Der Don () ist ein 1870 km langer Zufluss des Asowschen Meeres im Südwesten des europäischen Teils von Russland.

Flusslauf Die Quelle des Don befindet sich etwa 200 km südlich von Moskau in der Stadt Nowomoskowsk auf der Mittelrussischen Platte. Von dort fließt der Fluss in südlicher, später in südöstlicher Richtung. Nach der Einmündung des Bitjug und Chopjor münden die Medwediza und die Ilowlja ein. Danach und nur etwa 40 km vom Wolgaknie bei Wolgograd entfernt, wo der Fluss am weitesten nach Osten vordringt, fließt das Wasser des Dons in den großen Zimljansker Stausee, um diesen in Richtung Südwesten zu durchfließen. Über den Wolga-Don-Kanal, der im Nordosten in den Stausee einmündet, hat das Flusssystem des Don hier eine schiffbare Verbindung zur Wolga, dem Kaspischen Meer, dem Weißen Meer und der Ostsee. Rund 150 km nach der Einmündung des aus der Ukraine kommenden Sewerski Donez und nur etwas unterhalb von Rostow am Don mündet der Don im Rahmen eines etwa 340 km² großen Mündungsdeltas in das Asowsche Meer.

Im Gegensatz zu seinen 1870 km Flusslänge, von der 1360 km schiffbar sind, beträgt die Luftlinienentfernung von den nördlichsten Quellen zur Mündung im Süden aufgrund der vielen Flusswindungen nur rund 700 km.

Namensherkunft und Geschichte Die griechische Bezeichnung für den Don war Tanaïs. Er galt zur Völkerwanderungszeit, im Mittelalter und noch im 17. Jahrhundert als östliche Grenze Europas,Jacques Le Goff: Die Geburt Europas im Mittelalter. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2007, S. 23. z. B. Jordanes, Snorri Sturluson, so dass in Europa „Weißrussland und die heutige Ukraine eingeschlossen waren, Russland jedoch kaum. Jedenfalls gab es kein mittelalterliches Europa, das vom Atlantik bis zum Ural reichte“. Während der Großen Umgestaltung der Natur wurden große Wassermengen aus dem Don für die Bewässerung landwirtschaftlicher Zwecke verwendet. In der Folge begann das Asowsche Meer zunehmend zu versalzen und die Fischfangerträge brachen ein.Douglas Lind: The Crane, the Swamp, and the Melancholy: Nature and Nihilism in Soviet Environmental Literature and Law. In: Notre Dame Journal of Law, Ethics & Public Policy. Band 23, Nr. 2, 2009, S. 421.

Der heutige Name Don ist, wie auch die Flussnamen Dnepr, Dnister und Sewerski Donez, vermutlich iranischen Ursprungs. Diese Namen könnten demnach von iranischsprachigen Skythen oder Sarmaten Osteuropas stammen und letztlich auf altiranisch *dānu ‚Wasserlauf‘ zurückgehen (vgl. ossetisch don ‚Wasser‘, ‚Fluss‘, altpersisch danuvatiy ‚fließt‘. Von derselben indogermanischen Wurzel ist letztlich auch der Name der Donau abzuleiten, der selbst keltischer Herkunft ist.).

Eine genaue sprachliche Zuordnung ist aufgrund der engen Verwandtschaft des Skythischen und Sarmatischen kaum möglich – beide gehören zur Gruppe der nordost-iranischen Sprachen –; die beiden Volksstämme dominierten nacheinander die Steppen nördlich des Schwarzen Meers.

Nebenflüsse rechts|mini|hochkant=1.1|Gesüdete Karte der Ukraine von 1648: „Asien“ oben links, abgegrenzt durch das als „Meotis Palus“ bezeichnete Asowsche Meer mit dem bei „Azow“ am linken Kartenrand mündenden Don Die größten Nebenflüsse des Don sind, flussabwärts betrachtet: Bystraja Sosna Woronesch Bitjug Chopjor (979 km) Medwediza Ilowlja Tschir Sewerski Donez (1053 km) Aidar (264 km) Sal Manytsch

Stausee

Der mit Abstand größte Stausee des Dons ist der Zimljansker Stausee (2700 km², 23,9 km³).

Städte am Don Die größte Stadt am Don ist Rostow am Don, bekannt sind auch Nowomoskowsk (im Quellgebiet) und Woronesch (östlich von Charkiw).

Verschmutzung In den teils schon vor dem Russisch-Ukrainischen Krieg heruntergewirtschafteten Kohlebergwerken im Donezbecken wurden während der Dauer des Krieges kaum mehr die selbst für aufgelassene Bergwerke erforderlichen Wasserbewirtschaftungen aufrechterhalten. Neben der Gefährdung des dortigen Trinkwassers bedeutete dies auch eine Verschmutzung des Don durch das Wasser des Siwerskyj Donez."Es wird keine Menschen geben, eine Steppe wird übrig bleiben.", Spektrum, 19. Oktober 2019

Siehe auch Don-Kosaken Liste der längsten Flüsse der Erde Donskiye Islands

Weblinks

Einzelnachweise

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