City of a Thousand Planets) ist ein Science-Fiction-Film des französischen Regisseurs Luc Besson, der auch als Drehbuchautor und Produzent des Films fungierte, mit Dane DeHaan und Cara Delevingne in den Hauptrollen. Der Film basiert auf Valerian und Veronique (Originaltitel: Valérian et Laureline), einer französischen Science-Fiction-Comic-Serie von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières, deren erste Geschichte am 9. November 1967 erschien. Der Film kam am 20. Juli 2017 in die deutschen Kinos, nahezu 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung der Comic-Serie.
Handlung Aus der ISS hervorgegangen, umkreist die stetig wachsende Raumstation Alpha die Erde. Als ab dem Jahr 2150 erste Außerirdische zu den Menschen aus allen Nationen der Erde dazukommen, fängt die Station wegen immer neuer Anbauten und andockender Schiffe an, das Kraftfeld der Erde zu beeinflussen. Daher wird Alpha mit Schubtriebwerken in Richtung der Magellanschen Wolken geschickt.
400 Jahre später auf dem Planeten Mül: Die tropische Ozeanwelt mit ihren blauen Lagunen und weißen Stränden wird von den Pearls, sanften, alterslosen Humanoiden, bewohnt. Sie leben in Harmonie mit kleinen, vierbeinigen Tieren, die als Transmutatoren die Perlen, die die Pearls auf dem Planeten sammeln, vervielfachen, wenn man sie damit füttert. Eines Tages wird Müls Idylle zerstört, als sich gewaltige Explosionen am Himmel zeigen und brennende Raumschiffe auf den Planeten stürzen. Als eine Feuerwalze über Mül hinwegfegt, schaffen es nur wenige, sich im Wrack eines der abgestürzten Raumschiffe in Sicherheit zu bringen. Alle anderen Planetenbewohner sterben bei der Katastrophe, so auch die Tochter des Kaisers, die im Sterben ihr Lebenssignal ins All sendet.
Dreißig Jahre danach empfängt Major Valerian an Bord seines Raumschiffes Intruder Signale von Mül, die er nicht einordnen kann. Auch der Schiffscomputer, die künstliche Intelligenz Alex, kann die Signale nicht bestimmen. Valerian und Sergeant Laureline sind Spezialagenten der Regierung der menschlichen Territorien, die mit der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung im gesamten Universum beauftragt und mit der Intruder, die auch durch die Zeit reisen kann, unterwegs sind. Der junge Major hat es auf mehr als nur eine berufliche Beziehung mit seiner schönen Partnerin abgesehen, die selbstbewusste Laureline hält ihn jedoch für einen egoistischen Frauenhelden und zeigt ihm die kalte Schulter, wenn ihr Valerian romantische Avancen macht.
Auf Anordnung des Ministeriums sollen die beiden Gesetzeshüter auf dem Wüstenplaneten Kyrion einen Transmutator vom Planeten Mül suchen, der der letzte seiner Art ist. Valerian macht Laureline vor Beginn der Mission einen Heiratsantrag, den sie nicht ernst nimmt. Auf Kyrion befindet sich in einer anderen Dimension ein riesiger, geschäftiger Basar, der nur mit einem speziellen Helm gesehen werden kann. Valerian muss den Transmutator in einem Labyrinth von tausenden Ebenen finden und befreit ihn schließlich aus den Fängen eines Hehlers, als dieser ihn gerade an zwei überlebende Pearls verkaufen will. Allerdings hat Valerians Spezialausrüstung, mit der er zwischen verschiedenen Dimensionen hin und her springen kann, einen Defekt. Da die zur Unterstützung mitgekommene Militäreinheit nach und nach getötet wird, muss Laureline Valerian helfen. Zusammen mit dem Transmutator und einer Perle, die Valerian sicherstellen konnte, können beide mit ihrem Raumschiff fliehen. Valerian findet heraus, dass in der Perle zwanzig Megatonnen Energie stecken. Außerdem erkennt er Perle und Transmutator wieder: Er begegnete den beiden in einer Vision, die er kurz vor Missionsbeginn hatte.
