miniatur|400px|200-Meter-Lauf (Weltmeisterschaftsendlauf 2007, Tyson Gay (3. v. r.) gewinnt in 19,76 s vor Usain Bolt (4. v. r.) und Wallace Spearmon (5. v. r.)) Der 200-Meter-Lauf ist eine olympische Sprintdisziplin der Leichtathletik. Dabei wird eine halbe Stadionrunde gelaufen, bei der der Start vor der Kurve liegt. Der Start erfolgt in der Regel im Tiefstart mit Startblöcken. Jeder Sportler läuft dabei in seiner eigenen Bahn. Läufe auf gerader Strecke werden nicht in den Rekordlisten berücksichtigt. mini Die schnellsten Männer erreichen eine Zeit von knapp 20 Sekunden (ca. 10 m/s = 36 km/h), die schnellsten Frauen eine Zeit von knapp 22 Sekunden.
Der im Jahr 2009 bei den Weltmeisterschaften in Berlin von Usain Bolt aufgestellte Männerweltrekord von 19,19 s entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,42 m/s oder 37,52 km/h.
Der im Jahre 1988 in Seoul von Florence Griffith-Joyner aufgestellte Frauenweltrekord von 21,34 s entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 9,37 m/s oder 33,73 km/h.
Rekorde mit Rückenwindunterstützung werden nur anerkannt, wenn die Windgeschwindigkeit höchstens 2,0 Meter pro Sekunde betrug. Dazu wird die Windgeschwindigkeit zehn Sekunden lang gemessen, sobald der erste Läufer die Zielgerade erreicht (World-Athletics-Regel 163.8). 2012–2013, S. 148.
Der 200-Meter-Lauf ist auch die vierte Teildisziplin der Mehrkämpfer beim Siebenkampf.
Außer für die 200-Meter-Einzelstrecke registriert der Weltleichtathletikverband World Athletics auch Weltrekorde für den 4-mal-200-Meter-Staffellauf.
Geschichte Die 200-Meter-Strecke hat als Kurzstreckenwettbewerb die längste Geschichte, da bei den Olympischen Spielen der Antike der Lauf über ein Stadion mit 192,28 Metern ähnlich lang war.
In der Neuzeit wurde die Strecke zunächst im 19. Jahrhundert als Achtelmeile (Furlong), 201,168 Meter, im englischsprachigen Raum gelaufen.
Bei Olympischen Spielen laufen die Männer die 200 Meter seit 1900 in Paris, die Frauen seit 1948 in London.
200-Meter-Lauf auf gerader Bahn Rekordläufe wurden bis 1959 auch auf anderen Bahnen als den für die offiziellen Meisterschaften standardisierten 400-Meter-Bahnen anerkannt. Deshalb wurde eine Reihe von Rekorden auf 600-Meter-Bahnen aufgestellt, die eine gerade 200-Meter-Strecke ohne Kurve aufwiesen, was einen Zeitgewinn von ca. drei bis vier Zehntelsekunden gegenüber der Kurvenstrecke brachte. Ab 1960 wurden, rückwirkend bis 1951, getrennte Rekordlisten geführt.
Die aktuelle Weltbestzeit über 200 Meter auf einer 400-Meter-Bahn mit Kurven hält Usain Bolt mit 19,19 s. Vorherige Weltrekorde waren 19,32 s von dem Amerikaner Michael Johnson, gelaufen 1996 und davor 19,72 s von dem Italiener Pietro Mennea, gelaufen 1979. Vorher hatte Tommie Smith den Rekord seit 1968 mit 19,83 s gehalten.
200-Meter-Lauf in der Halle In der Halle wird die 200-Meter-Strecke ebenfalls gelaufen, sie entspricht dort einer Stadionrunde. Da die Läufer auf den engen Innenbahnen stark benachteiligt sind, wird diese Strecke seit 2006 nicht mehr bei Hallenweltmeisterschaften ausgetragen.
