20-km-Gehen ist ein Leichtathletikdisziplin für Männer und Frauen und wird auf einer Straßenstrecke ausgetragen. Im Unterschied zu Läufern müssen Geher immer Bodenberührung haben, zumindest ohne für das menschliche Auge sichtbare Unterbrechung. Außerdem muss der Geher das vordere Bein vom Aufsetzen auf den Boden bis zum Erreichen der senkrechten Stellung gestreckt halten. Diese Vorschriften werden von Kampfrichtern während des Wettkampfes überwacht. Bei Feststellung eines Verstoßes beantragt der Kampfrichter die Disqualifikation des betroffenen Gehers. Die Anzahlen der für die Teilnehmer gestellten Disqualifikationsanträge (von verschiedenen Kampfrichtern) werden auf einer für Alle sichtbaren Tafel am Rand der Strecke notiert. Wenn für einen Sportler Disqualifikationsanträge von drei (oder mehr) Kampfrichtern gestellt worden sind, wird er disqualifiziert, wovon er durch Zeigen einer roten Kelle informiert wird. Außerdem haben die Kampfrichter beliebig oft die Möglichkeit, einen Sportler durch Zeigen einer gelben Kelle mit einem entsprechenden Symbol (Winkel bei mangelhafter Kniestreckung, Tilde (Welle) bei mangelhaftem Bodenkontakt) auf eine Unsauberkeit in seinem Gehstil, die aber noch nicht groß genug ist für einen Disqualifikationsantrag, hinzuweisen.

Die 20-Kilometer-Strecke war von 1956 bis 2024 die kürzere von zwei olympischen Disziplinen (neben dem 50-km-Gehen bis 2021). Ab 2028 in Los Angeles wird sie durch die Halbmarathondistanz (21,0975 km) ersetzt.

Dieselbe Strecke wird auch als Bahngehen ausgetragen und dann zur Unterscheidung als 20.000-Meter-Gehen bezeichnet. Bei den Deutschen Meisterschaften im 20-km-Gehen gab es bis 2023 auch eine Mannschaftswertung. Dazu werden die Zeiten der drei besten Teilnehmer eines Vereins oder einer Startgemeinschaft addiert.

Die schnellsten Männer erreichen Zeiten um 1:17 Stunden, das entspricht 4,27 m/s oder 15,37 km/h. Die schnellsten Frauen erzielen Zeiten um 1:26 Stunden, das entspricht 3,83 m/s oder 13,79 km/h.

Geschichte Das Sportgehen hat frühe Wurzeln in mehrtägigen Fußmärschen in England im 18. Jahrhundert.

Bei den englischen Meisterschaften wurde Gehen das erste Mal 1866 als 7-Meilen-Bahnwettbewerb ausgetragen.

In Deutschland wurden Ende des 19. Jahrhunderts Wettkämpfe über extreme Langstrecken ausgetragen. Beim Distanzgehen 1893 von Wien nach Berlin über eine Strecke von 578 Kilometern (Sieger: Arno Elsässer, Magdeburg in 154:35 h; Nachtruhe 22 bis 4 Uhr) war keine Gehtechnik vorgeschrieben, auch Laufen war erlaubt. Der Distanz-Marsch-Verein Berlin-Wien veranstaltete am 12. Mai 1894 ein 270-km-Gehen von Berlin nach Friedrichsruh (Sieger: Fritz Maag, reine Marschzeit: 58:53 h). Am 14. Oktober 1894 fand als Berliner Meisterschaft ein 100-km-Gehen statt (Sieger: Christian Clasen, 12:27:53 h).

Ins olympische Programm kam Gehen für Männer bei den Olympischen Zwischenspielen 1906 in Athen als 1500- und 3000-Meter-Bahngehen, danach auch bei den offiziellen Olympischen Spielen 1908 in London mit den Strecken 3500 Meter und 10 Meilen. 1928 in Amsterdam wurde das Gehen wegen der vielen Regelverstöße des Jahres 1924 in Paris gestrichen, 1932 in Los Angeles wieder als 50-km-Gehen ins Olympiaprogramm aufgenommen.

