Hubertus RudolphHubertus von Fürstenberg-von Hohenlohe olympedia.org Prinz zu Hohenlohe (* 2. Februar 1959 in Mexiko-Stadt, Mexiko) ist ein Fotograf, Sänger und Skirennläufer. Er wohnt in Marbella (Spanien), in Liechtenstein und in Wien (Österreich).
Der aus der Familie Hohenlohe Stammende besitzt durch eine Entscheidung seines Großvaters väterlicherseits im Jahr 1918 die liechtensteinische Staatsbürgerschaft und aufgrund seiner Geburt in Mexiko auch die mexikanische.In der Sendung „Plasberg persönlich“ vom 6. September 2013 sagte Hohenlohe, dass er die österreichische Staatsbürgerschaft nicht besitze.
Er ist einer der bekanntesten «Ski-Exoten» und gilt als ältester aktiver Skirennfahrer auf höchster Ebene: Sein letztes Weltcuprennen bestritt er mit 47 Jahren (Kitzbühel 2007), sein letztes Olympiarennen mit 55 (Sotschi 2014), seine bislang letzte Weltmeisterschaft mit 66 (Saalbach-Hinterglemm 2025).
Familie Vorfahren Hubertus zu Hohenlohe wurde 1959 in Mexiko-Stadt als Sohn von Alfonso Hohenlohe-Langenburg (1924–2003) und Ira von Fürstenberg (1940–2024) geboren, als sein Vater dort das Mexiko-Geschäft des deutschen Autoherstellers Volkswagen aufbaute. Seine Eltern waren seit dem 17. September 1955 verheiratet.
1960 lernte seine Mutter Ira von Fürstenberg den brasilianischen Unternehmer und Playboy Francisco Pignatari (1916–1977) kennen. Es kam zu einem spektakulären Streit um die Kinder mit Entführung und gerichtlichen Auseinandersetzungen. In: Park Avenue, Ausgabe 10/2006. Abgerufen am 4. Juli 2011. In: Stern. 18. April 2005. Abgerufen am 4. Juli 2011. Erst als entschieden wurde, dass die Kinder bei Alfonso bleiben durften, zog dieser die Anzeige wegen Ehebruchs gegen Ira zurück.Francisco R. Pignatari. Biografie. In: Glamour Girls Finder. ohne Datum. Abgerufen am 4. Juli 2011. Doch Alfonso widersetzte sich dem vom Gericht angeordneten geteilten Sorgerecht. Daraufhin schickte Ira erfolglos Privatdetektive los, um die Kinder zu sich zu holen. Erst nach ihrer Scheidung von Pignatari 1964 erlaubte ihr Alfonso, die Kinder wieder zu besuchen.Prince Alfonso Hohenlohe Plans His $1,000-a-Day 'Club Med for Millionaires. In: People.com magazine. 7. April 1980, Vol. 13, No. 14. Abgerufen am 4. Juli 2011 (englisch).
Als Hubertus zu Hohenlohe vier Jahre alt war, zog die Familie nach Marbella in Spanien,Who ist Hubertus von Hohenlohe, and why is he skiing for Mexiko? In: Time.com, 13. Februar 2010 (englisch). Abgerufen am 4. Juli 2011. wo er teilweise im Fünf-Sterne-Hotel seines Vaters aufwuchs. In der Wohnung der Eltern im Hotel war häufig die internationale Jetset-Prominenz anzutreffen. Mit zehn Jahren wurde er von seinem Vater nach Vorarlberg in eine Klosterschule mit Internat geschickt, um ihn von den „reichen Kindern in Spanien“, „die mit 14, 15 Jahren begannen […], Drogen zu nehmen und sonst auszuticken“, fernzuhalten. Mit elf holte ihn eine Tante in ihre Familie mit sieben Kindern in die Steiermark, wo er seine Schulzeit absolvierte. Interview mit Hubertus von Hohenlohe. In: Süddeutsche Zeitung, 15. Jänner 2010. Abgerufen am 4. Juli 2011. In Liechtenstein wuchs er ebenfalls auf und studierte dort.
Ehefrau Seit 2019 ist Hubertus von Hohenlohe mit Simona Gandolfi verheiratet, die Eheschließung fand in Vaduz statt. Hohenlohes Mutter war aufgrund der Präsentation eines von ihr geschriebenen Buches nicht anwesend.Hubertus Hohenlohe hat seine Langzeitfreundin geheiratet kurier.at, abgerufen am 2. März 2021 Gandolfi, eine Unternehmerstochter, ist die Cousine des ehemaligen italienischen Skifahrers Alberto Tomba. Hohenlohe und Gandolfi sind seit 1994 liiert, mit einer Unterbrechung von etwa drei Jahren, in denen Gandolfi mit einem anderen Mann verheiratet war und zwei Kinder bekam.Neue Prinzessin: Alle Details zur Hohenlohe-Hochzeit kurier.at, abgerufen am 2. März 2021
Weitere Verwandte Hubertus’ Mutter war eine Nichte des ehemaligen Fiat-Chefs Giovanni Agnelli und gehört damit zur Familie der Fiat-Großaktionäre. Sein älterer Bruder, Christoph Hohenlohe, verstarb 2006 nach einem kurzen Aufenthalt in einem thailändischen Gefängnis. Dieser war für die Nachfolge im Unternehmen des Vaters vorgesehen, sodass sich der Jüngere in anderen Feldern seinen Platz suchte, was ihn zum Skifahren, Fotografieren und zur künstlerischen Betätigung brachte.