Valerian und Laureline bringen das Wesen zu dem Fünf-Sterne-General Commander Arün Filitt in die interstellare Stadt Alpha, die sich mittlerweile 700 Millionen Meilen von der Erde entfernt hat, behalten es aus Sicherheitsgründen aber noch bei sich. Die Mega-Metropole Alpha beheimatet nunmehr tausende verschiedene außerirdische Spezies aus allen Winkeln des Universums. Sie alle haben ihre Technologien, Ressourcen, Talente und ihr Wissen zum Vorteil aller vereint. Allerdings scheint die Zukunft von Alpha in Gefahr, denn im Zentrum der Stadt ist die „Rote Zone“ entstanden. Diese ist radioaktiv, breitet sich aus, und alle bisher dorthin ausgeschickten Spähtrupps kamen nicht zurück. Darüber will der Commander im Sicherheitsrat berichten, besucht aber zuvor noch ein geheimes Labor, in dem ein Pearl gefangen gehalten, gefoltert und erfolglos verhört wird. Die anschließende Sitzung des Sicherheitsrats wird von einer Gruppe Pearls gestürmt, die alle Anwesenden, darunter auch die als Leibwächter des Commanders eingesetzten Valerian und Laureline, in Schleimkokons bewegungsunfähig machen und den Commander in die „Rote Zone“ entführen. Valerian befreit sich und verfolgt die Entführer, bis er vom Überwachungsschirm des Kontrollzentrums verschwindet. Eine telepathische Qualle hilft Laureline dabei, ihren Partner aufzuspüren. Als sie ihn gefunden hat, gerät sie selbst in die Hände einer Gruppe von Boulan-Bathor. Alex hat einen Plan, wie Valerian sie befreien kann. Er überzeugt Bubble, eine Formwandlerin, die in der Paradise Alley als Quickchangedresserin eine Show bietet, ihre Fähigkeiten einzusetzen, um in das Gebiet der Boulan-Bathor zu gelangen. Dort steht deren auf exotische Delikatessen versessener Kaiser gerade kurz davor, Laurelines Gehirn zu verspeisen. Gemeinsam töten sie einige der Boulan-Bathor; bei ihrer Flucht wird Bubble tödlich verletzt und stirbt in den Armen Valerians.
Valerians Visionen führen die beiden in die angebliche Todeszone von Alpha, die tatsächlich eine geheime Schutzzone der Pearls für ihr Raumschiff ist. Ihr Kaiser erzählt ihnen von der Zerstörung Müls und dass es die Menschen waren, die Schuld daran trugen, dass sechs Millionen ihrer Art, darunter seine Tochter Prinzessin Lïhio-Minaa, den Tod fanden. Der Commander kommandierte in der Schlacht ein Raumschiff und ließ Fusio-Geschosse abfeuern, die die feindliche Raumschiffflotte zum Absturz auf dem Planeten brachte und diesen zerstörte. Die Pearls, die sich in ein teilweise zerstörtes Raumschiff retten konnten, eigneten sich in der Folge die Sprache und das Wissen der Menschen an. Ihr Raumschiff wurde von Schrotthändlern eingesammelt und auf die Baustelle von Alpha verbracht, wo sie mit ihrem Wissen ein neues Raumschiff bauen konnten. Um dieses in Betrieb nehmen zu können, fehlt ihnen nur noch eine Energiequelle, wozu sie die Perle und den Transmutator brauchen. Diesen wollten sie auf dem Basar kaufen, als Valerian mit seinem Auftrag eingriff. Valerian zögert, den Pearls Transmutator und Perle zurückzugeben, doch Laureline kann ihn davon überzeugen, dass dies die einzig richtige Entscheidung ist. In ihrem Raumschiff können die Pearls so eine Simulation ihres zerstörten Planeten erschaffen. Die Kaiserin entlässt die Seele der Prinzessin Lïhio-Minaa, die Ursache seiner Visionen war, aus Valerian.
Die von General Okto Bar mit Zustimmung des Ministers angeordnete Militäroperation zur Rückeroberung der „Roten Zone“ und Befreiung des Commanders läuft unterdessen an. Der sich in der Gefangenschaft der Pearls befindliche Commander gibt zu, von den Bewohnern auf Mül gewusst zu haben. Dennoch befahl er den Angriff, um den Krieg zu gewinnen. Im Nachhinein hat er alle Informationen über Mül gelöscht und Mitwisser umgebracht, um Sanktionen für die Menschheit zu verhindern. Im Rahmen eines Funkgesprächs zwischen Valerian, ihm und der Kommandozentrale gelingt es dem Commander, seine K-Trons, Kampfroboter seiner Leibwache, zu aktivieren, die u. a. die Kommandozentrale angreifen und die meisten Soldaten der Angriffstrupps in der „Roten Zone“ töten. Nach einem opferreichen Kampf können die Pearls ihr Raumschiff starten und mit Valerian und Laureline entkommen. Die beiden werden von den Pearls in einer kleinen Rettungskapsel im All ausgesetzt. Bar kann den auf Alpha zurückgelassenen Commander verhaften. Laureline beantwortet schließlich den Heiratsantrag von Valerian, nachdem sie sich im Laufe der Ereignisse nähergekommen sind, mit einem Kuss und einem „Vielleicht“.
