mini|Unterfinning mini|Obergasse in Unterfinning mini|Oberfinning von Südosten Finning ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

Geografie Die Gemeinde liegt in der Region München nördlich des Windachspeichers und vier Kilometer vom Ammersee entfernt.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich von an der Windach bis auf südöstlich von Hängeberg.

Gemeindegliederung Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Entraching (Pfarrdorf) Hängeberg (Einöde) Hartmannshausen (Weiler) Laich (Weiler) Oberfinning (Pfarrdorf) Unterfinning (Pfarrdorf) Westerschondorf (Weiler)

Es gibt die Gemarkungen Entraching, Oberfinning und Unterfinning.

Geschichte 818 wurde der Hauptort als „Finningum“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist wahrscheinlich der Personenname Finno.

Die frühe Geschichte des Ortes ist eng mit dem hier ansässigen Adelsgeschlecht verbunden. Die Herren von Finning werden ab 1310 als Vögte genannt, verkaufen jedoch um 1370 den Großteil ihres Besitzes an Konrad von Haldenberg und erhielten Stellen als herzogliche Pfleger von Weilheim, Landrichter von Aichach und Land- und Stadtrichter von Landsberg.

Der neue Besitzer der Güter in und um Finning, Konrad von Haldenberg, verkauft bereits 1380 weiter an Eberhard von Greifenberg. Im 16. Jahrhundert wechselt Oberfinning mehrfach den Besitzer: 1516 Anna Schmalholzin, 1557 Melchior Vogt, 1580 Wiguläus Hundt zu Sulzemoos. Von diesem geht die Hofmark auf Herzog Wilhelm V. über, der sie 1592 dem neugegründeten Jesuitenkolleg Landsberg vermacht.

Nach der Säkularisation werden im Rahmen der Gemeindeedikte 1818 die Gemeinden Oberfinning, Unterfinning (mit Westerschondorf) und Entraching (mit Fuchshof, Hartmannshausen und Laich) im Landgericht Landsberg gebildet.

Gemeindefusion Obwohl Finning auf eine reiche und bewegte Geschichte zurückblicken kann – die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 818 – gibt es Finning in der heutigen Form erst seit der Gemeindegebietsreform 1971. Am 1. Oktober 1971 schlossen sich Ober- und Unterfinning sowie Entraching zur heutigen Gemeinde Finning zusammen. Finning gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Landsberg des Kurfürstentums Bayern.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 1242 auf 1949 um 707 Einwohner bzw. um 56,9 %. 1961: 1033 Einwohner, davon in Entraching 183, in Oberfinning 470 und in Unterfinning 380 1970: 1060 Einwohner, davon in Entraching 151, in Oberfinning 528 und in Unterfinning 381 1987: 1191 Einwohner 1991: 1337 Einwohner 1995: 1476 Einwohner 2000: 1607 Einwohner 2005: 1676 Einwohner 2010: 1670 Einwohner 2015: 1811 Einwohner 2018: 1926 Einwohner 2019: 1949 Einwohner

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Windach.

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder. Weiteres Mitglied und Vorsitzender ist der Erste Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 1.489 stimmberechtigten Einwohnern 1.106 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 74,28 % lag. Das Wahlergebnis brachte folgende Besetzung des Gemeinderates:

Partei/Wählergruppe Anzahl Sitze Anteil (%) Finntrachinger 432,56 Dorfgemeinschaft Oberfinning 326,85 Ortsteil Unterfinning 324,66 Wahlgemeinschaft Entraching 215,93

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Siegfried Weißenbach (Dorfgemeinschaft Oberfinning/Ortsteil Unterfinning). Dieser konnte sich bei den Wahlen im Jahr 2014 mit 57 % gegenüber Roland Brenner mit 42 % durchsetzen. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 erreichte Siegfried Weißenbach bei drei Bewerbern 47,18 % der Stimmen und wurde dann in der Stichwahl am 29. März 2020 mit 57,31 % der Stimmen wiedergewählt.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Römisch-katholische Pfarrkirche Zur Schmerzhaften Muttergottes in Unterfinning Baudenkmäler

Katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz in Oberfinning Katholische Pfarrkirche zur Schmerzhaften Muttergottes in Unterfinning Katholische Pfarrkirche St. Jakobus in Entraching Pfarrhaus in Entraching

Bodendenkmäler

Sport Der TSV Finning ist der größte Sportverein der Gemeinde. Seit 2008 gibt es eine Damen-Fußballmannschaft.

Des Weiteren gibt es: Badminton, Tennis, Tischtennis, Stockschießen, Turnen, Skigymnastik und eine Theatergruppe. Der Eishockeysport wird in Finning durch den EHC Finning e. V. vertreten. Während der Wintersaison ist die Mannschaft in der Landsberger Hobbyrunde aktiv.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2018 gab es in der Gemeinde 289 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 723 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 434 Personen größer als die der Einpendler. 15 Einwohner waren arbeitslos. Die 27 landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten insgesamt 1265 Hektar (Stand 2016).

Verkehr Der nächste Bahnhof ist Utting an der Ammerseebahn (Augsburg–)Mering–Weilheim, etwa sechs Kilometer östlich von Finning gelegen. Die Bundesautobahn 96 zwischen Lindau und München ist in 4,5 km nördlich von Finning zu erreichen.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen: Zwei Kindertageseinrichtungen mit 112 Plätzen und 108 Kindern (katholischer und Waldorf) Grundschule Finning-Hofstetten mit acht Lehrkräften und 142 Schülern (Schuljahr 2020/21).

Persönlichkeiten

Walter Eichner (1950–2020), Politiker (CSU), Landrat Andreas von Bechtolsheim (* 1955), Informatiker und Unternehmer

Literatur Rainer Beck: Unterfinning. Ländliche Welt vor Anbruch der Moderne. C. H. Beck Verlag, München 1993, ISBN 3-406-37756-4. (ausführliche mikrohistorische Studie über die ökonomischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im heutigen Ortsteil Unterfinning im Jahre 1721)

Weblinks

Gemeinde Finning

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Landsberg am Lech Kategorie:Ersterwähnung 818 Kategorie:Gemeindegründung 1971