Der nur wenig jüngere Karl Hohenlohe (aus der Linie Schillingsfürst) ist genealogisch gesehen ein entfernter Großonkel von Christoph und Hubertus Hohenlohe, die der Langenburger Linie angehören.„Bei Stöckl“ im ORF: Die Prinzen Hubertus und Karl Hohenlohe, Andrea Jonasson und Gaby Letzing. APA-OTS-Aussendung der ORF-Pressestelle, 20. April 2004. Abgerufen am 4. Juli 2011.
Nach eigenen Angaben lautet sein korrekter Name „Hubertus Prinz zu Hohenlohe“. Bei der Fédération Internationale de Ski (FIS), dem internationalen Skiverband, ist er unter dem Namen „Hubertus von Hohenlohe“ eingetragen.
Skirennfahrer Weltcup Sein erstes Rennen bestritt Hohenlohe für Mexiko beim Alpinen Skiweltcup 1981/82 in der Disziplin Kombination am 8. Dezember 1981 in Aprica in Italien.Biography: VON HOHENLOHE Hubert. Eintrag auf der FIS-Website. Abgerufen am 4. Juli 2011. Zu diesem Rennen hatte Werner Grissmann mit ihm eine Wette um fünf Flaschen Champagner abgeschlossen, dass er mindestens zehn Sekunden vor Hohenlohe bliebe. Grissmann verlor, da er nur knapp neun Sekunden vorne lag.Der befriedigte Pistenprinz. In: Der Standard, 24. Februar 2010. Abgerufen am 4. Juli 2011. Für Mexiko durfte er nur starten, weil er in Mexiko geboren istKöniglicher Luxus für Ski-Prinzen: Hubertus von Hohenlohe kennt keine Quali-Sorgen. In: News.at/APA. 31. Jänner 2005. Abgerufen am 4. Juli 2011. und weil er im Jahr seines ersten Rennens den mexikanischen Skiverband gegründet hatte. Er erzielte mehrmals Weltcuppunkte und kam fünfmal in die Top 10 in der Kombination. Seit 1982 nahm er mit Unterbrechungen an den Skiweltmeisterschaften teil und hält daher auch mehrere Rekorde in diesem Zusammenhang.
Hohenlohe war zunächst bis 1988 aktiver Skirennläufer, dann widmete er sich mehr der Kunst. Ab 1992 nahm er wieder am Skigeschehen teil, bestritt allerdings zunächst immer weniger Weltcuprennen, von 1996 bis 2004 nahm er überhaupt nicht mehr an Weltcuprennen teil. In der Saison 2004/05 startete er in Adelboden, Wengen und Kitzbühel. 2006/07 war er aktiver, mit Teilnahmen auf der Reiteralm bei Schladming, in Adelboden, Wengen und Kitzbühel – als fast 48-Jähriger. Bis auf den 54. und letzten Platz mit 25 Sekunden Rückstand auf der Reiteralm kann er jedoch kein Ergebnis vorweisen, da er entweder ausgeschieden war (Lauberhornabfahrt) oder sich nicht für den zweiten Lauf qualifizierte; anschliessend nahm er nicht mehr am Weltcup teil.
Sein bestes Weltcupergebnis war ein fünfter Platz in der Kombination von Gröden zusammen mit Madonna di Campiglio (9./13. Dezember 1981), bei der allerdings nur fünf Läufer in die Wertung kamen (Punktezahl 258,98 gegenüber Sieger Phil Mahre 18.56).
Olympische Winterspiele mini|Hubertus zu Hohenlohe als Fahnenträger beim Einzug der Mannschaften bei den Olympischen Spielen 2010 Bei Olympischen Spielen vertrat er Mexiko 1984 in Sarajevo, 1988 in Calgary, 1992 in Albertville, 1994 in Lillehammer, 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi. Im Alter von 51 Jahren nahm Hohenlohe als einziger Vertreter Mexikos als insgesamt ältester Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver in den alpinen Skidisziplinen Riesenslalom und Slalom teil.Olympia-Superlative: Hohenlohe ist der älteste Teilnehmer. In: Die Presse, 12. Februar 2010. Im Riesenslalom startete er als 103. und belegte den 78. Platz. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 war er wiederum der einzige Vertreter Mexikos.Sochi 2014: Sein Onkel Max von Hohenlohe trat ebenfalls als Skirennläufer an Olympischen Spielen an.
Nationale Meisterschaften Er war mehrmals mexikanischer Meister, so 2015 in Bansko als einziger Vertreter seines Skiverbandes.Ergebnis des Slaloms vom 4. April 2015.
