Die Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Altstadt-Nord führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine im Kölner Stadtteil Altstadt-Nord auf.

Die Liste der Stolpersteine beruht auf den Daten und Recherchen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, zum Teil ergänzt um Informationen und Anmerkungen aus Wikipedia-Artikeln und externen Quellen. Ziel des Kunstprojektes ist es, biografische Details zu den Personen, die ihren (letzten) freiwillig gewählten Wohnsitz in Köln hatten, zu dokumentieren, um damit ihr Andenken zu bewahren.

Anmerkung: Vielfach ist es jedoch nicht mehr möglich, eine lückenlose Darstellung ihres Lebens und ihres Leidensweges nachzuvollziehen. Insbesondere die Umstände ihres Todes können vielfach nicht mehr recherchiert werden. Offizielle Todesfallanzeigen aus den Ghettos, Haft-, Krankenanstalten sowie den Konzentrationslagern können oft Angaben enthalten, die die wahren Umstände des Todes verschleiern, werden aber unter der Beachtung dieses Umstandes mitdokumentiert.

Bild Name sowie Details zur Inschrift Adresse Zusätzliche Informationen mini|120px|links|Erster am 16. Dezember 1992 verlegte Stolperstein vor dem Kölner Rathaus Auf Befehl des Reichsführers SS vom 16.12.42 – Tgb. Nr. I 2652/42 Ad./RF/V. – sind Zigeunermischlinge, Rom-Zigeuner und nicht deutschblütige Angehörige zigeunerischer Sippen balkanischer Herkunft nach bestimmten Richtlinien auszuwählen und in einer Aktion von wenigen Wochen in ein Konzentrationslager einzuweisen. Dieser Personenkreis wird im nachstehenden kurz als 'zigeunerische Personen' bezeichnet. Die Einweisung erfolgt ohne Rücksicht auf den Mischlingsgrad familienweise in das Konzentrationslager (Zigeunerlager) Auschwitz. Rathausplatz () mini|100px|links|Ersatz Stolperstein von 2013 Der erste verlegte Stolperstein wurde am 16. Dezember 1992, anlässlich des 50. Jahrestages des Beginns der Deportationen, vor dem Kölner Rathaus verlegt. Auf dem Stein waren die ersten Worte des Deportationsbefehls von Heinrich Himmler für „Zigeuner“ eingraviert. Im Inneren des Steins war der gesamte Wortlaut des Deportationsbefehls eingelassen.

Der Stolperstein wurde 2010 von Unbekannten herausgebrochen und entwendet. Am 21. März 2013 verlegte Gunter Demnig einen Ersatz-Stolperstein vor dem Kölner Rathaus. Wohnhaus Cardinalstraße 9 Von dort wurden Deportiert Cardinalstr. 9 (Verlegestelle: Ecke Gereonstraße) () 120px|Stolperstein für Georg Abraham (Cardinalstraße 9) Georg Abraham (Jahrgang 1936) Deportiert 1941 Auschwitz ??? Für tot erklärt Cardinalstr. 9 (Verlegestelle: Ecke Gereonstraße) () 100px|Verlegestelle Cardinalstraße 9 120px|Stolperstein für Max Friedrich Abraham (Cardinalstraße 9) Max Friedrich Abraham (Jahrgang 1890) Deportiert 1941 Łódź ??? Für tot erklärt Cardinalstr. 9 (Verlegestelle: Ecke Gereonstraße) () 100px|Verlegestelle Cardinalstraße 9 Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Max Friedrich Abraham nach der Auflösung des Ghetto Litzmannstadt (Łódź) im August 1944 in das KZ Auschwitz verschleppt. Er starb am 27. Februar 1945 im Kommando Wüstegiersdorf/Riese, einem Außenlager des KZ Groß-Rosen. 120px|Stolperstein für Sophie Abraham (Norbertstraße 23) Hier wohnte Sophie Abraham, geb. Aron (Jahrgang 1886) Deportiert 1941 Łódź ??? Tot 9. Juni 1943 Norbertstr. 23 () 120px|Stolperstein Wilhelmine Albersheim (Drususgasse 11) Hier wohnte Wilhelmine Albersheim (Jahrgang 1875) Deportiert 1942 Łódź ??? Drususgasse 11 () 100px|Verlegestelle Drususgasse 11 Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Wilhelmine Albersheim im Mai 1942 von Litzmannstadt (Łódź) nach Kulmhof (Chelmno) deportiert und dort ermordet. 120px|Stolperstein für Johanna Albrecht (St.-Apern-Str. 29–31) Hier lebte Johanna Albrecht (Jahrgang 1889) Deportiert 1942 Theresienstadt 1943 Auschwitz Ermordet St.-Apern-Str. 29/31 () 100px|Verlegestelle St.-Apern-Str. 29–31 Am 4. April 2017 wurde der ursprüngliche Stolperstein wegen völliger Zerstörung ausgetauscht und neu verlegt. 120px|Stolperstein für Eva Alsberg (Alte Wallgasse 10) Hier lernte Eva Alsberg (Jahrgang 1924) Kindertransport 1939 Holland England Palmstraße 1 (Verlegestelle vor dem Neubau der Königin-Luise-Schule) () Der am 18. April 2018 verlegte Stolperstein erinnert an Eva Alsberg, geboren 1924.