Altersklassen Wenig beachtet werden die Wettkämpfe in Altersklassen. In der Altersklasse der über 95-Jährigen steht der Hallenweltrekord der Männer bei 55,48 s.Ambitioniert bis ins Alter, NZZ, 29. April 2017
Meilensteine miniatur|200-Meter-Vorlauf bei den Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki erster offiziell vom IAAF geführter Weltrekord: 21,6 s, , 1904 (später gelöscht) erster Lauf unter 22 Sekunden: 21,8 s, , 1891 erster Lauf unter 21 Sekunden: 20,7 s, , 1936 erster Lauf unter 20 Sekunden: 19,83 s, , 1968 erste Läuferin unter 24 Sekunden: 23,6 s, , 1935 erste Läuferin unter 23 Sekunden: 22,9 s, , 1960 erste Läuferin unter 22 Sekunden: 21,71 s, , 1979
Erfolgreichste Sportler drei Olympiasiege : 2008, 2012 und 2016 zwei Olympiasiege : 1976 und 1980 : 2004 und 2008 einmal Olympiagold und zweimal -silber : 2012 Gold, 2004, 2008 Silber je einmal Olympiagold und -silber : 1952 Gold, 1956 Silber : 1984 Gold, 1988 Silber vier Weltmeistertitel : 2009, 2011, 2013 und 2015 drei Weltmeistertitel : 2005, 2007 und 2009 zwei Weltmeistertitel : 1983 und 1987 : 1991 und 1995 : 1993 und 1995 erfolgreichste Deutsche : Olympiasiegerin 1976 und 1980 : Olympiasiegerin 1972, Olympiadritte 1976 : Weltmeisterin 1983 : Weltmeisterin 1987 : Weltmeisterin 1991 : Olympiadritter 1928, einziger deutscher 200-Meter-Läufer mit einer Olympiamedaille
Statistik Medaillengewinner der Olympischen Spiele Männer JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille 1900 1904 1908 1912 1920 1924 1928 1932 1936 1948 1952 1956 1960 1964 1968 1972 1976 1980 1984 1988 1992 1996 2000 2004 2008 2012 2016 2020 2024
Frauen JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille 1948 1952 1956 1960 1964 1968 1972 1976 1980 1984 1988 1992 1996 2000 2004 2008 2012 2016 2020 2024
Medaillengewinner der Weltmeisterschaften Männer JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille 1983 1987 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2022 2023 2025
Frauen JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille 1983 1987 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2022 2023 2025
Siehe auch Medaillengewinner bei Olympischen Spielen Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften Medaillengewinnerinnen bei Olympischen Spielen Medaillengewinnerinnen bei Weltmeisterschaften
Weltrekordentwicklung Männer mini|lang=de|Zeitleiste der Rekorde y: Zeit wurde in einem 220-Yards-Lauf (220 yds = 201,168 m) erzielt. Zeit (s)NameDatumOrt 21,2 y 4. Juli 1914 London 21,0 26. August 1928 Bochum 21,0 6. August 1933 Berlin 21,0 12. Juli 1936 New York City 20,7 5. August 1936 Berlin 21,1 y 22. Juni 1940 Minneapolis 20,9 y 9. Mai 1942 Pittsburgh 20,7 10. Juli 1948 Evanston 20,9 y 5. September 1946 Kingston 20,7 10. Juli 1948 Evanston 20,6 y 26. Mai 1951 Philadelphia 20,6 28. Juni 1952 Los Angeles 20,6 16. Juni 1956 Berkeley 20,6 23. Juni 1956 Bakersfield 20,6 23. Juni 1956 Bakersfield 20,6 30. Juni 1956 Los Angeles 20,6 27. Oktober 1956 Santa Ana 20,6 27. November 1956 Melbourne 20,6 1. Oktober 1958 Wuppertal 20,6 2. Mai 1959 San José 20,6 4. August 1959 Göteborg 20,6 19. März 1960 Berkeley 20,6 30. April 1960 Philadelphia 20,5 y 28. Mai 1960 Wolverhampton 20,5 2. Juli 1960 Stanford 20,5 2. Juli 1960 Stanford 20,5 y 23. Juni 1962 Walnut 20,5 10. Februar 1963 Pointe-Pierre 20,5 y 2. März 1963 Coral Gables 20,4 y 19. März 1963 Tempe 20,3 y 23. März 1963 Tempe 20,2 y 4. April 1964 Tempe 20,0 y 11. Juni 1968 Sacramento 19,92 12. September 1968 Echo Summit 19,83 16. Oktober 1968 Mexiko-Stadt 19,8 (19,86) 3. August 1971 Cali 19,72 12. September 1979 Mexiko-Stadt 19,66 23. Juni 1996 Atlanta 19,32 1. August 1996 Atlanta 19,30 20. August 2008 Peking 19,19 20. August 2009 Berlin
Frauen Die früheste erfasste Bestzeit stammt von Maria Viinikainen, Finnland: Sie brauchte auf dem vereisten See Peuranka bei Laukaa für eine 201,8 Meter lange Strecke 48,0 s.
