zentriert|350px|der Urizky-Platz vor dem Winterpalast wird durch Militär abgesperrt Der Petersburger Blutsonntag führt zur Russischen Revolution 1905 und zur Einberufung der ersten Duma. zentriert|158px|Alfred Graf von Schlieffen Generalfeldmarschall von Schlieffen stellt den Schlieffen-Plan vor. zentriert|182px|Bertha von Suttner, 1906 Bertha von Suttnererhält den Friedensnobelpreis. 1905 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1353/54 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1897/98 (Jahreswechsel 10./11. September) Baha'i-Kalender 61/62 (Jahreswechsel 20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1310/11 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2448/49 (südlicher Buddhismus); 2447/48 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus Jahr der Holz-Schlange 乙巳 (seit 4. Februar, davor Holz-Drache 甲辰) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1267/68 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4238/39 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1283/84 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1322/23 (7./8. März) Japanischer Kalender Meiji 38 ();Kōki 2565 Jüdischer Kalender 5665/66 (29./30. September) Koptischer Kalender 1621/22 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1080/81 Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1320/21 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2215/16 (Jahreswechsel April) Syrien: 2216/17 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2447/48 (1. April) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1961/62 (Jahreswechsel April)

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Afrika

1. Januar: Die deutsche Kolonie Togoland wird in Togo umbenannt. 2. Januar: Deutsche Truppen erstürmen die Festung der Nama in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika. 31. März: Kaiser Wilhelm II. trifft zu einem Besuch in Tanger ein, um gegenüber Frankreich die deutschen Interessen in Marokko zu demonstrieren 20. Juli: In Deutsch-Ostafrika bricht der Maji-Maji-Aufstand aus.

miniatur|links|Wilhelm Kuhnert: Schlacht bei Mahenge 29. bis 31. August: In der Schlacht bei Mahenge wird die Maji-Maji-Bewegung geschlagen.

Skandinavien

12. Januar: Das Riksdagshuset auf der Insel Helgeandsholmen in Stockholm, der Sitz des schwedischen Reichstags, wird nach rund acht Jahren Bauzeit eingeweiht. Schon bald wird Kritik laut, da der Bau im Stil des Neobarocks nicht dem neuen Architekturideal des beginnenden 20. Jahrhunderts entspricht und viel zu gewaltig geraten ist. 7. Juni: Das norwegische Parlament beschließt die Auflösung der Personalunion mit Schweden. 13. August: In einer Volksabstimmung mit 85 % Wahlbeteiligung spricht sich eine Mehrheit von 368.208 zu 184 der Norweger für die Lösung der Union mit Schweden aus. 23. September: Mit dem Vertrag von Karlstad beenden Schweden und Norwegen friedlich die seit 1814 bestehende Personalunion beider Staaten. 25. Oktober: Der schwedische König Oskar II. verzichtet ab sofort darauf, auch norwegischer König zu sein. 1. November: Schweden bekommt eine eigene Flagge ohne Unionszeichen durch die Beendigung der Union mit Norwegen. Die Flagge Schwedens zeigt das liegende skandinavische Kreuz gelb auf blauem Grund. 18. November: Der dänische Prinz Håkon VII. aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg wird König von Norwegen.

Deutsches Kaiserreich

17. Januar: Beginn des bis dahin größten Streiks an der Ruhr, an dem teilweise bis zu 225 000 Bergarbeiter teilnehmen. Streikabbruch am 9. Februar 1. April: Mit dem preußischen Wassergesetz wird der Bau des Mittellandkanals beschlossen. 23. Juli: Zusammenkunft Kaiser Wilhelms II. mit Zar Nikolaus II. in Björkö; ein vorgesehener Bündnisvertrag wird von beiden Ländern allerdings nicht ratifiziert, so dass es dem Deutschen Reich nicht gelingt, Russland aus dem Bündnis mit Frankreich zu lösen. 23. September: Eine von August Bebel verfasste Resolution, Streik auch als politische Waffe zu verwenden, nimmt der SPD-Parteitag in Jena an. 1. Oktober: Auf Wunsch der preußischen Regierung werden die Städte Meiderich, Ruhrort und Duisburg zu Groß-Duisburg zusammengeschlossen. Der Zusammenschluss erfolgt, um die Konkurrenz zwischen dem staatlichen Ruhrorter Hafen und den städtischen Häfen der Stadt Duisburg zu beenden. Die Duisburg-Ruhrorter Häfen kommen nun unter eine einheitliche Verwaltung. 27. November: In Berlin konstituiert sich der Deutsche Städtetag. 26. Dezember: Vorlage des Schlieffen-Plans Wiesbaden überschreitet die 100.000-Einwohner-Grenze und wird damit zur Großstadt.