Bis Mitte der 1920er-Jahre fanden Gehwettbewerbe in erster Linie auf der Aschenbahn statt. Mit dem Übergang zum Straßengehens bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris verlor das Bahngehen an Bedeutung. 1934 beschloss die Internationale Leichtathletik-Föderation IAAF, nur noch auf der Bahn erzielte Zeiten als Rekord anzuerkennen. In Deutschland fanden Gehwettkämpfe bis 1945 fast nur auf der Straße statt.

Das 20-km-Gehen wurde als olympische Disziplin 1956 in Melbourne eingeführt. Frauen durften erstmals 1992 in Barcelona auf der 10-Kilometer-Strecke starten, seit 2000 in Sydney gingen sie die 20-Kilometer-Strecke.

Die Streckenlänge der Gehdisziplinen bei Olympischen Spielen wurde mehrfach geändert:

Männer: 1906: Bahngehen 1500 und 3000 m 1908: Bahngehen 3500 m und 10 Meilen 1912: Bahngehen 10.000 m 1920: Bahngehen 3000 und 10.000 m 1924: Bahngehen 10.000 m 1932 und 1936: Straßengehen 50 km 1948 und 1952: Bahngehen 10.000 m und Straßengehen 50 km 1956 bis 1972: Straßengehen 20 und 50 km 1976: Straßengehen 20 km 1980 bis 2020: Straßengehen 20 und 50 km 2024: Straßengehen 20 km und Mixed-Wettbewerb (ca. 2 × 21 km) ab 2028: Straßengehen Halbmarathon (21,0975 km)

Frauen: 1992 und 1996: Straßengehen 10 km 2000 bis 2024: Straßengehen 20 km, 2024 + Mixed-Wettbewerb (ca. 2 × 21 km) ab 2028: Straßengehen Halbmarathon (21,0975 km)

Meilensteine Männer, in Bahnwettkämpfen erzielt: erste Zeit unter 1:40 Stunden: 1:39:25 h, , 1909 erste Zeit unter 1:35 Stunden: 1:34:26,0 h, , 1933 erste Zeit unter 1:30 Stunden: 1:28:45,2 h, , 1956 erste Zeit unter 1:25 Stunden: 1:24:45,0 h, , 1974 erste Zeit unter 1:20 Stunden: 1:18:40,0 h, , 1984 Männer, in Straßenwettkämpfen erzielt: erste Zeit unter 1:35 Stunden: 1:34:15 h, , 1933 erste Zeit unter 1:30 Stunden: 1:28:39 h, , 1957 erste Zeit unter 1:25 Stunden: 1:24:50 h, , 1972 erste Zeit unter 1:20 Stunden: 1:19:35 h, , 1980 Frauen, in Bahnwettkämpfen erzielt: erste Zeit unter 1:35 Stunden: 1:30:48 h, , 2000 erste Zeit unter 1:30 Stunden: 1:26:52 h, , 2001 Frauen, in Straßenwettkämpfen erzielt: erste Zeit unter 2 Stunden: 1:59:01 h, , 1934 erste Zeit unter 1:50 Stunden: 1:47:09 h, , 1973 erste Zeit unter 1:40 Stunden: 1:39:31 h, , 1981 erste Zeit unter 1:35 und 1:30 Stunden: 1:29:40 h, , 1988 erste Zeit unter 1:25 Stunden: 1:24:50 h, , 2001

Erfolgreichste Sportler zwei Olympiasiege: , 1920 und 1924, jeweils im 10.000-Meter-Gehen , 1948 und 1952, jeweils im 10.000-Meter-Gehen , 1960 und 1968, außerdem Olympiadritter 1964 drei Weltmeistertitel: , 2003, 2005 und 2007 zwei Weltmeistertitel: , 1987 und 1991 erfolgreichste Deutsche: , Olympiasieger 1980, Weltmeistertitel 1987 , Olympiasieger 1972, Olympiadritter 1976 , Olympiazweiter 1976, Olympiadritter 1972 , Olympiazweiter 1964 , Olympiazweiter 1988 , Olympiadritter 1980

Statistik Medaillengewinner der Olympischen Spiele Männer JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille 1956 1960 1964 1968 1972 1976 1980 1984 1988 1992 1996 2000 2004 2008 2012 2016 2020 2024

