zentriert|350px|Wilhelm II. verabschiedet sich am belgisch-niederländischen Grenzübergang Eysden von seinem Gefolge. Die Novemberrevolution stürzt das Deutsche Kaiserreich und führt in die Erste Republik. Kaiser Wilhelm II. geht ins Exil. zentriert|165px|Koloriertes Photo des Waffenstillstandsabschlusses Mit dem Waffenstillstand von Compiègne endet der Erste Weltkrieg. zentriert|165px|Scheidemann ruft vom Westbalkon (zweites Fenster nördlich des Portikus) des Reichstagsgebäudes die Republik aus. Philipp Scheidemann ruft die deutsche Republik aus. zentriert|175px|Nikolaus II. mit seiner Gattin Alexandra und den fünf gemeinsamen Kindern (1913) In Jekaterinburg wird die russische Zarenfamilie ermordet. zentriert|175px|Am 28. Oktober wird auf dem Wenzelsplatz die Tschechoslowakische Unabhängigkeit ausgerufen Die Tschechoslowakische Unabhängigkeit wird ausgerufen, das Königreich Böhmen offiziell aufgelöst. 1918 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1366/67 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1910/11 (10./11. September) Baha'i-Kalender 74/75 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1323/24 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2461/62 (südlicher Buddhismus); 2460/61 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus Jahr des Erde-Pferdes 戊午(bis 10. Februar Feuer-Schlange 丁巳) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 7 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1280/81 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4251/52 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1296/97 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1336/37 (6./7. Oktober) Japanischer Kalender Taishō 7 ();Kōki 2578 Jüdischer Kalender 5678/79 (6./7. September) Koptischer Kalender 1634/35 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1093/94 Minguo-Kalender (China) Jahr 7 der Republik Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1333/34 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2228/29 (Jahreswechsel April) Syrien: 2229/30 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2460/61 (1. April) Tibetischer Kalender 1664 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1974/75 (April)

Das Jahr 1918 markiert das Ende des Ersten Weltkrieges. Dadurch zerfallen auch viele europäische Monarchien.

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen

Erster Weltkrieg und daraus folgende Revolutionen und Bürgerkriege

Politische und diplomatische Entwicklungen

8. Januar: Der US-amerikanische Präsident Wilson verkündet sein 14-Punkte-Programm zur Beendigung des Ersten Weltkrieges. 11. November: Mit Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommens von Compiègne zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich endet der Erste Weltkrieg. Er hat über neun Millionen Menschenleben gefordert. 14. Dezember: Nach acht Jahren findet erstmals wieder eine Britische Unterhauswahl statt. Die Auszählung der Wahl erfolgt aufgrund der vielen von Soldaten abgegebenen Stimmen erst am 28. Dezember, die Wahlbeteiligung beträgt 57,2 %. Die Koalition der bisherigen Regierung Lloyd George erringt eine Zweidrittelmehrheit der Sitze, insbesondere die Kandidaten der Conservative Party schneiden dabei erfolgreich ab. Die Schwäche der Liberal Party ist Ausdruck der Spaltung in Abgeordnete, die Premierminister David Lloyd George folgen und diejenigen, die hinter dem eigentlichen Parteivorsitzenden und 1916 zurückgetretenen Premierminister Herbert Henry Asquith stehen. Dennoch bleibt Lloyd George Premierminister. Die Labour Party kann ihren Stimmanteil deutlich steigern, erhält aufgrund des Mehrheitswahlrechts aber vergleichsweise wenige Mandate. In Irland tritt erstmals die Partei Sinn Féin an, die für die nationale Selbstbestimmung der Iren eintritt. Sie erhält 70 % der in Irland vergebenen Sitze, obwohl zahlreiche Kandidaten zur Zeit der Wahl im Gefängnis sitzen. Die Abgeordneten treten ihre Mandate jedoch nicht an, sondern schließen sich zum Dáil Éireann zusammen. Mit Constance Markiewicz wird erstmals eine Frau ins Unterhaus gewählt; wie die anderen Sinn-Féin-Abgeordneten tritt sie ihr Mandat nicht an. Die bisher dominierende Irish Parliamentary Party erleidet eine vernichtende Niederlage.