Von 1885 bis 1903 wurde in den USA die Zeit für die 220-Yards-Strecke (201,168 m) von 36 1/4 s auf 30 3/5 s verbessert.
Die erste 200-Meter-Zeit wurde am 7. Juni 1908 in Finnland erfasst (Siina Simola, FIN, 30,3 s).
Die letzten Bestzeiten vor der offiziellen Anerkennung von Weltrekorden durch die Frauensportorganisation FSFI erzielten die deutsche Läuferin Grossmann (Vorname unbekannt; 28,7 s am 22. Mai 1921 in Berlin) und die Tschechin Marie Mejzlíková (28 3/5 s am 21. Mai 1922 in Paris auf einer 500-Meter-Bahn).
Der erste offizielle 200-Meter-Weltrekord mit der Zeit von 23,6 s wurde 1935 von Stanisława Walasiewicz in einem gemischten Rennen mit Männern aufgestellt, überdies war Stanisława Walasiewicz möglicherweise intersexuell (siehe Artikel zur Person). Nach den Frauen-Weltspielen 1934 waren 200-Meter-Läufe erst wieder 1948 bei den Olympischen Spielen 1948 in London im Programm eines internationalen Höhepunktes, und erst bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki gelang es Fanny Blankers-Koen, den gültigen Weltrekord von 23,6 s wieder zu erreichen.
Stanisława Walasiewicz gelang es am 12. sowie am 18. Juni 1938 in Cleveland (USA), ihre Zeit auf der 220-Yards-Strecke bis auf 23,9 s zu verbessern, die Ergebnisse wurden aber nicht als Weltrekorde ratifiziert.
Bemerkungen zur Tabelle: y: Zeit wurde als 220-Yards-Weltrekord anerkannt und wird hier angegeben, sofern sie besser ist als der früher erzielte 200-Meter-Weltrekord st: Zeit wurde auf einer Geraden erzielt (st für engl. straight) * : Weltrekord wurde von der FSFI anerkannt, bevor die IAAF Frauenweltrekorde registrierte Klammerangaben: Automatische Zeitnahme, anerkannt wurden jedoch die handgestoppten Zeiten Zeit (s)NameDatumOrtHandgestoppte Zeiten 27 4/5 * 20. August 1922 Paris 26 4/5 y * 23. September 1922 Waddon 26 1/5 y * 20. August 1924 London 26,0 * 3. Oktober 1926 Paris 25 2/5 y * 12. Juni 1927 Berlin 24,7 st * 19. Mai 1929 Miyoshima 24,1 st * 18. August 1932 Chicago 24,6 * 13. August 1933 Brüssel 24,3 y * 9. Juni 1935 Cleveland 23,6 y 4. August 1935 Warschau 23,6 (23,74) 25. Juli 1952 Helsinki 23,4 (23,59) 25. Juli 1952 Helsinki 23,2 16. September 1956 Sydney 23,2 7. März 1960 Hobart 22,9 7. Juli 1960 Corpus Christi 22,7 8. August 1965 Warschau 22,5 (22,58) 18. Oktober 1968 Mexiko-Stadt 22,4 12. Juli 1970 München 22,4 (22,40) 7. September 1972 München 22,1 (22,38) 21. Juli 1973 Dresden Elektronisch gestoppte Zeiten 22,21 13. Juni 1974 Potsdam 22,06 28. Mai 1978 Erfurt 22,02 3. Juni 1979 Leipzig 21,71 10. Juni 1979 Karl-Marx-Stadt 21,71 21. Juli 1984 Potsdam 21,71 29. Juni 1986 Jena 21,71 29. August 1986 Stuttgart 21,56 29. September 1988 Seoul 21,34 29. September 1988 Seoul