Bedeutung der Comic-Vorlage für den Science-Fiction-Film mini|hochkant=0.7|Jean-Claude Mézières Auch wenn die Science-Fiction-Comic-Serie Valérian et Laureline von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières, die Valerian – Die Stadt der tausend Planeten als Vorlage diente, eine Reihe von Science-Fiction-Filmen inspirierte, ist George Lucas, der Schöpfer von Star Wars, nie auf eventuelle Adaptionen eingegangen. Einige Stilelemente und Figuren der Comic-Serie weisen Ähnlichkeiten mit denen der Star-Wars-Filmreihe auf, so ähnelt das Sklavenmädchen-Outfit, das Laureline in einem Abenteuer von 1972 trug, dem Kostüm von Prinzessin Leia Organa in Die Rückkehr der Jedi-Ritter aus dem Jahr 1983. Weitere Ähnlichkeiten bestehen zwischen dem Millennium-Falken und Zeichnungen eines Raumschiffes in der Comic-Serie, und einige Aliens hatten darin einen Rüssel im Gesicht und Fell auf der Haut.Martin Scholz: George Lucas hätte mal ‘Merci’ sagen können. In: welt.de, 10. Mai 2016. Die erste Geschichte von Valérian et Laureline war im Jahr 1967 erschienen, Krieg der Sterne, der erste Teil der Star-Wars-Reihe, feierte 1977 seine Premiere. Die französische Comic-Serie war in den Vereinigten Staaten lange Zeit völlig unbekannt.Graeme McMillan: The Story Behind ‘Valerian,’ the Most Important Sci-Fi Comic America Hasn’t Heard Of In: The Hollywood Reporter. 7. Juli 2015. (englisch)
Produktion Stab und Finanzierung mini|hochkant=0.7|Regisseur Luc Besson Die Regie übernahm Luc Besson, der auch als Drehbuchautor und Produzent des Films fungiert. Nach eigenen Aussagen wollte Besson die Comic-Vorlage schon seit vielen Jahren verfilmen; zudem würde der Regisseur gerne Fortsetzungen drehen, sollte sich die Möglichkeit ergeben.Sven Pfizenmaier: Valerian – Standing Ovations für Luc Bessons neuen Sci-Fi-Wahnsinn auf Comic-Con In: moviepilot.de, 22. Juli 2016. Besson las die von 1967 bis 2010 erschienene, weltweit erfolgreiche französische Comicreihe Valérian et Laureline von Jean-Claude Mézières und Pierre ChristinPeter Sciretta: Luc Besson’s ‘Valerian’ Looks Batshit Crazy Fun. Comic-Con 2016 In: slashfilm.com, 21. Juli 2016. bereits im Alter von zehn Jahren, und er sei, so Besson in Interviews auf der Comic-Con 2016, mit den beiden Hauptfiguren seitdem eng verbunden.Tobias Heidemann: Valerian und die Stadt der tausend Planeten: Der erste Hype der Comic-Con und was das mit Mass Effect zu tun hat In: giga.de, 22. Juli 2016. Für den Regisseur war die Verfilmung der Comicreihe daher lange Zeit eine Herzensangelegenheit, allerdings dachte Besson jahrelang, es sei unmöglich, die Comicvorlage zu verfilmen. Als er jedoch den Film Avatar – Aufbruch nach Pandora im Kino gesehen hatte, wurde er nach eigenen Aussagen vom Gegenteil überzeugtPeter Sciretta: Luc Besson’s ‘Valerian’ Looks Batshit Crazy Fun. Comic-Con 2016 In: slashfilm.com, 21. Juli 2016. und habe erst hiernach an eine werktreue Umsetzung des Stoffs geglaubt. James Camerons Technik sei die wichtigste Grundlage für die Verfilmung der Comicbuchreihe gewesen. Der Film basierte letztlich auf mehreren Comics der Vorlage, der Hauptteil der Handlung stammt jedoch aus Botschafter der Schatten, dessen Schauplatz das riesige Raumstationen-Konglomerat Central City ist.Andreas Borcholte: Kinospektakel ‘Valerian’: Wenn man leise ‘Wow’ sagt In: Spiegel Online, 17. Juli 2017. Weitere Motive stammen unter anderem aus den Bänden Im Reich der tausend Planeten und Willkommen auf Alflolol.