Eva Alsberg war die Tochter von Alfred und Martha Alsberg. Eva Alsberg war Schülerin an der Königin-Luise-Schule. 1939 flüchtete sie, mit ihren beiden Brüdern, mit einem Kindertransport über die Niederlande nach England. Später heiratete und lebte sie in Jamaika. Ihre Eltern blieben in Köln und wurden am 22. Oktober 1941 mit dem 8. Transport in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. Ihr Vater starb im November 1943 im Ghetto Litzmannstadt, ihre Mutter starb im Juni 1944 im Vernichtungslager Kulmhof.ksta.de vom 26. April 2018: Nazi-Terror holte die Auswanderer ein, abgerufen am 3. Mai 2018

Die Patenschaft für den Stolperstein haben Schülerinnen und Schüler der Königin-Luise-Schule übernommen., abgerufen am 3. Mai 2018 120px|Stolperstein für Jakob Aron (Weidengasse 63-65) Jakob Aron (Jahrgang 1870) Deportiert 1942 Theresienstadt Treblinka Ermordet Sept. 1942 Weidengasse 63-65 () Die Stolpersteine für Josephine und Jakob Aron wurden am 10. Juni 2026 verlegt. Patin ist die Sparkasse KölnBonn. 120px|Stolperstein für Josefine Aron (Weidengasse 63-65) Josephine Aron geb. Coopmann (Jahrgang 1874) Deportiert 1942 Theresienstadt Treblinka Ermordet Sept. 1942 Weidengasse 63-65 () 120px|Stolperstein für Arnold Auen (Kupfergasse 4) Hier wohnte Arnold Auen (Jahrgang 1894) Eingewiesen 'Heilanstalt' Hadamar Ermordet Mai 1941 Kupfergasse 4 (Verlegestelle: vor der Fassade des WDR gegenüber) () 100px Der Stolperstein erinnert an Arnold Auen, geboren am 7. Juni 1894.

Arnold Auen war einer von zwei Söhnen von Jacob und Christine Auen. Nach einem Sportunfall in der Schule litt er an Epilepsie. Nach dem Besuch der Volksschule und der Rechtsschule absolvierte er eine Lehre im elterlichen Betrieb in der Kupfergasse 27–29 (heute Hausnummer 4), in der Messerputzmaschinenreparatur. Seine Eltern starben beide 1930. In der Folge erwerbslos geworden, lebte er von Unterstützung der Wohlfahrt, und seine Großmutter kümmerte sich um ihn. Wegen seiner epileptischen Anfälle kam er immer häufiger in Krankenhäuser wie dem Bürgerhospital und in Heil- und Pflegeanstalten wie die Lindenburg und die Klinik Galkhausen, wo ihn seine Familie einige Male besuchen konnte. Arnold Auen sollte wegen seiner Behinderung zwangssterilisiert werden. Das Erbgesundheitsgericht lehnte dies jedoch ab, „da er ohnehin weder körperlich noch geistig in der Lage sei, Kinder zu zeugen“. Im Mai 1941 wurde Arnold Auen, ohne die Angehörigen zu informieren, von Galkhausen in die Tötungsanstalt Hadamar verlegt. Eine Woche später folgte die Todesnachricht mit der Diagnose „Gallenleiden“. Da Arnold Auen damit aber nie Beschwerden gehabt hatte, zweifelten die Angehörigen diese Diagnose an und lehnten die Übernahme der Urne ab, aus Geldmangel und aus der Überlegung, dass man nicht wisse „was drin [sei]“.

1969 wurde eine Urne auf dem Kölner Ehrenfriedhof des Westfriedhofs, der an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnert, beigesetzt., abgerufen am 15. März 2016 120px|Stolperstein für Theo Babilon (Breite Straße 118) Hier wohnte Theo Babilon Verschollen im KZ Buchenwald-Ohrdruf Breite Str. 118 () Der Stolperstein erinnert an Theo Babilon, geboren am 26. Februar 1899 in Köln.

