Kolonne X ist ein deutscher Stummfilm aus dem Arbeitermilieu von 1929 von und mit Reinhold Schünzel.

Handlung Kolonne X, das ist eine Einbrecherbande, die derzeit Berlin unsicher macht. Robert Sandt ist ihr Anführer. Er heiratet die aparte, aus gutbürgerlicher Familie stammende Stenotypistin Irene Mahler, die nicht die geringste Ahnung vom kriminellen Treiben ihres Gatten hat. Durch diese Ehe will Sandt zugleich endlich einen Schlussstrich ziehen und den ersten Schritt in eine bürgerliche Existenz beschreiten. Bei beider Hochzeit trifft Robert auf seinen alten Kriegskameraden Weigert, der mittlerweile bei der Polizei Karriere gemacht hat und zum Kriminalkommissar aufgestiegen ist. Bilder aus beider Erfahrungen an der Front werden wach. Zu seinem großen Schrecken muss Sandt erfahren, dass ausgerechnet Weigert mit den Ermittlungen zu den von der Kolonne X begangenen Einbruchsfällen betraut worden ist.

Sandt nutzt den aufgefrischten Kontakt zu Weigert aus, um nunmehr seine Kumpane mehrmals rechtzeitig zu warnen. Immer wieder entkommt man den Schupos; auf der Straße wie durch die Gullydeckel in Berlins Abwassersystem. Doch die Ganovenkollegen glauben angesichts Sandts exzellenter Informationslage, dass er ein Polizeispitzel sein müsse. Daraufhin weihen sie Roberts Frau Irene in die Untaten ihres Mannes ein und zwingen sie, an einem ihrer Verbrechen teilzunehmen. Geplant ist ein Riesenbruch in einer Bank. Zutiefst schockiert über die Bösartigkeit seiner Mitganoven, verpfeift Robert nun tatsächlich die gesamte Kolonne X an die Polizei. Er lässt sie von Kommissar Weigert verhaften und ist bereit, für seine Verbrechen ins Gefängnis zu gehen. Er weiß, dass Irene auf ihn warten wird.

Produktionsnotizen Kolonne X, gelegentlich auch mit dem Untertitel Ein Kriminaldrama aus der Berliner Unterwelt geführt, entstand von Mai bis Juni 1929 im UFA-Atelier in Berlin-Tempelhof, die Außenaufnahmen (AVUS, Gedächtniskirche und Potsdamer Platz) gleichfalls in Berlin. Der Siebenakter mit einer Länge von 2495 Metern passierte die Filmzensur am 26. Juni 1929 und wurde mit Jugendverbot belegt. Die Uraufführung erfolgte am 7. August 1929 im Berliner Marmorhaus.

An den ersten beiden Drehtagen war Kameramann Ludwig Lippert beteiligt; das von ihm aufgenommene Material wurde nicht verwendet. Die Bauten entwarf Gustav Aurel Mindszenty.

Versatzstücke dieses Films fanden sich dreißig Jahre später in Alfred Weidenmanns Kriminalfilm Bumerang mit Hardy Krüger in einer an Schünzels Charakter und Martin Held mit einer an Stahl-Nachbaurs Kommissar angelehnten Rolle wieder.

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Kategorie:Filmtitel 1929 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Stummfilm Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Filmdrama