mini|Leuner Mühle, Obere Bachstr. 40 Leun ist eine Kleinstadt im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geographie Geographische Lage Leun liegt etwa 10 km westlich von Wetzlar zwischen den Ausläufern des nördlichen Taunus und des Westerwaldes im Lahntal, auf 150 bis 330 m über dem Meeresspiegel.

Nachbargemeinden Leun grenzt im Norden an die Gemeinden Greifenstein und Ehringshausen, im Osten an die Stadt Solms, im Süden an die Stadt Braunfels (alle im Lahn-Dill-Kreis) sowie im Westen an die Gemeinde Löhnberg (Landkreis Limburg-Weilburg).

Gliederung Die Stadt besteht aus den fünf Stadtteilen Biskirchen, Bissenberg, Lahnbahnhof, Leun und Stockhausen. mini|Historischer Ortskern (Limburger Straße)

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung des Orts erfolgte unter dem Namen Liuun im Jahr 771. Eine Abschrift der ursprünglichen Urkunde findet sich im Lorscher Codex. In erhaltenen Urkunden späterer Zeit wurde der Ort unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Liûna (912),Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. Weidmann, Berlin 1956. und Liuni (912).

Im Jahre 1469 erhielt der kleine Ort von Kaiser Friedrich III. das Recht, Märkte (insbesondere Wollmärkte) abzuhalten. Dies und die 1481 errichtete steinerne Brücke über die Lahn führten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der 1664 in der Verleihung der Stadtrechte durch die Grafen von Solms gipfelte.Stadt Leun: Die Chronik der Leuner Stadtteile im Überblick, abgerufen im Februar 2017.

1816 wurde Leun Teil des Kreises Braunfels, der wiederum der preußischen Provinz Großherzogtum Niederrhein unterstand, die 1822 in der preußischen Rheinprovinz aufging.Landkreis Wetzlar auf www.territorial.de/nassau. 1822 wurde dieser Kreis dem Kreis Wetzlar beigeordnet. Leun gehörte daher bis 1932 zur preußischen Exklave, die der Kreis Wetzlar bildete, bevor er der preußischen Provinz Hessen-Nassau zugeordnet wurde. Die Exklavenstellung ist noch heute an der Zugehörigkeit zur Evangelischen Kirche im Rheinland zu bemerken.

Im 19. Jahrhundert und beginnendem 20. Jahrhundert gab es intensiven Eisenerzbergbau auf dem Territorium von Leun, siehe die Liste von Bergwerken im Lahn-Dill-Gebiet.

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen entstand durch den freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Leun und der bis dahin selbständigen Gemeinden Biskirchen, Bissenberg und Stockhausen zum 31. Dezember 1971 die erweiterte Stadt Leun.. Das heutige Rathaus befindet sich im Stadtteil Stockhausen. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Leun wurde je ein Ortsbezirk gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Leun angehört(e):

vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Braunfels, Anteil der Grafschaft Solms, Amt Leun ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Braunfels1815: Abtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Braunfels). ab 1816: Königreich Preußen, Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Braunfels ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar1848: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung. ab 1866: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Wetzlar ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Leun 5816 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 1026 Einwohner unter 18 Jahren, 2412 zwischen 18 und 49, 1278 zwischen 50 und 64 und 1101 Einwohner waren älter. Unter den Einwohnern waren 246 (4,2 %) Ausländer, von denen 49 aus dem EU-Ausland, 167 aus anderen europäischen Ländern und 36 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 8,0 %.) Die Einwohner lebten in 2400 Haushalten. Davon waren 657 Singlehaushalte, 693 Paare ohne Kinder und 801 Paare mit Kindern, sowie 207 Alleinerziehende und 45 Wohngemeinschaften. In 459 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1623 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Religion Eine Kirche ist erstmals für das Jahr 912 bezeugt. Bereits vor der Reformation besteht eine Pfarrei in Leun. Seit der Reformation war die überwiegende Bevölkerung der Stadt Leun evangelisch. Erster evangelischer Pfarrer ist Siegfried Textor von 1549 an. 1582 führte Graf Konrad zu Solms-Braunfels das evangelisch-reformierte Bekenntnis ein. Die Leuner Protestanten entwickelten eine starke Bindung zum reformierten Glauben, die bis heute an der inneren Gestaltung der Kirchengebäude in Leun und Biskirchen zu sehen ist.

Der Leuner Pfarrer Robert Steiner nahm 1934 an der Barmer Bekenntnissynode teil und wurde Mitglied der Bekennenden Kirche, die aus religiösen Gründen Widerstand gegen die Nationalsozialisten leistete. Im selben Jahr hielt er einen Gemeindetag mit mehr als 80 Pfarrern und Ältesten, die sich zur Bekennenden Kirche hielten, im Leuner Pfarrhaus ab.

Eine jüdische Gemeinde ist seit dem 17. Jahrhundert mit eigener Synagoge überliefert. Letztere wurde vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts baufällig und nicht wiedererrichtet. Die jüdische Bevölkerung hatte zu diesem Zeitpunkt ihren Schwerpunkt in Biskirchen. Dennoch zeugen mehrere hebräische Inschriften an Leuner Fachwerkhäusern von dieser Zeit.