Ostfront

9. Februar: Die Mittelmächte und die Ukrainische Volksrepublik schließen zur Beendigung des Krieges im Osten den sogenannten „Brotfrieden“, einen Separatfrieden, der das Agrarland zu Getreidelieferungen verpflichtet. Mit dem Vertrag ist die Ukraine als unabhängiger Staat anerkannt worden. 18. Februar: Die deutsche Operation Faustschlag beginnt als Resultat der gescheiterten Friedensverhandlungen mit Sowjetrussland. Nach drei Tagen wird Minsk erobert, am 3. März fällt Kiew in die Hände der deutschen Armee. 25. Februar: Nach der Eroberung Tallinns durch das Deutsche Reich beginnt der Eismarsch der Baltischen Flotte nach Helsingfors und Kronstadt. 3. März: Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Brest-Litowsk mit dem Deutschen Reich scheidet Sowjetrussland aus dem Krieg aus. Gemäß dem Friedensvertrag erkannte Sowjetrussland die Unabhängigkeit der Ukraine an. 5. März: Die von August von Mackensen befehligten Truppen der Mittelmächte erzwingen in Rumänien den Vorfrieden von Buftea und beenden damit ihre Kampfhandlungen im Osten. Der deutsche Einfluss auf das Regentschaftskönigreich Polen wächst. 13. März: Die österreichisch-ungarische Armee, die sich der Offensive nach anfänglichem Zögern am 28. Februar angeschlossen hat, erobert Odessa.

Westfront

21. März: Die erste deutsche Frühjahrsoffensive (Unternehmen Michael) beginnt. Nach großen Anfangserfolgen läuft sie Anfang April aus. Weitere deutsche Durchbruchsversuche bis Mitte Juli bleiben ebenfalls erfolglos. 7. April: Die Vierte Flandernschlacht beginnt im Raum um Armentières mit Artilleriefeuer und einem Gasangriff der deutschen Armee. Am 9. April beginnt unter dem Namen Operation Georgette die deutsche Offensive. 29. April: Die Vierte Flandernschlacht endet mit einem Patt und dem Abbruch der deutschen Offensive. 27. Mai bis 6. Juni: In der Dritten Schlacht an der Aisne läuft sich eine weitere deutsche Offensive an der Westfront fest. 15. Juli: Mit einer deutschen Offensive beiderseits von Reims beginnt die Zweite Schlacht an der Marne. Die Offensive wird unter schweren Verlusten von den Alliierten zurückgeschlagen. Am 18. Juli beginnt eine Gegenoffensive, durch die die deutschen Truppen auf die Linie vor der Frühjahrsoffensive zurückgeworfen werden. 8. August: Am ersten Tag der Schlacht bei Amiens gelingt es den Alliierten, die deutsche Frontlinie zu durchbrechen. General Erich Ludendorff bezeichnet diesen Tag später als „Schwarzen Tag des deutschen Heeres“. Die Schlacht wird an den folgenden drei Tagen fortgeführt, bringt aber aufgrund der nun fehlenden Unterstützung durch Artillerie und Panzer nur noch begrenzte Erfolge. Sie leitet allerdings die kriegsentscheidende Hunderttageoffensive ein. 12. September: In der Schlacht von Havrincourt können die Deutschen ihre Stellungen nicht halten, was die Alliierten zu weiteren Offensiven ermutigt. 18. September: In der Schlacht bei Épehy kommt es unter den australischen Truppen zur Meuterei, trotzdem endet die Schlacht siegreich für die Alliierten. 26. September: Die alliierte Maas-Argonnen-Offensive beginnt. 29. September: In der beginnenden Schlacht am Saint-Quentin-Kanal nehmen britische Soldaten in einem Handstreich die Riquevalbrücke ein. Dies ermöglicht den alliierten Angriff auf die deutsche Siegfriedstellung mit herangeführten schweren Waffen. 4. November: Mit der Schlacht an der Sambre können die Alliierten einen etwa 80 km langen und 5 km tiefen Brückenkopf jenseits des Canal de la Sambre à l’Oise etablieren. 11. November: Mit dem Waffenstillstand von Compiègne endet die Hunderttageoffensive.