Österreich-Ungarn

1. Jänner: Paul Freiherr Gautsch von Frankenthurn wird neuer österreichischer Ministerpräsident. 23. Oktober: In Prag folgen Arbeiter einem Aufruf der Sozialdemokraten und streiken, um das allgemeine Wahlrecht in der Donaumonarchie zu erlangen.

27. November: Mährischer Ausgleich: Zur Lösung der Nationalitätenfrage erhält der Landtag Mährens eine tschechische und eine deutsche Kammer.

Weitere Ereignisse in Europa

1. Januar: Marc-Emile Ruchet wird Bundespräsident der Schweiz. 3. Juli: Das französische Parlament beschließt die strikte Trennung von Kirche und Staat. 11. September: Ein Generalstreik nach der Hinrichtung mehrerer Arbeiter wegen politischer Straftaten lähmt das öffentliche Leben in Warschau. 9. Dezember: In Frankreich wird das Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat („Loi Combes“) verabschiedet.

Russland/Japan

2. Januar: Die russische Festung Port Arthur kapituliert vor den japanischen Truppen nach 157 Tagen Belagerung. Der Verlust des Hafens und damit einer der wichtigsten Operationsbasen der Russen macht die Pläne einer Vereinigung des 1. und 2. Pazifischen Geschwaders zunichte und gilt als vorentscheidend für die Niederlage Russlands im Russisch-Japanischen Krieg.

miniatur|links|Demonstranten am Petersburger Blutsonntag 22. Januar: Beim Petersburger Blutsonntag lösen Soldaten einen Sternmarsch zum Zarenpalast von weit mehr als 30.000 Menschen unter der Führung des orthodoxen Priesters Vater Georgi Gapon, die friedlich für menschenwürdigere Betriebsbedingungen, Agrarreformen, Abschaffung der Zensur und religiöse Toleranz sowie die Schaffung einer Volksvertretung demonstrieren, brutal auf. Die Angaben über die Todesopfer variiert zwischen 130 und über 1000. Die Russische Revolution 1905 beginnt.

miniatur|hochkant|Iwan Kaljajew kurz nach dem von ihm verübten Attentat 17. Februar: Der Sozialrevolutionär Iwan Platonowitsch Kaljajew verübt auf den Gouverneur von Moskau, Sergei Alexandrowitsch Romanow, einen Anschlag, als sich der Adlige in seiner Kutsche dem Kreml nähert. Der Großfürst stirbt bei der Bombenexplosion sofort. Der Attentäter wird am 23. Mai hingerichtet.

miniatur|links|Russische Infanterie im Gefecht mit der Kaiserlich Japanischen Armee während der Schlacht von Mukden 20. Februar: Die Schlacht bei Mukden im Russisch-Japanischen Krieg beginnt; sie zieht sich über drei Wochen hin und endet am 10. März mit einer entscheidenden russischen Niederlage. Japan besetzt anschließend die südliche Mandschurei, Russland zieht sich in die nördliche Mandschurei zurück. 3. März: Zar Nikolaus II. stimmt der Einrichtung einer Duma zu. 29. April: Durch ein Toleranzedikt des Zaren erhalten die religiösen Minderheiten in Russland mehr Freiheiten. 7. Mai: In Schitomir in Russland bricht ein Pogrom gegen Juden aus, das drei Tage dauert und unzählige Opfer fordert. 27. Mai: Die Seeschlacht bei Tsushima zwischen der japanischen Flotte unter Admiral Tōgō Heihachirō und einem russischen Geschwader unter dem Kommando von Admiral Sinowi Petrowitsch Roschestwenski endet mit einer vernichtenden Niederlage der russischen Seite und ist vorentscheidend für den Ausgang des Russisch-Japanischen Krieges. Sie gilt unter Militärhistorikern als erste moderne Seeschlacht der Weltgeschichte. 28. Mai: Die am Vortag begonnene Seeschlacht bei Tsushima im Russisch-Japanischen Krieg endet mit einem Erfolg für die japanische Flotte. 27. Juni: Auf dem russischen Linienschiff Knjas Potjomkin Tawritscheski meutern die Matrosen und bekennen sich durch das Hissen der roten Fahne zum Kommunismus, was zwan­zig Jahre später als Vorbild für Sergei Eisen­steins Film Panzerkreuzer Potemkin dient. 7. Juli: Japanische Truppen beginnen mit der Besetzung Sachalins, die am 31. Juli abgeschlossen ist. 5. September: Die Unterzeichnung des Vertrags von Portsmouth beendet den Russisch-Japanischen Krieg, führt jedoch in Japan zu den Hibiya-Unruhen. 30. Oktober: (17. Oktober jul.). Zar Nikolaus II. erlässt das Oktobermanifest und beruft damit die erste russische Duma. 4. November: Das Großfürstentum Finnland erlangt seine Autonomie zurück, russisch ist nicht länger Amtssprache. 8. November: Erste russische Matrosenrevolte in Kronstadt 3. Dezember: Auflösung des Petersburger Sowjets und Verhaftung seiner Führer 20. Dezember: In Moskau kommt es durch die Bolschewiki zu einem Generalstreik, der sich zum bewaffneten Aufstand ausweitet. Dieser wird aber bis Ende Dezember niedergeschlagen.