Frauen JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille 2000 2004 2008 2012 vakant 2016 2020 2024

Medaillengewinner der Weltmeisterschaften Männer JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille 1983 1987 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2022 2023 2025

Frauen Jahr Goldmedaille Silbermedaille Bronzemedaille 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2022 2023 2025

Siehe auch Medaillengewinner bei Olympischen Spielen Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften Medaillengewinnerinnen bei Olympischen Spielen Medaillengewinnerinnen bei Weltmeisterschaften

Weltrekordentwicklung Männer Zeit (h)NameDatumOrt 1:37:57 13. Juli 1913 Paris 1:34:15 13. August 1933 Ceský Brod 1:33:25 7. Juni 1936 Fürstenwalde 1:32:12 30. Mai 1937 Malmö 1:31:44 10. Juni 1946 Stockholm 1:31:21 5. Juni 1955 Prag 1:30:36 23. September 1955 Kiew 1:30:00 25. Juli 1956 Prag 1:28:39 13. April 1957 Kiew 1:27:29 7. Juli 1959 Moskau 1:27:04 15. Juli 1959 Moskau 1:25:58 6. September 1959 Moskau 1:25:22 21. Juli 1968 Leningrad 1:25:19 7. Mai 1972 Berlin 1:24:50 30. Juli 1972 Douglas 1:23:40 30. Mai 1976 Bydgoszcz 1:23:30 19. Juli 1978 Vilnius 1:23:12 30. August 1978 Prag 1:22:19 13. Mai 1979 Klaipėda 1:22:16 19. Mai 1979 Valencia 1:21:04 9. Juni 1979 Vretstorp 1:21:01 9. September 1979 Raisio 1:21:00 30. März 1980 Xalapa 1:19:35 27. April 1980 Tscherkassy 1:19:30 24. September 1983 Bergen 1:19:24 3. Mai 1987 New York City 1:19:12 21. Juni 1987 Karl-Marx-Stadt 1:19:08 30. Juli 1988 Kiew 1:18:20 26. Mai 1990 Moskau 1:18:13 16. September 1990 Hildesheim 1:18:04 7. April 1994 Peking 1:17:46 8. Mai 1999 Eisenhüttenstadt 1:17:22 28. April 2002 Turku 1:17:21 23. August 2003 Paris 1:17:16 29. September 2007 Saransk 1:16:36 15. März 2015 Nomi

Frauen Zeit (h)NameDatumOrt 2:24:00 6. September 1931 Prag 2:14:07 14. September 1931 Prag 1:59:02 9. Juni 1934 Zürich 1:57:35 28. Juli 1962 Kapstadt 1:57:26 27. Oktober 1963 Kopenhagen 1:54:30 22. Oktober 1967 Kopenhagen 1:53:46 27. Oktober 1968 Kopenhagen 1:51:05 12. Oktober 1969 Kopenhagen 1:47:10 22. September 1973 Kopenhagen 1:43:38 16. Juli 1977 Adelaide 1:43:20 23. April 1978 Mixhuca 1:41:42 3. Februar 1980 Melbourne 1:39:31 20. Dezember 1981 Melbourne 1:36:36 19. Dezember 1982 Melbourne 1:36:23 7. Juli 1984 Canberra 1:36:19 17. Juli 1984 Melbourne 1:29:40 13. Mai 1988 Värname 1:27:30 1. Mai 1995 Peking 1:27:30 7. Februar 1999 Adler 1:25:18 19. Mai 2000 Moskau 1:24:50 4. März 2001 Adler 1:24:47 27. Februar 2015 Sotschi 1:24:38 6. Juni 2015 A Coruña

Weltbestenliste Männer Alle Geher mit einer Leistung von 1:18:27 Stunden oder schneller.