Gebirgskrieg zwischen Italien und Österreich-Ungarn

15. bis 22. Juni: Zweite Schlacht am Piave 13. August bis 3. September: Gefecht am San Matteo 24. Oktober: Beginn der Schlacht von Vittorio Veneto, die zur Niederlage Österreich-Ungarns führt 3. November: Unterzeichnung des Waffenstillstands von Villa Giusti zwischen Italien (Pietro Badoglio) und Österreich-Ungarn (Viktor Weber Edler von Webenau)

Ostafrika

mini|Lettow-Vorbecks Kapitulation (zeitgenössische Zeichnung)

Die deutsche Schutztruppe unter Paul von Lettow-Vorbeck, die sich im Vorjahr auf das Gebiet von Portugiesisch-Ostafrika zurückgezogen hat, kehrt am 28. September über den Grenzfluss Rovuma auf das Gebiet Deutsch-Ostafrikas zurück und zieht nach Norden, entlang des Nyassa-Sees über Songea und Mbozi. Lettow-Vorbeck entschließt sich, den Marsch nach Nordrhodesien fortzusetzen, das nach seinen Informationen weithin frei von britischen Truppen ist, die ihn in anderen Teilen der Kolonie vermuten. Hier erhält er durch britische Parlamentäre am 13. November die Nachricht vom Waffenstillstand in Europa. Am 25. November wird in Abercorn südlich des Tanganjika-Sees die Kapitulation unterzeichnet und der nur noch 1.300 Mann starke Verband offiziell aufgelöst.

See- und Luftkrieg

5. Februar: Der britische Truppentransporter Tuscania wird vor Nordirland von dem deutschen U-Boot UB 77 versenkt. 166 Menschen kommen ums Leben. 26. Februar: Durch die Versenkung des britischen Hospitalschiffs HMHS Glenart Castle durch das deutsche U-Boot UC 56 kommen im Bristolkanal 153 Menschen ums Leben. 1. April: Mit der britischen Royal Air Force, einem Zusammenschluss der bisherigen Fliegerverbände des Heeres mit denen der Marine, entsteht die weltweit erste als selbständige Teilstreitkraft organisierte Luftwaffe. 15. April: Bei der Versenkung des Passagierschiffs Pomeranian der Canadian Pacific Line durch das deutsche U-Boot UC 77 sterben 55 der 56 Menschen an Bord. 21. April: Manfred von Richthofen („Der rote Baron“) wird über der Somme in Nordfrankreich abgeschossen, die Luftstreitkräfte verlieren ihren Helden. Er stirbt nach 80 bestätigten Abschüssen.

mini|Wracks der versenkten Blockschiffe in der Hafeneinfahrt von Zeebrügge, es bleibt jedoch eine ausreichend breite Fahrrinne für die deutschen U-Boote frei 22. April bis 10. Mai: Beim Überfall auf Seebrügge und Ostende versucht die Royal Navy erfolglos, die im besetzten Belgien liegenden U-Boot-Häfen Zeebrügge und Ostende zu blockieren, um das Auslaufen der U-Boote zu verhindern. Am 23. April erfolgt der letzte Vorstoß der Hochseeflotte in die nördliche Nordsee, wo ein britischer Konvoi angegriffen werden soll. Da die Flotte gänzlich auf die Verwendung von Funkgeräten verzichtet, stößt die Hochseeflotte bis auf die Höhe von Bergen vor, ohne dass die Briten reagieren. Als die Funkstille wegen einer Maschinenhavarie des Schlachtkreuzers Moltke am Folgetag gebrochen werden muss, läuft die Royal Navy mit überlegenen Kräften umgehend aus, kann aber die Hochseeflotte nicht stellen, obwohl die Moltke in Schlepp genommen werden muss. 7. Mai: Die Olympic versenkt das U-Boot U 103 mit ihrer Backbord-Schiffsschraube.

mini|links|Eines der modernsten und größten Schiffe der österreichischen Kriegsmarine, die Szent István, sinkt nach einem Torpedoangriff eines italienischen MAS 9. Juni: Der zweite und letzte Versuch der österreichischen Kriegsmarine, die Seesperre an der Straße von Otranto zu durchbrechen, startet von Pula aus. Am frühen Morgen des 10. Juni versenkt jedoch das italienische Schnellboot MAS 15 das im Verband fahrende Schlachtschiff Szent István vor der Insel Premuda durch zwei Torpedotreffer, der Angriff wird daraufhin abgebrochen. 27. Juni: Das deutsche U-Boot U 86 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Helmut Brümmer-Patzig torpediert im Nordatlantik das deutlich als Hospitalschiff gekennzeichnete britische Schiff Llandovery Castle. Von den 258 Menschen an Bord überleben nur 24, da U 86 die Rettungsboote rammt und auf die Schiffbrüchigen schießt. 14. Juli: Das deutsche U-Boot UB 105 versenkt im östlichen Mittelmeer den französischen Passagierdampfer Djemnah. 436 Passagiere und Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.