Theo Babilon war Geschäftsführer des Kölner Kolpinghauses. Das Kolpinghaus an der Breite Straße wurde zum Treffpunkt von gegen das NS-Regime eingestellten Katholiken, darunter Priester und Laien. Am 15. August 1944, nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler, verhaftete die Kölner Gestapo im Rahmen der „Aktion Gitter“ in der Kolpingzentrale mehrere führende Männer des Kolpingwerks, darunter auch Theodor Babilon. Er wurde im EL-DE-Haus verhört, dann in den Klingelpütz und das Gestapolager in Deutz verbracht. Von dort wurde er in das KZ Buchenwald deportiert. Aus dem Lager überstellte man ihn in das Zwangsarbeitslager Ohrdruf. Die Befreiung des Lagers am 5. April 1945 erlebte er nicht mehr: Er starb, verhungert und entkräftet, am 11. Februar 1945.Erzbistum Köln: Märtyrer des Erzbistums Köln - Theodor Babilon, abgerufen am 28. Februar 2021 Für Theodor Babilon wurde an seinem ehemaligen Wohnhaus (Alarichstraße 28) ein weiterer Stolperstein verlegt. 120px|Stolperstein für Gottfried Ballin (Steinfelder Gasse 8) Hier wohnte Gottfried Ballin (Jahrgang 1914) Verhaftet 1934 'Vorbereitungen Hochverrat' 1935 Gefängnis Herford 1939 Gefängnis Dortmund 1940 Oranienburg Auschwitz Ermordet 4. März 1943 Steinfelder Gasse 8 () 100px|Verlegestelle Steinfelder Gasse 8 Der Stolperstein erinnert an Gottfried Ballin, geboren am 9. April 1914 in Berlin.bundesarchiv.de Gedenkbucheintrag Ballin, Gottfried Rudolf Johannes

Gottfried Rudolf Johannes Ballin war ein politisch verfolgter Widerstandskämpfer. Er war der Sohn des jüdischen Arztes Martin Ballin und dessen Ehefrau Anna (geb. Ganz). Nach seinem Abitur am Gymnasium Kreuzgasse machte Ballin eine Ausbildung bei seinem Großvater Alexander Ganz in der Lengfeld’schen Buchhandlung als Buchhändler. 1931 wurde er Mitglied der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands und begann mit der Widerstandsarbeit gegen Hitler. 1934 wurde Gottfried Ballin wegen Vorbereitung zum Hochverrat verhaftet und saß bis 1935 in Köln und Dortmund in Untersuchungshaft. 1935 wurde er zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Zu seinem Haftende hatte seine Ehefrau Helene Ballin alles für eine Ausreise nach Südamerika vorbereitet, dennoch wurde Gottfried Ballin 1939 ins KZ Sachsenhausen verbracht. Später wurde er in das KZ Auschwitz verlegt, wo er 1942 nach einem Fluchtversuch ermordet wurde. Im Gedenkbuch des Bundesarchives wird als Todesdatum der 4. März 1943 angegeben.

Im Kölner Stadtwaldviertel (der ehemaligen Haelen Kaserne) wurde 2004 ein Gebäude nach Gottfried Ballin benannt und im Haus Gedenktafeln ihm zu Ehren angebrachtksta.de - Mutig gegen die Nazis gekämpft, abgerufen am 7. März 2015. Für Gottfried Ballin wurde an seiner ehemaligen Schule (Vogelsanger Straße 1) ein weiterer Stolperstein verlegt. Elisabeth Bärmann, geb. Walter (Jahrgang) Steinweg 15 () Die im Juli 2001 verlegten Stolpersteine sind wegen der Bauarbeiten des Erweiterungsbau des Wallraf-Richartz-Museums ausgelagert (Stand 2017). Hugo Bärmann (Jahrgang) Steinweg 15 () Die im Juli 2001 verlegten Stolpersteine sind wegen der Bauarbeiten des Erweiterungsbau des Wallraf-Richartz-Museums ausgelagert (Stand 2017). Klaus Bärmann (Jahrgang) Steinweg 15 () Die im Juli 2001 verlegten Stolpersteine sind wegen der Bauarbeiten des Erweiterungsbau des Wallraf-Richartz-Museums ausgelagert (Stand 2017). 120px|Stolperstein für Elsie Berg (Alte Wallgasse 10) Hier lernte Elsie Berg (Jahrgang 1923) Flucht Holland Interniert Westerbork Deportiert 1943 Auschwitz Ermordet 25. Januar 1943 Palmstraße 1 (Verlegestelle vor dem Neubau der Königin-Luise-Schule) () Der am 18. April 2018 verlegte Stolperstein erinnert an Elsie Berg, geboren am 25. Februar 1923 in Köln.