Letzte Veränderung: 19. August 2023 1:16:36 h , Nomi, 15. März 2015 1:16:43 h , Saransk, 8. Juni 2008Zeit wurde nicht als Weltrekord ratifiziert 1:16:54 h , Huangshan, 20. März 2021 1:17:02 h , Arles, 8. März 2015 (Europarekord) 1:17:15 h , Nomi, 17. März 2019 1:17:16 h , Saransk, 29. September 2007 1:17:21 h , Paris, 23. August 2003 1:17:22 h , Turku, 28. April 2002 1:17:23 h , Adler, 8. Februar 2004 1:17:24 h , Nomi, 17. März 2019 1:17:25 h , Tscheboksary, 9. Juni 2018 1:17:25 h , Nomi, 17. März 2019 1:17:26 h , Kōbe, 18. Februar 2018 1:17:32 h , Budapest, 19. August 2023 1:17:33 h , Cixi, 23. April 2005 1:17:36 h , Taicang, 30. März 2012 1:17:38 h , Adler, 28. Februar 2009 1:17:39 h , Huangshan, 20. März 2021 1:17:39 h , Huangshan, 20. März 2021 1:17:39 h , Budapest, 19. August 2023 1:17:40 h , Taicang, 30. März 2012 1:17:41 h , Cixi, 23. April 2005 1:17:45 h , A Coruña, 8. Juni 2019 1:17:46 h , Eisenhüttenstadt, 8. Mai 1999 1:17:46 h , Kōbe, 18. Februar 2018 1:17:47 h , Budapest, 19. August 2023 1:17:52 h , Nomi, 17. März 2019 1:17:53 h , Cixi, 23. April 2005 1:17:56 h , Eisenhüttenstadt, 8. Mai 1999 1:18:03 h , Budapest, 19. August 2023 1:18:06 h , Adler, 4. März 2001 1:18:06 h , Sotschi, 12. März 2005 1:18:06 h , Saint-Denis, 23. August 2003 1:18:07 h , Cixi, 23. April 2005 1:18:12 h , Brest, 10. März 2001 1:18:12 h , Budapest, 19. August 2023 (deutscher Rekord) 1:18:13 h , Hildesheim, 16. September 1990 1:18:13 h , Jinan, 22. Oktober 2009 1:18:14 h , Salihorsk, 13. Mai 2000 1:18:14 h , Saint-Denis, 23. August 2003 1:18:17 h , Sotschi, 12. März 2005 1:18:18 h , Adler, 23. Februar 2008 1:18:20 h , Moskau 26. Mai 1990 1:18:22 h , Hildesheim, 9. Juli 2000 1:18:22 h , Budapest, 19. August 2023 1:18:24 h , Lugano, 14. März 2010 1:18:25 h , Lugano, 18. März 2012 1:28:26 h , Budapest, 19. August 2023 1:18:27 h , Poděbrady, 19. April 1997 1:18:27 h , Cixi, 23. April 2005

österreichischer Rekord: 1:25:46 h Martin Toporek, Frederikstad, 9. Juni 1984 Schweizer Rekord: 1:25:55 h Pascal Charrière, Monthey, 22. Mai 1999

Frauen Alle Geherinnen mit einer Leistung von 1:26:59 Stunden oder schneller.

Stand: 20. September 2025 1:23:49 h , Huangshan, 20. März 2021 1:24:27 h , Huangshan, 20. März 2021 1:24:45 h , Huangshan, 20. März 2021 1:24:47 h , Sotschi, 27. Februar 2015 (Europarekord) 1:24:50 h , Adler, 4. März 2001 1:24:56 h , Adler, 28. Februar 2009 1:25:02 h , London, 11. August 2012 1:25:03 h , Sotschi, 27. Februar 2015 1:25:04 h , Sotschi, 27. Februar 2015 1:25:08 h , Sotschi, 26. Februar 2011 1:25:09 h , Sotschi, 26. Februar 2011 1:25:12 h , Peking, 20. März 2015 1:25:18 h , Moskau, 19. Mai 2000 1:25:20 h , Moskau, 19. Mai 2000 1:25:22 h , Sotschi, 18. Februar 2017 1:25:29 h , Moskau, 19. Mai 2000 1:25:29 h , A Coruña, 8. Juni 2019 1:25:32 h , Adler, 28. Februar 2009 1:25:46 h , Adler, 23. Februar 2008 1:25:52 h , Adler, 28. Februar 2009 1:25:52 h , Sotschi, 20. Februar 2010 1:25:59 h , Moskau, 19. Mai 2000