Weltbestenliste Männer Alle Läufer mit einer Zeit von 19,81 s oder schneller.Ewige Bestenliste World Athletics. Letzter Abgleich: 16. August 2021. In Klammern: Rückenwind in m/s. A = Zeit unter Höhenbedingungen erzielt. Letzte Veränderung: 5. August 2026
19,19 s (−0,3) , Berlin, 20. August 2009 19,26 s (0,7) , Brüssel, 16. September 2011 19,31 s (0,4) , Eugene, 21. Juli 2022 19,32 s (0,4) , Atlanta, 1. August 1996 19,46 s (0,4) , Paris, 8. August 2024 19,49 s (1,4) , Baton Rouge, 30. April 2022 19,52 s (−0,1) , Budapest, 13. September 2026 19,53 s (0,7) , Brüssel, 16. September 2011 19,57 s (0,4) , Eugene, 28. Juni 2015 19,58 s (1,3) , New York City, 30. Mai 2009 19,62 s (−0,5) , Tokio, 4. August 2021 19,63 s (0,4) , Lausanne, 11. Juli 2006 19,63 s (1,2) , La Chaux-de-Fonds, 3. Juli 2022 19,63 s (1,5) , Eugene, 12. Juni 2026 19,64 s () , Tokio, 19. September 2025 19,65 s (0,0) , Daegu, 28. September 2006 19,67 s (1,7) , Sydney, 12. April 2026 19,68 s (0,4) , Atlanta, 1. August 1996 19,69 s A (−0,5) , Pretoria, 16. März 2018 19,70 s (0,7) , Rom, 6. Juni 2019 19,71 s A (−0,1), , Nairobi, 20. April 2024 19,72 s A (1,8) , Mexiko-Stadt, 12. September 1979 (Europarekord) 19,73 s (1,6) London, 23. Juli 2023 19,73 s (−0,2) , Barcelona, 5. August 1992 19,73 s (0,7) , Austin, 7. Juni 2019 19,73 s (1,7) , Memphis, 12. Juli 2025 19,74 s (0,9) , Eugene, 8. Juli 2016 19,74 s (1,8) , Doha, 19. Juni 2026 19,75 s (1,5) , Indianapolis, 19. Juni 1983 19,75 s (1,7) , Seoul, 28. September 1988 19,75 s (1,0) , Gainesville, 11. Mai 2024 19,75 s (0,3) , Coral Gables, 7. April 2018 19,75 s (−0,9) , Eugene, 4. Juli 2026 19,76 s (0,7) , Berlin, 9. August 2018 19,76 s (2,0) , Nairobi, 18. September 2021 19,76 s (0,6) , Santo Domingo, 7. Juni 2023 19,76 s (2,0) , Austin, 5. August 2026 19,77 s (0,7) , Stuttgart, 13. Juli 1997 19,77 s (0,0) , Madrid, 14. Juli 2017 19,79 s (1,2) , Athen, 26. August 2004 19,79 s (0,9) , Kingston, 23. Juni 2013 19,79 s (1,3) , Lubbock, 29. April 2023 19,80 s (0,8) , Daegu, 3. September 2011 19,80 s (2,0) , Toronto, 23. Juli 2015 19,80 s (1,1) , Birmingham, 6. August 2022 19,80 s (0,2) , Eugene, 3. August 2025 19,81 s (−0,3) , Berlin, 20. August 2009 19,81 s (0,4) , Lausanne, 25. August 2016