Sein bisher letztes Rennen war die Mexikanischen Slalom-Meisterschaft im März 2023 in Toblach, Italien, wo er den zweiten und letzten Platz unter den Titelberechtigten belegte.
Alpine Weltmeisterschaften Seine besten WM-Ergebnisse waren zwei 26. Plätze in den Slaloms von Bormio 1985Ergebnisliste Slalom WM 1985. siehe auch Alpine Skiweltmeisterschaften 1985 In: List of the Alpine World Championships 1931–2005. 10. Februar 1985, Bormio. Abgerufen am 4. Juli 2011. und Vail 1989. In: List of the Alpine World Championships 1931–2005. 12. Februar 1989, Vail. Abgerufen am 4. Juli 2011.
Seine Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Schladming 2013 als 54-Jähriger brachte ihm einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde ein.Der Adlige Hubertus von Hohenlohe. Ski-Prinz ab ins Guinness-Buch.8 In: Blick.ch, 3. Februar 2011. Abgerufen am 4. Juli 2011. Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Vail/Beaver Creek belegte er im Slalom den 46. und letzten Platz.
Eine weitere Weltmeisterschaftsteilnahme absolvierte er 2017 in St. Moritz, wobei er sich allerdings nicht für den Hauptbewerb des Riesenslaloms qualifizieren konnte (er trug die Start-Nr. 123 und schied im zweiten Qualifikations-Lauf aus). Im Slalom war er jedoch am 19. Februar dabei: Er startete mit Nr. 100, wurde aber im ersten Durchgang disqualifiziert.
Er nahm in der Folge auch an den Weltmeisterschaften 2019 in Åre, 2021 in Cortina d’Ampezzo, 2023 in Courchevel/Méribel und 2025 in Saalbach-Hinterglemm teil.
Auftreten Hohenlohe gilt im Skisport als Exot, da er sämtliche Rennen für den mexikanischen Skiverband bestreitet und seit geraumer Zeit nur noch in Trikots bekannter Fußballklubs bei Weltmeisterschaften an den Start geht. Bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin wollte er erneut teilnehmen, doch erhielt er eine Absage vom Mexikanischen Olympischen Komitee, da er der einzige teilnehmende Mexikaner gewesen wäre, nachdem die wenigen anderen allesamt, unter anderem durch Verletzungen, verhindert waren. In der ARD-Show „Olympia mit Waldi & Harry“, in der er zu Gast war, präsentierte Hohenlohe sein Olympiadress, mit dem er in der Abfahrt an den Start gegangen wäre. Darauf war die typische Kleidung eines Desperados aufgezeichnet, inklusive Revolver. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 trug er wieder einen auffälligen Olympiadress, schied aber nach 54 Sekunden aus.Ausfall in Sochi 2014: bild.de
Erfolge
Olympische Winterspiele Sarajevo 1984: 38. Abfahrt, 48. Riesenslalom, 26. Slalom Calgary 1988: 43. Abfahrt, 42. Super-G, 52. Riesenslalom, 30. Slalom Albertville 1992: 38. Abfahrt, 70. Super-G, 36. Kombination Lillehammer 1994: 48. Abfahrt Vancouver 2010: 78. Riesenslalom, 46. Slalom Sotschi 2014: DNF Slalom
Weltmeisterschaften Schladming 1982: 26. Slalom, 37. Riesenslalom, 41. Abfahrt, 47. Kombination Bormio 1985: 26. Slalom, 28. Kombination, 40. Abfahrt, Crans-Montana 1987: 34. Slalom, 46. Abfahrt, 50. Super-G, 56. Riesenslalom Vail 1989: 26. Slalom, 35. Kombination, 51. Riesenslalom, 63. Super-G Saalbach-Hinterglemm 1991: 46. Slalom, 51. Abfahrt, 56. Super-G Morioka-Shizukuishi 1993: 41. Abfahrt, 42. Riesenslalom, 42. Slalom Sierra Nevada 1996: 42. Riesenslalom, 42. Kombination, 68. Abfahrt, 73. Super-G, DNF Slalom Sestriere 1997: 62. Super-G, 41. Slalom, 62. Super-G, DNF Riesenslalom Vail/Beaver Creek 1999: DSQ Riesenslalom, DNF Slalom St. Anton am Arlberg 2001: 55. Slalom, DNF Riesenslalom St. Moritz 2003: 60. Slalom, 76. Riesenslalom Bormio 2005: 38. Abfahrt, 60. Riesenslalom, DSQ Kombination, DNF Super-G Val-d’Isère 2009: 62. Slalom, DNQ Riesenslalom Garmisch-Partenkirchen 2011: 69. Slalom, DNQ Riesenslalom Schladming 2013: 56. Slalom, DNQ Riesenslalom Vail/Beaver Creek 2015: 46. Slalom, 102. Riesenslalom St. Moritz 2017: DSQ Slalom, DNQ Riesenslalom Åre 2019: 81. Slalom, 113. Riesenslalom, Cortina 2021: DNF Riesenslalom, DNQ Slalom Courchevel/Méribel 2023: DNF Riesenslalom, DNQ Slalom