Im Jahr 1949 wurde im Stadtteil Leun die katholische Kirche Maria Himmelfahrt errichtet.

Statistik 1834: 807 evangelische (= 96,76 %), 2 katholische (= 0,24 %), 23 jüdische (= 2,76 %) Einwohner 1961: 1460 evangelische (= 79,13 %), 357 katholische (= 19,35 %) Einwohner 1987: 3801 evangelische (= 76,02 %), 833 katholische (= 16,66 %), 366 sonstige (= 7,32 %) Einwohner 2011: 3418 evangelische (= 58,77 %), 825 katholische (= 14,19 %), 1573 sonstige (= 27,05 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Leun erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021Ergebnis der Kommunalwahl am 15.03.206

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 36,7931,4833,3834,3933,9828,87 18,0523,5630,6830,4834,0839,710 20,1521,9513,7316,4418,5511,43 13,7317,0411,2313,737,426,62 (bis 2023 Nationaldemokratische Partei Deutschlands)11,536,2211,235,216,228,92 — — — — — — — — — — 4,6 1 Gesamt 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 Wahlbeteiligung in % 55,1 49,3 47,9 42,9 46,4 56,9

Stadtverordnetenvorsteher Stadtverordnetenvorsteher ist seit 2026 Kim Robert Trapp (CDU).

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Leun neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und fünf weitere Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. März 2024 der parteiunabhängige Alexander Schneider. – Mittelhessen.de, 6. Februar 2024: Alexander Schneider als Bürgermeister in Leun eingeführt: „Sein Amt wird der neue Rathauschef am 1. März als Nachfolger von Björn Hartmann antreten.“ Er wurde als Nachfolger von Björn Hartmann (CDU), der nicht wieder kandidiert hatte, am 8. Oktober 2023 im ersten Wahlgang bei 65,89 Prozent Wahlbeteiligung mit 55,21 Prozent der Stimmen gewählt.Votemanager: Bürgermeisterwahl Stadt Leun 2023 + Amtszeiten der Bürgermeister - Wahltermine Stadt Leun, seit 2002; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2012 sind nicht aufbereitet Amtszeit NameBemerkung 2024–2030 Alexander Schneider Amtsantritt am 1. März 2024 2018–2024 Björn Hartmann (CDU) Amtsantritt am 1. MärzLeuner Nachrichten, 9. März 2018: ; PDF-Datei 2,595 MB 2017–2018 Ralf Schweitzer (CDU) kommissarisch als Erster Stadtrat 2013–2017 Joachim Heller am 8. Mai zurückgetretenFNP, 9. Mai 2017: Leun hat keinen Bürgermeister mehr: „Rathauschef Joachim Heller sollte nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Montagabend eigentlich erst in einigen Monaten abgewählt werden. Doch bereits unmittelbar nach der Entscheidung der Kommunalvertretung nahm er den Hut. ‚Seine Amtszeit endete um 24.00 Uhr‘“ 2007–2013 Birgit Sturm 2001–2007 Peter Kaufmann (SPD) 1972–2001 Karl-Heinz Straßheim (SPD) im Amt bis 31. März 1972 Dieter Jung Staatsbeauftragter bis 14. FebruarStadtmuseum Leun: 50 Jahre Leun – Wie alles anfing

+ Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlenvotemanager: Wahltermine Stadt Leun, seit 2002 Jahr Wahlbeteiligungin % Kandidat Partei Stimmenin % 202365,89Alexander Schneider55,21Dunja BochSPD FWG GRÜNE44,79 2017Stichwahl57,3Björn HartmannCDU55,6Silke InterthalSPD45,4 201775,8Björn HartmannCDU46,1Silke InterthalSPD40,9Andreas Voigtländer-TetznerFWG-unterstützt8,3Thomas HantuschNPD4,6 2012Stichwahl50,1Joachim Heller56,3Birgit Sturm43,7 201256,1Joachim Heller33,0Birgit Sturm26,1Jörg Höllering23,6Christoph SchäferCDU17,2 200652,1Jochen RiedelSPD44,9Birgit Sturm55,1 200057,1Peter KaufmannSPD67,4Christof Zutt32,6 199481,9Karl-Heinz StraßheimSPD70,1Hans SanderCDU23,2Hans SchmidtNPD4,0Edwin Geuder2,6

Ortsbeiräte Für das Stadtgebiet gibt es die Ortsbezirke Biskirchen, Bissenberg, Leun und Stockhausen. Je Ortsbezirk wird ein Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Die Ortsbezirke werden durch die bisherigen Grenzen der eingegliederten Gemeinden begrenzt. Alle Ortsbeiräte bestehen aus fünf Mitgliedern. Die Wahl der Ortsbeiräte erfolgt im Rahmen der Kommunalwahlen. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin. Für die Zusammensetzung siehe die jeweiligen Stadtteile.

Ortsbeirat Leun Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 47,45 %. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der CDU und je ein Mitglied des Bündnis 90/Die Grünen, der SPD und der „Freien Wählergemeinschaft Leun“ (FWG). Der Ortsbeirat wählte Brigitte Krug (CDU) zur Ortsvorsteherin.

Wappen

Historisches Wappen

Blasonierung: „In Blau eine schreitende goldene Ente.“