mini|Oberigling mini|Unterigling von Nordwesten mini|Schloss Rudolfshausen in Holzhausen bei Buchloe Igling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

Geografie Die Gemeinde liegt westlich des Lechs am Übergang der hügeligen voralpinen Moränenlandschaft zum flachen Lechfeld. Durch das westliche Gemeindegebiet fließt die Singold.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich von bis auf den hohen Oberen Riedberg.

Gemeindeteile Es gibt acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Holzhausen bei Buchloe, Oberigling und Unterigling.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort war Teil des Herzogtums beziehungsweise Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Oberigling war.

Für die Unterstützung von Herzog Albrecht IV. von Bayern-München im Landshuter Erbfolgekrieg übertrug dieser am Nikolaustag 1504 die Hofmark Igling mit der zugehörigen Burg an den Augsburger Patrizier Johann IX. Langenmantel vom Sparren († 1505).Johann Georg von Lori: Geschichte des Lechrains, Band 2, S. 244, (Regest der Übertragungsurkunde)Politische Miszellen für und über Süddeutschland, Band 2, S. 59, München, 1805; (Digitalscan)Bericht im Traunsteiner Tagblatt zum Landshuter Erbfolgekrieg mit Erwähnung Langenmantels Von seiner Familie gelangte der Besitz über die versippten Rehlinger 1611 an den bayerischen Obristkanzler Joachim Freiherr von Donnersberg, der in der Oberiglinger Kirche begraben ist und dort ein kunstvolles Epitaph besitzt.Michael Wening: Beschreibung deß Churfürsten- und Herzogthums Ober- und NidernBayrn. Teil I, München 1701, S. 139.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Königreich Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Oberigling und Unterigling.

20. Jahrhundert Im Zweiten Weltkrieg wurden große Flächen enteignet. Das Schloss wurde durch die SS beschlagnahmt und war nach dem Krieg Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg. Es gab hier bis 1945 das Außenlager Kaufering II – Igling des KZ Dachau.Der Holocaust im Raum Landsberg von Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert zur Erforschung der Landsberger Zeitgeschichte e. V.Die Europäische Holocaustgedenkstätte – ein Ort der Erinnerung an den KZ-Lagerkomplex Kaufering/Landsberg von den Gründern der Gedenkstätte der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert zur Erforschung Landsberger Zeitgeschichte e. V. Anschließend wurden Vertriebene im Schloss untergebracht.

Zusammenschluss Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. April 1971 die Gemeinden Oberigling und Unterigling zur neuen Gemeinde Igling zusammengeschlossen.

Eingemeindungen Die Gemeinde Holzhausen bei Buchloe wurde am 1. Mai 1978 eingegliedert.

Einwohnerentwicklung 1961: 2041 Einwohner, davon 659 in Holzhausen b.Buchloe, 946 in Oberigling und 436 in Unterigling 1970: 1656 Einwohner, davon 613 in Holzhausen b.Buchloe, 632 in Oberigling und 411 in Unterigling 1987: 1767 Einwohner 1991: 1846 Einwohner 1995: 1952 Einwohner 2000: 2125 Einwohner 2005: 2407 Einwohner 2010: 2356 Einwohner 2015: 2495 Einwohner 2018: 2522 Einwohner 2019: 2488 Einwohner Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 1806 auf 2488 um 682 Einwohner an bzw. um 37,8 %.

Politik Gemeinderat + Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Jahr CSU SPD FW DGH DGIUBV gesamt Wahlbeteiligung in %20262–34321472,020201–433314201441–55––1458,7 2008 0 0 4 4 6– 14 74,3 2002 2 3 5 4 0– 14 75,7 1CSU/Unabhängige

Legende: FW = Freie Wähler Igling-Holzhausen DGH = Dorfgemeinschaft Holzhausen DGI = Dorfgemeinschaft Igling UBV = Unabhängige Bürgervereinigung Igling

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Günter Först (Freie Wähler Igling-Holzhausen). Gewählt wurde er am 30. September 2012 in einer Stichwahl mit 54,5 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 62,9 %.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

mini|Schloss Igling mini|KZ-Friedhof Holzhausen Schloss Igling, in Privatbesitz, mit Schlossgaststätte, Neun-Loch-Golfplatz und Pro-Shop. Katholische Pfarrkirche Johannes der Täufer in Unterigling, Barockkirche mit Fresken von Johann Georg Lederer Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberigling Holzhauser Landbrauerei mit Biergarten, Igling-Holzhausen Iglinger Sommerkeller, Diskothek und Nachtbar Zwei KZ-Friedhöfe, einer an der Kiesgrube mit 2000 KZ-Opfern sowie einer im Wald am Stoffersberg mit 490 KZ-Toten; die dazugehörenden Gedenksteine erinnern an die Opfer von Zwangsarbeit aus dem KZ-Außenlagerkomplex Kaufering. Auf dem KZ-Friedhof Holzhausen wurden 94 Häftlinge beerdigt, die nach der Befreiung der KZ-Außenlager starben.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 149 f.

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2018 gab es in der Gemeinde 1409 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1076 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Einpendler um 333 Personen größer als die der Auspendler. 23 Einwohner waren arbeitslos. Die 31 landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten insgesamt eine Fläche von 1077 Hektar (Stand 2016).

Verkehr Durch die Gemeinde führt die Bahnstrecke München–Buchloe. An dieser Strecke befand sich westlich von Oberigling der Bahnhof Igling, der von 1871 bis 1985 im Personenverkehr bedient wurde.

Heute ist die Gemeinde im öffentlichen Personennahverkehr nur noch durch Buslinien zu erreichen. Igling ist in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) integriert; die Gemeinde wird durch die Buslinie 896 von Landsberg nach Obermeitingen bedient. In Obermeitingen besteht Anschluss zu Bussen aus dem Augsburger Verkehrsverbund nach Augsburg. (PDF)

Bildung In der Gemeinde bestehen folgende Einrichtungen: Kindertagesstätte mit 122 Plätzen und 103 betreuten Kindern (Stand: 1. März 2019) Grundschule Igling mit 164 Schülern und elf hauptamtlichen Lehrkräften (Schuljahr 2020/2021) Regens-Wagner-Schule, Privates Förderzentrum mit 244 Schülern und 41 Lehrkräften, im Ortsteil Holzhausen (Schuljahr 2020/2021) Regens-Wagner-Schule, Private Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung mit 45 Schülern und vier hauptamtlichen Lehrkräften, im Ortsteil Holzhausen (Schuljahr 2020/2021)

Literatur Joachim Dellinger: Igling, Schloß und Hofmark im königlichen Landgerichte Landsberg, mit dem Stoffersberg und Erpfting. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte (Historischen Verein von Oberbayern, Hrsg.), Band 12, München 1852, S. 3–60 (online) Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert: Todesmarsch und Befreiung – Landsberg im April 1945: Das Ende des Holocaust in Bayern. Landsberg 1993, ISBN 3-9803775-1-2. Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert: Das KZ-Kommando Kaufering 1944/45: Die Vernichtung der Juden im Rüstungsprojekt „Ringeltaube“. Landsberg 1993, ISBN 3-9803775-3-9.

Weblinks

Gemeinde Igling

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Landsberg am Lech Kategorie:Gemeindegründung 1971