Weitere Ereignisse in Asien

21. Juli: Beim Yıldız-Attentat auf Sultan Abdülhamid II. durch die Armenische Revolutionäre Föderation in Istanbul sterben 26 Menschen, 58 werden verletzt. Der Sultan überlebt das Attentat. 16. Oktober: Die britische Kolonialmacht teilt Bengalen in einen überwiegend muslimischen Ost- und einen überwiegend hinduistischen Westteil. Die Teilung Bengalens wird von der einheimischen Bevölkerung abgelehnt und nach gewalttätigen Ausschreitungen rund sieben Jahre später revidiert. 17. November: Japan-Korea-Protektoratsvertrag von 1905: Korea wird zu einem japanischen Protektorat und verliert seine Souveränität. 12. Dezember: Die Beschlagnahme eines Zuckerlagers und die öffentliche Auspeitschung des größten Zuckerhändlers Seyed Hashem Ghandi und seines Sohnes führen zu einem Aufruhr in Teheran und markieren den Beginn der Konstitutionellen Revolution im Iran.

Vereinigte Staaten von Amerika

4. März: Theodore Roosevelt wird nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1904 erneut zum US-Präsidenten vereidigt. Vizepräsident wird Charles W. Fairbanks. 15. Mai: Mit einer Landversteigerung an Spekulanten und Investoren durch die Rancherwitwe Helen Stewart erfolgt die offizielle Gründung von Las Vegas.

miniatur|links|Führer der Niagara-Bewegung, 1906 11. Juli bis 14. Juli: 32 Afroamerikaner gründen in einem geheimen Treffen in der Nähe der Niagarafälle die Niagara-Bewegung, die Keimzelle der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

miniatur|hochkant|Karte zur Verwaltungsgliederung des projektierten Bundesstaats 21. August: Eine Versammlung, bestehend aus Vertretern der fünf zivilisierten Nationen Muskogee, Cherokee, Chickasaw, Choctaw und Seminolen, tritt in Muskogee im verbliebenen Indianerterritorium zusammen, um eine Verfassung für den projektierten, indianisch geprägten Bundesstaat Sequoyah auszuarbeiten. 30. Dezember: Frank Steunenberg, der frühere Gouverneur des US-Bundesstaats Idaho, wird vor seinem Haus bei einem Bombenattentat getötet.

Kanada

miniatur|links|Kanada bis 1905 miniatur|Kanada ab 1905 1. September: Mit der Abtrennung von den Nordwest-Territorien werden Alberta und Saskatchewan eigenständige Provinzen Kanadas innerhalb der Kanadischen Konföderation. Generalgouverneur Albert Grey, 4. Earl Grey, ernennt für beide Provinzen einen Vizegouverneur. Die Amtszeit von Frederick Haultain als Premierminister der Nordwest-Territorien endet. Der bisher eigenständige Keewatin-Distrikt wird in die Nordwest-Territorien eingegliedert. 2. September: Alexander Cameron Rutherford von der neugegründeten Alberta Liberal Party wird von Vizegouverneur George Bulyea zum ersten Premierminister Albertas ernannt. 5. September: Vizegouverneur Amédée Forget ernennt Thomas Walter Scott von der Saskatchewan Liberal Party zum ersten Premierminister von Saskatchewan. 13. Dezember: Die erste Wahl zur Legislativversammlung von Saskatchewan bringt einen Sieg der Liberalen.

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